„Screw it – let’s do it“

Gut kann ich mich an ein Gespräch mit einer Freundin von mir und deren Cousine erinnern, das wir vor ein paar Jahren geführt haben. Meine Freundin, Controllerin mit abgeschlossenem BWL-Studium, ihre Cousine, Lehrerin auf einem Gymnasium.

Wir haben darüber geredet, ob das jeweilige Studium für den heutigen Job wirklich erforderlich war oder nicht. Bei der Lehrerin mochte das noch in größeren Teilen zutreffen, meine Freundin jedoch verneinte, und sagte aus, dass sie den Beruf, dem sie heute (sehr erfolgreich übrigens) nachgeht, auch ohne ihr Studium sehr gut ausführen könnte. Was in der damaligen Ausschreibung für ihren Posten als Voraussetzung allerdings aufgeführt war: “Abgeschlossenes Studium in BWL”.

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Ein abgeschlossenes Studium ist wie das Abitur in der Berufswelt ein absoluter „Türöffner“. Und heute vielleicht mehr als jemals zuvor, da immer mehr junge Leute in Deutschland Abitur machen und ein Studium abschließen. Somit werden jene, die das nicht vorweisen können, gleich vorweg ausgesiebt, auch wenn sie anderweitig ihre Erfahrung gesammelt haben oder das könnten, über ganz wunderbare Eigenschaften verfügen und sich schlicht außerordentlich schwer damit tun – zu lernen, still zu sitzen, in der reinen Theorie. Dafür sind die vermutlich hervorragende Praktiker und Macher. Das pralle Leben lockt!

Entbehrt es nicht jeder Logik, wenn ich das Studium für einen bestimmten Beruf überhaupt nicht benötige, da die Anforderungen andere sind, als die die ich mir durch ein bestimmtes Studium aneignen kann?

Chapeau für alle die, die ein Abi, ein Studium mit Leichtigkeit, großem Genuss und Klasse absolvieren. Und für alle anderen? Für die bin ich überzeugt davon, dass Hartnäckigkeit, Geduld und Biss sich ausbezahlen. Wenn und weil sie es auch auf anderem Weg probieren wollen oder einfach müssen.

Nicht jeder kann mit einem „schwarzen Schaf“ umgehen, und nicht jeder macht sich selbst gern zu diesem schwarzen Schaf (das die Herde verlässt?).

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Sehen wir uns meinen Liebling Richard Branson an, der keinen Schulabschluss hat. Zudem ist Branson Legastheniker, zu was er sich offen bekennt, und soll an ADHS “leiden”.

Menschentypen wie Branson zerbrechen nicht daran, dass sie ein Handicap haben. Im Gegenteil: sie machen sich das zu Nutzen. Ich bin mir sicher, und lege meine Hand dafür ins Feuer, dass er, anstatt sein Handicap ADHS als negativ anzusehen, einfach die große Energie, die ADHS mit sich bringt, positiv genutzt hat. Auch was seine Legasthenie angeht, hat er rebelliert, indem er nach seinem vorzeitigen Schulabgang ein Magazin („Student„) gegründet hat. Ausgerechnet er, mit seiner Schreibschwäche.

Einhörner sterben nicht aus. Willkommen in der Wirklichkeit!

Branson lebt längst auf der luxuriösen Sonnenseite des Lebens. Er wurde zum Inbegriff des Unternehmers, dem heute Millionen in Start-Up’s nacheifern. Angeblich wurde ihm einst von einem seiner früheren Schulleiter prophezeit, “dass er entweder im Gefängnis landen, oder Millionär werden würde”. Geschafft hat er beides. Im Gefängnis war er, nach meinem Wissenstand, nur für eine einzige Nacht; Millionär war er deutlich länger: ist heute gar Milliardär, mit eigener Fluglinie, Hotellinie und Happy-Sunshine-Insel.

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Ich lernte vor einigen Jahren einen Unternehmer kennen – einen außergewöhnlichen self-made man. Er wurde von einem Jungen, der eine extrem gewaltgeprägte Kindheit erleben musste, zum super-erfolgreichen wie vielseitigen Entrepreneur.

Einen anderen, der immer als letzter, in dem schmutzigen Badewasser der Familie baden musste. Es war kein Geld dafür da, für fünf Familienmitglieder, jeweils Wasser neu aufzufüllen. Er war der Jüngste und der Fünfte, der in die dreckige Brühe „durfte“. Mir sagte er damals, “dass er nicht weiß, ob er nicht nach dem Baden schmutziger war, als zuvor”. Auch er hat es vor Jahren an eine Spitze in der Geschäftswelt geschafft. Soweit ich mich erinnere: ohne studiert zu haben.

Hellblau und Rosarot. Wolke Sieben und Träume die wahr werden.

Piech und Maschmeyer: ähnliche Beispiel. Eine Kindheit, geprägt von Armut und/oder Gewalt, persönlichen Handicaps und so ganz weit nach oben gekommen.

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Dass so ein spezieller Weg viele Jahre dauert, ist klar. Aber manche haben ein großes Ziel vor Augen, an dem sie sich festbeißen. Und dabei ist es völlig egal, welches Handicap, welche Kindheit und welche Schulabschlüsse sie mit sich herumtragen müssen oder können.
Heute winkt bei Branson jeder ab: “Ach ja, der. Der hat leicht reden, mit all seinen optimistischen Ratschlägen etc. Der ist reich und hat dies & das, was ich auch will”.

„Der hat leicht reden“? Nein. Ohne seinen optimistischen Willen hätte er sich weder durchgebissen – noch würde er heute da stehen, wo er steht.

Der Weg, den er dafür viele Jahrzehnte lang gegangen ist, und jeder andere meiner oben genannten „Beispielsmenschen“ ebenfalls, war sicher alles andere als leicht. Dafür lang.

Auf Steine, die uns in den Weg gelegt werden, können wir auf zwei völlig unterschiedliche Arten reagieren: Daran wachsen oder daran zerbrechen. Was jeder einzelne daraus macht, ist ihm selbst überlassen.

Nach den Sternen greifen; Ich mag den hellsten haben. Ohne „bitte“.

Tja, und so wachsen manche märchenhaft über sich hinaus. Mehr, als es welche mit „normaler Kindheit“ und ohne Handicaps tun. Denn eins ist sicher: Je größer ein Stein ist, den wir beseitigen müssen, desto einfacher fallen uns weitere Widrigkeiten auf dem Weg zu unserem Ziel. Welches immer das sei.

Fantasie ist (m)ein Selbstläufer. Work hard! Dream big! – Von einem Land in dem Milch und Honig fliessen, Friede herrscht und Vögel zwitschern, Bienen summen.

Und da ist „immer wieder eine Absage zu bekommen, weil ich (noch) kein Abitur und vielleicht niemals ein Studium haben werde“, doch recht wenig. Es gilt DIE eine Lücke zu finden. Mit einem Kompromiss würde ich mich ohnehin nicht zufrieden geben und „warte“ deswegen gerne länger. Und wenn es Jahre dauert, und ich bis dahin mein Abitur und ein abgeschlossenes Studium hätte. Brauchen werde ich vielleicht morgen schon nichts (mehr) davon.

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Das liebe ich so sehr am Leben: Geschichten, die der Realität entsprechen, und dabei so herrlich aussergewöhnlich & interessant, inspirierend wie magisch – auch dramatisch sind.

Wir sollen ein Ziel nicht erreichen können, nur weil wir über ein entsprechendes Studium nicht verfügen? Also bitte!

Ich meine so etwas widerlegten Menschen bereits vielfach und werden es auch weiterhin tun. Denn wenn wir uns selbst sehr gut kennen und unsere Ziele mit Ausdauer und Leidenschaft verfolgen, aufmerksam sind, dann reicht eines Tages ein Fuß in der Tür, und wir sind drin.

Wo ist bitte die Tür? :-)

Oder wir kreieren auf dem Weg dorthin eine ganz eigene Welt. A la Alice vielleicht?

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Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

Ein Gedanke zu „„Screw it – let’s do it““

  1. In dem Artikel steckt ein bemerkenswerter Anteil, daraus zu lernen. Ich vermute du weißt wovon du sprichst? Alles Gute für dich!

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