Zwei für einen

Für jeden unglücklich geplatzten Traum – der wie eine schön schillernde Seifenblase in der Luft zerplatzt und damit verschwunden ist – sollten wir uns einen neuen Traum suchen. Mindestens. Besser noch, wenn wir uns sogleich zwei neue wunderschöne Träume für uns suchen.

Träumen kostet nichts – außer etwas Zeit vielleicht – und tut so gut.

Träume zu haben ist eine der schönsten Weisen, einen gesund fröhlichen Optimismus zu leben und sich selbst zu Taten zu motivieren: Wir schüren spürbar Vorfreude damit und diese lässt uns morgens quietschvergnügt und früh aus dem Bett hüpfen, uns Pläne machen, darauf hinarbeiten, Aktionismus in Bewegung setzen.

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Ein Traum? Wunderschöne Natur!

Mein Traum für diesen Sommer war Irland. Darauf hatte ich mich bereits länger gefreut: Dem Großstadttrubel hier zu entkommen und den ganzen Sommer über, am dortigen Atlantik zu verbringen, den herben Wind, die salzige Luft und das satt-grüne Gras zu inhalieren und zu genießen.

Ich träumte und schwelgte in Sehnsucht von viel purer Natur, von zahlreichen Spaziergängen entlang herrlicher Küste und beeindruckenden Klippen und davon, durch den Sand am Strand – zu Pferde oder Pony – galoppieren, zu fotografieren und zu schreiben.

Es wäre dabei jedoch ganz und gar nicht nur die Seele bezaubert baumeln lassen gewesen. Überhaupt nicht. Ich hätte dort auf einer Farm für einen irischen Bauern (Eamonn) gearbeitet. Direkt an der Küste, im Süd-West-Zipfel Irlands. Der Deal war: meine Arbeit gegen freie Kost und Logis.

Meine Aufgaben wären fünfmal wöchentlich Torf stechen, Zäune bauen oder flicken, Rinder hüten, Kälbchen knuddeln und alle zusammen auf verschiedene Weiden zu treiben, sonstige Arbeiten auf dem Hof, Fischen und eventuell Dachdecken des Sommerhäuschens gewesen.

Leider klappt es nun nicht und zwei Monate Vorfreude sind einfach so dahin. Aus und vorbei sozusagen: dieser Traum wird verfallen, genauso wie mein Flug, den ich leider nicht rücktrittsversichern habe lassen. Aber wer weiß schon, vielleicht fällt mir noch was Schönes dafür ein?

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Ireland hat Bestand – und so auch unsere Träume :-)

Geplatzte Träume sind immer erstmal unschön und traurig. So habe ich das auch gestern aufgefasst, als ich darüber Kenntnis gewann und mich schweren Herzens gegen die sommerliche Farmarbeit entscheiden musste.

Geplatzte Träume sind aber auch dazu da sich in Resilience zu üben, sich zu beweisen, – sich selbst etwas zu beweisen:

So nämlich wie Scheitern nicht das Gegenteil von Erfolg ist, sondern der Weg dorthin, ist ein gescheiterter Traum nicht das Gegenteil eines zu realisierenden Traumes, sondern: der Weg dorthin!

Und er macht Platz für einen anderen Traum, mit dem man, den nun leeren Zeitraum, überhaupt unser ganzes Leben, dann glücklich füllen kann und auch sollte. Bevor wir traurig dasitzen und uns ausmalen, was hätte sein können WENN … Denn „wenn“ ist nicht eingetroffen.

Wie oft auch werden Menschen, die beachtliche Karrieren hingelegt haben hingeworfen und wie oft scheitern sie bitterlich? Wir sehen am Ende oft nur deren Erfolg.

Was wir für unseren eigenen Erfolg tun können, ist positiv zu denken und aufstehen wenn wir kurz hingefallen sind. Gut, vielleicht auch mal herzzerreissend weinen, uns etwas quälen, im Selbstmitleid suhlen, Pralinen naschen, ganze Tempoboxen aufbrauchen und dann wieder nach vorne sehen: uns aufrappeln, einen anderen Weg gehen – indem wir einen anderen Traum leben – und niemals mehr wieder, über genau diese eine Sache weinen oder ihr nachtrauern.

Es gibt ein süßes Sprichwort im Englischen dazu (Vielleicht kommt es sogar aus dem Irischen?):

Don’t cry over spilt milk!

Ja, wirklich schade um Milchkühe und Meeresluft in Kerry. – Die goldene Butter dazu schmiere ich mir eben genießerisch aufs Brot … und hecke einen neuen Plan. Denn die Butter vom Brot nehmen lassen, dass sollten wir uns auch nach großen Enttäuschungen, geplatzten Träumen, Niederlagen, Scheitern, nicht und niemals. Weiter geht’s!

„We should all dream, and encourage others to do so too. Dreaming is one of humanity’s greatest gifts.  I’m a born optimist. I think it’s much more fun in life to be an optimist.“ (von Richard Branson)

.. Und das unterschreibe ich nur zu gerne.

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Das Leben ist bunt. Ein geplatzter Traum ändert daran nichts, denn es gibt unendlich viele Träume und jeder einzelne läßt sich durch einen neuen ersetzen. Klamottenmix wie ich ihn im Sommer am liebsten mag. Wäre in Irland eh untragbar gewesen. 😉 Wo nun hin des Weges?

 

Einmal Glitzer bitteschön!

Es war einmal ein Kollege, dessen Lebensfreude in einem königreich-großen Ausmaß davon getrübt war, da er einfach nicht befördert wurde.
Er war ein Lieblingskollege unserer Dienststelle: weltoffen, zuvorkommend, freundlich und besser in vielen Bereichen als die meisten anderen – mich eingeschlossen.
Gerade deswegen zerriss‘ es uns geradezu das Herz, wann immer er so leidend und traurig war. Sein übermächtigster Herzenswunsch schien einfach nicht erfüllt werden zu können.

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Unzufriedenheit im Paradies?

Dieses Thema war sein Tagesthema, damit unser Streifenwagengespräch, und eine Basis unserer Frühstücksszenarien vor dem üblichen Tagesgeschäft.

The same procedure mehrmals wöchentlich.

Sein ganzes wunderhübsches Leben war tatsächlich stark beeinträchtig von dieser permanenten Unzufriedenheit. Alles was er sonst an märchenhaft Wunderschönem hatte: sichere Arbeit, neues Haus, kleines Kind, schienen bisweilen zweitrangig zu sein und gingen in seinem jeweiligen Jammern meist gänzlich unter. Er litt spürbar zu stark an dieser einen Unzufriedenheit: der Ungerechtigkeit der Nicht-Beförderung. Und wir litten mit.

Nach seinem Rechtsempfinden wäre er an der Reihe gewesen. Und dem haben viele – auch ich – beigepflichtet. Er war im Recht. Er hätte es tatsächlich verdient gehabt. Ich fand es nur stets schade um die mit ihm verbrachte Zeit, da er ein sehr angenehmer und inspirierender Mensch war. Schwierig auch für seine eigene tolle Lebenszeit, die von diesem so negativen schwermütigen Gefühl & Gedanken unglücklich ummantelt und dominiert wurde.

Mehrere Jahre vergingen.

Bei unserer circa 57. Streifenfahrt – einem ruhigen Tag, bis auf sein Wehklagen – fragte ich mich mal wieder:

Warum sieht er die wunderbare Sonne und den hellblauen Himmel nicht, die herrliche Umgebung in der wir gerade “spazieren” fahren dürfen?
Selbst die tiefschwarze Krähe auf dem dreckigen Acker, kann ein rosa-apricot-farbiger Flamingo an einem Strand auf Aruba für uns sein.

Und im beruflichen Kontext: “Schlimmeres Klientel” wird, so man es anlächelt, auch oft kooperativer und „besser drauf“.

Alles ganz prima. Eigentlich.

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Sanftes Apricot. :-) Einmal lächeln bitte!

Wenige Tage später ereilte uns in der Frühstücksrunde die Nachricht, dass er befördert werden würde. Endlich! Wie schön!

Uns anderen fiel ein Stein vom Herzen und wir freuten uns so sehr für ihn, dass wir ganz aus dem Häuschen waren:

Sein Herzenswunsch ging in Erfüllung!

Eine eigene Beförderung in diesem Beruf, war für viele von uns nicht annähernd von so großer Bedeutung, da es Regelbeförderungen sind. Diese kommen nämlich früher oder später von ganz allein. Völlig egal, ob wir uns bis dahin darüber ärgern, uns aufreiben, ob wir jammern oder dem Ganzen gelassen entgegen sehen und währenddessen unser Leben leben.

Das Faszinierende dabei war nun die Reaktion des besagten Kollegen: Er freute sich nicht so von Herzen, wie er vorhin von Herzen gelitten hatte.

Wir hingegen schlugen ihm anerkennend auf den Rücken oder gaben ihm strahlend gratulierend die Hand. Und er? Er reagierte völlig verhalten.

Was war nur los? Sein Herzenswunsch. Hey, aufwachen!!

In den Tagen und Wochen später kristallisierte sich heraus, dass eine andere Unzufriedenheit seinerseits gefunden wurde, welche von nun an bejammert werden konnte. Wieder war etwas ganz schlimm, ungerecht und lebenstrübend. Eine neue Sache also, die ihn und sein Umfeld von nun an und in Zukunft, in großem Maße zwicken sollte. Und das ist sehr schade.

Es ist ein Muster. Und es geht dabei nicht um die bestimmte Beförderung, schlechtes Wetter, zu struppige Haare, die eigene Figur, das neue Auto, den vermeintlich perfekten Job etc.

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Manchmal schlicht die beste Lösung :-)

Diese Geschichte ist ein gutes Bißchen überzogen von mir erzählt, dennoch so passiert.

Es geht mir um die Message:
Sich über Gegebenheiten aufregen, die wir nicht ändern können oder wollen.

Warum? Wozu? Schade um die schöne Zeit!

“Love or leave“. Vielleicht auch „change“.

Es gibt sie, die Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben, die wir nicht ändern können. Und, dass die oft nicht die eigentliche Ursache für unsere Unzufriedenheit sind, zeigt diese Geschichte wohl ganz gut. Das sollten wir erstmal ehrlich hinterfragen, bevor wir uns unser Leben permanent negativ und schlecht reden.

Und dann gibt es vielleicht noch die Möglichkeit, dass wir gehen. Dazu gehört Mut, und auch dafür gibt es Pros und Cons.

Und wenn wir beides für uns ausschließen können, dann sollten wir einfach großzügig kunterbunten Glitzer über solche Gegebenheiten, solche Menschen, solche Gute-Laune-Killer streuen.. Oder den rosa, oder auch den hellblauen Filter darüber legen..

Uns auf das wirklich Tolle in unseren Leben fokussieren.

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PetissaPan, – einmal blau gefiltert heute.

 

Madama Butterfly

Eine Wiese in einem weiten Park. Bäume, deren Knospen blühen und in ihren cremeweißen und sanftrosa Farben, hübsche Kontraste zu dem leuchtenden hellen Grün der Blätter bilden.

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Zwischen den Bäumen: gespannte Leinen, an denen lange Textilien mit Schmetterlingsaufdrucken hängen. Zarte pastellgelbe Zitronenfalter, der blaue Admiral. Eine Frühlingswiese. Duftig, lecker, frisch!

Ich gehe Barfuss darauf, – meine Schuhe in einer Hand, – und streichel mit den Fingerspitzen der anderen, die Blätter am Baum, die weichen Stoffe. Und während der Wind die Textilien sanft wiegt, flattern die Schmetterlinge wie vor meinen Augen. Ich schliesse sie. Die sanfte Sonne küsst meine Nase, kitzelt, und ich erwache.

„Gut geschlafen, Prinzessin! Mit Schmetterlingen auf den Laken. Ziehe die Schuhe an und ab in den Park. Natur ist Leben – Leben ist wunderbar. Und heute grüße ich jeden einzelnen Schmetterling für dich!“

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Island in the Sun

If I were rich ..

Wenn ich superreich wäre hätte ich, wie Sir Richard Branson, meine eigene einsame Insel. „Oh Richard, nur einen Sommer?!?“ Am liebsten, wie sein Necker Island, auch inmitten der Britischen Jungferninseln. Allein die Zusammensetzungen des Wortes ist geradezu ideal: Britische Jungferninseln. Denn ich mag Britannien und Inseln, und als alte Jungfer würde ich dort glücklich inmitten von sehr viel Meer, Sand und herrlich grünem tropischem Wald ganz alleine wohnen.
Ich mag solche verträumten Gedanken und an Regentagen führe ich sie gelegentlich auch mal etwas intensiver und blumiger aus. (Ja ihr Lieben, draußen regnet es heute.)

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Eine glückliche Flamingoherde

Ein süßer Farbklecks auf meiner exotischen Privat-Insel bin ich selbst. In den bunten Seiden-Gewändern in allen erdenklichen Rottönen, die ich mir schneidere, steche ich zwischen all dem Dschungelgrün hervor. Auf meinem „Never-Island“ trage ich die für mich und meinen Schwarm pinkfarbener Flamingos, die noch hübschere Farbkleckse sind. „Never-Island“ ist natürlich voll und ganz an Peter Pan angelehnt, dessen jüngere Schwester ich irgendwie bin. Eher noch seine Seelenverwandte.

Die Flamingos auf meiner Insel fühlen sich so wohl, dass sie gern & gut Jungtiere zeugen, und aus der anfangs Handvoll Vögel sind inzwischen zwei Duzend geworden. Wenn ich Muße habe, sitze ich am Strand im Sand und beobachte die süßen Grazilen. Flamingos wirken so wunderbar konfus, immer etwas aufgeschreckt, hibbelig, nervös. Auf ihren viel zu dünnen langen Beinen, mit den langen Hälsen und dem hoch erhobenen – etwas arrogant getragenen Kopf, kann ich nicht genug davon bekommen, sie zu beschwärmen und zu verehren.

In einen großen Schwarm, zu einem pinken Knäuel vereint, staksen & waten meine lovely Flamingos ziellos und gemütliche Haken schlagend, im seichten Wasser. „Oh, ich stehe gewohnt auf ihr Pink!“ Was für ein herrlicher Kontrast zu dem satten Grün, dem milden Gelb des Strandes und kühlen Blau des Meeres.

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romantic sunset

Natürlich habe ich ein kleines Haus auf meiner kleinen Insel. Es ist etwas höher gelegen, aus viel edlem Holz gebaut und mit einer breiten Veranda, die um das ganze Haus herum verläuft. Dort kann ich den Schatten jeweils dort geniessen, wo er zu entsprechender Zeit des Tages eben ist.

Ich bin nicht so für Sonne. Das war ich noch nie und schätze den Besitz & Gebrauch von körperverhüllenden Saris und Tuniken, Pucks-Stubenfliegen-großen-Sonnenbrillen, Sonnenhüten mit 80cm Durchmesser und Sunscreen mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30. Ich mag die sanfte Wärme im kühleren Schatten und das Weniger an hell.

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Delano Hotel Miami Beach (2014) – „Keine ruhige Minute..“

Für all die Krabbel- und Kriechtiere auf meiner Insel, habe ich, bereits als ich auf „Never“ einzog, die kostspielige Nachbarinsel dazu gekauft. Dort wurden sie von einem, von mir beauftragten, Fachmann hingeschifft. Und dort können nun alle glücklich miteinander leben, krabbeln, züngeln, würgen und beißen und mich auf meiner Wohlfühlinsel in Ruhe lassen.

Bei mir hier wohnen nur die wilden Flamingos, viele andere exotische Vögel, sowie meine beiden englischen Whippet Hündinnen. Und an der Hauswand oder im Blattgrün, kleben diverse Arten von Chamäleons und Geckos.
Natürlich habe ich auch WLan. Ich wohne schließlich nicht hinter dem Mond und außerdem arbeite ich täglich. Bis zu zehn, zwölf Stunden kann ich am Stück an Kinderbüchern schreiben und dabei auf neue Ideen kommen. Zehn Stunden, die sich wie nur zwei Stunden für mich anfühlen, weil das Schreiben, das ich irgendwann in meinen 20ern angefangen habe, so kurzweilig und mit das Schönste für mich ist.

Ich habe nach jahrelanger Arbeit und Suche einen tollen Verlag gefunden, der sich heute um meine Ideen und niedergeschriebenen Worte reißt. Um allerdings nicht völlig im Kindlichen-Ich zu versinken, habe ich mich von einem sympathischen Politiker finden lassen, dessen Politik ich für gut befinde und hinter der und dem ich voll und ganz stehe. Dessen politische Reden verfasse ich als Ghostwriter. Aus dem Paradies, schreibe ich also Politik für das verregnete Europa.

Hin und wieder schreibe ich in reifer und analytischer Manier, auch mal eine zeitintensive Bachelorarbeit für einen Studenten. Ich leiste mir aber gern den Luxus, nur zu einem Thema zu schreiben, für das ich brenne und auf das ich wirklich Lust habe. Und dann ist es schön zu wissen, was die heutige Jugend, die Wissenschaft, die Bildung so antreibt und ich versinke im recherchieren und analysieren für hunderte von Stunden.

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„Gö da schaugts..“ FotoQuelle: Rheinische Post hinter Glas.

Ab und zu, und immer zur Schulferienzeit, kommen meine Freundinnen – die sich für mich wie die Schwestern, die ich nie hatte anfühlen, zu Besuch vorbei. Mit und ohne Kids. Ich freue mich sehr über deren Besuche. Wir lieben das sinnieren, reden, austauschen und lachen. Und beim fotografieren und zwischen Frangipaniblüten und Flamingos gehen unsere Herzen und unsere Sinne auf. Gerne würde ich den Kindern jeweils die Gelegenheit geben mit Äffchen zu spielen, aber auch die habe ich auf meiner Nachbarinsel einquartiert, weil sie mir zu hektisch und anstrengend sind. Wenn der Wind abends ungünstig steht hört man sie rufen und irre quieken und allein das ist schon Hektik für mich genug.

Die kleinen Prinzen und Prinzessinnen, dürfen diese Urlaubstage dafür im flachen, wunderbar warmen Wasser schnorcheln. Und die Welt hier unter Wasser, ist genauso kunterbunt artenreich wie das Leben auf der Insel, auf welcher ich mich um 73 verschiedene Sorten wunderhübschester Blumen kümmere.
Einmal in der Woche kommt ein Boot vorbei, das mir meine bestellten Lebensmittel liefert und auch auf meiner Nachbarinsel nach dem Rechten schaut. Auch Krabbel- und Kriechgetier haben Vorlieben und die möchte ich – des glücklichen Miteinanders wegen dort – erfüllt haben.

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Blütenzauber in Perfektion

Immer wenn ich kühles Wetter und Menschen zu sehr vermisse, fliegt mich ein Privatpilot nach London in den Regen oder nach Moskau in den Schnee. Das passiert so alle zwei, drei Wochen einmal. Dort, in Europa angekommen, stürze ich mich liebend gerne für zwei, drei Tage mitten ins Leben & unter Menschen. – In edle Restaurants, auf elegante Shoppingmeilen und Boutiquen und in angesagte Bars. Auch bin ich zugegebenermaßen gerne ab und zu auf bunten Shoppingtouren in LA und NY und auf der riesigen Kunstausstellung in Miami. Bis ich jeweils völlig erschöpft glückselig, wieder auf meiner Insel gelandet werde und dort allein zurück bleiben kann.

Mit Liebe lasse ich mich auch des öfteren in einen englischen oder irischen Reitstall fliegen und chauffieren. Pferde passen leider nicht auf die Welt von Never-Island. Dort muss ich mich mit Whippets begnügen. Aber Pferde riechen und reiten macht mich jedes Mal sehr glücklich und ist ein lebenslanges Dauer-Must-Have, für einen Ausflug, einen Besuch.

Wann immer ich Action suche, gehe ich vor Südafrika mit dem “Großen Weißen” tauchen, was einst ein langgehegter Wunsch von mir war. Oder ich miete mir einen schönen – und vor allem sehr schnellen – alten Sportwagen, mit dem ich auf Straßen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung  fahre.

Natürlich habe ich auch schon versucht mit einem Mann meines Herzens diese Insel zu bewohnen. Der Auserwählte hatte sich aber bald gelangweilt, inmitten dieser wunderschönen ruhigen Natur und Harmonie. Er vermisste Menschen, regelmäßige Parties und Stadttrubel. Das konnte ich gut verstehen und ließ ihn gehen.
Ich selbst liebe hier jeden einzelnen Tag und langweilig ist mir dabei niemals. Schwimmen, tauchen, kitesurfen, gärtnern, lesen und viel arbeiten, indem ich recherchiere, analysiere, nachdenke, networke und schreibe, schreibe, schreibe. Und im vergangenen Jahr habe ich auf Never einen zweiten kleinen Bungalow bauen lassen. Dort machen nun Paare Honeymoon und ich bewirte, housekeepe und „schenke“ eine bis zwei Wochen absolute Intimität und Privatsphäre auf meiner Insel.

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Partystraße, Nobelgasse – hin & (schnell) weg.

In lauen Sommernächten, nach einem arbeitsintensiven Tag, entspanne ich auf mich meiner Veranda. Vor mir steht ein Teller mit leckeren exotischen Früchten, frisch von Baum und Strauch. Ich habe sie kurz zuvor eigens geerntet.

Auf kühlem Marmor liegen meine beiden Hundemädels „Randy“ & „Andy“, weil jeder Hund bei mir so heißen soll. Und in meiner gemütlichen Hängematte, lausche ich andächtig dem Zwitschern und den sanften Schreien der verschiedenen Vögel, zähle begeistert die Geckos an meiner Hauswand und blicke dann über die Büsche, kleinen Bäume und Palmen über die stille See, an den fernen Horizont. So warte ich seit Jahr und Tag bereits auf Peter Pan, der vielleicht inzwischen erwachsen geworden ist?

 

Bei all der Träumerei, hat diese Geschichte einen tiefen Sinn.

Vor einiger Zeit kam im Kollegenkreis die private Diskussion auf, was wir tun würden, wenn wir morgen eine, zwei .. fünf Millionen im Lotto gewinnen würden. Fast einschließlich waren alle der Meinung, dass sie kündigen, und dann „etwas anderes machen“ würden.

„Was anderes? Und warum nicht damit beginnen, auch wenn wir dieses Geld nicht haben?“

Heute bin ich fest davon überzeugt, dass wer angibt, dass er sofort kündigen würde, wenn er unverhofft zu sehr viel Geld käme, im falschen Job steckt.

An was es uns fehlt wenn wir unsere Träume nicht leben? Mut & Courage.

Sicherheitsdenken mag uns zufrieden stellen, glücklich macht es uns nicht wirklich, da wir unsere Träume verleugnen. Glücklich wird der, der Mut & Courage hat und seine Träume lebt. Leicht ist diese Entscheidung und der Weg dorthin nicht, was ich selbst sehr gut weiß. Und scheitern gehört dazu. Nicht zweimal oder fünfmal; Zehn- oder zwanzigmal; Monate & Jahre. Aber ist es das nicht wert? Ist die Komfortzone wirklich eine Alternative?

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Fangen wir, zum Einstig, mal sanft an. Und step by step. :-)

Anfangen können wir damit, indem wir zulassen, dass wir träumen und dann beginnen, unsere wilden, sanften, süßen, blaßrosa Träume zu deuten. Was ich durch meinen, oben beschriebenen Traum herausgefunden habe ist beispielsweise, dass ich zum glücklich sein, eine intensive Arbeit in einer besonders schönen Umgebung brauche. Des Weiteren, dass mir qualitativ hochwertig verbrachte Zeit & Interaktion mit Menschen, die mir am Herzen liegen sehr wichtig ist. Ansonsten bin ich auch sehr gerne alleine und ganz für mich. Regelmäßig brauche ich es, mich ins volle pralle Leben zu stürzen, obwohl Ruhe einen scheinbar größeren Stellenwert einnimmt. Und das quirlige Leben nur und ausschließlich dann, wenn es sanft & stilvoll sein kann. Dass ich am liebsten täglich Natur um mich habe, aber immer wieder klein-große Portionen von edlem Luxus und Besonderheit benötige. Und und und..

Never-Island ist das natürlich nicht. Und klar wäre Never-Island schön, aber es braucht es nicht wirklich um anzukommen und das zu bekommen was ich will.

Easy, isn’t it?! Und nun ist es an dir, deinen Traum zu träumen, ihn zu analysieren und dann zu verwirklichen. Wenn du dich traust. Trau dich! :-)

Love is blue (Paul Mauriat)

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Gedankenverloren mag ich in deiner Gegenwart sein. Jemandem, der so spannend und neu für mich ist, dass er mich I-Phone, Whats App bis Instagram und all meine Zukunftspläne und die Vergangenheit für eine gute Zeit vergessen lässt. Herrlich altmodische Zeit!

Ein Stück den Weges gemeinsam gehen; So lange es bezaubernd schön ist? Wozu, wenn es das nicht braucht?

Wie immer verstehe ich die Bedürfnisse, Ansichten und Gefühle derer, die das anders sehen mögen sehr gut. Nur bin ich vielleicht zu romantisch für reale Liebe, weil einer Gewöhnung doch immer Gewohnheit und damit Entzauberung folgt. Und wenig langweilt mich mehr, nachdem es mich erstmal unsanft und schmerzhaft aus meiner wunderbaren Verklärung gerissen hat. Aller guten Dinge mögen drei sein, ich belasse es bei zwei.

Zweisamkeit in Verbundenheit – später in trauter Einsamkeit? Hui & Pfui liegen irgendwie so dicht beieinander, wie Liebe und das unschöne „H-Wort“. Zumindest davon habe ich gehört. Erfahren.

Geschenke einer Bekannten in den vergangenen fünf Jahren an mich waren: eine Backform in Form eines Mannes und das Buch „Millionäre heiraten keine Blondinen“. Beides aus gegebenem Anlass und beides habe ich weder ausprobiert noch gelesen.

Ich werde Schwarzwälder-Kirsch-Torte einem Männerkörper aus Keks mein ganzes Leben lang vorziehen und die Ehe empfinde ich selbst als etwas äußerst Unromantisches. Und gerade ein Millionär, der sowieso nur wegen seines Geldes geheiratet würde – was er weiß – und es deswegen gerne sein lassen darf.

Vorbei die Zeit der Königshäuser, Prinzessinnen, Mätressen, der Abhängigkeit und der Guillotine.

Das Leben und die Liebe sind heute ein großer Zirkus. Ein nimmersatter Kirmes, bei dem wir oft genug nur die Wahl haben, zwischen einem flachen Bäumchen-wechsel-dich-Spiel oder tiefem tiefgrauen Alltag in Monotonie. Von Parship über Liebesäpfel zu den Scheidungsanwälten: Alles dabei – alles jeden Tag. Ohne mich bitte!

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Mein Paris :-D

Der Schnelllebigkeit & Sicherheit, dem Speed-Dating & Realismus trotze ich mit wunderhübscher blumiger Phantasie. Lieber nämlich mag ich in Gedanken schwelgen, die fluffig und süss wie Zuckerwatte sind und fantastisch rosarot. Meine Wolken Sieben und dazwischen singende Schwärme schwebender Flamingos und Luftschlösser, hübsch wie Neuschwanstein, aus bunten Kugeln sahniger Ice-Cream. Und so geniesse ich – dizzy dancing – mein eigenes Stückchen Himmel ohne den kühlen Hauch von Realität.

Orange ist es am Firmament. Die Liebe mich in Gedanken hält. Sunset und Sunrise und dazwischen die Welt.

Das Ende einer Verklärung? Nein, denn Gedankenverloren mag ich sein. Auch wenn manchmal etwas fehlt.

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Das Lyrische Ich kämmt sich versonnen das dunkel-güldne Haar.

Love is blue.

Und vielleicht gibt es sie ja doch. Reale Liebe, die ich toller finde als meine Träume.

Blue Moon

If life’s unjust, I’m struggling, feeling tweaked or bored, grab my dog & car and go out into the blue. Into the night blue to be exact.

In my pink cashmere jacket dressed and the hand brake from my light blue Bentley released. Ten years, high-class & captivatingly beautiful. Classy elegant as I like and want it.

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On orange leather on the passenger seat next to me, Randy Andy, my silver-coloured greyhound sits full of charm & grace. She’s a lady and a diva, at the same time fragile small & exquisite fine, too. Randy Andy is wearing a velvet necklace with blue sapphires – more worth than the dearly loved pooch. The noble pointed nose arrogantly sticked up in the air. Randy Andy! I have to grin. Divine! Her slender lop ears – as if joyfully anticipating – swaying in the barely perceptible breeze as I open the windows halfway, taken the hot ride in the noble car. Our last trip is weeks ago.

Leading this luxurious sophisticated Briton, deeply & majestically humming through the sleepy streets of our city now – slowly, carefully, can hardly hold it back. We want to get out. Give us a ride! The 400 hp nervously twitching under our butts at every red light. Pure anticipation. Randy Andy yelps spontaneously when we leave behind the last houses. Highway: here we are!

I close the windows and step on the gas. Supersonic and beyond us navy blue sky: blue moon – blue mood. And the scent of noble leather and the freshly perfumed dog-girl fill my nose. My lovely girl smells of roses: sultry, deep red and full. The crazy sound of the sporty Mister B. takes me out of my thoughts and inspires my spoiled ears. That’s the way we three fly through the night and the streets belong to us. I feel hot and the smile won´t disappear from my face. My dog in trance.

Two hours later the delicate Beauty dozes on my pink wool jacket which bites the rich orange colour of the leather seats. Shhh, be quiet don’t fight and let the little One sleep! Throttled the powerful engine and driving the exquisite Briton carefully the last meters. Anybody seen my baby? No-Nobody’s aware of us! Parking at my home – until the next night – the next ride – in weeks – months. Take my softly snoring girl gently into my arms.

Wonderful night! Troubles forgotten. Who needs trouble when (s)he’s got such an amazing Englishman? Randy Andy nods in her sleep.

Blue Moon

Wenn das Leben ungerecht zu mir ist, mich stresst, es zwickt oder bored, schnappe ich mir Hund & Auto und fahre raus ins Blaue. Ins Nachtblaue, um genau zu sein. Sternenklar am liebsten – nicht sternhagelvoll.

Mein rosafarbenes Strickjäckchen angezogen – die Handbremse von meinem hellblauen Bentley gelöst. Er ist 10, high-class und bestechend wunderschön. Klassisch-elegant, wie ich es mag.

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Auf orangefarbenem Leder, auf dem Beifahrersitz neben mir, thront voller Anmut „Randy Andy“, mein silberfarbener Windhund. Sie ist eine Dame und ganz Diva. Dabei zerbrechlich zierlich, klein & fein. Randy Andy trägt ein schmales Samthalsband mit tiefblauen Saphiren. – Mehr wert als der ganze lieb verehrte Edel-Köter. Die vornehme spitze Nase reckt sie arrogant in die Höh. Ich muss grinsen. Göttlich!

Ihre schlanken Schlappohren schlackern wie freudig erwartend im kaum vernehmbaren Fahrtwind, als ich, die Fenster zur Hälfte geöffnet, die heisse Fahrt im noblen Wagen aufnehme. Unser letzter Ausflug ist Wochen her.

Luxuriös, mondän und gebremst zurückhaltend grummelt mein bestes Stück tief und majestätisch durch die schlafenden Straßen der Großstadt. Langsam. Achtsam. Ich kann ihn kaum halten. Wir wollen raus. Uns austoben. Und die rund 400 PS zucken an jeder roten Ampel nervös unter unseren Hintern. Pure Vorfreude. Randy Andy juchzt und jault vor Freude spontan auf, als wir die letzten Häuser der Stadt hinter uns lassen. Autobahn, linke Spur: hier sind wir!

Ich schliesse die Fenster und gebe Gas. Supersonic-Status, über uns das marineblaue Firmament, blue moon – blue mood. Und der Geruch von edlem Leder und frisch gebadetem Hundemädchen erfüllen meine Nase. Sie riecht nach Rosen. Schwülstig, tiefrot und satt. Der irre Sound des sportiven Engländers reißt mich aus meinen Gedanken und begeistert meine verwöhnten Ohren. Wir brettern durch die Nacht. Die Straßen gehören uns. Einmal Flensburg – Weil am Rhein? Einmal Düsseldorf und zurück? Mir ist warm. Und das Dauerlächeln verschwindet nicht von meinem wachen Gesicht. Der Hund im Trance.

Zwei Stunden später döst die zarte Schönheit auf meinem rosé Strickjäckchen, welches sich mit dem satten Orange des Leders streitwillig beißt. Gebt Ruhe ihr beiden! Laßt die Kleine schlafen! Ich habe den starken Motor gedrosselt und fahre den erlesenen hellblauen Briten vorsichtig durch die letzten Kilometer. Sieht uns wer? Wir sind anonym! Galant parke ich ihn ein – bis zur nächsten Nacht – in Wochen – Monaten – und nehme mein leise schnarchendes Mädchen sanft auf den Arm.

Zauberhafte Nacht! Vergessen ist der Ärger. Wer braucht den schon, wenn er einen solch geschmeidigen Engländer hat? Randy Andy nickt im Schlaf.

Sommer in der Stadt

.. warten auf die Nacht.

Oder schon tagsüber einen Traum von Location aufsuchen, dessen Ruhe, klimatisierten Raum und bezauberndes Ambiente genießen, – dazu eine kühle Gazpacho schlemmen. Eisgekühlten Viognier dazu.

Voilà – profiter de la vie.

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Delano Miami Beach. Mit vielleicht dem schönsten Hotelflur der gaaanzen Welt. Spanische Suppe. Französischer Wein. Und geeister Minzduft bei 18 Grad in jedem Raum.

Und wenn´s Draussen kühler wird? Raus in die Parks dieser Welt. Flanieren und sehen und gesehen werden. Oder einfach weiter entspannen.

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Abendstimmung mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages: Aufgenommen während der Weissen Nächte in St. Petersburg.

Dolce Vita pur.

Merci!

 

Light up your night

Tagsüber haben wir nun strahlenden Sonnenschein. After Sunset lassen wir unsere Klamotte strahlend glitzern. Mit Lurex.

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Süsser Kurzpulli von MAJE, aus dicker grober Wolle in Rot und Weiss, mit eingewobenem goldfarbigem Faden. Ergibt feminine Klamotte in Erdbeersahne mit Goldstaub. Am schönsten: schlicht kombiniert zur kühleren Stunde.

Lurex ist flashy Eye-Catcher beim erhaschen von jedem, noch so winzigen Lichtstrahl. Tagsüber konkurrierend mit der Sonne und im damit gegebenen Doppelpack nahezu reizüberflutend. Des Nachts, ein funkelnder Traum.

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Neckische WollShorts des französischen Labels SANDRO. Schwarz, mit eingewebtem Silber aus schwer fallender Wolle. TaillenSitz, mittlere Oberschenkellänge, wunderschön! French Couture, damit die Champs-Élysées langzuflanieren. Vielleicht mit schwarzen Riemchensandalen auf höherem Absatz und schlichtem Ärmellosen Strickpulloverchen.

Wir lieben hinein gestrickte Lurexfäden in metallischem Silber und sonnenblondem Gold – in Tops und Shorts. Peppt wie Lametta an einem langweiligen Weihnachtsbaum. Schick, auch für die Stadtschönheit Paris. Und die Franzosen lieben wir damit für ihre schillernde Kreativität – Glanz & Gloria in die Mode einzuweben, einzustricken, einzubinden. Merci beaucoup!