„Voll das Leben“

Wir können in unseren Leben so viele tolle Sachen machen: über den Tellerrand hinausschauen, ausprobieren, lernen, Herausforderungen annehmen, Neues wagen und Altes abschließen oder offen lassen. Augen auf Bitteschön, die Welt ist schöner und bunter als jeder Süßwarenladen. Es gibt Millionen Möglichkeiten eingefahrene Wege zu verlassen, oder diese und sich vielseitig zu bereichern. Unsere Leben sind endlich – die Möglichkeiten sie so reich und bunt wie nur möglich zu gestalten sind unendlich. Viel Spaß im Leben! Liebe Grüße, PP

Vermutlich bin ich ein Workaholic, denn ich entspanne und finde Ruhe in der Aktion. Und das schon mein ganzes Leben lang.

Dieser Beitrags ist für alle bestimmt, die entweder ähnlich viel Energie haben und sich ihr Leben lang, in den unterschiedlichsten Bereichen großzügig auspowern. Oder wer Inspiration sammeln mag, wie man Langeweile erst gar nicht aufkommen lässt und Bereicherung in Aktion und Vielseitigkeit finden kann.

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Ein Maiglöckchen von sooo vielen!

Für mich gibt es nichts weniger Entspannendes als passiv vor einem Fernsehgerät zu sitzen oder einen Strandurlaub. Beides mindestens dreimal ausprobiert und für nicht gut für mich und mein Wesen befunden. Lieber mache ich alle paar Jahre einen wirklich unvergesslichen Urlaub und jedes Jahr eine Handvoll Städtetrips.

Am Strand gibt es nichts zu tun. Während meine Freundin, beziehungsweise mein Freund, in der Vergangenheit in der Sonne schmorten, still und selig mit geschlossenen Augen da lagen, saß ich auf meinem Handtuch und fragte mich, was mit mir nicht stimmte. Für mich bedeutete ein derartiger Urlaub puren Stress und so mache ich diese Art von Urlaub heute nicht mehr. Mir war permanent langweilig und ich fragte mich: “Wann geht’s endlich los, was können wir unternehmen?!“. Auch wenn es nur eine Galerie, eine Shoppingtour oder ein Strandspaziergang gewesen wären.

Manche Menschen müssen einfach immer irgendetwas Produktives machen, Neues sehen, in Inspiration tauchen, spielen, phantasieren, Eindrücke inhalieren und verarbeiten. Es muss dabei sicher nicht immer die ganz große Aktion sein. – Nachdenken und grübeln reichen bisweilen auch für ein wenige Stunden, aber nur liegen, sich sonnen, „abhängen“, „rumsitzen“, nicht von der Stelle kommen oder sich berieseln lassen, tun manche tatsächlich nicht gern, langweilen sich, werden unruhig und Ruhen eben nur dann, wenn sie schlafen. Vielleicht auch gerne mal 20 Minuten am Nachmittag.

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Glücksrad. Bunt & Perspektiven. Blicke auf die Welt, die Stadt, eine Situation.

Ja, mir ist bewusst, dass ich schon öfter davon geschrieben habe, dass ich Ruhe brauche und es liebe, alleine nach Hause zu kommen um da aufzutanken. Die Ruhe die ich damit meine, ist allerdings die, dass niemand da ist und irgendetwas von mir wollen könnte. Und sei es auch nur neben ihm zu sitzen und TV zu schauen. Und das Auftanken das ich meine, ist ein Auftanken, wie ich es nur in der Aktion finden kann: Meist sitze ich dann noch für viele Stunden an meinem Mac und schreibe, recherchiere und verwerfe, schreibe neu. Fertig damit bin ich erst dann, wenn ich einen Artikel viele Male überarbeitet und umgeschrieben habe. Als perfektionistisch würde ich mich nicht bezeichnen, aber ich will zufrieden sein. Und glücklich und zufrieden: ist das nicht das Ziel von uns allen?

Lesen ist ebenfalls eine tolle Möglichkeit, aktiv zu Entspannen und sich Wissen anzueignen: sei es für das tägliche Wissen (Zeitung), auf Karrierepfaden, „Selbstoptimierung“ und/oder um an seiner Technik in einem bestimmten Sport oder einem Hobby zu feilen. Romane und Krimis können auch sehr viel: beflügeln Phantasie und regen zum Träumen und aktiven Mitdenken an. Selbst mag ich Romane weniger, dafür gerne auch Biografien. Aktuelle lese ich Geoffrey James’ “Business without the bullsh*t”. Daraus stammt auch der Satz:

„It never hurts to explore more than one area of interest, if only to diversify your skills“ 

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Nobody’s perfect. Aber unser Tun, unsere Gedanken, einige Momente können es sein.

Für mich ist der Begriff „Tausendsassa“ überhaupt nicht negativ behaftet. Ich fand Menschen schon immer faszinierend, die auf vielen Gebieten mitreden und mitmachen können und begeisterungsfähig und offen für viele verschiedene Bereiche, – das Leben an sich sind, und nahm mir solche schon früh als Vorbild. Selbst bin ich deswegen lange schon jemand, der Dinge selbstständig in die Hand nimmt, indem er vieles erarbeitet und ausprobiert.

Wenn ich gerade regelrecht blockiert bezüglich einer Sache bin, tut es mir jeweils sehr gut diese eine Sache zu pausieren. (Es sind ja noch genug andere da.) Effektiv ist diesbezüglich Richard Bransons Blick auf die Dinge, der sagt, dass wenn eine Sache nicht klappe, wir kurzfristig Abstand davon nehmen sollten, um einen objektiveren Blick aus der Distanz wagen zu können. Was natürlich auch ein guter und weit verbreiteter Rat vieler anderer Ratgeber sein wird. Hier von Richard Branson, denn er ist einer meiner selbsterwählten Long-Distance-Mentoren.

Ein Beispiel aus dem Reitsport: In „blockierten Situationen“ habe ich mein Pferd in den ersten Jahren der Sportreiterei noch jeweils gesattelt und bin aufgestiegen, um nach wenigen Runden aber zu realisieren, dass es heute eben nicht klappt. 2, 3 Tage nicht zu Reiten brachten Abstand und den gewünschten Erfolg: Der Knoten war geplatzt und die paar Tage Reit-Pause waren genau das Richtige und verschafften mir einen Schub. Ich kann Bransons Rat, und den aller anderen, die das als gut ansehen, nur herzlich weiterempfehlen.

Distanz zu Dingen zu suchen, um einen Blick auf das gesamte Bild zu bekommen ist wichtig. Gerade dann, wenn wir vieles selbstständig erlernen, ein Autodidakt sein wollen.

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Die eine Hand darf ruhig wissen, was die andere tut.

Bei Menschen die sehr vielseitig aufgestellt sind, gibt es, aufgrund der ganzen Vielzahl an Interessen, sich häufig wechselnde Schwerpunkte und immer wieder Dinge die pausieren oder enden. Wichtig finde ich, dass wir nicht mitten in einer Sache aufhören, sondern diese zu einem (vorläufigen) Ende mit einem Zwischenerfolg bringen, beziehungsweise für uns abschließen.

Ein knappes halbes Jahr habe ich nächtelang an meinem ersten Buch geschrieben, es selfgepublished, weil es kein Verlag haben wollte und seitdem noch kein neues Buch angefangen. Aber: es wurde fertig geschrieben, veröffentlicht und so bereits zwischen 50 und 100 Mal verkauft. Golf pausiert bei mir aktuell ebenfalls. Davor habe ich aber darauf geachtet, mein Handicap auf unter 36 zu spielen so, dass ich, falls ich später wieder damit anfange, nicht bei Null, nämlich Handicap 54, anfangen muss. Und das Nähen: Ich hatte bereits zweimal VHS-Kurse besucht und jedes Mal nichts für mich mitnehmen können, bis ich mir ein Buch (lesen :-)) zum Thema bestellte, mich alleine Zuhause hinsetzte und in vier Monaten über 20 Tuniken nähte, für die ich jeweils zwischen fünf bis zehn Stunden an der Nähmaschine saß. Und aktuell mache ich auch beim Nähen Pause. Mein Schrank ist voll.

Für manche Menschen verlieren Dinge eben auch ihren Reiz, sobald sie sie können, die Herausforderung damit fehlt oder merken, dass sich daraus eben nicht „mehr“ – also eine Geschäftsidee, ein Business, eine Sportlerkarriere etc. kreieren lässt.

Das Ziel beim Nähen war für mich, dass ich die hübschen Tuniken, die ich im Iran gekauft hatte, in Deutschland nachnähen wollte. Und der Zweck meines Nähens heute ist der, dass ich entweder selbst noch einmal einen tollen Stoff sehe und mir sage: „Wow, genau davon möchte ich noch ein Kleid haben“, und mich dann ans Werk setze, oder jemand anderer an mich herantritt, der gerne eine Tunika aus meinen Händen haben möchte.

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Cutie No. 12

Lesen, schreiben, nähen, sinnieren, reflektieren. Oft tue ich das auch mit Oropax, wenn mein Nachbar gerade mal wieder Schlagzeug übt, oder andere Nachbarn auf dem Balkon sitzen und ich im Sommer, bei offenem Fenster, jedes einzelne Wort verstehen würde. Das ist Ruhe und Entspannung für mich. Und das ist es auch. Gerne ausprobieren bitte.

Entspannung finde ich aber auch Draussen: Früher habe ich bis zu drei verschiedene Sportarten in einen Tag gepackt. Und als ich in Brüssel, wo ich auf der Nato gearbeitet habe und ausschliesslich Nachtschichten hatte, morgens um 7 Uhr Feierabend machte und andere Kollegen nach Hause gefahren und ins Bett gefallen sind, bin ich in die Schule und habe noch vier Stunden Niederländisch-Unterricht genossen.

Im Iran, beziehungsweise Teheran, wo das Leben sehr anstrengend war (Luftverschmutzung, Dauerstaus und Hitze) bin ich nach den 10/12-Stunden-Tagen auf der Botschaft in meinen Bungalow zurück und habe Psychologie für mein 1. Semester im Fernstudium gelernt. Anscheinend trotzdem nicht genug: Ich habe nämlich nicht bestanden. Als umsonst sehe ich es dennoch nicht an, da ich in dieses Studium hineinschnuppern wollte und konnte. Ich hätte ohnehin nicht weiter studiert. Es ging lediglich um eine sinnvolle Beschäftigung in einem Land, in dem es wenig Freizeitwert gab. Trotzdem war mein Ziel natürlich die Prüfung zu bestehen.

Auch bei der Polizei in Deutschland war es nach Jahren zunehmend so, dass mich die Arbeit weder noch vollkommen erfüllte noch forderte. Ich kannte den „Laden“, meine Aufgaben und so suchte ich mir permanente Herausforderungen in meiner Freizeit. Meist war das, wie oben schon beschrieben, sehr viel Sport. Aber ich habe parallel zu meinem Vollzeit-Polizeiberuf auch dreimal verschiedene Nebenjobs im Service gewuppt, sowie eine Ausbildung an einer Privaten Bildungsakademie zur Fitnesstrainerin und Ernährungsberaterin gemacht.

Ich meine, dass es völlig egal ist, welche Bereiche das Interesse eines einzelnen wecken. Sprachen, Handwerkliches, Nebenjobs, Fortbildungen, Sport: alles da, um unsere Welt farblich zu bereichern, aufzuhübschen, unseren Horizont zu erweitern, Neugier zu befriedigen und dabei sein zu können, mitreden zu können.  Je vielseitiger desto besser! Und das je nachdem wie viel Energie wir in die unterschiedlichen Bereiche investieren wollen. (Und ohne dabei Workaholic zu werden. (Bei mir liegt das eben in den Genen.))

Ich sehe da auch eine Parallele zu gesunder Ernährung (Gesunde Ernährung, die Wertschätzung des eigenen Körpers bedeutet.): Wenn ein Anfang gemacht ist, zieht Positives noch mehr Positives an.

Habt einen wundervollen Tag!

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Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

Ein Gedanke zu „„Voll das Leben““

  1. Das Leben bietet echt ne Menge Möglichkeiten. Ich bin auch niemand der jeden Abend vor dem Fernseher sitzt. Was du aber schon alles gemacht hast ist echt viel. Irgendwie scheinst du mehr Energie zu haben als andere. Solche Menschen inspiriren mich. Bin immer gespannt auf deinen nächsten Beitrag.

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