Eine Überdosis Romantik bitte!

„Die Flora“ von Guillaume Courtois.

Die Blume.

Es ist eine Schlossbesichtigung, bei der einem dieses Gemälde (Öl auf Leinwand) ins Auge fallen müsste, könnte.

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„Die Flora“ im Schloss Benrath – Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalen.

Blumenkranz über sanft gewelltem langen Haar. Die Rose, als Botin der Liebe in der linken Hand. – Hand des Herzens. Zartes Hemdchen in blassem Rosé. Das ganze Mädchen, eingebettet in ein Meer von Blüten und den mild frischen Farben der Natur. Hm, wer sagt eigentlich, dass wir heutzutage das furchtbar unromantische WhatsApp und SMS auch in der Liebe vorziehen müssen? Wer lässt sich mit Technik, einem Rucksack oder einem Abo fürs Fitnessstudio beschenken? Kurze Haare, Jeans und Turnschuhe. Ganz ehrlich? Mich hat das Gemälde von Courtois angesprungen. Und ich möchte WA & SMS in der Liebe nicht bedienen. Ich wünsche mir Liebe Grüße, Briefe & Blumen statt Emoticons und „LG“. Und wer mir die Türe vor der Nase zuknallt, anstatt diese mir aufzuhalten, ist sowieso gänzlich raus. Wer sagt, dass wir uns nicht das beste aus den unterschiedlichsten Epochen heraussuchen können? Wer sagt, dass wir bei allem mit der Zeit gehen müssen? Wer bestimmt für einen, dass Nichts niemals besser sein kann, als nur ein Teil des Ganzen haben zu können? Ma Vie, und oft heisst das, dass es keine Kompromisse für ein Wollen gibt. Und manchmal sind Frauen auch heute noch, entzückend altmodische Fräuleins, mit völlig gerechtfertigten hohen Ansprüchen, verwirrenden Widersprüchlichkeiten, süß hochnäsigen Prinzessinnen-Allüren, und Körpern, welche adrett in weisse Spitze und Seide mit Blumenmotiven gehüllt werden.

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Mach dein Ding. Nicht Mainstream. – Ermüdend kurzlebig und vollkommen austauschbar nämlich.

 

 

„Be Fee“

So, heute mal wieder in ganz eigener Sache – meines Labels (PetissaPan) – unterwegs. Ich bin busy. Vor ein paar Tagen wagte ich mich erstmals daran, bodenlange Kleider zu entwerfen und zu nähen. Inspiriert hat mich dazu die aktuelle Kollektion von Olga Vilshenko. Traumhafte Kleider, und eine meiner Lieblingsdesignerinnen sowieso. Vilshenko berührt mich was Mode angeht sehr. Aber selbst ist die Frau.

Die ersten Entwürfe jeder meiner Kollektionen gehören immer mir. Das, weil es anfangs niemals so perfekt wird wie ich es gerne habe. Das ist ein netter Vorteil, wenn man selbst designt und schneidert: Erstmal selbst alles tragen zu können. Und kleinere Fehler fallen nicht bis nur charmant auf.

Dies ist allerdings kein Marketing hier – es sind Dresses der Stunde – und ihr sollt einfach mal einen ersten Eindruck bekommen.

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Charakteristisch für mein Label sind sehr feminine Kleider mit Art-Nouveau-Touch & Volumen. Untaillierte oder empirisch taillierte Kurzkleidchen oder (nun auch) Roben, die aussehen, als seinen sie einem russischen Märchenbuch entsprungen. Die Stoffe die ich wähle sind meist floral inspiriert. Und ich nähe keine geraden Säume unten am Kleid: Der Saum wird in gewollt schwungvollen Wellen genäht – wie runde Blüten – und hat bei einem Kleid oft einen Unterschied in der Länge von bis zu 10 – 20 cm. So möchte ich Mode interpretieren: romantisch-verspielt, frech-anders, mit interessanten Details und frei wie die Natur. Ich möchte, dass der Wind mit meinen Kreationen am Körper der Trägerin genauso spielt, wie sie diese  – und damit sich selbst  – mit ihren Bewegungen in Szene setzt.

Everything´s coming up roses“

Ja ja, Valentinstag war eben erst. Aber nun haben die Blumenhändler wieder ihre Bestände aufgefüllt, den Rosenvorrat aufgestockt.

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Der Strauß, den ich gepflücket,

Grüße dich vieltausendfach!

Ich habe mich oft gebücket,

Ach, wohl eintausendmal,

Und ihn ans Herz gedrücket

Wie hunderttausendmal

(Johann Wolfgang von Goethe)

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2 x Barbie-Pink. Wildrosen & No. 12 „Rose Renaissance“ von Yves Saint Laurent.

 

Blumen sind die Sterne des Tages

Meine Lieblingsvase wartet auf Blumen.

Im Sommer ist es ein Ritual, dass ich mir einmal wöchentlich 3 – 7 lang stielige Schnittblumen auf dem Markt kaufe, meine Sinne damit verwöhne & die Wohnung verschönere. Im Winter nehme ich mir dann meist eine Auszeit, und würde mich stattdessen sehr über Schneeblumen an den Fensterscheiben freuen. Hach, ich bin aber auch einfach hoffnungsvoll romantisch! 😉

Diese tolle Vase: Französischer Jugendstil.

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Die habe ich auf einem AntikMarkt ergattert, und musste ganz nett feilschen, um sie für den Preis zu bekommen, den ich meinte, meinem Portemonnaie zumuten zu können. :-) Ich liebe sie besonders mit weißen Rosen, weißen Pfingstrosen oder weißen Tulpen. Ab & an auch mit (Pfingst)Rosen in einem zarten Rosé oder Tulpen in einem kräftigen Oranje. Das passt alles ganz wunderbar zu dem schönen Gelb, aus dem die Vase gemacht ist, und der verspielten Malerei. Einen Haken hat die Sache jedoch: meine Lieblingsblumen: Mai- & Schneeglöckchen, sind leider zu klein dafür. Aber wofür gibt es Antikmärkte, Träume & Wünsche?!

(PS: die langen creme-weißen Lederhandschuhe sind belgisches Meisterhandwerk.)

Kommt Zeit ..

Wie ihr wisst, nähe ich. Manchmal drei Kleider in sieben Tagen – manchmal nicht ein einziges in drei Wochen. Manche Kleider biete ich ja auch zum Verkauf an. Mehr spaßeshalber, und weil ich sehr neugierig bin, und weil:

Alles kann, nichts muss.

Auch so ein PetissaPanSlogan.

So brauche ich mich auch überhaupt nicht zu fragen, ob die Preise deshalb so high und mein Marketing darum so low sind, weil ich die Kleider vielleicht gerne selbst behalten möchte. Klar! Ich mag diesen Stil, denn ja, ich nähe nur was mir gefällt und ich auch selbst tragen mag.

Besser immer, wir tun Dinge mit Leidenschaft, Feuer, mit 110% Energie und stehen voll dahinter.

Ich habe ja das große Glück, dass das Nähen ein schönes zeitintensives Hobby von mir sein kann, und ich mein Geld weiterhin in einem anderen Beruf verdiene. Künstlerischer Luxus sozusagen..

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Manchmal wünschte ich aber dennoch, ich hätte mehr Zeit um zu entwerfen, zu nähen, und zum dazu lernen. Dabei, sich inspirieren lassen, von Kleidung, die bis ins letzte Detail sooo selbstverliebt daherkommt, wie es heute nicht mehr anzutreffen ist, und wie es mein Kopf permanent zusammen  spinnt.

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Eine große Portion abgewandelt versteht sich. Es geht mir um die Details.

Bei einem meiner Kurse stiess ich – immer auf der Suche nach restlos Überholtem – auf ein Buch über sehr alte Mode. Und mir gehen die Augen über, bei so viel lieblichem SchnickSchnack & ChiChi.

Da möchte ich ja zu gerne tätig werden, diesen Dingen neues Leben einzuhauchen.

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Sie in einer Zweitausendsechzehner, -siebzehner, -achtzehnerVersion auf die Strasse bringen.

Das wäre schön.

Abwarten.

Jugendstilistische Liebe

Ich liebe – ja, ich weiss, ein großes Wort – antiken Schmuck.

An freien Tagen möchte ich stundenlang im Internet surfen, mich auf AntikMärkten, oder in Geschäften herumtreiben und verweilen, wo es alten Schmuck aufzutreiben gibt. Und ja, manchmal tue ich das auch genau so, in genau dieser Reihenfolge.

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Schmuck, aus der Zeit des Art Nouveau ist PetissaPan-Manier und ein absolutes Haben-Will.

Verschnörkelt, verspielt, gekringelt, geblümelt.

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Und dazu bleiben oft so wundervolle Geheimnisse verborgen:

Aus welchem Jahr stammt er tatsächlich? Wer, und wieviele überhaupt, haben genau dieses Stück, an ihren Handgelenken, Fingern, um ihren Hals getragen? Zu welchem Anlass vielleicht, wurden sie damit beschenkt, belohnt?

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Hach, Schmuck aus den Jahren des Jugendstils..

Kann überhaupt irgendetwas, weicher, lieblicher und femininer sein?

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