Alle Jahre wieder

Vorweihnachtszeit ist die Zeit des Jahres, während der sich samstags in der Schatten-Arkade (Schadow Arkaden Düsseldorf) alle 600000 Düsseldorfer, plus mindestens noch einmal genau so viele Menschen aus umliegenden Städten – wie heimliche Kölner beispielsweise – tummeln.

Und zwar just in dem Moment in dem Frau den Eingang betritt um zum Fitnessstudio im 1. Stock zu gelangen. Eine Wegstrecke, welche üblicherweise in sportlichen 2 Minuten spielend zu überwinden ist, kann so leicht auf das 10-fache der Zeit anwachsen.

20 lange Minuten und “Hilfe! Ich verpasse meinen Kurs“ später: Dabei ist es völlig egal, ob wir uns dafür entscheiden morgens trainieren zu gehen – oder am Nachmittag: Wenn die Geschäfte noch geschlossen sind oder abends schließen, hat nämlich auch das Trainingscenter geschlossen.

So bleibt die leicht sperrige Sporttasche, elegant über eine Schulter geworfen und gespickt und gefüllt bis obenhin mit Sportdress, 3 paar Sport- und TanzSchuhen, Bras für die diversen Aktivitäten, Wechselgarderobe, Terra-Bändern, Dusch- und Pflegeutensilien, 3-7 Parfums, mindestens 3 Lippenstiften und dem ein oder anderen, im Mindesthaltbarkeitsdatum, abgelaufenen Eiweißriegel … gerne hängen und eckt an, zwischen: edelsten Pelzmänteln der Oberkasseler Damen, begriffen von den klebrigen Schokoladen-, Crepes- und Gebrannte-Mandel-Finger der süßesten unter den Süßen, die Papa lässig auf dem Arm trägt.

Slalom-Lizenz erforderlich.

Hürdenlauf-Kenntnis ebenfalls von großem Vorteil.

Stau bei der Rollstreppe. Sie nimmt sich heute mal frei. Danke.

Nach gut 20 Minuten und dabei knapp 80 Metern zurückgelegtem Weg, mehr geschwitzt als beim nun anvisierten Kurs, erreichen wir das Ziel. Einchecken und schnell in die Umkleiden retten: Wunderbare Ruhe und kein einziger Mensch ist da. Wir geniessen die Stille, nur über die Lautsprecher ertönt beschwingte Musik, die so überhaupt nichts mit Weihnachten zu tun hat: Auch fein. Wir summen entspannt mit unser Sportlerpuls fährt so schnell runter, wie er gerade hochgeschossen ist.

Ausziehen.

Anziehen.

Schnell einen Zopf geflochten, einen Blick in den Spiegel, einen Sprung auf die Waage und wir gehen zügigen Schrittes den Weg zum Kursraum. 36 Treppenstufen joggend mit links hinauf, öffnen die Türe und dort sitzt sie: eine Einzelkämpferin. Sie und ich sind und bleiben die einzig beiden Teilnehmerinnen und damit entfällt dieses Workout.

Der Trainer darf nach Hause gehen und sich auf dem Weg einen Glühwein gönnen. “Gehen Sie über Los und ziehen Sie dabei kein Geld, kein Bauch-Beine-Po, kein Body-Complete, kein Irgendwas ein. Der Kursraum wird sofort verschlossen, nachdem wir nach wenigen Minuten wieder Draußen sind.

Motiviert schwingt Frau sich dann eben aufs Laufband. Sie hat das ganze Studio allein für sich und damit endlich einmal Zeit zu überprüfen welches Laufband denn nun das beste von allen ist – wo der Empfang der Fernseh- und Musikprogramme am klarsten.

Auf jeden Fall aber in der ersten Reihe, denn von hier aus haben wir – habe ich – einen fantastischen Blick, durch fast raumhohe Fenster, auf den bunten Weihnachtsmarkt samt Karussell unten auf dem schattigen Platz neben der Arkade. Schatten bedeutet in dem Fall aber, dass die Beleuchtung und das Lichtgeflacker sich umso wunderbarer abhebt und die Augen begeistert, während die fleißigen Beine unter uns Kilometer nach Kilometer laufen.

Vierzigtausend Menschen haben wir gezählt – das gesamte Fitnessstudio immer noch still und leer – als wir nach einer guten Stunde vom Band hüpfen.

Dusche für uns allein.

Sauna für uns allein.

Einmal noch tief durchatmend, die sanfte Stille genießen, bevor wir das Trainingscenter verlassen um uns auf den erneuten Arkaden-Kampf zu wappnen. Oder wir machen es dieses Mal anders: reihen uns mit unserer Sporttasche ein, lassen uns locker entspannt treiben und greifen noch schnell einen eiweißreichen Snack unterwegs ab, bis wir Arkade, Innenstadt, Metro & Co hinter uns lassen.

Zuhause angekommen realisieren wir, dass wir unbedingt noch ein Geschenk für morgen gebraucht hätten. Also nochmal los, oder doch ein paar abgelaufene Eiweißriegel verschenken und so tun als ob?

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Weihnachten ist auch in London – hier Mayfair – für die, die mal rauswollen und die Sport- oder Aktentasche mal eben an den Nagel hängen …

Loslassen für Freigeister

Ein ganz großes JA für die Freiheit: Der Top-Wert unseres Wertesystems. Für muntere, aufgeweckte Querdenkerinnen, Nicht-in-Schubladen-gepresst-werden-Wollerinnen, Gegen-den-Mainstream-Schwimmerinnen und liebend gern unabhängige Frauen. Und der Traum der Freiheit kann erfolgreicher gelebt werden, wenn wir alten Ballast ganz abwerfen und uns “ohne Hintertürchen” davon trennen.

Wessen Gedanken aber kreisen auch immer wieder mal um die eine Sache, von der unser Verstand sagt: “Weg damit!” Bei wem quillt nicht der Kleiderschrank über und es ist doch nur Gleiches, Ähnliches oder schlicht viel zu viel darin? Und trotzdem schaffen wir es nicht auszumisten: Kleidungsstücke, Gewohnheiten, Orte, Menschen, die falschen Freunde, den falschen Beruf, den Ex-Freund, die Gedanken an das “perfekte Leben oder Lieben” und die daraus resultierende Unzufriedenheit und Pessimismus im Moment. Und wir kennen sicher auch alle Motivations-Sprüche wie:

“Es kommt immer etwas Besseres nach”
und “jedem Anfang wohnt ein Zauber inne”.

“Loslassen schafft Platz für großartiges Neues”, so viel ist uns bewusst. Nur haben wir mit der Umsetzung dieses Gedankens wesentlich länger zu tun, als mit der reinen Theorie.
Und es funktioniert nicht auf Knopfdruck und je mehr wir uns darüber ärgern, desto verkrampfter wird die ganze Angelegenheit und von Loslassen keine Spur mehr. Leider und warum nur? Nicht mal mit Dickkopf, als Beisserinnen und Hochambitionierte.

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Ein erster wichtiger Schritt

Gut ist es, überhaupt schon zu erkennen, dass wir etwas oder jemanden bewusst und gewollt loslassen müssen um frei zu werden. Je weniger wir nämlich um uns haben, desto leichter fällt es uns auch abzustecken wer wir wirklich sind, was wir wirklich brauchen, was uns definiert und wo wir unsere Grenzen setzen. Die auch, und damit das Loslassen von: Dingen und Menschen, die uns nicht gut tun oder uns an einer positiven Entwicklung hindern. Und Weiterentwicklung, Fortschritt etc. wissen wir besonders zu schätzen: als Weltentdeckerinnen, Liebhaberinnen von Abenteuer und Adrenalin, sattem Schön.

Wildfang mit zu viel Gepäck

Als Menschen also, die ein toughes und unabhängiges Leben führen, sind wir an den Prozess des Hinter-sich-lassen-müssen eigentlich ganz gut gewöhnt. Eigentlich: Denn warum ist es dennoch selbst für uns oft so schwer von Gewohnheiten und einst Liebgewonnenen aber Längst-in-die-Jahre-Gekommenen zu lassen? Trotz, dass wir unsere Näschen neugierig in jedes Abenteuer recken und stets Spiel, Spaß und Spannung wittern sobald sich uns neue Tore öffnen? Wie ein Rennpferd, wenn das Gatter nach außen klappt und die Bahn frei fürs Rennen ist.

Wer viele Ortswechsel lebt, kann schließlich nicht von sich behaupten, dass ihm das Loslassen von Plätzen, Menschen, – selbst liebgewonnenen Bekannten und Kollegen (sie sind ja schließlich nicht aus der Welt) schwer fällt. Viele Hunderte, wenn nicht Tausende “Hellos” und “Good Byes” in den sich angesammelten Jahren: In Abschieden und Neukontakten sind wir geübt. Weil wir auch spüren und fühlen (später wissen), dass man nicht an einem Ort Zuhause sein muss, wenn man in sich selbst wohnt und liebe Menschen in seinem Herzen trägt, wo immer man auch ist. Und wahre Freundschaft die überwindet tausende Kilometer für eine lange Zeit. Dies ist keine Mutmaßung sondern ein Fakt, den jeder kennt, der viel reist (beruflich oder privat) oder auch super-gerne umzieht.

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Eine Masse an Eigentum ist uns oft zweitrangig, da es unsere Leben ausbremsen würde. Menschen, die hunderte Euro für einen besonders tollen Kühlschrank in ihrer heimeligen Küche … Menschen, die tausende von Euro für jährliche Pauschalurlaube … und Menschen, die Hunderttausende – das ganze Ersparte also – für das schmucke Häuschen ausgeben, finden wir interessant in ihrer Weltanschauung, cosy und schön für Besuche und Erzählungen, bei denen wir deren Leben lauschen. Allerdings überhaupt nicht inspirierend es dem gleichzutun mit unserem eigenen Lebensweg.

Dass sich in deren Häusern, Doppelhäusern und gekauften Wohnungen irgendwann Millionen Dinge ansammeln ist schon irgendwie normal. Diese Leute haben den Platz und dieser bleibt an einem Ort. Womöglich wird das Computerzimmer mal zum Kinderzimmer, und die Dame des Hauses bekommt nach langem Wünschen einen begehbaren Kleriderschrank. Aber das alles geschieht innerhalb der 120 – 210 Quadtratmeter. Wir aber ziehen rum. Und mit je weniger Ballast und platzintensiven Vermögen wir das tun, umso günstiger und unkomplizierter ist alles.
Unsere Habseligkeiten in unser Auto (wichtig, da Mobilität) packen, den Schlüssel drehen und den Ort wechseln. Von jetzt auf gleich. Einfach so.

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Was den Kleiderschrank angeht, und das handhaben vielleicht einige so, lebe ich dort Minimalismus. Ganz wenig nur, aber stets “was ganz Besonderes” in meinen Augen: Herzenstücke. Liebhaberei. Liebes, das weh tut los zu lassen. Und vielleicht ist es genau das was das Loslassen so schwer macht:

Dinge die wirklich unser Herz berühren, beziehungsweise unser Herz schon einmal berührt haben.

Da tut uns das Loslassen dann weh. Und außer, dass Zeit wirklich alle Wunden heilen kann, wenn man offen ist und wird für Neues … und außer, dass wir das Loslassen von Herzen wollen … können uns vielleicht noch drei Dinge bei diesem Prozess besonders helfen:

1.) Die Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit die man zusammen hatte. (Sei es ein Mensch, ein Tier, ein Ort, ein Ding)

2.) Die Gewissheit, dass uns die schöne Erinnerung was wir erlebt haben, niemand nehmen kann. Sie ist für immer die unsere.

3.) Und das vermutlich schwerste: Den Schmerz annehmen, akzeptieren und bewusst weggeben. Vielleicht sind wir erleichtert alles hinter uns zu haben. Vielleicht wird eine Lücke bleiben. – Die wir aber mit (siehe oben) Dankbarkeit für eine wunderbare Zeit und eine bleibende Erinnerung füllen können.

Ich sende immer “Licht und Liebe” wenn ich mal sehnsuchtsvoll werde. Und ich atme. Ganz bewusst. Und so wird es gut und nach und nach immer weniger.
Bei einem meiner Sehnsuchtsorte weiß ich auch, dass ich dort irgendwann einmal wieder wohnen werde. Erstmal raus in die Welt jetzt.
Ja, Neues bliebe uns versagt, wenn wir uns an Altes klammern.

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„Die Welt ist ein Buch. Wer nicht reist sieht nur eine Seite davon.“ (Augustinus von Hippo)

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤

Die neue Softness

„Wie schön es doch ist, Menschen auch sanft und humorvoll bewegen zu können“, habe ich mir vor ein paar Tagen gedacht. Das, als ich einen “etwas anderen” Artikel zum Thema Nachhaltigkeit lesen durfte.

“Sind deine Augen größer als der Bauch”,

lautete der Name des Artikels, der unser Konsumverhalten in Frage stellen sollte. Ein Satz, den viele von uns vielleicht noch aus der eigenen Kindheit kennen: Weil wir damals anhand unseres kindlichen Wesens und dem Mangel an Erfahrung, überhaupt noch nicht einschätzen konnten, was zu viel für uns war, wenn es um Lieblingsspeisen ging und wir den Teller zu voll geladen hatten. Für uns kam die Wurst schließlich erstmal aus dem Kühlschrank.

Wenn unsere Augen als Erwachsene nun größer als unser tatsächliche Hunger sind, wir vielleicht regelmäßig größere Mengen an verdorbenen Lebensmitteln aus dem Kühlschrank wegwerfen, da wir nicht damit haushalten können, oder weil es uns, aufgrund der Supermarktpreise für Billigfleisch und andere Produkte, einfach egal ist, weil wir es uns leisten können: Auch darauf können wir den Satz anwenden:

“Die Augen größer als der Bauch”.

Auch wenn wir Essen gehen und ständig oder immer wieder die Hälfte auf dem Teller zurücklassen, die dann im Mülleimer landet.

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Ich habe öfter die Erfahrung gemacht, dass es ganze Menschengruppen gibt, unter denen es als “schick” und “hip” gilt, im Restaurant den ganzen Tisch voll mit Speisen zu bestellen, zu überladen, von einigem überhaupt nicht mal zu probieren und vieles nur angekostet zurückgehen zu lassen.

Ist das die neue Dekadenz?

Nun, in Düsseldorf verbietet man in einem Restaurant eiweissreiche Insekten, die dort zum kulinarischen Genuss gereicht werden, wohingegen man in China und Japan die Haifischflossensuppe als besondere Delikatesse zelebriert. (Um nur ein Beispiel von unendlich vielen zu nennen.)

Eine etwas verkehrte Welt, dabei leben wir alle unter derselben Sonne.

Und ist es nicht bereits dekadent, jeden einzelnen Tag Fleisch- und Wurstwaren auf dem Teller liegen zu haben und das so zu erwarten?

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Ich finde meinen jüngeren Bruder recht cool: Er studiert Ernährungswissenschaften, ist seit mehreren Jahren bereits Veganer, aber einmal in jedem Herbst, lässt er sich den Genuss einer Schlachtplatte, bei uns im Schwarzwald, von einem Hof den er kennt, nicht entgehen. Inkonsequent vielleicht, aber genussbewusst.

Und “bewusst” ist ein schönes Stichwort, denn unsere gelebte Dekadenz (und was sind tierische Lebensmittel anderes, auch wenn die Supermarktpreise (leider) anderes suggerieren?) müssen wir nicht auf dem Rücken von Mutter Natur austragen.

Eine ganz eigene Portion an LuxusVorstellung können wir auf viele andere Arten und viel befriedigendere Weisen erleben, indem wir das tun ohne anderen zu schaden: Ausser vielleicht den „Naysayers“. Aber die sind ja ohnehin nie zufrieden. Vor allem nicht mit sich selbst.

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Wer kennt nun nicht die unschönen Film-Aufnahmen aus allerlei Tierfarmen etc.?

Ich beispielsweise mag solche Filme nicht. Mich erreicht man aber auch anders. Da ich eine Form des Fotographischen Gedächtnisses (unerfreulicherweise nicht in naturwissenschaftlichen Schulfächern) habe, hat mich bereits als Kind, der Anblick eines überfahrenden Eichhörnchens oder Igels am Fahrbahnrand, tagelang davon abgehalten Fleischgerichte essen zu können. Dies, weil sich das Bild des toten Waldtierchen, welches ich nur wenige Sekunden gesehen hatte, derart in mein Gedächtnis eingebrannt hatte und mir so gänzlich den Appetit verdarb.

Und trotzdem denke ich, dass derartiges Videomaterial einen Fleischliebhaber und -verschwender nicht in jedem Fall aufrütteln wird. Deshalb, weil wir alle verschieden sind.

Sehr sicher werden solche Schreckensbilder jene bewegen, die sich bereits schon zuvor Gedanken über Tierschutz, Fleisch- und Tierproduktkonsum und das Thema Nachhaltigkeit an sich gemacht haben.

Aber was ist mit den anderen? Wie erreichen wir die?

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Nun bin ich immer auf Lösungssuche und kam bei folgendem Motto an:

Um etwas zu erreichen was wir noch nie hatten – und von genug Nachhaltigkeit in den unterschiedlichsten Bereichen sind wir bekanntlich noch Welten entfernt – müssen wir (viele) Dinge tun, die wir bislang noch nicht getan haben.

Eine Sache davon kann doch sein, an diese ganzen Konsumverhaltens- und Umweltschutzthemen auch verspielter ranzugehen, ohne dabei den Ernst der Lage zu verkennen. So wie es in dem Artikel, den ich oben erwähnte, auch versucht wurde.

Sanfte positive, gar humorvolle, Motivation – statt Manipulation oder Härte

Die die sich über das 1 Euro 20 Schnitzel im Supermarkt freuen, die welche die eigenen Kinder bereits so aufwachsen lassen – so selbst aufgewachsen sind – und meist überhaupt nicht aus absichtlich verschwenderischen Vorsätzen, sondern weil sie es vielleicht nicht anders kennengelernt haben, derart handeln… Da kann man vielleicht anders einhaken.

Wie?

Wie steht es mit sanften Hinweisen auf eine Wahrheit, einen smarten Ratschlag, eine leckere Alternative bietend und weder belehrendes Verhalten noch Härte aufzudrücken zu versuchen?
Härte und Strenge kenne ich von meiner Kindheit und ein bißchen auch aus der Ausbildung und dem versage ich mich heute gänzlich und wähle stattdessen meine Freiheit, meine eigene Denke. Und so haben eben auch andere ihren Dickkopf: In Bezug auf ihren Fleischkonsum, ihr ganzes Ernährungsverhalten vielleicht.

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Wie steht es in Anbetracht dessen nun damit, Nachhaltigkeit, Tier- und Umweltschutz als „das neue Cool”, „das neue Rich”, „den neuen Wohlstand”, „das neue Must-Have” zu vermitteln?

Der Empfänger bestimmt die jeweilige Art & Weise. Kreativ, empathisch.

Werbung kann da sicher vieles tun. Bildschöne Bilder präsentierend, die exakt diese Zielgruppe anspricht, beispielsweise.

Jeder einzelne von uns aber auch: Inspirierend scheinend, strahlend und nicht (ausschließlich) belehrend.

Sensible Themen, und das sind Nutztiere in Massentierhaltung… Das Abholzen der Regenwälder für Plantagen und Nutella und Weiden… Das Leerfischen der Weltmeere, Billiglebensmittel, übermäßiger Wurst- und Fleischkonsum, Billigmode… Auch Orcas und Delphine und allerlei Zootiere in Gefangenschaft: verlangen möglicherweise auch etwas mehr Fingerspitzengefühl im Sinne von gekonntem Humor und gewieftem Charme, um an ein Ziel zu kommen, das wir bislang noch immer nicht erreicht haben.

Unsere Natur ist ein großes wunderschönes “Wow”! Und wer sich das vor Augen hält und erkennt, der lernt eine andere Facette von sich kennen.

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Nachtigall ich hör‘ dir trapsen

So, ich bin nun modern geworden: ich twittere nämlich jetzt! Beziehungsweise twittern ich nicht und bin nur seit einigen Tagen auf Twitter und folge dort neugierig-interessiert, informiert und amüsiert.

Aller Guten Dinge sind bekanntlich drei. Und genau drei Persönlichkeiten sind es auch, denen ich nun beim Zwitschern zuschaue: Nr. 1 ist natürlich Richard Branson. “Who else?” Das wird niemanden verwundern, der bereits mehrfach auf meinem Blog geschnuppert oder gelesen hat und sieht was ich bei Facebook mag und teile. Branson ist mein Motivator, zugleich Seelenverwandter.

Nr. 2 ist Christine Lagarde. Lagarde bewundere ich sehr, folge ihr auch auf Facebook, höre mir seit längerem bereits regelmäßig ihre Reden an und bin tatsächlich hochmotiviert und offen ihrem Tun, Engagement und Agieren gegenüber. Sie ist eine meiner fünf Lieblingsfrauen. Lagarde eine, die ich aus ernsthaftem (politischen) Interesse heraus inspiziere.

Und Nr. 3 – und er ist der tatsächliche Hauptgrund für meinen angelegten Account – ist Trump: Die Trompete. Viel Lärm – wenig dahinter?

Meine Vorliebe in der Musik gilt schon immer dem Klavier, vielleicht noch der Geige, Streichern allgemein… Aber Trompeten und “to trump“ haben bei mir eher wenig Sympathiepunkte.

Trump folge ich, um mir entweder den Tag aufgrund seiner eigenen Tweets, sicher aber derer, die diese kommentieren, amüsant zu versüßen. Manchmal auch um mich sanft kurz aufregen zu dürfen und einen zu niedrigen Blutdruck etwas zu pushen. Gesund damit! Und neugierig. Tiefer lasse ich sein Agieren und Gebärden allerdings nicht wandern, da ich – wie wir alle, ihm machtlos gegenüber stehe und bloßes sich Aufregen keine Lösung darstellt.

Mein größtes Problem mit ihm darf ich trotzdem schnell erläutern? Trump ist es für mich nicht, aufgrund seiner umwelt- und menschenverachtenden, wie -vernichtenden Politik. Wenig erfrischend nämlich finde ich allgemein den Umgang mit Menschen, die ausschließlich in ihrer selbstkreierten Blase leben, sich nur mit ihresgleichen oder Bewunderern umgeben, sich auch nur für ihre eigenen Belange interessieren und Macht und Geld nicht dafür nutzen Gutes zu tun und eine Stimme zu haben und zu erheben, sondern allein um eine selbstgefällige und weltfremde Größe zu demonstrieren. So sehe ich Trump. Und wo bleibt bei jemandem wie ihm: die Inspiration, die Einblicke und Bereicherungen in eine kunterbunte Welt und die Möglichkeit für euphorisches Wolke-Sieben-Träumen, kreatives Weltverbesseren, munteres Querdenken, Stubborn-Sein und sternenglanzhelle Lichtblicke?

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Traufe und Regen. Und Trump passt zu vielen so „gut“ wie Wollsocken in Ballerinas an einem Regentag.

Auf anderen Social-Media-Kanälen folge ich gern mehr Leuten und Persönlichkeiten. Twitter ist mir aber Neuland – bislang köstlich unberührtes Neverland – und darum so herrlich spannend und ich konzentriere mich deswegen ausschließlich auf diese drei: Zweimal flamingorosé und einmal nachtrabenschwarz.

Böse Zungen könnten (und werden) behaupten, dass ich aktuell mehr Zeit habe, als „damals“ als ich noch Polizistin war. Da kann ich gegen halten. Allerdings tangieren mich böse Zungen auch herzlich wenig. Mein Tag heute ist tatsächlich angenehm „busyer“ und gibt mir ein sinnvoller ausgefülltes Gefühl, als zu der Zeit, als ich die letzten vier, fünf Jahre noch Vollzeitpolizistin gewesen bin.

Nach einer sehr langen Zeit in einem Beruf, – sei er auch noch so abwechslungsreich, ist vielleicht irgendwann der Punkt erreicht, an dem wir etwas vermissen?

Nun bin ich Schülerin. Gerade nach der Halbzeit zum Abitur. Viereinhalb Stunden konzentrierter Unterricht und jeden Tag noch mindestens zwei Stunden lernen dazu. – Am Wochenende meist deutlich mehr als nur zwei und in den Klausurvorbereitungen im Schnitt sechs – aber auch mal bis zu neun Stunden – täglich.
Da hat jeder Tag immer mehr als acht Stunden, denn nebenbei schreibe ich viel und vielseitig, beschäftige mich jeden Tag noch mit Englisch sowieso und mit meiner Vision natürlich.

Nö, mir fliegt nichts zu. Lerntechnisch leider überhaupt nicht. Ein Drittel der Fächer finde ich spannend und hochinteressant, – und da läuft es dann auch mit sehr wenig Input sehr gut. Das zweite Drittel ist solala – mal mehr mal weniger attraktiv – und davon abhänigig auch die Intensität, mit der ich mich ihm widmen muss. Und zum letzten Drittel der Fächer finde ich insgesamt wenig bis keinen Zugang und möchte alles regelmäßig hinwerfen und mich wieder in meinen ruhigen Beamtenstatus zurückziehen. Das mache ich allerdings (noch?) nicht, klemme mich hinter die Bücher und beiße und quäle mich durch die Materie.

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Bereits 2013 begann in meinem Leben ein drohendes Brodeln und 2015 habe ich den Absprung gestartet. Nun bin ich hier: Zufrieden, Fortschritte sehend, Kleinigkeiten würdigend und mit Spannung betrachtend, aber doch auch hibbelig und “sofort” zum Sprung bereit, weil ich aktuell weder das habe wonach ich strebe, noch was das werden wird. Dies hat sich mir entweder noch nicht vollständig erschlossen, oder mir liegen derzeit größere Steine dafür im Weg.

Steine, von denen ich normalerweise immer behaupte, “sie zu nutzen, um darüber zu springen”. – Was aktuell nicht funktioniert. So finde ich mich gerade in einer Situation, in der mein Leben trotz allem Fortschritt, den ich täglich zu machen versuche, stagniert. Und das ist es was ich nun aushalten muss und mir damit nicht ganz so leicht tue. Da macht sich meine Ungeduld bemerkbar.

Aushalten ist schwer, wenn man alles gibt und keine tatsächlichen Erfolge verzeichnen kann, im Hinblick auf die Sache wo es hingehen soll.

Da ist regelmäßige Informationsbeschaffung und Belustigung auf den verschiedensten Kanälen nicht nur Inspiration wie es weiter gehen soll, sondern auch Entspannung und verspricht Ablenkung.

Ob Frau in meinem Alter überhaupt noch Abi machen muss? Ich weiß es nicht. Wirklich nicht. Bei einem Jobangebot das ich will, der Nische, die ich zu finden versuche, bin ich sofort (sobald ich mein Fachabi habe) weg! Sonst mache ich eben noch das Vollabitur.

Über mich lässt sich sicher vieles behaupten, und was zu 100% den Tatsachen entspricht, ist der Punkt, dass ich nicht der Typ bin, der gerne herumsitzt und gefühlt nur passiv was tut. Ich muss und möchte raus ins Leben, unruhig sein, bisschen zappeln, planen, machen, tun und mich und Dinge wie Menschen bewegen und anpacken.

Bereits meine Großeltern hatten mir in meiner Kindheit Geld dafür geboten, wenn ich nach dem Essen sitzen geblieben wäre. Sie waren etwas irritiert von meinem permanenten Rumgehopse und energiegeladenen Tatendrang. Geld war mir allerdings egal und ich war weg, denn was ist schon eine Mark im Hinblick auf die Möglichkeit sich frei bewegen zu können?

Schnell habe ich meinen Teller leer gegessen, um die getankte Energie sofort wieder loswerden zu können, indem ich dann kopfüber an den Ästen in den verschiedensten Bäumen baumelte und irgendwelche Streiche ausheckte. Keck habe ich Oma, Opa und meine Brüder von dieser Perspektive aus, dann neugierig dabei beobachtet, wie die ihre Mahlzeiten zu Ende gegessen haben.

Meine Brüder haben mich stets interessiert und Oma hat mich flehentlich angesehen. Vergeblich hat sie mich darum gebeten, wieder hinzusitzen und versuchte mich zu locken: „dass es noch Nachtisch gäbe“.
Neinnein, Nichtstun und Ruhen war noch nie eine Option für mich und wird es auch niemals werden. Und den Nachtisch hatte ich sowieso häufig genug direkt vor meiner Nase baumeln: Äpfel, Kirschen und Birnen direkt vom Baum. Gibt’s was Besseres?

Ich bin eine Getriebene. Berauscht und gelockt von all dem was unsere wunderbare Welt bietet. Ich ruhe in mir selbst und trage Menschen, die ich liebe in meinem Herzen und so braucht es kein stetes Leben an nur einem Ort mit nur einer gelebten Idee.

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Ja, so schaut’s aus.

Meine Entscheidung für den Polizeiberuf war auch keine Eintagsfliege oder nicht sehr wohl und mit Strategie durchdacht. Und das schon mit nur 16 Jahren. Ich wollte Aktion, Abwechslung, Spannung, Spiel und Schokolade und auf gar keinen Fall einen Bürojob. Und den möchte ich auch heute nicht.

Kann Jura nicht fast nur auf Schreibtischarbeit und viel hinterngesitzigem Lernen beruhen bitte?

Ein weiterer Traum von mir droht sonst zu nämlich platzen. Energiegeladene Naturelle müssen sich bewegen. Das tut auch dem Rücken sehr viel besser, dessen Muskulatur sonst kläglich verkümmern könnte.

Mit der Schule ist es nun so bei mir, dass sie mir schon Spaß macht und ich sie als eine unkonventionelle Erfahrung ansehe. So etwas finde ich immer bereichernd. Ausserdem lockt mich der Status, noch bevor ich 40 werde, mein Abi in der Tasche haben zu können. Und zudem gehe ich aktuell noch immer keinen anderen Weg, da ich noch keinen gefunden habe, hinter dem ich 100% stehen würde.

Da ich mich kenne und weiß, wie groß bei mir der Unterschied zwischen „interessiert an einer Sache zu sein“, und „tatsächlich Passion für etwas zu haben – zu brennen“ ist – warte ich darauf. Bis dahin lasse ich die Finger gleich davon oder teste nur vorübergehend Halbherziges. Und arbeite täglich daran das Feuer meiner Passion, in irgendeiner Art und Weise, auf irgendeinem Gebiet, für mich entfachen und diesbezüglich tätig werden zu können

So lange dies nicht der Fall ist, halte ich aus und durch. Denn das allein bleibt die Alternative: In einer Stadt die mich nicht (positiv) berührt und in einer Situation, in der sich (scheinbar) nichts bewegt, um danach (hoffentlich) um so viel mehr zu bewegen.

Wer deutlich mehr bewegt als ich aktuell, ist Donald. Er bewegt die Massen auf Twitter, dass es eine helle Freude ist.

Buschgezwitscher. Die Ruhe vor dem Sturm. Nachtigall ich hör‘ dir trapsen.

 

Rächen mit Engelslächeln

Kürzlich bin ich über einen älteren, doch ziemlich amüsanten Artikel gestolpert: Die Ex-Geliebte (Miss Wilkins) eines ehemaligen Obama-Beraters in USA, hat sich an ihrem Ex-Liebelein auf ganz ungewöhnlich kreative Art und Weise gerächt.

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Nein nein, kein Kinderspielzeug – Persisches Museumsgut.

Hand auf mein Herz: Ich beteilige mich nicht an Klatsch, Tratsch, Gerede und generell irgendwelchen Lästereien. Dies langweilt mich fürchterlich – einschläfernd – und ich kann und konnte dahinter noch niemals einen Sinn sehen. Menschen die darin aufgehen, passen im Umkehrschluss genau so wenig zu mir, wie es welche tun die wiederum Rache generell verteufeln. Denn Rache finde ich zugegebenermaßen „irgendwie nett“, da spannend und so originell.

Rache also. Gibt es sonst noch Gefühle, die die Moral der Menschheit derart spalten?

(Ja, Klatsch & Tratsch, aber da bin ich wie gesagt raus.)

Ist also Rache tatsächlich per se verwerflich oder ein gekonntes charmantes Gegenspiel zu ehemals vorherrschenden Gefühlen? Und entzückend unschuldig schauend frage ich mich, warum wir “sich rächen” immer schwarz-weiß sehen müssen? Rot ist ja auch nicht gleich Rot und hat ganz viele wunderbare Facetten. Inspirierende Pinktöne beispielsweise, raffiniertes Burgundy, beeriges Himbeer, sanftes babyrosé, männermordendes Feuerwehrfahrzeugrot. Und so ist Rache eben nicht gleich Rache.

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Every rose has its thorn.

Der vormals Geliebte (Phillips) hatte doch „gestern“ noch seinen Spaß im Abservieren von ihr, und „heute“ schon Freude im Haus mit der Neuen – und in der Zeit mit ihr, uns, mir im „vorgestern“ sowieso… Und wir haben eben nun wieder unseren Spaß in unseren Leben, und wenn sich irgendwann der Zeitpunkt für eine gelingende Revanche bietet: Why not?

Keep it simple?

Ehrlich ich mag, wenn es paßt, kleine herzhafte Gemeinheiten, die meine reine Seele frech hüpfend beleben, wenn schwarze Streifzüge anderer Seelen sie womöglich kurzfristig betäubten und in einem unglaubwürdigen Aha-Erlebnis zurückließen.

Kneif mich bitte. Ist das real oder träume ich nur schlecht?

Deswegen ja: Ehre wem Ehre gebührt und Rache wem Rache gebührt.

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Eva und ihre Verführung im Paradies war ja bekanntlich auch alles andere als „harmonisch“.

Im geschilderten Fall muss ich leider erkennen und zähneknirschend mit erwähnen, dass diese Ex-Geliebte von der Ehe und Frau ihres Lovers sehr wohl wusste. Und das ist schwerlich tatsächlich zu verzeihen. Seufz… Ok… Anderes Thema!

Hier blende ich das frech mal aus und ergötzen wir uns doch einfach ein wenig an ihrer herrlich frechen Kreativität. Besagte Wilkins nämlich, wurde unverhofft spontan auf eine wohl etwas unschöne Art und Weise, von ihrem genauso reichen wie verheirateten Liebhaber abserviert.

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Besser immer schön bei Laune halten – die engelsgleichen Geschöpfe dieser Erde.

Der Wunsch des Mannes „mit doppelt beschäftigtem Hannes” ist nach einer derartigen Liaison natürlich glasklar: Contenance und Geheimhaltung bitte.
Nicht so im Sinne der zurückgelassenen Stiefelkatze allerdings:

Ehefrau anrufen, den Porsche zerkratzen, schien ihr aber alles nicht angemessen genug zu sein.

Meine Ideen zur Rache generell, die eher süß, dafür erfinderisch bis überraschend genial daherkommen, hätten ihr wohl auch nicht genutzt: Einen toten Hering in die Vorhangstange stecken oder den edlen Flokati mit Kressesamen anreichern und ordentlich gießen sind Kleinlausemädchenstreiche.  Erfüllen allerdings ihren Zweck ganz wunderbar, ohne gewisse Grenzen zu überschreiten.

Tja, einmal Kobold – immer Kobold. Und hurra, dazu stehe ich aus vollem Herzen und habe vielleicht als strafmildernde Erklärung vorzubringen, dass mich Kindersendungen wie Pumuckel und Pippi Langstrumpf nachhaltig inspiriert haben und mir deswegen noch heute von Nutzen sein dürfen. Und ich mach‘ mir die Welt, nunmal gern wie sie mir gefällt. Außerdem, etwas „Selbstjustiz“ ist doch legitim, gerade weil ich ja Polizistin war und die Grenzen zur Straffälligkeit auswendig aufsagen und im Schlaf sprechen kann und stets diesbezüglich tätig werde.

Nicht lustig? Aber funny!! 😀

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Richtig toll (und teuer) dagegen ist natürlich Wilkins Idee:

Sie hat die gemeinsame intime Sache zwischen ihrem Gspusi und sich sehr clever unter die breiten nichtsahnenden Massen gebracht: Für über 150 000 Dollar, vier riesige Werbetafeln am Time Square in New York gemietet. Darauf präsentierte sie zärtliche Fotos von Phillips und ihr.
Damit Gesprächsstoff für die etwas puritanisch-prüde US-Society, die ihren “Sexskandal” und herrliches Klatschfutter bekommen hatte.

Himmel, doch wieder Klatsch & Tratsch also.

Aber daran beteilige ich mich nicht. Die Lady tut, schweigt, genießt und vergisst. Ja, ist das alles denn nun ladylike? Völlig egal! Welche Lady muss sich denn stets als Lady beweisen? Damit ist es doch das gleiche wie damit:

Be a good person but don’t waste time to prove it.

Und Wilkins wird sich provokant gedacht haben, dass sie das „Lady sein“ nun wieder für richtige Männer in ihrem Leben aufheben wird.

Wie sagte bereits Aristoteles

Tue Gutes denen die dir Gutes tun, schade denen die dir schaden.

Oder wie wäre es mit: Sei Lady für die Gentlemen und Kobold für die Buben?

Ich finde das ulkig, um im Kobold-Jargon zu bleiben. Ein, die Lachfalten strapazierender Gag, der Inspiration und Warnung zugleich sein mag. Kommt Leute, wer wird schon gern bewusst veräppelt, unfair abserviert… auch wenn wir nur Gutes dabei lernen werden und ’ne Menge mitnehmen.

„Du wirst nie mehr wieder einen Mann wie mich finden“. „Ja? Stell dir vor, genau das ist mein Plan!“

Diese Riesenposter mussten zwar bald wieder abgehängt werden, haben allerdings ihren Zweck voll und ganz erfüllt: Phillips musste die Affäre öffentlich eingestehen und wünschte Wilkins zähneknirschend „Alles Gute“, während ihm zu Hause die Ehefrau und in der New Yorker Society das Gerede ordentlich zusetzte.
Hach, manchmal gibt es eben doch noch etwas Gerechtigkeit – im Kleinen.

Moment, dürfen wir das tatsächlich so sehen?

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Träumen ist doch erlaubt. ;-)

Ich sag’s euch: ich kann. Und nenne es Unfug, Klabautertum und süße Nonchalance und mischiviousness im Bezug auf ein ehemaliges Liebchen. Eine süße Leichtigkeit, die aber bitte niemals in eine Verbitterung oder Verbissenheit umschlagen darf. Deswegen ja „Nonchalance“. Die allem wenig Hübschen je Dagewesenen, einfach originell die Krone aufsetzt. Chapeau!

Gut, viele mögen das Wort Rache nicht. Moralisch verwerflich, sagt der Mainstream und so weiter. Wie aber steht’s mit:

… Returning the flavour.

Sounds nicer.

Und ganz deutlich gesprochen: ein Mann, der sich uns gegenüber nicht (mehr) wie ein Gentleman, sondern dessen Gegenteil verhält, braucht nicht darauf zu hoffen, dass wir ihn weiter als gentle sehen wollen und ihm gegenüber dementsprechend agieren.

Einer der es für mich war, ist und bleibt hingegen, hat nichts zu befürchten – nur zu lieben und geliebt zu werden.

Give me 5 Wilkins! – Auf Männer die lieben und anständig verlassen können.

Die schönsten Geschenke? Unbezahlbar!

Ja, das Leben ist manchmal tough und ein Ponyhof gleich zweimal nicht. Sagt man doch so, nicht? Und ich muss grinsen: Denn wer mag schon auf dem klassischen Ponyhof wohnen, sobald er älter als 14 Jahre alt ist. 😉

Ich sage: Toughes, Herausforderungen und viel zu tun zu haben sind super! Bedächtige Aufmerksamkeit erfordern, weil kostbar und tatsächlich wichtig, Zeit und Wertschätzung.

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Fairytale gone bad? Oh bitte nicht!

Was Kinder heutzutage & hierzulande häufig bereits schon bei ihren einstelligen Geburtstagsfeiern erkennen ist, dass eine gewisse Rivalität der Eltern besteht: Darin, für ihren Goldschatz die jeweils beste Party zu bieten.
Wo gibt es das exquisitere Programm, ein ausgefallenes Kinderessen, die tolleren Giveaways mit nach Hause?

Kindergeburtstag oder Marketingevent? Leistungsdruck bis ins Kinderzimmer. Überstechen & übertrumpfen – statt überschlumpfen – mit den blauen Kreaturen im Fernsehprogramm.

War und ist es aber nicht so, dass Zeit das schönste Geschenk war und noch immer ist?

The best things in life are free

Und haben wir früher eigentlich nicht einfach „Topfschlagen“ und „Blinde Kuh“ gespielt, und unsere Kindheit war mindestens genau so glücklich, wie die der heutigen Kids?

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Giveaways. Handmade with love.

15% der Kinder leben in relativer Armut. Und 5% der Kinder in Familien, die nicht immer genug zu essen haben. Aktuell. In Deutschland. Bei allem wie es uns so fein geht, sollten wir vor diesen Fakten nicht die Augen verschließen.

In meinem Ehrenamt ging es zuletzt darum, Abschiedsgeschenke für die 30 Kids zu finden. Wie wunderbar, dass das meiste über großzügige Spendengelder abgedeckt werden konnte: Prall gefüllte Wundertüten sollten es sein. Was erstmal offen blieb, war die Frage, wo wir die Tüten besorgen sollten, um all die großartigen Schätze darin unterbringen zu können.

Ich schlug euphorisch vor zu basteln und wurde prompt von der Aussage einer anderen versucht ausgebremst: Wer heute bitte noch Zeit und Nerven habe selbst zu basteln? Man solle kaufen!

Meine Antwort darauf war: dass ich mir gern die Zeit nehmen würde und Nerven hätte sowieso. Was ich nämlich tue, das tue ich von Herzen. Sonst, tue ich es besser überhaupt nicht. Und wie schön, dass wir dann zu dritt waren, – die, die gebastelt haben.

The trouble is, you think you have time

sagt Buddha.

Na, dann nimm dir diese Zeit doch bitte!

Manche „haben“ diese Zeit und Nerven nämlich weil sie wissen, dass bereits die kleinen Kinder deutlich darin unterscheiden können, ob eine Sache von Herzen kommt oder einfach nur irgendwie beschafft wurde. Sie fühlen, ob ein Event mit Liebe organisiert wurde, oder ob es lediglich einen Konkurrenzkampf darstellt, hinter dem Hektik oder gar Eitelkeiten stehen. Und ich liebe sie und versuche meine Qualität-vor-Quantität-Gedanken an sie weiterzugeben.

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Kreativität satt und Nacktkatzen, die Kinderaugen zum Strahlen bringen werden.

Wofür ich genauso sehr brenne, ist richtig guter Service. Service mit Herz, Zeit und Wertschätzung. Was lieblosen Service angeht – sei es welcher, den ich empfange, oder welchen, den ich aufgrund Zeitmangels, Personalmangels oder auf Anweisung geben müsste: Da bin ich recht schnell raus, weg und nicht mehr wieder da. Liebloser Service wirkt bei mir nachhaltig und so nachhaltig auch generell bei Menschen, die auf Klasse und Qualität Wert legen. Ich kenne dies von Seiten, in denen ich selbst Gast war und von der Seite, selbst schon mehrfach so gearbeitet zu haben.

Eine Einstellung einer Vorgesetzten mit der ich im luxuriösen(!) Service gearbeitet hatte: dass die sehr gut bezahlenden Gäste, eben keinen Flaumkuchen haben könnten der zu jeder Hälfte mit unterschiedlichen Zutaten belegt sei.

Ehrlich, deren ernst?

Sie regelte das so und ich war alsbald nicht mehr ihre Mitarbeiterin. Da bin ich wie gesagt äußerst pingelig. Meiner Meinung nach können Gäste im gehobenen Service nämlich sogar erwarten, dass der Flammkuchen mit sonnenverwöhntesten Mangos, musikbetüddelten Gemüsen und Seltenheitswert-Käse glücklichster Milchziegen kredenzt wird. Das im Ganzen, gehälftet oder wie auch immer.

My call is to serve

Im beschrieben Fall ging es übrigens lediglich um eine Hälfte Käse & Walnüsse und die andere mit Käse & Speck. Ich konnte damals nur in Gedanken den Kopf schütteln, den Gästen eine stille Entschuldigung aussprechen, und ich wette, dass diese Gäste niemals mehr wiedergekommen sind.

 

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So schaut’s aus.

Wertschätzung und Zeit sind die größten Geschenke in unserer heutigen schnelllebigen Zeit. Das sehe ich auch so, weil das eben meine Werte sind. Und sowieso die Werte der gehobenen Gastronomie, der gehobenen Hotellerie und schlicht ein gebührendes und angemessenes Umschmusen von geschätzten Kunden und Gästen darstellt. Ja, ich habe viel Passion für Service und den gehobenen Verkauf. Defizite habe ich dafür woanders und daran arbeite ich motiviert.

Zeit also. So schlicht – so wunderbar – so altmodisch

Das früher anscheinend alles mal besser war, mag wohl jede Generation von Zeit zu Zeit behaupten. Aber Hand aufs Herz: wahrscheinlich verklären wir auch ein großes bißchen unsere Vergangenheit. Romantisch naiv sozusagen – und auch ich liebe es immer wieder mal so rosarot bewölkt – grün hinter den Ohren – zu sein und verträumt zu schwelgen.

Realistisch ist wohl, dass wir vor Jahren, in anderen Generationen, diese riesige Auswahl an Möglichkeiten noch nicht hatten, wie sie sich uns heute bietet.
Und das ist erstmal großartig.

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Quantität statt Qualität? Wer’s braucht…

Wir leben auch und gerade heute in einem der reichsten Länder der Welt und in einem der sichersten sowieso. Noch immer. Die Medien, tragischerweise durchaus gelangweilt von all den Grausamkeiten die in anderen Nationen an der Tagesordnung stehen, überschlagen sich hierzulande mit der Berichterstattung von – gemessen an der Welt – Einzelfällen.

Der Kühlschrank ist voll, die Supermärkte sind es auch. Wir dürften rundum glücklich sein, wie sehr gut es uns geht. Wir dürften Zeit für tatsächliche Wertschätzung haben, und keinen Grund für grübeln und jammern auf einem hohen Niveau. Ich denke – und das denke ich schon lange: wir haben allen Grund gut drauf zu sein und negatives Gedankengekreisel produktiv investieren zu wollen. Indem wir uns für einen Zweck – einen guten Zweck einsetzen, eine Sache ins Laufen bringen, Karriere machen, einfach mal leben, lieben und Zeit servieren.

We make a living by what we get. We make a live by what we give. (Winston S. Churchill)

 

Helfen ist helfen

Der Volksmund sagt ja gern: „Gegensätze ziehen sich an“.

Ob es hierbei heute tatsächlich um Gegensätze geht, das mag ich nicht mal behaupten. Vielleicht. Vielleicht auch „nur“ um Extreme, bei dem ein Extrem mit dem anderen Extrem zu kollidieren scheint, doch in Kooperation treten kann. :-)

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Alle Mädchen haben ganz ähnliche Träume. Völlig egal, aus welchem Zipfel der großen weiten Welt sie stammen.

Es geht in meinem heutigen Beitrag darum, dass sich so manche Vereine, Organisationen und Helfer die sich dem Helfertum widmen, dem Materiellen gänzlich versagen wollen & sollen.

Organisationen fordern gar schriftlich, propagierend auf deren Homepage, dass Mitglieder und Interessierte keine materiellen Werte haben dürfen.

Ah ja. Und warum ist das so?

Und gilt das für jeden, der in der Organisation für das Gute einsteht, oder nicht bis in die oberen Ebenen?

Erstmal: Gleiches Recht für alle bitte!

Und weiter: „Was soll das?

Darf nicht jeder helfen?“

Und sollte es unter’m Strich nicht ausschließlich & allein darum gehen?

Was geht es tatsächlich irgendwen an, ob ich in der Freizeit in der Luxusvilla hause, im Spa relaxe, auf die Seychellen jette, in Nizza oder L.A. jet-sette oder mit dem Ferrari Deutschlands Straßen unsicher mache? Oder schließen sich die Punkte „helfen“ und „genießen“ so sehr aus, wie Geistliche und fleischliche Liebe?

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Gern helfendes & gütiges engagiertes Herz oder luxusaffine „Prinzessin“ ? Beides!

Was gibt es von luxuriösen Momenten und liebgewonnenen materiellen Gütern Schlechtes zu berichten? Sind sie doch eine Form des Genusses, bedeuten Abschalten und Kraft tanken und damit wiederum Energie zu haben, die wir dann wieder & wieder & immer wieder für einen guten Zweck aufwenden könnten.

So schlecht?

Ich bin bekanntlich kein Freund davon mir „irgendetwas“ selbst zu versagen, noch weniger: mir Dinge von anderen versagen zu lassen. Und genau so halte ich es mit „Regeln“ anderen gegenüber. Freiwilliger Verzicht ist etwas anderes, aber sonst: Toleranz und offene Grenzen bitte. In jedem Bereich.

Und, oh ja, ich liebe Extreme und kenne so einige, denen es genau gleich damit geht. Und wenn ich mir großen oder mittleren Luxus leisten kann, oder auch nur mein Leben mit kleinen luxuriösen Dosen und Highlights aufpeppen, königsmäßig-prinzessinnenhaft aufwerten mag, warum soll ich dann in einer Hilfsorganisation nicht erwünscht sein?

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Blumen sind die Sterne des Tages. Geben und Gutes tun erhellt und „beblümelt“ ebenfalls.

Ihr Lieben, geht nicht tatsächlich beides? Und ist beides nicht besser, als ausschließlich ein pompöses, verwöhntes Leben zu verfolgen und weder Zeit noch Herz für andere um mich herum zu haben?

Das kann unmöglich der Sinn der Sache – einer guten Sache – sein.

Manche haben schlicht viel zu geben. Auch Herz und beide Hände.

Ist es nach Ansicht einiger Hilfsorganisationen besser, wenn Menschen, die „das eine Traumhaus“, oder „die einigen Traumhäuser“ haben, ausschliesslich unter ihresgleichen bleiben. – Den Job im obersten Management, vier Mal im Jahr einen luxuriösen Urlaub machen: einfach auf ihrem goldenen Tellerchen verharren? Untätig im sozialen Bereich?

Warum also grenzen wir da & diese aus?

Jeder Mensch hat den genau gleich hohen Wert. Und Organisationen, die Reiche und materialistisch denkende & liebende Menschen nicht bei sich haben wollen, versagen sich doch herzlich & schmerzlich viel: Wir verzichten mit dieser Einstellung auf ein Mehr und ein Meer an Hilfe, auf Bereicherung anhand Facetten-Reichtum, auf Menschen, die möglicherweise etwas oberflächlich auf euch wirken mögen, es aber überhaupt nicht tatsächlich sind.

Tiefgründig denkend, Luxus zelebrierend, Nachhaltigkeit lebend und vor allem gerne helfen wollend. Toll, nicht?!

Wir sollten ALLES haben können und manche wollen eben auch genau das.

Bereichernd kann es doch nur sein, in jeder Lebenslage die Mitte etwas zu verlassen. Neugierig – meinetwegen frech – nach links und rechts über den Tellerrand hinaus zu linsen und zu schauen, was das Leben da noch Schönes bereit hält. – Oder eben wenig Schönes, bei dem wir dann mit anpacken können.

Gewissen beruhigen – ob es da was mit zu tun hat:

Ja, muss ich mich denn für Luxus, Luxusgedanken, Luxussparen, Luxusträume, Luxusleben schämen? Weiß Gott (und davon gibt es bekanntlich viele) nicht! Nein.

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Auszeit im mondänen Trubel gefällig? Delano Miami Beach.

Ja, vielleicht macht es die richtige Mischung, vielleicht kommen wir genau damit in eine Waage, wie wir unser Leben so zwischen den Extremen leben: Zwischen Einfachheit, Bodenständigkeit, Abgehobenheit, materiellen Herzensgeschichten, Arbeit für die Allgemeinheit, soziales Tun und Herzenswärme, Gefühl und Empathie für jeden einzelnen Menschen:

Für ähnliche und verschiedenste Menschen – für Fremde und Freunde.

Es spricht doch Nullkommanix dagegen und entspricht oft genug der Realität: das Traumauto in der Garage zu parken und gut und gern auch häufig mit den Öffentlichen, zu Fuß oder zu Fahrrad unterwegs zu sein, was?

Und allgemein die Mitte zu leben, aus all unseren Aktivitäten, unserem GEBEN heraus, nämlich: Hilfe, einer Hand, einem Ohr, einer Umarmung, Wärme, perfektem charmanten liebevollen Service, ein Lächeln von Herzen, eine gute Tat, die sich regelmäßig wiederholt…

Und NEHMEN: Luxus lieben, erwählter Konsum, Augen zu und puren Genuss schmecken, riechen, fühlen.. Augen auf: sehen! Anpacken! Helfen! So schließt sich der Kreis,

für eine wunderbar ausbalancierte Zufriedenheit.

Sich zu kasteien, nur noch khakifarbige Kordhosen und tannengrüne Grobstrickpullover tragen zu wollen: gern, wer das mag und wirklich so sein will! Viele wollen das aber nicht. Und das ist damit möglicherweise nicht der Weg, einen Beitrag für die Allgemeinheit – so gut als möglich leisten zu können.

Und so wird es letztendlich vielleicht mehr zum Problem, das ihr ausgrenzt. Weil wir so niemals alle zusammen in einem Boot sitzen können. Das, um gemeinsam anpacken und für einen guten Zweck einstehen zu können.

Schade, denn das ist doch punktgenau exakt das, um das es gehen soll.

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Audrey Hepburn: „Wenn du älter wirst, wirst du entdecken, dass du zwei Hände hast: Eine um dir selbst zu helfen und eine um anderen Menschen zu helfen“.

Traurig also: Die, die ihre materiellen Werte, Dinge und Wünsche haben, müssen außen vor bleiben. Und wollen das sogar, da ein Teil ihrer Werte mit Füßen getreten wird.

Für mich auch undenkbar und nicht mein Weg. Ich will nämlich das eine: Helfen, pushen, eine Sache ins laufen bringen, Natur, Umwelt und Menschen fördern, motivieren und unterstützen. Aber, ich will auch das andere. Und mich gibt es ohne eines dieser meiner Extreme eben nicht und, was noch viel schwerer wiegt: Derartige Versagungen machen für mich, aus den oben aufgeführten Gründen auch überhaupt keinen Sinn. Genauso wie für viele andere eben auch nicht.

Und siehe da – es gibt auch Unternehmen, Organisationen und Agenturen, die das genau so sehen. Mit dem Weg, dem Versuch, dem Ansatz:

Wir können und sollten zusammenrücken, da wir so mehr bewegen können.

Und nicht nur das: Wir können uns auch sonst gegenseitig in unseren Arten zu denken und zu leben inspirieren, uns etwas von anderen abschauen, lernen, Menschen, & Dinge lieben lernen, unser eigenes Leben überdenken. Und das alles vor dem Hintergrund der gemeinsamen Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe. – Zwei der tollsten Dinge die es gibt. Für uns selbst (Geben) und für die, bei denen es ankommt (Nehmen).

 

Offene Grenzen? Lieber mindestens Schleierfahndung!

Wer nicht von klein auf gelernt hat Grenzen zu setzten, da er es nicht konnte, weil seine Grenzen in der Kindheit permanent überschritten worden sind, für den ist es nicht ganz so einfach dies später zu lernen.

Dennoch gilt hier nicht, dass „was Gretchen nicht lernt, Grete nimmer mehr lernen kann“. Manche lernen dies zwar ihr ganzes Leben lang nicht, vielleicht aber, weil sie es einfach nicht brauchen. Und das ist doch auch ein gelungener und schöner Weg.

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Vielleicht einer der hübschesten Pfade die man gehen kann?

Ich habe es aber gebraucht und mir meine Grenzen zurückerobert. Eine Dornenhecke um mich gebaut, die nicht mehr jeder und in jedem Maße überwinden kann. – Mit hübsch lächelnd einladenden Rosen, bis zu (m)einem bestimmten Punkt.

Und wenn wir endlich Grenzen setzen lernen, ist dies ein ganz wunderbares, befreiendes Gefühl. Wir öffnen und schließen das große Tor zu unserem wunderschönen und geheimnisvollen Märchenreich, zu unserem Herzen, ganz beliebig und endlich genau so wie wir es wollen. Ein hübsches Spiel und eine raffinierte Neuentdeckung, die uns Raum geben.

Und ich meine, dass wir, die das nicht kannten, dieses Gefühl dann sehr viel bewusster leben und fühlen, als solche, für die Grenzen immer schon selbstverständlich waren, da sie stets respektiert wurden. Wir strahlen damit – mit unseren neu geschaffenen Grenzen. Eine Hecke, ein Wassergraben, ein Ozean, eine eigene Welt! Es ist wohl eine besondere Souveränität und Selbstliebe sowieso.

Egoismus? Nein, denn es ist mein Leben und über dieses bestimme ausschließlich ich selbst. So wie jeder andere über seines auch. Ich nur nicht schon immer.

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Eine Burka aus einem Bettlaken gezaubert: auch Schutz. :-) Mein Blickschutz im iranischen hochreligiösen Mashhad. (2013)

Selbst hatte ich mich in den vergangenen Jahren mit Grenzen auseinander setzen müssen, da ich in eine Beziehung mit einem stark narzisstischen Mann geschlittert bin und die damalige Trennung (m)eine Hölle war. Zurück blieb nur mehr (m)eine leere Hülle und es war höchste Zeit an mir zu arbeiten. – Wegen Narzissmus und Sadismus, die ich bereits gut von meiner Kindheit her kenne, heute 10 Meter gegen den Wind rieche und für meine Zukunft nun dauerhaft meiden kann und werde.

Einfach war das alles nicht, aber aller Anfang ist nunmal schwer, ich mag auch Herausforderungen und jedem Anfang wohnt sowieso ein süßer, hübscher Zauber inne. Und so habe ich es positiv aufgegriffen und angefangen, mich erstmal, wie eine kleine erschöpfte und nachdenkliche Raupe, in meinem Kokon zu verstecken, diesen Schutz zu nutzen und mich zu sammeln, um anschließend wegzufliegen und zu distanzieren. Als Schmetterling.

I am learning to love the sound of my feet walking away from things not meant for me.

Und: The more I find myself, the more people I lose.

Ich habe viele und vieles verloren in den vergangenen Jahre. Dinge wie Menschen.

Falsche Freunde, weil ich sehr hingefallen war und mein Exfreund „einen Namen“ hat. Auch Freunde, die mit meiner neuen und heutigen Überzeugung nicht leben wollen: Habe ich es nämlich früher toleriert, dass es meist nach den Wünschen meiner Freundinnen und Bekannten ging, und um die Erfüllung derer Vorstellungen, so geht es mir heute um eine ausgewogene Balance und Geben & Nehmen ohne jegliches Fordern.

Ich habe es nicht bereut, tausende von Kilometern und Euros aufgewandt zu haben, um von meinen jeweiligen Wohnort oder Auslandsposten Heimatbesuche zu machen, würde dies heute, in der Art und dem Umfang, allerdings niemals mehr wieder tun. Es gibt auch Flugtickets zu meiner Welt.

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Mainstream war und wird nicht meins.

Zeit ist das größte Geschenk, – was ich schon immer sagte.

Heute mit dem Unterschied, dass ich es inzwischen durchziehe, meine Zeit tatsächlich nur noch mit den Menschen zu verbringen, die mir am Herzen liegen, oder denen, von denen ich meine, dass sie daran festwachsen könnten. Weil sie meine Werte haben und leben. Und deswegen auch meine aktive Trennung von einigen ehemaligen Freunden, die ich, nach allem was war, nicht mehr als solche gesehen habe. Vorbei ist vorbei.

Zurück zum Thema:

Wir sind nicht das passive Produkt unserer erlebten Vergangenheit, sondern das unserer heutigen Entscheidungen. Und wer so denkt, ist frei – von allem – völlig egal, welche Geschichte er hat.

Ich gehöre dabei heute nicht zu denen, die sich komplett gewandelt haben, indem sie, aus der verarbeiteten Krise heraus, zu einem Coach werden, „Gleichgesinnten“ in besonderem Maße helfen wollen, sich berufen fühlen, nun „irgendwas“ Gutes & Soziales machen zu müssen und deswegen einen ganz neuen Weg gehen. Sozial war ich nämlich schon immer. Nebenbei. Frei.

Meine berufliche Perspektive sehe ich dennoch nach wie vor karriereorientiert, zielstrebig, arbeitsintensiv, aktiv und nicht (vorwiegend) als Helferin und Ratgeberin für und in Krisen. Denn ich denke, und habe es selbst so erlebt und gemacht, dass ein bunt gelebtes Leben, Herausforderungen, Wissenshunger, Abenteuer, Aktivität und Spaß immer und für jeden der beste Ratgeber sind. Sich selbstständig aufzurappeln.

Ich habe dabei mein ganzes Leben lang schon die exakt selben Träume und Wünsche, verrückte Spinnereien, und mein Motor ist stets Optimismus und Freiheit. Die Welt verbessern wollte ich schon immer und frech, rebellisch, motivierend und eine Querdenkerin war und bleibe ich ebenfalls.

Vielleicht gerade deswegen, da ich in einzelnen Facetten eine ziemlich häßliche Kindheit hatte. Die Verantwortlichen dafür bekamen unlängst ebenfalls ihre Grenzen aufgezeigt und spielen in meinem heutigen und zukünftigen Leben keine Rolle mehr. Das ist es, was ich mir inzwischen selbst wert bin.

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Der wichtigste Mensch? Der bin ich mir heute selbst.

Früher habe ich auch jeden angelächelt. – Auf der Straße, in Räumen, beruflich, privat, bekannt, unbekannt, völlig egal und „everywhere“. Das habe ich mir inzwischen auch gänzlich abgewöhnt. Wobei ich immer noch deutlich mehr lächle, als es die meisten anderen Menschen tun. Dies ist aber meinem Optimismus und sonnigen Gemüt geschuldet und nicht mehr meiner devoten, zu lieben Grundhaltung, die einst Everybody’s Darling sein wollte. Vorbei. Befreit.

Mein Lächeln gibt es heute wann immer ich es will, und nicht, wie bei einem programmierten Roboter, für jeden und beliebig. Ich habe Gefallen daran gefunden, für Fremde und Befremdende auch mal die gänzlich unnahbare, distanzierte Diva zu sein und zu bleiben. Mit etwas arrogant, in die Höhe, gerecktem Näschen und Kinn. In Paris gilt ein derartiges Auftreten gar als schick.

Und ehrlich? Wer mich nicht mag, dem sei dies gegönnt. Auch bei mir fand eine Veränderung statt:

I used to walk into a room full of people and wonder if they like me… Now I look around and wonder if I like them.

Sicher wirke ich heute weniger süß als noch vor ein paar Jahren. Aber ich habe auch kein Interesse mehr daran „süß und nett“ zu jedem zu sein. Allerdings bin ich vielleicht noch nicht völlig in (m)einer Mitte angekommen. Womöglich halte ich den Bogen von meinem früheren Extrem, zur anderen Seite der Mitte noch leicht überspannt? Ihr Lieben, das wird sich bei mir, und bei jedem der an sich arbeitet, zu gegebenem Zeitpunkt einpendeln! :-)

Heute kümmere ich mich lieber wieder um Herausforderungen, die mich wirklich interessieren und für die ich brenne. Dazu gehören mein Abitur oder Fachabi so toll abzuschließen wie nur möglich, einen tollen Studienplatz oder auch Job, jeweils am liebsten im englischsprachigen Ausland zu ergattern, einen glücklichen Jobwechsel hinzulegen, mein Unabhängigkeit, Selbstständigkeit, Zeit mit wirklichen Freunden, Aktivurlaub, der „Große Weiße“ vor Südafrika, mit dem ich tauchen und manchmal gerne tauschen mag, und das Ziel des Umzuges in eine schöne neue Stadt, die zu mir passt. So wie Menschen zu mir passen müssen.

Neulich habe ich einen Artikel gelesen:

„Du findest mich arrogant? Vielen Dank!“

Arroganz ist erstmal keine Eigenschaft, die wir positiv bewerten. Wir können sie in diesem Zusammenhang aber auch anders – etwas distanzierter – sehen. Verstehen tue ich diese Aussage dann sehr gut, denn sie zeigt uns „nur“, dass da jemand Grenzen setzt.

Es bedeutet: „Du erkennst die von mir aktiv gesetzte Grenze (an)“.

Und das ist gut so, finden wir doch super, da es genau so gedacht ist. :-) Wunderbar! Herzlichst, PetissaPan

 

Abendstimmung in Schlumpfhausen

Von einer flachen Hierarchie, bist du so weit entfernt wie der OGLE-2005-BLG-390Lb von der Erde: 21000 endlose Lichtjahre. Und deswegen war es zuletzt so wenig schön mit dir, trotz so vieler positiver Aspekte und netter Menschen.

Bereits in den Anfangsjahren fing es mit einem unmöglichen Druck an, indem süße, knuffige, kindliche (auch) Minderjährige entweder gegangen wurden, weil sie sich nicht einließen. – Oder sie ließen sich ein?

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Saurer Regen auf das ewige Gebalze. Es (ihr) amüsiert nicht. Dienst ist Dienst & Schnaps ist Schnaps.

Mit 16 Jahren eine erste Unterschrift gekritzelt, sich deutschlandweit einsetzen zu lassen.

„Spannung, Aufregung, super! Wir sind jung, wild und wollen vieles sehen und erleben!“

Dass davon aber in der Art Gebrauch gemacht wurde, indem maritim inspirierte Kollegen vom frischen blauen Norden, in den lieblich sonnengelben Süden abgeordnet werden? Und, dass man vom bergig idyllischen Berchtesgadener Land, regelmäßig in die turbulente Hauptstadt verreisen musste, während zeitgleich die „Icke-Kollegen“ aus dem fernen Osten, in den weit entlegenen Süden oder Westen unterwegs waren? Fragen über Fragen. Warum?

– Weil, wer nicht fragt bleibt dumm.

Und ja, wir können oder „können nicht“, doch alle genau das gleiche! Wir sind (waren?) eine starke Gemeinschaft. Wie die Schlümpfe, jeder mit seinen Aufgaben von oben herab betreut, nur nicht schlumpfblau früher.

Das geringste Problem, bei dem ganzen „Rumgereise“ in der Republik, war dabei sicherlich der unterschiedliche Dialekt. Dieser konnte uns in all den aberwitzigen Situationen und Entscheidungen eher noch etwas belustigen. Süß und etwas gleichgültig, wie wir es damals waren.

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Jedem sein Stück vom Kuchen.

Vor ein paar Jahren hatte ich ein privates Essen mit dem ehemaligen Ober-Guru, unserem Helden und „Ex-Papa-Schlumpf“ schlechthin. Er war der Meinung und festen Überzeugung, dass „wir“ uns wieder (noch mehr?) einem Agieren, den Hierarchien, unserer Vergangenheit annähern müssten. Ich habe damals geschwiegen und nachdenklich auf meinem Steak gekaut und überlegt was dran sein kann.

Nun, bei allem Respekt: Wir sind gerade nicht in Ost Afrika sondern in Deutschland, der gute Herr ist heute 85+, die Zeit steht niemals still und so stehen wir im Heute, unserer Gegenwart, mit Blick in eine hoffentlich rosigere Zukunft. Die brauchen wir unbedingt!

Von der Vergangenheit lässt sich insofern vielleicht wenig abschauen, weil:

1.) Wir seit den 90er-Jahren Frauen bei uns haben. Wie schön!

2.) Aufgrund dem beträchtlich zunehmenden Krankheitsstand der vergangenen Jahre; Das interne extrem miese Klima durch die chronische Unzufriedenheit vieler; Burn-Out oder Bore-Out; Mobbing und sexuelle Belästigungen, die im Sande verlaufen weil sie heruntergespielt werden.

3.) Unser Gegenüber heute ein völlig anderes ist.

Dies alles spricht vermutlich Bände, dass anderes, mehr Modernisierung, her muss. Aber wer sich von unten nach oben beschwert, ist nicht selten weg: In Schmalzgrube oder im Hier & Jetzt einem „hungrigen Rudel“ ausgegrenzt. Da schweigt es sich leider ganz gut. Bloß, dass wir so ewig auf der Stelle treten werden.

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Schweigen und Aussitzen ist nicht idyllisch. Nur die Ruhe vor dem Sturm, ihr Lieben!

Ich appelliere heute an eine Arbeitsgemeinschaft, die wirklich große Klasse sein könnte, da sie sehr viel mehr tolle Mitarbeiter inne hat, als weniger tolle. Und die wenig Tollen können zu Tollen verändert, sanft manipuliert, glücklich gemacht werden.

Ich appelliere an eine Überdosis Menschlichkeit, die intern meist gänzlich fehlt. – An flachere, moderne Hierarchien und die Eigenschaft derer, die etwas weiter oben stehen dürfen, nach unten gelungen und gekonnt zu motivieren, anstatt ausschließlich hart zu delegieren und zu befehlen.

Ich appelliere an Förderung statt Unterdrückung. Punkt.

Ihr Lieben, ihr könnt nach außen hin immer bemüht um ein perfektes Bild sein. Dieses hinkt bekanntermaßen oft genug gewaltig. Glückwunsch dabei an Public Realitions und loyale Kollegen. Vielleicht wäre es langfristig trotzdem cleverer im Innen anzufangen? Da nachhaltig.

Ihr könnt mit einem guten Gehalt, mit einem überirdischen Auslandsgehalt, Sicherheit und einer guten Rente erstmal die Massen locken, ja. Aber niemand sollte nur für das leben.

Das Aussehen entscheidet vielleicht wer zusammen kommt… Doch der Charakter entscheidet wer zusammen bleibt.

Und die meisten realisieren genau das früher oder später. Also: Wollt ihr die Massen locken, und die Klasse resigniert irgendwann? Sie nehmen euch permanente gravierende Fehlentscheidungen krumm, großzügig Disziplinarverfahren zu verteilen, noch mehr Härte, die ewig Falschen zu befördern oder zu begünstigen und sie flüchten sich in Passivität, ins Dauerkrank (was man in diesem Status locker kann) oder kehren euch gänzlich den Rücken.

Es gibt das Zitat:

I have a limit and when you reach it I dismiss you from my life. It’s that simple.

Schwere Zeiten für euch gerade: Etliche „Häuschen“ und „Wägelchen“ sind heute wie leergefegt, Dauerkranke, Abgeordnete. Das ist keine Win-win-Situation. Weder für die eine Seite noch für die andere. Eine Lösung muss her!

Warum schauen wir uns nicht ein wenig mehr Moderne bei unseren größten „Konkurrenten vom Land“, oder auch in der Wirtschaft ab? Dort wird weniger von einer scharfen Hierarchie und Härte gehalten und das erfolgreich. Auch der freche Spruch, „dass Machtmenschen, die es in der freien Wirtschaft nicht schaffen, bei euch nach oben kommen,“ beruht auf trotzigem Frust über eine unbefriedigende Führungsweise. Noch einmal: Eine Lösung muss her!

Wo ist der Gedanke „Freund und Helfer“ hin? Wir haben Bürgernähe und könnten strahlen. Ich habe unglaublich viele, tausende, tolle Kollegen kennengelernt mit denen ich arbeiten durfte, die für die Tätigkeit an sich brennen, sich (noch) unermüdlich einbringen und denen wünsche ich von Herzen, dass sich etwas ändert. Damit es nicht eines Tages noch weniger hell als dieser Tage ist und dann zutrifft:

I reward loyalty with loyalty. I reward disloyalty with distance.

Umdenken Bitteschön!

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Auch ein sanftes Äusseres, kann eine starke Meinung leben und vertreten.

 

Every experience is a valuable teacher

Am liebsten mögen wir alle die Sonnenscheinmomente im Leben. Die, in denen wir Glückskinder sein können, uns befreit und unbeschwert leicht fühlen.

Zeiten, in denen der Schuh nicht drückt, der Cinderella-Schuh des Prinzen gar passt, und wir glückselig in unserer Komfortzone lachen, glucksen, geliebt und anerkannt werden. „Es läuft“ sozusagen ganz wunderbar. Die Welt ist wunderschön!

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Die Gönneranlage in Baden-Baden. Einer der wunderhübschen friedlich-ruhigen Plätze dieser Welt.

Über uns strahlt die warme Sonne. Vorbei ziehen, wie flüchtige Gedanken, fluffig weiche Schäfchenwolken, die das babyblaue Firmament hübsch zieren und uns Schatten spenden. Zwischendurch darf es auch gerne einmal zart regnen. Dann nämlich, wenn es ein schöner lauwarmer Regen ist, der uns angemessen erfrischt. Und genau so, soll das bitte unser ganzes Leben lang sein und bleiben.

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Bunt, schön, herrlich unkonventionell. Und immer? Vom Glück geküsst natürlich! :-)

Wir können uns auch von sämtlichem Unschönem trennen, Situationen und Menschen hinter uns lassen, die nicht mehr passen und glücklich in unserer hübsch selbstkreierten Welt leben. Und das kann funktionieren: Ja, Jahre, Jahrzehnte, ein ganzes Leben lang.

Bis schließlich doch irgendjemand oder irgendetwas unsere träumerische Ruhe und Harmonie stört. Er/sie/es durchdringt den Dornenwald zu unserem Märchengarten und stiftet Unruhe im Reich der Herzkönigin, der Sonnenprinzessin, der Harmoniebedürftigen.

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Eine Komfortzone oder eine feste Heimat zu haben, sind Dinge, die mir niemals wichtig waren. Und sie sind es mir auch heute nicht. Menschen und Plätze, die mir am Herzen liegen, trage ich in genau diesem. Völlig egal dabei, wo ich gerade bin. Vielleicht wünsche ich mir aber „Heimat“ für später einmal. Und dann werde ich zurück nach Baden-Baden ziehen, oder auf eine einsame Insel, irgendwo im Nirgendwo.

Komfortzonen sind mir stets zu gemütlich, zu passiv und ich habe schon immer versucht, Menschen in meinem Umfeld anzuregen und zu animieren Neues auszuprobieren.. eigene Grenzen auszureizen.. neugierig und offen für Erfahrungen, alle Orte und verschiedenste Menschen zu sein.. über den Teller zu schauen.. lernen.. leben.. in verschiedenste Rollen zu schlüpfen.. auszuprobieren.. spielen.. kreieren.. extreme Gegensätze kennenzulernen und zu lieben. „Anders sein, statt Mainstream zu leben“ eben. Mein Credo und Motor.

Die Welt ist (zumindest meiner bescheidenen Meinung nach) zu wunderhübsch bunt und es gibt viel zu viel zu tun – auch mit Herzensbildung – statt staubige Konventionen und irgendwelche starren Regeln zu befolgen… Als an nur einem einzigen Wohnort zu bleiben, immer an denselben Ferienort zu reisen, Pauschalurlaube und Zeit mit dem ewig selben Bekanntenkreis und Umfeld zu verbringen… Als dem immer gleichen Beruf, der immer gleichen Position, Loyalität zu widmen während wir immer mehr in Langeweile abdriften… Und – ganz besonders wichtig: als sich der spießigen Meinung der Gesellschaft über „gewollte, gemusste“ Normalität zu fügen. Hurra!

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„Sorry“, ich ticke schon immer und das hoffentlich lebenslang „ein bißchen anders“.

Das alles werde ich vermutlich noch mein ganzes Leben lang predigen und selbst so leben sowieso. Auch, dass andere ohnehin genau das über uns denken, was sie über uns denken wollen und dass sie das doch ruhig können. Es ist allein ihre Sicht der Dinge. Und:

Wer busy in seinem eigenen Leben ist, der hat weder Zeit noch Lust dazu, andere & andere Vorstellungen und Lebensweisen zu kritisieren oder zu belächeln.

Eine, meine Passivität hatte ich in einem anderen Bereich: Der Verdrängung anstatt der Aufarbeitung meiner Kindheit. Mit rosaroten Scheuklappen bin ich dieser Geschichte sehr viele Jahre lang (scheinbar) formvollendet und erfolgreich aus dem Weg gegangen. Ich habe den Weg der großzügigen Verdrängung gewählt. Nicht dauerhaft erfolgreich allerdings, sondern nur bis zu dem Zeitpunkt, bis mich das Schicksal vor ein paar Jahren, zur Aufarbeitung der Vergangenheit gezwungen hat. C’est la vie!

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Blassrosa, umwerfend, fabelhaft!

Oprah Winfrey hat in ihrem Buch „What I know for sure“, folgenden Satz niedergeschrieben:

„Healing the wounds of the past is one of the biggest and most worthwhile challenges of life.“

Und diese Wunden, aus unseren nahen oder fernen Vergangenheiten, können welche verschiedenster Art sein. Und wie Oprah Winfrey, machten und machen diese Erfahrung, wie ich inzwischen auch, noch viele andere.

Denn jeder von uns trägt einen mehr oder weniger dunkleren Fleck, einen kleinen oder größeren Rucksack – sein Päckchen – spazieren. Und wer sich nicht von allein dazu aufrafft diese Bereiche zu heilen, anzugehen, sich ihnen zu stellen, für den treten von Zeit zu Zeit immer wieder Menschen oder Situationen in unsere Leben, um daran arbeiten zu können.

Wer sich nicht stellt, den zwingt das Schicksal früher oder später. – Zum Glück – denn dafür können wir dankbar sein.

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„I do not exist to impress the world. I exist to live my life in a way that will make me happy.“

Manchmal können wir auch dann erst klar und wolkenlos sehen. Dinge, die wir unter bunten Farben nicht erkannten, Muster, mit denen wir dann endlich anfangen dürfen zu brechen. Völlig egal was das sein mag. Sei unser eigener Rucksack: cosy Bequemlichkeit, zu viel Sicherheitsdenken, knallrote Selbstgefälligkeit, kanarienvogelgelbe Missgunst, blasse Unzufriedenheit, Ex-Beziehungen, verlorene Freunde, Komfortzonen-Rumgesitze, schlechte Ernährung, Süchte, Fluchten, Abschiede, zu wenig herzchenrote Selbstliebe, Kindheit, Jugend, Straftaten, mangelnde Nächstenliebe, Falschheit, Feigheit, Stutenbissigkeit, schwarze Krankheiten, graue Handicaps, Pessimismus, Langeweile, Egoismus, Nicht-in-die Puschen-Kommen, Auf-der-Stelle-Rumgetrete, Traumata und anderes Trauriges.

Deswegen ja:

Every experience is a valuable teacher.

Ob eine schöne, weniger schöne, oder auch schmerzhafte Erfahrung: das Tolle dabei ist, dass wir gerade aus den unschönen, schmerzhaften und unliebsamen Erfahrungen unglaublich vieles lernen und mitnehmen können. Wunderschönes, Brauchbares, Bannbrechendes, Faszinierendes, und uns – erleuchtet, bereichert.