Every experience is a valuable teacher

Am liebsten mögen wir alle die Sonnenscheinmomente im Leben. Die, in denen wir Glückskinder sein können, uns befreit und unbeschwert leicht fühlen.

Zeiten, in denen der Schuh nicht drückt, der Cinderella-Schuh des Prinzen gar passt, und wir glückselig in unserer Komfortzone lachen, glucksen, geliebt und anerkannt werden. „Es läuft“ sozusagen ganz wunderbar. Die Welt ist wunderschön!

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Die Gönneranlage in Baden-Baden. Einer der wunderhübschen friedlich-ruhigen Plätze dieser Welt.

Über uns strahlt die warme Sonne. Vorbei ziehen, wie flüchtige Gedanken, fluffig weiche Schäfchenwolken, die das babyblaue Firmament hübsch zieren und uns Schatten spenden. Zwischendurch darf es auch gerne einmal zart regnen. Dann nämlich, wenn es ein schöner lauwarmer Regen ist, der uns angemessen erfrischt. Und genau so, soll das bitte unser ganzes Leben lang sein und bleiben.

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Bunt, schön, herrlich unkonventionell. Und immer? Vom Glück geküsst natürlich! :-)

Wir können uns auch von sämtlichem Unschönem trennen, Situationen und Menschen hinter uns lassen, die nicht mehr passen und glücklich in unserer hübsch selbstkreierten Welt leben. Und das kann funktionieren: Ja, Jahre, Jahrzehnte, ein ganzes Leben lang.

Bis schließlich doch irgendjemand oder irgendetwas unsere träumerische Ruhe und Harmonie stört. Er/sie/es durchdringt den Dornenwald zu unserem Märchengarten und stiftet Unruhe im Reich der Herzkönigin, der Sonnenprinzessin, der Harmoniebedürftigen.

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Eine Komfortzone oder eine feste Heimat zu haben, sind Dinge, die mir niemals wichtig waren. Und sie sind es mir auch heute nicht. Menschen und Plätze, die mir am Herzen liegen, trage ich in genau diesem. Völlig egal dabei, wo ich gerade bin. Vielleicht wünsche ich mir aber „Heimat“ für später einmal. Und dann werde ich zurück nach Baden-Baden ziehen, oder auf eine einsame Insel, irgendwo im Nirgendwo.

Komfortzonen sind mir stets zu gemütlich, zu passiv und ich habe schon immer versucht, Menschen in meinem Umfeld anzuregen und zu animieren Neues auszuprobieren.. eigene Grenzen auszureizen.. neugierig und offen für Erfahrungen, alle Orte und verschiedenste Menschen zu sein.. über den Teller zu schauen.. lernen.. leben.. in verschiedenste Rollen zu schlüpfen.. auszuprobieren.. spielen.. kreieren.. extreme Gegensätze kennenzulernen und zu lieben. „Anders sein, statt Mainstream zu leben“ eben. Mein Credo und Motor.

Die Welt ist (zumindest meiner bescheidenen Meinung nach) zu wunderhübsch bunt und es gibt viel zu viel zu tun – auch mit Herzensbildung – statt staubige Konventionen und irgendwelche starren Regeln zu befolgen… Als an nur einem einzigen Wohnort zu bleiben, immer an denselben Ferienort zu reisen, Pauschalurlaube und Zeit mit dem ewig selben Bekanntenkreis und Umfeld zu verbringen… Als dem immer gleichen Beruf, der immer gleichen Position, Loyalität zu widmen während wir immer mehr in Langeweile abdriften… Und – ganz besonders wichtig: als sich der spießigen Meinung der Gesellschaft über „gewollte, gemusste“ Normalität zu fügen. Hurra!

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„Sorry“, ich ticke schon immer und das hoffentlich lebenslang „ein bißchen anders“.

Das alles werde ich vermutlich noch mein ganzes Leben lang predigen und selbst so leben sowieso. Auch, dass andere ohnehin genau das über uns denken, was sie über uns denken wollen und dass sie das doch ruhig können. Es ist allein ihre Sicht der Dinge. Und:

Wer busy in seinem eigenen Leben ist, der hat weder Zeit noch Lust dazu, andere & andere Vorstellungen und Lebensweisen zu kritisieren oder zu belächeln.

Eine, meine Passivität hatte ich in einem anderen Bereich: Der Verdrängung anstatt der Aufarbeitung meiner Kindheit. Mit rosaroten Scheuklappen bin ich dieser Geschichte sehr viele Jahre lang (scheinbar) formvollendet und erfolgreich aus dem Weg gegangen. Ich habe den Weg der großzügigen Verdrängung gewählt. Nicht dauerhaft erfolgreich allerdings, sondern nur bis zu dem Zeitpunkt, bis mich das Schicksal vor ein paar Jahren, zur Aufarbeitung der Vergangenheit gezwungen hat. C’est la vie!

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Blassrosa, umwerfend, fabelhaft!

Oprah Winfrey hat in ihrem Buch „What I know for sure“, folgenden Satz niedergeschrieben:

„Healing the wounds of the past is one of the biggest and most worthwhile challenges of life.“

Und diese Wunden, aus unseren nahen oder fernen Vergangenheiten, können welche verschiedenster Art sein. Und wie Oprah Winfrey, machten und machen diese Erfahrung, wie ich inzwischen auch, noch viele andere.

Denn jeder von uns trägt einen mehr oder weniger dunkleren Fleck, einen kleinen oder größeren Rucksack – sein Päckchen – spazieren. Und wer sich nicht von allein dazu aufrafft diese Bereiche zu heilen, anzugehen, sich ihnen zu stellen, für den treten von Zeit zu Zeit immer wieder Menschen oder Situationen in unsere Leben, um daran arbeiten zu können.

Wer sich nicht stellt, den zwingt das Schicksal früher oder später. – Zum Glück – denn dafür können wir dankbar sein.

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„I do not exist to impress the world. I exist to live my life in a way that will make me happy.“

Manchmal können wir auch dann erst klar und wolkenlos sehen. Dinge, die wir unter bunten Farben nicht erkannten, Muster, mit denen wir dann endlich anfangen dürfen zu brechen. Völlig egal was das sein mag. Sei unser eigener Rucksack: cosy Bequemlichkeit, zu viel Sicherheitsdenken, knallrote Selbstgefälligkeit, kanarienvogelgelbe Missgunst, blasse Unzufriedenheit, Ex-Beziehungen, verlorene Freunde, Komfortzonen-Rumgesitze, schlechte Ernährung, Süchte, Fluchten, Abschiede, zu wenig herzchenrote Selbstliebe, Kindheit, Jugend, Straftaten, mangelnde Nächstenliebe, Falschheit, Feigheit, Stutenbissigkeit, schwarze Krankheiten, graue Handicaps, Pessimismus, Langeweile, Egoismus, Nicht-in-die Puschen-Kommen, Auf-der-Stelle-Rumgetrete, Traumata und anderes Trauriges.

Deswegen ja:

Every experience is a valuable teacher.

Ob eine schöne, weniger schöne, oder auch schmerzhafte Erfahrung: das Tolle dabei ist, dass wir gerade aus den unschönen, schmerzhaften und unliebsamen Erfahrungen unglaublich vieles lernen und mitnehmen können. Wunderschönes, Brauchbares, Bannbrechendes, Faszinierendes, und uns – erleuchtet, bereichert.

 

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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