Einmal Glitzer bitteschön!

Es war einmal ein Kollege, dessen Lebensfreude in einem königreich-großen Ausmaß davon getrübt war, da er einfach nicht befördert wurde.
Er war ein Lieblingskollege unserer Dienststelle: weltoffen, zuvorkommend, freundlich und besser in vielen Bereichen als die meisten anderen – mich eingeschlossen.
Gerade deswegen zerriss‘ es uns geradezu das Herz, wann immer er so leidend und traurig war. Sein übermächtigster Herzenswunsch schien einfach nicht erfüllt werden zu können.

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Unzufriedenheit im Paradies?

Dieses Thema war sein Tagesthema, damit unser Streifenwagengespräch, und eine Basis unserer Frühstücksszenarien vor dem üblichen Tagesgeschäft.

The same procedure mehrmals wöchentlich.

Sein ganzes wunderhübsches Leben war tatsächlich stark beeinträchtig von dieser permanenten Unzufriedenheit. Alles was er sonst an märchenhaft Wunderschönem hatte: sichere Arbeit, neues Haus, kleines Kind, schienen bisweilen zweitrangig zu sein und gingen in seinem jeweiligen Jammern meist gänzlich unter. Er litt spürbar zu stark an dieser einen Unzufriedenheit: der Ungerechtigkeit der Nicht-Beförderung. Und wir litten mit.

Nach seinem Rechtsempfinden wäre er an der Reihe gewesen. Und dem haben viele – auch ich – beigepflichtet. Er war im Recht. Er hätte es tatsächlich verdient gehabt. Ich fand es nur stets schade um die mit ihm verbrachte Zeit, da er ein sehr angenehmer und inspirierender Mensch war. Schwierig auch für seine eigene tolle Lebenszeit, die von diesem so negativen schwermütigen Gefühl & Gedanken unglücklich ummantelt und dominiert wurde.

Mehrere Jahre vergingen.

Bei unserer circa 57. Streifenfahrt – einem ruhigen Tag, bis auf sein Wehklagen – fragte ich mich mal wieder:

Warum sieht er die wunderbare Sonne und den hellblauen Himmel nicht, die herrliche Umgebung in der wir gerade “spazieren” fahren dürfen?
Selbst die tiefschwarze Krähe auf dem dreckigen Acker, kann ein rosa-apricot-farbiger Flamingo an einem Strand auf Aruba für uns sein.

Und im beruflichen Kontext: “Schlimmeres Klientel” wird, so man es anlächelt, auch oft kooperativer und „besser drauf“.

Alles ganz prima. Eigentlich.

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Sanftes Apricot. :-) Einmal lächeln bitte!

Wenige Tage später ereilte uns in der Frühstücksrunde die Nachricht, dass er befördert werden würde. Endlich! Wie schön!

Uns anderen fiel ein Stein vom Herzen und wir freuten uns so sehr für ihn, dass wir ganz aus dem Häuschen waren:

Sein Herzenswunsch ging in Erfüllung!

Eine eigene Beförderung in diesem Beruf, war für viele von uns nicht annähernd von so großer Bedeutung, da es Regelbeförderungen sind. Diese kommen nämlich früher oder später von ganz allein. Völlig egal, ob wir uns bis dahin darüber ärgern, uns aufreiben, ob wir jammern oder dem Ganzen gelassen entgegen sehen und währenddessen unser Leben leben.

Das Faszinierende dabei war nun die Reaktion des besagten Kollegen: Er freute sich nicht so von Herzen, wie er vorhin von Herzen gelitten hatte.

Wir hingegen schlugen ihm anerkennend auf den Rücken oder gaben ihm strahlend gratulierend die Hand. Und er? Er reagierte völlig verhalten.

Was war nur los? Sein Herzenswunsch. Hey, aufwachen!!

In den Tagen und Wochen später kristallisierte sich heraus, dass eine andere Unzufriedenheit seinerseits gefunden wurde, welche von nun an bejammert werden konnte. Wieder war etwas ganz schlimm, ungerecht und lebenstrübend. Eine neue Sache also, die ihn und sein Umfeld von nun an und in Zukunft, in großem Maße zwicken sollte. Und das ist sehr schade.

Es ist ein Muster. Und es geht dabei nicht um die bestimmte Beförderung, schlechtes Wetter, zu struppige Haare, die eigene Figur, das neue Auto, den vermeintlich perfekten Job etc.

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Manchmal schlicht die beste Lösung :-)

Diese Geschichte ist ein gutes Bißchen überzogen von mir erzählt, dennoch so passiert.

Es geht mir um die Message:
Sich über Gegebenheiten aufregen, die wir nicht ändern können oder wollen.

Warum? Wozu? Schade um die schöne Zeit!

“Love or leave“. Vielleicht auch „change“.

Es gibt sie, die Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben, die wir nicht ändern können. Und, dass die oft nicht die eigentliche Ursache für unsere Unzufriedenheit sind, zeigt diese Geschichte wohl ganz gut. Das sollten wir erstmal ehrlich hinterfragen, bevor wir uns unser Leben permanent negativ und schlecht reden.

Und dann gibt es vielleicht noch die Möglichkeit, dass wir gehen. Dazu gehört Mut, und auch dafür gibt es Pros und Cons.

Und wenn wir beides für uns ausschließen können, dann sollten wir einfach großzügig kunterbunten Glitzer über solche Gegebenheiten, solche Menschen, solche Gute-Laune-Killer streuen.. Oder den rosa, oder auch den hellblauen Filter darüber legen..

Uns auf das wirklich Tolle in unseren Leben fokussieren.

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PetissaPan, – einmal blau gefiltert heute.

 

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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