Live life!

Aus gegebenem Anlass:

Vor sieben Jahren, als ich für ein Jahr auf der Deutschen Botschaft in Moskau gearbeitet hatte, fing ich dort, vier Monate vor seiner, fünf Monate vor meiner Abreise, an mich mit einem amerikanischen Diplomaten zu verabreden.
Wir hatten uns im Winter bei einer „Art Eishockey“ kennengelernt, die wir beide aktiv ausübten.
Diese Spiele wurden in jeder Woche mit Beginn des frühen Winters dort, auf dem deutschen Botschaftsgelände ausgetragen und es traten die Botschaftsangehörigen der verschiedensten Nationen gegeneinander an. Eine tolle Möglichkeit mit den verschiedensten Menschen unterschiedlichster Nationalitäten, bei dem anschließenden Umtrunk und Barbecue bei bis zu minus 40°C ins Gespräch zu kommen.
Auch das: eine großartige Zeit und Erinnerung!

„Mein“ Diplomat war ein paar Jahre jünger als ich – zwischen Mitte und Ende 20 – und verfügte damals doch schon mindestens über die selbe Lebenserfahrung und eine viel bessere Bildung. Er kommt aus einer Diplomatenfamilie, bei der beide Elternteile Botschafter waren/sind und er war zielstrebig dabei nachzueifern. Seit seiner Kindheit ist er es gewohnt, dass er nie länger als ein paar wenige Jahre an einem Fleck Erde wohnt. Je nachdem wo seine Eltern für ein paar Jahre im diplomatischen Dienst arbeiteten. Und seit er erwachsen ist geht er gewollt denselben Weg.
Das hatten wir durchaus gemeinsam:
Häufige Abschiede. Entwurzelung. Keine Wurzeln. Loslassen müssen. Neuanfänge.

Nur wenige Tage vor unserem Abschied, bei einem unserer letzten Treffen sagte er mir etwas sehr Schönes – zugleich auch Trauriges.
Es war auf seiner Abschiedsfeier, die über den Dächern Moskaus, in einem von ihm an diesem Abend, privat zur geschlossenen Gesellschaft angemieteten Club, stattfand.
Auf der dortigen Dachterasse nebeneinander an der Railing stehend, unsere Blicke auf den pfirsichfarbenen Himmel gerichtet, den die soeben untergegangene Sonne hinterlassen hatte, sagte er, dass sein Vater, ihm einmal folgende Worte gesagt hätte:
„Immer wenn wir irgendwo gehen müssen, werden wir kurz zuvor noch eine Person kennenlernen, die besonders für uns sein und bleiben wird.“

Wir wussten damals nicht sicher, dass es ein Abschied für immer sein würde. Wir hofften darauf, dass ich ein knappes Jahr später einen Posten auf der Botschaft in Washington bekommen könnte. Wir hätten uns dann für ein halbes Jahr lang dort sehen können.
Für mich wurde es allerdings zwei Monate nachdem ich bereits die Zusage für Washington erhalten hatte, das Jahr im Iran. Er ging ein halbes Jahr nachdem ich nach Teheran gegangen war für ein Jahr nach Kabul.
Wir haben uns nie mehr wieder gesehen, schon lange keinen Kontakt mehr und doch klingen seine Worte nach und behalten ihren Sinn.

Erfahrungen und Erlebnisse sind so oft so viel wichtiger als, und immer mindestens gleich wichtig wie, das was wir aus Büchern erlernen können. Erinnerungen, die unsere Herzen berührten, die niemals verloren gehen und das Leben sind.

Und ich war, so schmerzvoll der Abschied damals war, immer so dankbar und glücklich über die tollen Erlebnisse, die wir zusammen hatten. Wir waren im Winter im Gorki Park auf den dortigen gefluteten Wegen, die eine Eisfläche gebildet hatten, Schlittschuhlaufen … Wir kannten sämtliche Parks der Stadt Moskau, auf dessen Wiesen wir Barbecue aßen und Bier dazu tranken, Karussel fuhren, uns einfach nur unterhielten.
Freuden, die wir in keinem Buch der Welt kennenlernen können. Erinnerungen, die wir nicht kennenlernen, wenn wir unseren Standort nicht wechseln. Erinnerungen, die uns niemand nehmen kann und Gespräche und Inspiration, die wir auf ewig in uns tragen werden.

Nicht jede Liebe – sei sie platonisch oder auf körperlicher Ebene – braucht ein Happy End. Das „happy“ dabei – also das was uns glücklich und erfüllt machen wird – ist allein schon das Wissen darum, dass wir mit einem ganz speziellen Menschen, der uns tief berührt hat, weil er tief in uns was berührt hat, eine Zeit lang gehen durften.

Diese Inspiration bleibt und die Lücke die dieser Mensch hinterläßt macht Raum, damit andere Menschen in unser Leben treten können. Auch welche, bei denen Inspiration und Liebe dauerhaft(er) sein kann.

Ich glaube daran, dass wir jeden, ob Mann oder Frau, sein Potential ausleben lassen müssen. Wir dürfen nichts erzwingen und aus Egoismus heraus wollen. Wenn nämlich jemand dazu bestimmt ist in unserem Leben zu bleiben, werden sich unsere Wege ein zweites Mal, ein drittes Mal, immer wieder kreuzen und es wird kommen was sein soll. Ganz von allein.

Alles andere waren und sind vorübergehende Lichtblicke, vorübergehende Lieben, damit vorübergehende Lehrer, und bleiben dennoch eine dauerhafte Inspiration auf unserem weiteren Weg.

Und so können wir das mit all unseren Begegnungen ansehen.
Auch mit Berufen, Tätigkeiten und Beschäftigungen.
Nicht nur einer Tätigkeit nachgehen: Ausprobieren!
Mit Wohnorten.
Nicht nur an einem Platz wohnen bleiben: Mindestens intensiv reisen!
Mit großem Glück, Schicksalsschlägen und Scheitern.
Fallen und aufstehen!
Weil alles endlich ist und letztendlich unser Weg das Ziel – und so oft viel bedeutender als das eigentliche.

Hier spricht schon eine etwas weisere Optimistin aus mir, als die, die noch vor einem Jahr gesprochen hätte. Und ich höre gerade Tchaikovsky.

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(Text & Foto: Petissa Pan; April 2018 / Oktober 2016)

Freiheit ist loslassen

In den vergangenen zwei Wochen habe ich vier Bücher (darunter zwei lange Romane) von Thomas Bernhard gelesen. Das, weil mich das erste Buch von ihm, das ich gelesen habe („Holzfällen“), derart in einen Bann gezogen hat, wie ich es bei keinem anderen Autor davor erfahren hatte.

Ich mag die Russen – besonders Turgenev – sonst am liebsten. Die schreiben über Liebe und Gefühlsschmerz so wunderschön schwärmerisch und düster melancholisch sehnend. Und ausschmückend, detailverliebt, witzig, mit stichelnd fieser Gesellschafts-Kritik, die das Gute im Menschen anregen soll und den Leser auf wahre Werte besinnen läßt. Das liegt mir und berührt mich im Herz.

Bernhard hat mich ausschließlich in Kopf und Verstand erreicht. Aber wie!
Er schreibt in harter, größtenteils verachtender, hasserfüllter, vor allem aber auch belustigender amüsanter Zynik, über seine großen Enttäuschungen und Wunden im Leben, und alles was ihn negativ umtreibt. Er spricht aus, was viele andere nur heimlich denken und nicht aufs Papier bringen (können).
In seiner unverfroren nackten Offenheit, dem schadenfrohen Humor, wenn man an die daraus resultierten Auswirkungen, bei den damaligen Adressaten innerhalb der Wiener Gesellschaft denkt, und dem ungewöhnlichen – sich andauernd wiederholenden – Schreibstil, ist er der Schriftsteller, der mich so sehr zum Lachen brachte, wie es kaum einer – vielleicht keiner – zuvor schaffte.

So arrogant, selbstgefällig und egoistisch er ist, so schonungslos hart geht er nämlich kritisch auch mit sich selbst ins Gericht. Und so etwas ist eine echte Seltenheit, zeigt Größe und war mir ein völlig ungewöhnlicher Lesegenuss, der mich sehr anregte und beschäftigte – aufwühlte – und mich tagelang mit nichts anderem, als mit ihm, seinen Werken und seiner Persönlichkeit beschäftigen ließ.
Und so etwas liebe ich: Faszination. Ein Mensch, der etwas in mir bewegt, aufreißt, tut, was ich noch nicht kannte.
Ein reflektierter Narzisst, den ich im wahren Leben nicht hätte kennenlernen wollen, da ich anhand seinen Werken – wie jeder andere auch – genau erkennen kann, welches Geistes Kind er war. Die Art Persönlichkeit, mit der ich mich nicht befreunden oder bekannt machen wollte.

Was er, außer mangelndem Herz und fehlender Charakterstärke, – was ich mir nicht zusammengereimt zu meinen habe, sondern was er in seinen Werken selbst ganz frei über sich zugibt, – noch vermissen lässt ist, dass er nicht über Mut verfügt.

Ja, er hat polarisiert und Skandale verursacht, aber ehe es dazu kam, hat er viele Jahrzehnte lang still gelitten, selbstzerstörerisch, im inneren rumort, erkrankt, und seine Verletzungen, neben denen die er in seiner Kindheit erlebt hatte, so nie verarbeiten können.
Sie sind über die Jahre zu sicherlich noch größerem Groll und einer nicht mehr zu überwindenden Verachtung angewachsen – bis er darüber schrieb – bis er ein Werk veröffentlichte – und er sich so eine Stimme verschaffte, die ihm in seinem von Wut und Boshaftigkeit überdeckten Schmerz, ein Ventil gewesen sein dürfte.
Bernhard war weder mutig, noch war er je frei. Und hat sich damit letztendlich am meisten selbst geschadet.

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Frei sein, bedeutet im Moment zu leben
Eigene Bedürfnisse zu achten und äußern
Selbstliebe, und weitere Chancen zu vergeben
Nur wenn es uns ein tatsächliches Bedürfnis ist.

Frei sein, ist alles uns Angetane zu vergeben
Um leicht und fröhlich zu werden
Nicht, um anderen dieses Geschenk zu geben
Sondern in erster Linie, es für uns selbst zu tun.

Frei sein, ist so zu entscheiden
Wie es uns entspricht
Weil keiner in uns hineinschauen kann
und alle Gründe kennt, wenn auch darauf erpicht

Erst wer mutig und frei lebt
Versteht
Wovon ich hier schreib‘
Und red‘.

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Anders kann man zumindest ein großartiger Schriftsteller – der Bernhard zweifellos ist – werden und Generationen bewegen.
Er gehört nach allem was ich von und über ihn gelesen habe, von nun an zu meinen Favoriten. Und wer hätte gedacht, dass ich – Favorit – über eine narzisstische Persönlichkeit noch jemals ein weiteres Mal sagen würde?

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(Foto & Text: Petissa Pan ((April 2018)

Alle Jahre wieder

Vorweihnachtszeit ist die Zeit des Jahres, während der sich samstags in der Schatten-Arkade (Schadow Arkaden Düsseldorf) alle 600000 Düsseldorfer, plus mindestens noch einmal genau so viele Menschen aus umliegenden Städten – wie heimliche Kölner beispielsweise – tummeln.

Und zwar just in dem Moment in dem Frau den Eingang betritt um zum Fitnessstudio im 1. Stock zu gelangen. Eine Wegstrecke, welche üblicherweise in sportlichen 2 Minuten spielend zu überwinden ist, kann so leicht auf das 10-fache der Zeit anwachsen.

20 lange Minuten und “Hilfe! Ich verpasse meinen Kurs“ später: Dabei ist es völlig egal, ob wir uns dafür entscheiden morgens trainieren zu gehen – oder am Nachmittag: Wenn die Geschäfte noch geschlossen sind oder abends schließen, hat nämlich auch das Trainingscenter geschlossen.

So bleibt die leicht sperrige Sporttasche, elegant über eine Schulter geworfen und gespickt und gefüllt bis obenhin mit Sportdress, 3 paar Sport- und TanzSchuhen, Bras für die diversen Aktivitäten, Wechselgarderobe, Terra-Bändern, Dusch- und Pflegeutensilien, 3-7 Parfums, mindestens 3 Lippenstiften und dem ein oder anderen, im Mindesthaltbarkeitsdatum, abgelaufenen Eiweißriegel … gerne hängen und eckt an, zwischen: edelsten Pelzmänteln der Oberkasseler Damen, aktiv begriffen von den klebrigen Schokoladen-, Crepes- und Gebrannte-Mandel-Finger der süßesten unter den Süßen, die Papa lässig auf dem Arm trägt.

Slalom-Lizenz erforderlich.

Hürdenlauf-Kenntnis ebenfalls von großem Vorteil.

Stau bei der Rollstreppe. Sie nimmt sich heute mal frei. Danke.

Nach gut 20 Minuten und dabei knapp 80 Metern zurückgelegtem Weg, mehr geschwitzt als beim nun anvisierten Kurs, erreichen wir das Ziel. Einchecken und schnell in die Umkleiden retten: Wunderbare Ruhe und kein einziger Mensch ist da. Wir geniessen die Stille, nur über die Lautsprecher ertönt beschwingte Musik, die so überhaupt nichts mit Weihnachten zu tun hat: Auch fein. Wir summen entspannt mit und unser Sportlerpuls fährt so schnell runter, wie er gerade hochgeschossen ist.

Ausziehen.

Anziehen.

Schnell einen Zopf geflochten, einen Blick in den Spiegel, einen Sprung auf die Waage und wir gehen zügigen Schrittes den Weg zum Kursraum. 36 Treppenstufen joggend mit links hinauf, öffnen die Türe und dort sitzt sie: eine Einzelkämpferin. Sie und ich sind und bleiben die einzig beiden Teilnehmerinnen und damit entfällt dieses Workout.

Der Trainer darf nach Hause gehen und sich auf dem Weg einen Glühwein gönnen. “Gehen Sie über Los und ziehen Sie dabei kein Geld, kein Bauch-Beine-Po, kein Body-Complete, kein Hard-Body-Irgendwas ein“. und der Kursraum wird sofort verschlossen, nachdem wir nach wenigen Minuten wieder Draußen sind.

Motiviert schwingt Frau sich dann eben aufs Laufband. Sie hat das ganze Studio allein für sich und damit endlich einmal Zeit zu überprüfen welches Laufband denn nun das beste von allen ist und wo der Empfang der Fernseh- und Musikprogramme am klarsten.

Auf jeden Fall aber in der ersten Reihe, denn von hier aus haben wir – habe ich – einen fantastischen Blick, durch fast raumhohe Fenster, auf den bunten Weihnachtsmarkt samt Karussell unten auf dem schattigen Platz neben der Arkade. Schatten bedeutet in dem Fall aber, dass die Beleuchtung und das Lichtgeflacker sich umso wunderbarer abheben und die Augen begeistern, während die fleißigen Beine unter uns Kilometer um Kilometer laufen.

Viertausend Menschen haben wir gezählt – das gesamte Fitnessstudio immer noch still und leer – als wir nach einer guten Stunde vom Band hüpfen.

Dusche für uns allein.

Sauna für uns allein.

Einmal noch tief durchatmend, die sanfte Stille genießen, bevor wir das Trainingscenter verlassen um uns auf den erneuten Arkaden-Kampf zu wappnen. Oder wir machen es dieses Mal anders: reihen uns mit unserer Sporttasche ein und lassen uns locker entspannt treiben bis wir Arkade, die Innenstadt, Metro & Co hinter uns gelassen haben.

Zuhause angekommen realisieren wir, dass wir unbedingt noch ein Geschenk für morgen gebraucht hätten. Also nochmal los, oder doch ein paar abgelaufene Eiweißriegel verschenken und so tun als ob?

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Weihnachten ist auch in London – hier Mayfair – für die, die mal rauswollen und die Sport- oder Aktentasche mal eben an den Nagel hängen …

Loslassen für Freigeister

Ein ganz großes JA für die Freiheit: Der Top-Wert unseres Wertesystems. Für muntere, aufgeweckte Querdenkerinnen, Nicht-in-Schubladen-gepresst-werden-Wollerinnen, Gegen-den-Mainstream-Schwimmerinnen und liebend gern unabhängige Frauen. Und der Traum der Freiheit kann erfolgreicher gelebt werden, wenn wir alten Ballast ganz abwerfen und uns “ohne Hintertürchen” davon trennen.

Wessen Gedanken aber kreisen auch immer wieder mal um die eine Sache, von der unser Verstand sagt: “Weg damit!” Bei wem quillt nicht der Kleiderschrank über und es ist doch nur Gleiches, Ähnliches oder schlicht viel zu viel darin? Und trotzdem schaffen wir es nicht auszumisten: Kleidungsstücke, Gewohnheiten, Orte, Menschen, die falschen Freunde, den falschen Beruf, den Ex-Freund, die Gedanken an das “perfekte Leben oder Lieben” und die daraus resultierende Unzufriedenheit und Pessimismus im Moment. Und wir kennen sicher auch alle Motivations-Sprüche wie:

“Es kommt immer etwas Besseres nach”
und “jedem Anfang wohnt ein Zauber inne”.

“Loslassen schafft Platz für großartiges Neues”, so viel ist uns bewusst. Nur haben wir mit der Umsetzung dieses Gedankens wesentlich länger zu tun, als mit der reinen Theorie.
Und es funktioniert nicht auf Knopfdruck und je mehr wir uns darüber ärgern, desto verkrampfter wird die ganze Angelegenheit und von Loslassen keine Spur mehr. Leider und warum nur? Nicht mal mit Dickkopf, als Beisserinnen und Hochambitionierte.

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Ein erster wichtiger Schritt

Gut ist es, überhaupt schon zu erkennen, dass wir etwas oder jemanden bewusst und gewollt loslassen müssen um frei zu werden. Je weniger wir nämlich um uns haben, desto leichter fällt es uns auch abzustecken wer wir wirklich sind, was wir wirklich brauchen, was uns definiert und wo wir unsere Grenzen setzen. Die auch, und damit das Loslassen von: Dingen und Menschen, die uns nicht gut tun oder uns an einer positiven Entwicklung hindern. Und Weiterentwicklung, Fortschritt etc. wissen wir besonders zu schätzen: als Weltentdeckerinnen, Liebhaberinnen von Abenteuer und Adrenalin, sattem Schön.

Wildfang mit zu viel Gepäck

Als Menschen also, die ein toughes und unabhängiges Leben führen, sind wir an den Prozess des Hinter-sich-lassen-müssen eigentlich ganz gut gewöhnt. Eigentlich: Denn warum ist es dennoch selbst für uns oft so schwer von Gewohnheiten und einst Liebgewonnenen aber Längst-in-die-Jahre-Gekommenen zu lassen? Trotz, dass wir unsere Näschen neugierig in jedes Abenteuer recken und stets Spiel, Spaß und Spannung wittern sobald sich uns neue Tore öffnen? Wie ein Rennpferd, wenn das Gatter nach außen klappt und die Bahn frei fürs Rennen ist.

Wer viele Ortswechsel lebt, kann schließlich nicht von sich behaupten, dass ihm das Loslassen von Plätzen, Menschen, – selbst liebgewonnenen Bekannten und Kollegen (sie sind ja schließlich nicht aus der Welt) schwer fällt. Viele Hunderte, wenn nicht Tausende “Hellos” und “Good Byes” in den sich angesammelten Jahren: In Abschieden und Neukontakten sind wir geübt. Weil wir auch spüren und fühlen (später wissen), dass man nicht an einem Ort Zuhause sein muss, wenn man in sich selbst wohnt und liebe Menschen in seinem Herzen trägt, wo immer man auch ist. Und wahre Freundschaft die überwindet tausende Kilometer für eine lange Zeit. Dies ist keine Mutmaßung sondern ein Fakt, den jeder kennt, der viel reist (beruflich oder privat) oder auch super-gerne umzieht.

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Eine Masse an Eigentum ist uns oft zweitrangig, da es unsere Leben ausbremsen würde. Menschen, die hunderte Euro für einen besonders tollen Kühlschrank in ihrer heimeligen Küche … Menschen, die tausende von Euro für jährliche Pauschalurlaube … und Menschen, die Hunderttausende – das ganze Ersparte also – für das schmucke Häuschen ausgeben, finden wir interessant in ihrer Weltanschauung, cosy und schön für Besuche und Erzählungen, bei denen wir deren Leben lauschen. Allerdings überhaupt nicht inspirierend es dem gleichzutun mit unserem eigenen Lebensweg.

Dass sich in deren Häusern, Doppelhäusern und gekauften Wohnungen irgendwann Millionen Dinge ansammeln ist schon irgendwie normal. Diese Leute haben den Platz und dieser bleibt an einem Ort. Womöglich wird das Computerzimmer mal zum Kinderzimmer, und die Dame des Hauses bekommt nach langem Wünschen einen begehbaren Kleriderschrank. Aber das alles geschieht innerhalb der 120 – 210 Quadtratmeter. Wir aber ziehen rum. Und mit je weniger Ballast und platzintensiven Vermögen wir das tun, umso günstiger und unkomplizierter ist alles.
Unsere Habseligkeiten in unser Auto (wichtig, da Mobilität) packen, den Schlüssel drehen und den Ort wechseln. Von jetzt auf gleich. Einfach so.

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Was den Kleiderschrank angeht, und das handhaben vielleicht einige so, lebe ich dort Minimalismus. Ganz wenig nur, aber stets “was ganz Besonderes” in meinen Augen: Herzenstücke. Liebhaberei. Liebes, das weh tut los zu lassen. Und vielleicht ist es genau das was das Loslassen so schwer macht:

Dinge die wirklich unser Herz berühren, beziehungsweise unser Herz schon einmal berührt haben.

Da tut uns das Loslassen dann weh. Und außer, dass Zeit wirklich alle Wunden heilen kann, wenn man offen ist und wird für Neues … und außer, dass wir das Loslassen von Herzen wollen … können uns vielleicht noch drei Dinge bei diesem Prozess besonders helfen:

1.) Die Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit die man zusammen hatte. (Sei es ein Mensch, ein Tier, ein Ort, ein Ding)

2.) Die Gewissheit, dass uns die schöne Erinnerung was wir erlebt haben, niemand nehmen kann. Sie ist für immer die unsere.

3.) Und das vermutlich schwerste: Den Schmerz annehmen, akzeptieren und bewusst weggeben. Vielleicht sind wir erleichtert alles hinter uns zu haben. Vielleicht wird eine Lücke bleiben. – Die wir aber mit (siehe oben) Dankbarkeit für eine wunderbare Zeit und eine bleibende Erinnerung füllen können.

Ich sende immer “Licht und Liebe” wenn ich mal sehnsuchtsvoll werde. Und ich atme. Ganz bewusst. Und so wird es gut und nach und nach immer weniger.
Bei einem meiner Sehnsuchtsorte weiß ich auch, dass ich dort irgendwann einmal wieder wohnen werde. Erstmal raus in die Welt jetzt.
Ja, Neues bliebe uns versagt, wenn wir uns an Altes klammern.

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„Die Welt ist ein Buch. Wer nicht reist sieht nur eine Seite davon.“ (Augustinus von Hippo)

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤

Rächen mit Engelslächeln

Kürzlich bin ich über einen älteren, doch ziemlich amüsanten Artikel gestolpert: Die Ex-Geliebte (Miss Wilkins) eines ehemaligen Obama-Beraters in USA, hat sich an ihrem Ex-Liebelein auf ganz ungewöhnlich kreative Art und Weise gerächt.

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Nein nein, kein Kinderspielzeug – Persisches Museumsgut.

Hand auf mein Herz: Ich beteilige mich nicht an Klatsch, Tratsch, Gerede und generell irgendwelchen Lästereien. Dies langweilt mich fürchterlich – einschläfernd – und ich kann und konnte dahinter noch niemals einen Sinn sehen. Menschen die darin aufgehen, passen im Umkehrschluss genau so wenig zu mir, wie es welche tun die wiederum Rache generell verteufeln. Denn Rache finde ich zugegebenermaßen „irgendwie nett“, da spannend und so originell.

Rache also. Gibt es sonst noch Gefühle, die die Moral der Menschheit derart spalten?

(Ja, Klatsch & Tratsch, aber da bin ich wie gesagt raus.)

Ist also Rache tatsächlich per se verwerflich oder ein gekonntes charmantes Gegenspiel zu ehemals vorherrschenden Gefühlen? Und entzückend unschuldig schauend frage ich mich, warum wir “sich rächen” immer schwarz-weiß sehen müssen? Rot ist ja auch nicht gleich Rot und hat ganz viele wunderbare Facetten. Inspirierende Pinktöne beispielsweise, raffiniertes Burgundy, beeriges Himbeer, sanftes babyrosé, männermordendes Feuerwehrfahrzeugrot. Und so ist Rache eben nicht gleich Rache.

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Every rose has its thorn.

Der vormals Geliebte (Phillips) hatte doch „gestern“ noch seinen Spaß im Abservieren von ihr, und „heute“ schon Freude im Haus mit der Neuen – und in der Zeit mit ihr, uns, mir im „vorgestern“ sowieso… Und wir haben eben nun wieder unseren Spaß in unseren Leben, und wenn sich irgendwann der Zeitpunkt für eine gelingende Revanche bietet: Why not?

Keep it simple?

Ehrlich ich mag, wenn es paßt, kleine herzhafte Gemeinheiten, die meine reine Seele frech hüpfend beleben, wenn schwarze Streifzüge anderer Seelen sie womöglich kurzfristig betäubten und in einem unglaubwürdigen Aha-Erlebnis zurückließen.

Kneif mich bitte. Ist das real oder träume ich nur schlecht?

Deswegen ja: Ehre wem Ehre gebührt und Rache wem Rache gebührt.

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Eva und ihre Verführung im Paradies war ja bekanntlich auch alles andere als „harmonisch“.

Im geschilderten Fall muss ich leider erkennen und zähneknirschend mit erwähnen, dass diese Ex-Geliebte von der Ehe und Frau ihres Lovers sehr wohl wusste. Und das ist schwerlich tatsächlich zu verzeihen. Seufz… Ok… Anderes Thema!

Hier blende ich das frech mal aus und ergötzen wir uns doch einfach ein wenig an ihrer herrlich frechen Kreativität. Besagte Wilkins nämlich, wurde unverhofft spontan auf eine wohl etwas unschöne Art und Weise, von ihrem genauso reichen wie verheirateten Liebhaber abserviert.

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Besser immer schön bei Laune halten – die engelsgleichen Geschöpfe dieser Erde.

Der Wunsch des Mannes „mit doppelt beschäftigtem Hannes” ist nach einer derartigen Liaison natürlich glasklar: Contenance und Geheimhaltung bitte.
Nicht so im Sinne der zurückgelassenen Stiefelkatze allerdings:

Ehefrau anrufen, den Porsche zerkratzen, schien ihr aber alles nicht angemessen genug zu sein.

Meine Ideen zur Rache generell, die eher süß, dafür erfinderisch bis überraschend genial daherkommen, hätten ihr wohl auch nicht genutzt: Einen toten Hering in die Vorhangstange stecken oder den edlen Flokati mit Kressesamen anreichern und ordentlich gießen sind Kleinlausemädchenstreiche.  Erfüllen allerdings ihren Zweck ganz wunderbar, ohne gewisse Grenzen zu überschreiten.

Tja, einmal Kobold – immer Kobold. Und hurra, dazu stehe ich aus vollem Herzen und habe vielleicht als strafmildernde Erklärung vorzubringen, dass mich Kindersendungen wie Pumuckel und Pippi Langstrumpf nachhaltig inspiriert haben und mir deswegen noch heute von Nutzen sein dürfen. Und ich mach‘ mir die Welt, nunmal gern wie sie mir gefällt. Außerdem, etwas „Selbstjustiz“ ist doch legitim, gerade weil ich ja Polizistin war und die Grenzen zur Straffälligkeit auswendig aufsagen und im Schlaf sprechen kann und stets diesbezüglich tätig werde.

Nicht lustig? Aber funny!! 😀

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Richtig toll (und teuer) dagegen ist natürlich Wilkins Idee:

Sie hat die gemeinsame intime Sache zwischen ihrem Gspusi und sich sehr clever unter die breiten nichtsahnenden Massen gebracht: Für über 150 000 Dollar, vier riesige Werbetafeln am Time Square in New York gemietet. Darauf präsentierte sie zärtliche Fotos von Phillips und ihr.
Damit Gesprächsstoff für die etwas puritanisch-prüde US-Society, die ihren “Sexskandal” und herrliches Klatschfutter bekommen hatte.

Himmel, doch wieder Klatsch & Tratsch also.

Aber daran beteilige ich mich nicht. Die Lady tut, schweigt, genießt und vergisst. Ja, ist das alles denn nun ladylike? Völlig egal! Welche Lady muss sich denn stets als Lady beweisen? Damit ist es doch das gleiche wie damit:

Be a good person but don’t waste time to prove it.

Und Wilkins wird sich provokant gedacht haben, dass sie das „Lady sein“ nun wieder für richtige Männer in ihrem Leben aufheben wird.

Wie sagte bereits Aristoteles

Tue Gutes denen die dir Gutes tun, schade denen die dir schaden.

Oder wie wäre es mit: Sei Lady für die Gentlemen und Kobold für die Buben?

Ich finde das ulkig, um im Kobold-Jargon zu bleiben. Ein, die Lachfalten strapazierender Gag, der Inspiration und Warnung zugleich sein mag. Kommt Leute, wer wird schon gern bewusst veräppelt, unfair abserviert… auch wenn wir nur Gutes dabei lernen werden und ’ne Menge mitnehmen.

„Du wirst nie mehr wieder einen Mann wie mich finden“. „Ja? Stell dir vor, genau das ist mein Plan!“

Diese Riesenposter mussten zwar bald wieder abgehängt werden, haben allerdings ihren Zweck voll und ganz erfüllt: Phillips musste die Affäre öffentlich eingestehen und wünschte Wilkins zähneknirschend „Alles Gute“, während ihm zu Hause die Ehefrau und in der New Yorker Society das Gerede ordentlich zusetzte.
Hach, manchmal gibt es eben doch noch etwas Gerechtigkeit – im Kleinen.

Moment, dürfen wir das tatsächlich so sehen?

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Träumen ist doch erlaubt. ;-)

Ich sag’s euch: ich kann. Und nenne es Unfug, Klabautertum und süße Nonchalance und mischiviousness im Bezug auf ein ehemaliges Liebchen. Eine süße Leichtigkeit, die aber bitte niemals in eine Verbitterung oder Verbissenheit umschlagen darf. Deswegen ja „Nonchalance“. Die allem wenig Hübschen je Dagewesenen, einfach originell die Krone aufsetzt. Chapeau!

Gut, viele mögen das Wort Rache nicht. Moralisch verwerflich, sagt der Mainstream und so weiter. Wie aber steht’s mit:

… Returning the flavour.

Sounds nicer.

Und ganz deutlich gesprochen: ein Mann, der sich uns gegenüber nicht (mehr) wie ein Gentleman, sondern dessen Gegenteil verhält, braucht nicht darauf zu hoffen, dass wir ihn weiter als gentle sehen wollen und ihm gegenüber dementsprechend agieren.

Einer der es für mich war, ist und bleibt hingegen, hat nichts zu befürchten – nur zu lieben und geliebt zu werden.

Give me 5 Wilkins! – Auf Männer die lieben und anständig verlassen können.

Abendstimmung in Schlumpfhausen

Von einer flachen Hierarchie, bist du so weit entfernt wie der OGLE-2005-BLG-390Lb von der Erde: 21000 endlose Lichtjahre. Und deswegen war es zuletzt so wenig schön mit dir, trotz so vieler positiver Aspekte und netter Menschen.

Bereits in den Anfangsjahren fing es mit einem unmöglichen Druck an, indem süße, knuffige, kindliche (auch) Minderjährige entweder gegangen wurden, weil sie sich nicht einließen. – Oder sie ließen sich ein?

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Saurer Regen auf das ewige Gebalze. Es (ihr) amüsiert nicht. Dienst ist Dienst & Schnaps ist Schnaps.

Mit 16 Jahren eine erste Unterschrift gekritzelt, sich deutschlandweit einsetzen zu lassen.

„Spannung, Aufregung, super! Wir sind jung, wild und wollen vieles sehen und erleben!“

Dass davon aber in der Art Gebrauch gemacht wurde, indem maritim inspirierte Kollegen vom frischen blauen Norden, in den lieblich sonnengelben Süden abgeordnet werden? Und, dass man vom bergig idyllischen Berchtesgadener Land, regelmäßig in die turbulente Hauptstadt verreisen musste, während zeitgleich die „Icke-Kollegen“ aus dem fernen Osten, in den weit entlegenen Süden oder Westen unterwegs waren? Fragen über Fragen. Warum?

– Weil, wer nicht fragt bleibt dumm.

Und ja, wir können oder „können nicht“, doch alle genau das gleiche! Wir sind (waren?) eine starke Gemeinschaft. Wie die Schlümpfe, jeder mit seinen Aufgaben von oben herab betreut, nur nicht schlumpfblau früher.

Das geringste Problem, bei dem ganzen „Rumgereise“ in der Republik, war dabei sicherlich der unterschiedliche Dialekt. Dieser konnte uns in all den aberwitzigen Situationen und Entscheidungen eher noch etwas belustigen. Süß und etwas gleichgültig, wie wir es damals waren.

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Jedem sein Stück vom Kuchen.

Vor ein paar Jahren hatte ich ein privates Essen mit dem ehemaligen Ober-Guru, unserem Helden und „Ex-Papa-Schlumpf“ schlechthin. Er war der Meinung und festen Überzeugung, dass „wir“ uns wieder (noch mehr?) einem Agieren, den Hierarchien, unserer Vergangenheit annähern müssten. Ich habe damals geschwiegen und nachdenklich auf meinem Steak gekaut und überlegt was dran sein kann.

Nun, bei allem Respekt: Wir sind gerade nicht in Ost Afrika sondern in Deutschland, der gute Herr ist heute 85+, die Zeit steht niemals still und so stehen wir im Heute, unserer Gegenwart, mit Blick in eine hoffentlich rosigere Zukunft. Die brauchen wir unbedingt!

Von der Vergangenheit lässt sich insofern vielleicht wenig abschauen, weil:

1.) Wir seit den 90er-Jahren Frauen bei uns haben. Wie schön!

2.) Aufgrund dem beträchtlich zunehmenden Krankheitsstand der vergangenen Jahre; Das interne extrem miese Klima durch die chronische Unzufriedenheit vieler; Burn-Out oder Bore-Out; Mobbing und sexuelle Belästigungen, die im Sande verlaufen weil sie heruntergespielt werden.

3.) Unser Gegenüber heute ein völlig anderes ist.

Dies alles spricht vermutlich Bände, dass anderes, mehr Modernisierung, her muss. Aber wer sich von unten nach oben beschwert, ist nicht selten weg: In Schmalzgrube oder im Hier & Jetzt einem „hungrigen Rudel“ ausgegrenzt. Da schweigt es sich leider ganz gut. Bloß, dass wir so ewig auf der Stelle treten werden.

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Schweigen und Aussitzen ist nicht idyllisch. Nur die Ruhe vor dem Sturm, ihr Lieben!

Ich appelliere heute an eine Arbeitsgemeinschaft, die wirklich große Klasse sein könnte, da sie sehr viel mehr tolle Mitarbeiter inne hat, als weniger tolle. Und die wenig Tollen können zu Tollen verändert, sanft manipuliert, glücklich gemacht werden.

Ich appelliere an eine Überdosis Menschlichkeit, die intern meist gänzlich fehlt. – An flachere, moderne Hierarchien und die Eigenschaft derer, die etwas weiter oben stehen dürfen, nach unten gelungen und gekonnt zu motivieren, anstatt ausschließlich hart zu delegieren und zu befehlen.

Ich appelliere an Förderung statt Unterdrückung. Punkt.

Ihr Lieben, ihr könnt nach außen hin immer bemüht um ein perfektes Bild sein. Dieses hinkt bekanntermaßen oft genug gewaltig. Glückwunsch dabei an Public Realitions und loyale Kollegen. Vielleicht wäre es langfristig trotzdem cleverer im Innen anzufangen? Da nachhaltig.

Ihr könnt mit einem guten Gehalt, mit einem überirdischen Auslandsgehalt, Sicherheit und einer guten Rente erstmal die Massen locken, ja. Aber niemand sollte nur für das leben.

Das Aussehen entscheidet vielleicht wer zusammen kommt… Doch der Charakter entscheidet wer zusammen bleibt.

Und die meisten realisieren genau das früher oder später. Also: Wollt ihr die Massen locken, und die Klasse resigniert irgendwann? Sie nehmen euch permanente gravierende Fehlentscheidungen krumm, großzügig Disziplinarverfahren zu verteilen, noch mehr Härte, die ewig Falschen zu befördern oder zu begünstigen und sie flüchten sich in Passivität, ins Dauerkrank (was man in diesem Status locker kann) oder kehren euch gänzlich den Rücken.

Es gibt das Zitat:

I have a limit and when you reach it I dismiss you from my life. It’s that simple.

Schwere Zeiten für euch gerade: Etliche „Häuschen“ und „Wägelchen“ sind heute wie leergefegt, Dauerkranke, Abgeordnete. Das ist keine Win-win-Situation. Weder für die eine Seite noch für die andere. Eine Lösung muss her!

Warum schauen wir uns nicht ein wenig mehr Moderne bei unseren größten „Konkurrenten vom Land“, oder auch in der Wirtschaft ab? Dort wird weniger von einer scharfen Hierarchie und Härte gehalten und das erfolgreich. Auch der freche Spruch, „dass Machtmenschen, die es in der freien Wirtschaft nicht schaffen, bei euch nach oben kommen,“ beruht auf trotzigem Frust über eine unbefriedigende Führungsweise. Noch einmal: Eine Lösung muss her!

Wo ist der Gedanke „Freund und Helfer“ hin? Wir haben Bürgernähe und könnten strahlen. Ich habe unglaublich viele, tausende, tolle Kollegen kennengelernt mit denen ich arbeiten durfte, die für die Tätigkeit an sich brennen, sich (noch) unermüdlich einbringen und denen wünsche ich von Herzen, dass sich etwas ändert. Damit es nicht eines Tages noch weniger hell als dieser Tage ist und dann zutrifft:

I reward loyalty with loyalty. I reward disloyalty with distance.

Umdenken Bitteschön!

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Auch ein sanftes Äusseres, kann eine starke Meinung leben und vertreten.

 

Persien erleben und lieben.

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Bei Shiraz

Den Iran habe ich kennen & lieben gelernt, als ich für ein knappes Jahr auf der Deutschen Botschaft im Zentrum Teherans gearbeitet und im Norden der Stadt gewohnt habe.
Ich erinnere mich immer wieder gerne zurück an Rosenwasser, Rosengärten, den Geschmack von Safran, frisch gepressten reinen Granatapfelsaft, Falafel und an viele warmherzige Menschen.

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Nahid, Mariam & ich

Wenn ich über die iranische Landeshauptstadt sagen würde, dass ich sie mochte, wäre das zwar eine Lüge, aber ich habe mich in die IranerInnen als Menschen „verliebt“. Teheran selbst ist eine etwas anstrengende Stadt. Persien an sich dafür wunderschön, magisch, geradezu märchenhaft und ich möchte es als Reiseland empfehlen.

Die IranerInnen durfte ich durchweg als offen, herzlich gastfreundlich und besonders gepflegt & bildungsinteressiert kennenlernen. Frauen in farbenfrohen Hijabs, Tuniken und langen Gewändern, von tiefschwarz über grün und rot; Männer in silberglänzenden Anzügen; Und eine ganze Nation, die nach lecker blumigem Rosenwasser riecht.

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Überall Blumen, Rosen, kunterbunte Kacheln, Kultur und Kunst.

Wie oft wurde ich auf den bunten Obst-, Gemüse- oder Kleidermärkten, die ich alleine besuchte, auf Englisch angesprochen, interessiert befragt und freundlich angeschaut. Beim Handeln und Feilschen haben mich spontan sehr oft gänzlich Fremde unterstützt. Das, obwohl jeder Händler von sich aus schon sehr entgegenkommend war. Fremde Frauen, von jung bis alt, luden mich zu einem gemeinsamen Glas Tee ein oder wollten gerne mit mir zu Mittagessen. Ich fühlte mich selten in einem Land derart willkommen, wie ich es im Iran tat. Und das jeden einzelnen Tag.

Und by the way: Dort schmecken Mangos, Paprika, Gurken und so viel mehr, wie sie wohl tatsächlich schmecken sollten.

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Pool und Palmen.

Sehr gut erinnere ich mich auch heute noch an das frisch gebackene, fladenbrotähnliche, große rechteckige Brot, das man in den, von mir so geliebten, cremigen iranischen Joghurt mit Schalotten & Salz tunkte. Monatelang konnte ich nicht genug davon bekommen und habe mich daran so sehr gewöhnt, dass ich es immer wieder sehnsuchtsvoll vermisse. „Barbari“ heißt es, und bevor ich morgens zur Botschaft gefahren bin, fuhr ich immer bei einem dieser speziellen Barbari-Bäckern vorbei.

Barbari-Backstuben waren daran zu erkennen waren, dass sich dort frühmorgens bereits lange Schlangen von Menschen gebildet hatten. Bei den Bäckern, die Barbari aus einer größeren Luke heraus, an die Menschen auf der Strasse reichten und verkauften, gab es nur diese eine Art von Brot: frisch & noch heiß, in offenen Öfen gebacken, die goldgelbe Kruste sanft knusprig und innen warm & weich. Und wenig schmeckt derart ursprünglich, pur und dabei sagenhaft super. Umgerechnet für einen Euro gab es diese leckeren Brote, nach denen ich heute noch sehr gerne verrückt sein wollte & dürfte.

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Einladung zum Abendessen in einem persischen Privathaushalt.

Beim Anstehen für das „goldene Brot“ wurde ich stets neugierig betrachtet. Meine sehr helle Haut, hellgrüne Augen und meine europäischen Gesichtszüge fielen, in dieser Menge von iranischen Menschen, deutlich auf. Nie wurde ich aber schamlos angestarrt, in irgendeiner Art und Weise distanzlos angemacht oder abschätzig angesehen.

Ich versuchte mich immer so unauffällig als möglich zu verhalten und hielt Kopf und Blick stets etwas gesenkt. Wenn ich doch einmal aufsah und sich meine Augen mit denen eines iranischen Mannes trafen, senkten wir beide sofort Kopf und Blick. Oft waren die Männer dabei allerdings verlegener als ich selbst.

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Hotel & Restaurant bei Persepolis.

Allgemein verhielt ich mich in der Hauptstadt Irans im täglichen Leben sehr devot. Das kann ich jeder Frau die Persien bereisen möchte auch so empfehlen. Für mich war das einerseits aus Respekt selbstverständlich, andererseits empfand ich es auch als eine interessante Erfahrung, als eine Bereicherung und ein charmantes Schauspiel, sich so ganz anders als bei uns zu geben.

Meine Körperformen waren, mehr als nur den Vorschriften entsprechend, verhüllt und außer auf Hände und Gesicht konnte Man(n) keinen Blick auf meine Haut erhaschen. Es war nur gelegentlich so, dass sich aufgrund dem, im Iran locker um den Kopf geschwungenen Kopftuch, eine blonde Strähne löste und mir ins Gesicht fiel. Gerade die jungen iranischen Frauen waren diesbezüglich aber sehr viel freizügiger und gaben bereitwillig und gerne einen Blick auf die, oft hell gefärbten Haare frei.

Weniger streng als in Teheran selbst, erschien mir die Kleidungsetikette für Frauen auf dem Land und in den anderen Städten des Landes. Wobei es auch da Ausnahmen gibt: Mashhad und Qom als religiöse Hochburgen, sind ebenfalls für ihre Strenge hinsichtlich der Einhaltung der Kleiderregeln bekannt.

Die außergewöhnliche Kultur und die geschichtlichen Überbleibsel und Traditionsquellen entschädigen aber tatsächlich dafür, dass man im Sommer auch bei 40 und 45 Grad plus gänzlich verhüllt sein muss. Und daran gewöhnen wir uns auch wirklich schnell.

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„Knallbunte Kachelkunst“

Was ich mir nicht nehmen ließ, war, dass ich gerne Gewänder und weite Tuniken in fröhlichen freundlichen Farben trug. Oft war ich in meine Lieblingsfarben: Pinktöne von Himbeerrot bis Altrosé getaucht und das war, zumindest in Teheran selbst, etwas ungewöhnlich und auffällig. Zu Ramadan hielt ich mich aber daran, ausschließlich in dunklen gedeckten Farben auf die Straße zu gehen.

In Teheran fahren das ganze Jahr über täglich Busse durch die Stadt, in der eine Art „Sittenpolizei“ die Mädchen und Frauen einsammelt, die nicht ordnungsgemäß gekleidet sind. Herausgelöst werden die eingesammelten Damen dann dadurch, dass deren Väter oder Ehemänner einen Geldbetrag als Strafe bezahlen müssen.

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Persische Teenagerin aus Isfahan mit ihrem Hund.

Es kam in meinem Jahr dort ein paar mal vor, dass, wenn ich mit der Bahn alleine auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause war, mich ein Iraner ansprach. Die Art des Ansprechens war immer dieselbe: Ein einzelner, oft gutaussehender und gutgekleideter Mann ging ein Stück neben mit her und versuchte mir einen Zettel mit seiner Telefonnummer zu reichen. Dabei redete er abwechselnd auf Farsi und Englisch höflich auf mich ein.  Zwei oder drei sehr freundliche aber bestimmte “Merci!” (danke auf Farsi, der Sprache im Iran), reichten jeweils aus, dass er zurück blieb und ich alleine und ohne Telefonnummer weiter gehen konnte.

Alleine gereist bin ich auch. Das jeweils mit dem Flugzeug, obwohl die Deutsche Botschaft von Inlandsflügen aus Sicherheitsgründen vehement abgeraten hatte (2013). Inzwischen dürfte sich das verändert haben, da Sanktionen heute nicht mehr verhindern, dass Flugzeuge erforderliche Bauersatzteile erhalten können und das Fliegen im Iran sicher(er) ist.

Eine Zug- oder Autofahrt in diesem weitläufigen Land dauert einfach sehr lange und wer ohne Inlandsflüge reist, sieht kaum so viel wie er gerne sehen möchte. Ich habe umgerechnet 20€ pro Hin- und Rückflug bezahlt und mir damit jeweils 10-20 Stunden auf dem Highway gespart.

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Wunderhübsch.

Auf einer meiner Reisen haben mich zwei Mädchen, die ich zufällig in einem Park getroffen habe, spontan zu sich nach Hause eingeladen. Sie wollten mich gern ihren Eltern vorstellen und mir ihr Zuhause zeigen. Ich bin gerne mit, habe tolles iranisches Essen serviert bekommen, konnte neugierige Fragen über Deutschland beantworten und habe auch selbst wieder sehr viel über die iranische Kultur erfahren. Wie viele der jungen Iranerinnen studierten die beiden jungen Frauen nicht im Iran sondern in Indien und wünschten sich eine berufliche Zukunft in Europa.

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Garten und Grün in einer Hotelanlage in Yard.

Woran ich mich im Iran stets gehalten habe, war die Regel, dass ich mich niemals bei Eintritt der Dämmerung noch alleine draußen aufgehalten habe. So habe ich es in Teheran gehalten und auf jeder meiner Reisen. Wenn ich auf Reisen war, bin ich vor Anbruch der Dämmerung zurück in mein Hotel gegangen und in Teheran war ich immer mit anderen zusammen unterwegs. Eine Frau gilt als „leichtes Mädchen“, wenn sie alleine unterwegs ist, sobald die Sonne untergegangen ist. Und das braucht niemand.

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Rosengarten im Innenhof einer privaten Wohnanlage.

Rückblickend war das Ungewöhnlichste das ich im Iran getan habe, wohl das Skifahren, weil den Iran für gewöhnlich erstmal keiner mit Skifahren in Verbindung bringt. Ich wohnte für diesen Wintersport im Norden Teherans geradezu ideal, weil Teheran am Fuße des Elburs-Gebirges liegt und es so bis zum ersten Skilift nur wenige Kilometer sind.

Auf der Piste ist das Leben sehr viel freier als im Rest des Landes. Die Mädchen tragen figurbetonende Skioveralls in knalligen Neonfarben und freche Helme statt züchtiger Kopftücher. Auf den nach draußen gerichteten Lautsprechern der Skihütten ertönt laute Techno- und Elektromusik, die auf allen Pisten zu hören war.

Im Sommer habe ich Golf geübt – nicht gespielt. Frauen durften nicht auf den 12-Loch-Platz im Herzen Teherans. So hatte ich eine Golflehrerin bekommen und mit ihr auf der Driving Range Bälle abgeschlagen. Leider war ihr Englisch nicht besonders gut. Das ist außergewöhnlich für den Iran & die PerserInnen. Außer „nice shot“ konnte sie mir wenig sagen und keine präzisen Angaben zu Technik & Fehlern manchen. Aber alleine das Gefühl im Iran Golf „zu spielen“ war so besonders, dass ich immer wieder Stunden bei ihr gebucht habe. In Tunika & mit Kopftuch versteht sich von selbst.

Andere Sportarten, die ich in Deutschland ausübte waren im Iran unmöglich auszuüben. Nur was das Joggen anging hatte Mitarbeiter der Botschaft Glück: Der Deutsche Botschafter hat eine Residenz mit riesigem Garten, um den eine gut 4 Meter hohe Mauer gezogen war. Dort konnten wir in T-Shirt, Shorts und ohne Kopftuch unsere Runden drehen.

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Ältere Lady im Blumengarten.

Meine liebste Süßspeise im Iran war frisch gepresster Karottensaft mit zwei Kugeln cremigem Safraneis, was es im Frühjahr & Sommer an fast jeder Straßenecke zu kaufen gibt. Davon habe ich innerhalb eines Jahres bestimmt an die 50 Portionen genossen. Gerade dieser Tage erinnere ich mich daran zurück, da nun hierzulande die Eissaison beginnt.

Der Karottensaft als gesundes Getränk, und darin die cremige Safran-Sahne-Sensation. Zugegebenermaßen befanden einige der Europäer, die ich dort kennengelernt und dazu befragt habe, diese Süßspeise als eher weniger schmackhaft. Meine Meinung dazu ist, dass es jeder zumindest probieren und danach sein Urteil fällen sollte: Es ist echt lecker.

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Aufschlussreich war für mich die Tatsache, dass Peugeot seine ganzen weißen Fahrzeug nach Iran zu verkaufen zu scheint. Das auf dem Foto hier sind zwar keine Peugeots, aber die persischen Autofahrer bevorzugen ganz klar weiß und, was internationale Automarken angeht, ganz klar Peugeot.

Insgesamt hatte ich ein ganz wunderbares Jahr im Iran mit allein positiven Eindrücken. Ich kann Frauen nicht davon abraten, den Iran auch gut & gerne allein und auf eigene Faust bereisen zu können. Einige meiner deutschen Bekannten meinen zwar, dass mein problemloses Reisen auch damit zu tun gehabt haben könnte, dass ich einen Diplomaten Status / Diplomaten Pass besaß, aber ich meine, dass man mir das im täglichen Leben ja nicht ansehen konnte und ich auch dort stets respektvoll, niemals grenzüberschreitend und immer besonders freundlich behandelt wurde.

Nun ist mein Jahr im Iran schon etwas vorbei (2012/2013). Noch immer schreibe und berichte ich aber sehr gerne darüber. Der Iran hat mich ja auch dazu inspiriert, mit dem Nähen anzufangen und persisch inspirierte romantische  Tuniken zu nähen. Und ich habe heute noch regelmäßig Kontakt zu einer Iranerin, die ich dort kennenlernen durfte und bin so auf dem neuesten Stand, was den Iran & Teheran angeht.

Wer Fragen an mich hat oder Anregungen sucht, dem helfe ich sehr gerne weiter.

Souvenir

Reisen inspiriert. Von wem das kluge Statement war

„Die Welt ist ein Buch. Wer nicht reist sieht nur eine Seite davon“

weiss ich nur leider nicht mehr.

Reisen mag auch in winzigen Kleinigkeiten inspirieren. Völlig unwichtigen Dingen, wie einem faszinierenden Lippenstift beispielsweise. Ich habe da zwei aus Marocco. Auf die Lippen aufgetragen ändern sie umgehend ihre Farbe in ein satt-saftiges Pink und ein volles Rosè mit leichtem Blaustich.

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Da kann Mann staunen, dass die Liebe abendlich (in dieser hübschen altrosafarbigen Strickjacke (Max Mara – Weekend)) genauso hübsch kirschrote Lippen trägt, wie noch am nächsten Morgen.
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„Pinkes Henna“? Hält nämlich „ewig und drei Tage“.

Das Beste daran ist aber, das diese Lippenstifte die natürliche Lippenfarbe für ganz-ganz viele Stunden in diesen neuen Ton tauchen und weder Essen oder Trinken, noch abendliches Gesichtsreiningen dem einen Abbruch tun kann.

Die Farbe hält. Sogar über die ganze Nacht. Eine schöne Sache also wenn Frau mal ganz unkompliziert und nachhaltig Akzente setzen mag. Und mich erinnern die an meine Kindheit, als wir nach dem Genuss von dem heißgeliebten Bum-Bum-Eis oder auch Himbeerlollis so rote Lippen hatten, was aber damals nur einen Bruchteil der Zeit anhielt, wie es nun diese Stifte aus Marocco tun. Ab nach Casablanca – sich den besorgen! Den, den der Wind nicht verweht.. Auch zu tragen – über den Dächern von Nizza.

 

Paradies Paris?

Paris ist einzig.

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So schrieb es Der Spiegel vergangene Woche. Trotz allem was diese Stadt und ihre Menschen, gerade in den letzten beiden Jahren, wieder erlebt hat – ertragen musste. Paris ist unbesiegt. Paris ist Romantik pur und Sehnsuchtsort Nummer Eins für so viele.

Und Macarons symbolisieren das herrlich genussreiche süß-französisch kulinarische Leben dort. Feine Creme zwischen zwei eleganten Schichten gebackenem zartest-zerbrechlichen Eischnees. Eine französische Antwort auf den deftig-kräftigen amarikanischen (Ham)burger?

Und Paris: sanft, verspielt, verträumt, und so ganz völlig anders als NY, als Hamburg, als Düsseldorf, als fast jeder Ort den wir kennen.

Aber: every rose has its thorn.

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Wie jede Medaille ihre zwei Seiten hat.

So auch die wunderschöne, wie einem Bilderbuch entsprungene Metropole an der Seine. Und die süße Sünde der dortigen Patisserie-Kunst. Macarons sind auch zuckrige Kalorienmonster als filigrane Kleinigkeiten getarnt. Und Paris ist hinter der gewollt und gewünschten Fassade an vielen Stellen so viel moderner und fortschrittlicher, als wir es uns eigentlich wünschen und es zuzugeben zulassen wollen. Die Stadt entspricht länger bereits nicht mehr ihrem Klischee, hat rebelliert, bestanden und sich entwickelt.

Perfektion ist langweilig.

Und an einer Rose ohne Dornen gingen wir unbeeindruckt vorüber.

Paris aber ist reizvoll. Zeitlebens verletzt und steht stolz und da. Und was Orte angeht die nach Perfektion streben: Manch einen werden sie gerade deswegen nicht zu fesseln und binden verstehen.

Von einem schönen Teller wird man nicht satt.