Island in the Sun

If I were rich ..

Wenn ich superreich wäre hätte ich, wie Sir Richard Branson, meine eigene einsame Insel. „Oh Richard, nur einen Sommer?!?“ Am liebsten, wie sein Necker Island, auch inmitten der Britischen Jungferninseln. Allein die Zusammensetzungen des Wortes ist geradezu ideal: Britische Jungferninseln. Denn ich mag Britannien und Inseln, und als alte Jungfer würde ich dort glücklich inmitten von sehr viel Meer, Sand und herrlich grünem tropischem Wald ganz alleine wohnen.
Ich mag solche verträumten Gedanken und an Regentagen führe ich sie gelegentlich auch mal etwas intensiver und blumiger aus. (Ja ihr Lieben, draußen regnet es heute.)

IMG_3668
Eine glückliche Flamingoherde

Ein süßer Farbklecks auf meiner exotischen Privat-Insel bin ich selbst. In den bunten Seiden-Gewändern in allen erdenklichen Rottönen, die ich mir schneidere, steche ich zwischen all dem Dschungelgrün hervor. Auf meinem „Never-Island“ trage ich die für mich und meinen Schwarm pinkfarbener Flamingos, die noch hübschere Farbkleckse sind. „Never-Island“ ist natürlich voll und ganz an Peter Pan angelehnt, dessen jüngere Schwester ich irgendwie bin. Eher noch seine Seelenverwandte.

Die Flamingos auf meiner Insel fühlen sich so wohl, dass sie gern & gut Jungtiere zeugen, und aus der anfangs Handvoll Vögel sind inzwischen zwei Duzend geworden. Wenn ich Muße habe, sitze ich am Strand im Sand und beobachte die süßen Grazilen. Flamingos wirken so wunderbar konfus, immer etwas aufgeschreckt, hibbelig, nervös. Auf ihren viel zu dünnen langen Beinen, mit den langen Hälsen und dem hoch erhobenen – etwas arrogant getragenen Kopf, kann ich nicht genug davon bekommen, sie zu beschwärmen und zu verehren.

In einen großen Schwarm, zu einem pinken Knäuel vereint, staksen & waten meine lovely Flamingos ziellos und gemütliche Haken schlagend, im seichten Wasser. „Oh, ich stehe gewohnt auf ihr Pink!“ Was für ein herrlicher Kontrast zu dem satten Grün, dem milden Gelb des Strandes und kühlen Blau des Meeres.

IMG_2413
romantic sunset

Natürlich habe ich ein kleines Haus auf meiner kleinen Insel. Es ist etwas höher gelegen, aus viel edlem Holz gebaut und mit einer breiten Veranda, die um das ganze Haus herum verläuft. Dort kann ich den Schatten jeweils dort geniessen, wo er zu entsprechender Zeit des Tages eben ist.

Ich bin nicht so für Sonne. Das war ich noch nie und schätze den Besitz & Gebrauch von körperverhüllenden Saris und Tuniken, Pucks-Stubenfliegen-großen-Sonnenbrillen, Sonnenhüten mit 80cm Durchmesser und Sunscreen mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30. Ich mag die sanfte Wärme im kühleren Schatten und das Weniger an hell.

image (10)
Delano Hotel Miami Beach (2014) – „Keine ruhige Minute..“

Für all die Krabbel- und Kriechtiere auf meiner Insel, habe ich, bereits als ich auf „Never“ einzog, die kostspielige Nachbarinsel dazu gekauft. Dort wurden sie von einem, von mir beauftragten, Fachmann hingeschifft. Und dort können nun alle glücklich miteinander leben, krabbeln, züngeln, würgen und beißen und mich auf meiner Wohlfühlinsel in Ruhe lassen.

Bei mir hier wohnen nur die wilden Flamingos, viele andere exotische Vögel, sowie meine beiden englischen Whippet Hündinnen. Und an der Hauswand oder im Blattgrün, kleben diverse Arten von Chamäleons und Geckos.
Natürlich habe ich auch WLan. Ich wohne schließlich nicht hinter dem Mond und außerdem arbeite ich täglich. Bis zu zehn, zwölf Stunden kann ich am Stück an Kinderbüchern schreiben und dabei auf neue Ideen kommen. Zehn Stunden, die sich wie nur zwei Stunden für mich anfühlen, weil das Schreiben, das ich irgendwann in meinen 20ern angefangen habe, so kurzweilig und mit das Schönste für mich ist.

Ich habe nach jahrelanger Arbeit und Suche einen tollen Verlag gefunden, der sich heute um meine Ideen und niedergeschriebenen Worte reißt. Um allerdings nicht völlig im Kindlichen-Ich zu versinken, habe ich mich von einem sympathischen Politiker finden lassen, dessen Politik ich für gut befinde und hinter der und dem ich voll und ganz stehe. Dessen politische Reden verfasse ich als Ghostwriter. Aus dem Paradies, schreibe ich also Politik für das verregnete Europa.

Hin und wieder schreibe ich in reifer und analytischer Manier, auch mal eine zeitintensive Bachelorarbeit für einen Studenten. Ich leiste mir aber gern den Luxus, nur zu einem Thema zu schreiben, für das ich brenne und auf das ich wirklich Lust habe. Und dann ist es schön zu wissen, was die heutige Jugend, die Wissenschaft, die Bildung so antreibt und ich versinke im recherchieren und analysieren für hunderte von Stunden.

IMG_4965
„Gö da schaugts..“ FotoQuelle: Rheinische Post hinter Glas.

Ab und zu, und immer zur Schulferienzeit, kommen meine Freundinnen – die sich für mich wie die Schwestern, die ich nie hatte anfühlen, zu Besuch vorbei. Mit und ohne Kids. Ich freue mich sehr über deren Besuche. Wir lieben das sinnieren, reden, austauschen und lachen. Und beim fotografieren und zwischen Frangipaniblüten und Flamingos gehen unsere Herzen und unsere Sinne auf. Gerne würde ich den Kindern jeweils die Gelegenheit geben mit Äffchen zu spielen, aber auch die habe ich auf meiner Nachbarinsel einquartiert, weil sie mir zu hektisch und anstrengend sind. Wenn der Wind abends ungünstig steht hört man sie rufen und irre quieken und allein das ist schon Hektik für mich genug.

Die kleinen Prinzen und Prinzessinnen, dürfen diese Urlaubstage dafür im flachen, wunderbar warmen Wasser schnorcheln. Und die Welt hier unter Wasser, ist genauso kunterbunt artenreich wie das Leben auf der Insel, auf welcher ich mich um 73 verschiedene Sorten wunderhübschester Blumen kümmere.
Einmal in der Woche kommt ein Boot vorbei, das mir meine bestellten Lebensmittel liefert und auch auf meiner Nachbarinsel nach dem Rechten schaut. Auch Krabbel- und Kriechgetier haben Vorlieben und die möchte ich – des glücklichen Miteinanders wegen dort – erfüllt haben.

IMG_4120 (1)
Blütenzauber in Perfektion

Immer wenn ich kühles Wetter und Menschen zu sehr vermisse, fliegt mich ein Privatpilot nach London in den Regen oder nach Moskau in den Schnee. Das passiert so alle zwei, drei Wochen einmal. Dort, in Europa angekommen, stürze ich mich liebend gerne für zwei, drei Tage mitten ins Leben & unter Menschen. – In edle Restaurants, auf elegante Shoppingmeilen und Boutiquen und in angesagte Bars. Auch bin ich zugegebenermaßen gerne ab und zu auf bunten Shoppingtouren in LA und NY und auf der riesigen Kunstausstellung in Miami. Bis ich jeweils völlig erschöpft glückselig, wieder auf meiner Insel gelandet werde und dort allein zurück bleiben kann.

Mit Liebe lasse ich mich auch des öfteren in einen englischen oder irischen Reitstall fliegen und chauffieren. Pferde passen leider nicht auf die Welt von Never-Island. Dort muss ich mich mit Whippets begnügen. Aber Pferde riechen und reiten macht mich jedes Mal sehr glücklich und ist ein lebenslanges Dauer-Must-Have, für einen Ausflug, einen Besuch.

Wann immer ich Action suche, gehe ich vor Südafrika mit dem “Großen Weißen” tauchen, was einst ein langgehegter Wunsch von mir war. Oder ich miete mir einen schönen – und vor allem sehr schnellen – alten Sportwagen, mit dem ich auf Straßen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung  fahre.

Natürlich habe ich auch schon versucht mit einem Mann meines Herzens diese Insel zu bewohnen. Der Auserwählte hatte sich aber bald gelangweilt, inmitten dieser wunderschönen ruhigen Natur und Harmonie. Er vermisste Menschen, regelmäßige Parties und Stadttrubel. Das konnte ich gut verstehen und ließ ihn gehen.
Ich selbst liebe hier jeden einzelnen Tag und langweilig ist mir dabei niemals. Schwimmen, tauchen, kitesurfen, gärtnern, lesen und viel arbeiten, indem ich recherchiere, analysiere, nachdenke, networke und schreibe, schreibe, schreibe. Und im vergangenen Jahr habe ich auf Never einen zweiten kleinen Bungalow bauen lassen. Dort machen nun Paare Honeymoon und ich bewirte, housekeepe und „schenke“ eine bis zwei Wochen absolute Intimität und Privatsphäre auf meiner Insel.

3image-20
Partystraße, Nobelgasse – hin & (schnell) weg.

In lauen Sommernächten, nach einem arbeitsintensiven Tag, entspanne ich auf mich meiner Veranda. Vor mir steht ein Teller mit leckeren exotischen Früchten, frisch von Baum und Strauch. Ich habe sie kurz zuvor eigens geerntet.

Auf kühlem Marmor liegen meine beiden Hundemädels „Randy“ & „Andy“, weil jeder Hund bei mir so heißen soll. Und in meiner gemütlichen Hängematte, lausche ich andächtig dem Zwitschern und den sanften Schreien der verschiedenen Vögel, zähle begeistert die Geckos an meiner Hauswand und blicke dann über die Büsche, kleinen Bäume und Palmen über die stille See, an den fernen Horizont. So warte ich seit Jahr und Tag bereits auf Peter Pan, der vielleicht inzwischen erwachsen geworden ist?

 

Bei all der Träumerei, hat diese Geschichte einen tiefen Sinn.

Vor einiger Zeit kam im Kollegenkreis die private Diskussion auf, was wir tun würden, wenn wir morgen eine, zwei .. fünf Millionen im Lotto gewinnen würden. Fast einschließlich waren alle der Meinung, dass sie kündigen, und dann „etwas anderes machen“ würden.

„Was anderes? Und warum nicht damit beginnen, auch wenn wir dieses Geld nicht haben?“

Heute bin ich fest davon überzeugt, dass wer angibt, dass er sofort kündigen würde, wenn er unverhofft zu sehr viel Geld käme, im falschen Job steckt.

An was es uns fehlt wenn wir unsere Träume nicht leben? Mut & Courage.

Sicherheitsdenken mag uns zufrieden stellen, glücklich macht es uns nicht wirklich, da wir unsere Träume verleugnen. Glücklich wird der, der Mut & Courage hat und seine Träume lebt. Leicht ist diese Entscheidung und der Weg dorthin nicht, was ich selbst sehr gut weiß. Und scheitern gehört dazu. Nicht zweimal oder fünfmal; Zehn- oder zwanzigmal; Monate & Jahre. Aber ist es das nicht wert? Ist die Komfortzone wirklich eine Alternative?

image (44)

Fangen wir, zum Einstig, mal sanft an. Und step by step. :-)

Anfangen können wir damit, indem wir zulassen, dass wir träumen und dann beginnen, unsere wilden, sanften, süßen, blaßrosa Träume zu deuten. Was ich durch meinen, oben beschriebenen Traum herausgefunden habe ist beispielsweise, dass ich zum glücklich sein, eine intensive Arbeit in einer besonders schönen Umgebung brauche. Des Weiteren, dass mir qualitativ hochwertig verbrachte Zeit & Interaktion mit Menschen, die mir am Herzen liegen sehr wichtig ist. Ansonsten bin ich auch sehr gerne alleine und ganz für mich. Regelmäßig brauche ich es, mich ins volle pralle Leben zu stürzen, obwohl Ruhe einen scheinbar größeren Stellenwert einnimmt. Und das quirlige Leben nur und ausschließlich dann, wenn es sanft & stilvoll sein kann. Dass ich am liebsten täglich Natur um mich habe, aber immer wieder klein-große Portionen von edlem Luxus und Besonderheit benötige. Und und und..

Never-Island ist das natürlich nicht. Und klar wäre Never-Island schön, aber es braucht es nicht wirklich um anzukommen und das zu bekommen was ich will.

Easy, isn’t it?! Und nun ist es an dir, deinen Traum zu träumen, ihn zu analysieren und dann zu verwirklichen. Wenn du dich traust. Trau dich! :-)

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *