Zwei für einen

Für jeden unglücklich geplatzten Traum – der wie eine schön schillernde Seifenblase in der Luft zerplatzt und damit verschwunden ist – sollten wir uns einen neuen Traum suchen. Mindestens. Besser noch, wenn wir uns sogleich zwei neue wunderschöne Träume für uns suchen.

Träumen kostet nichts – außer etwas Zeit vielleicht – und tut so gut.

Träume zu haben ist eine der schönsten Weisen, einen gesund fröhlichen Optimismus zu leben und sich selbst zu Taten zu motivieren: Wir schüren spürbar Vorfreude damit und diese lässt uns morgens quietschvergnügt und früh aus dem Bett hüpfen, uns Pläne machen, darauf hinarbeiten, Aktionismus in Bewegung setzen.

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Ein Traum? Wunderschöne Natur!

Mein Traum für diesen Sommer war Irland. Darauf hatte ich mich bereits länger gefreut: Dem Großstadttrubel hier zu entkommen und den ganzen Sommer über, am dortigen Atlantik zu verbringen, den herben Wind, die salzige Luft und das satt-grüne Gras zu inhalieren und zu genießen.

Ich träumte und schwelgte in Sehnsucht von viel purer Natur, von zahlreichen Spaziergängen entlang herrlicher Küste und beeindruckenden Klippen und davon, durch den Sand am Strand – zu Pferde oder Pony – galoppieren, zu fotografieren und zu schreiben.

Es wäre dabei jedoch ganz und gar nicht nur die Seele bezaubert baumeln lassen gewesen. Überhaupt nicht. Ich hätte dort auf einer Farm für einen irischen Bauern (Eamonn) gearbeitet. Direkt an der Küste, im Süd-West-Zipfel Irlands. Der Deal war: meine Arbeit gegen freie Kost und Logis.

Meine Aufgaben wären fünfmal wöchentlich Torf stechen, Zäune bauen oder flicken, Rinder hüten, Kälbchen knuddeln und alle zusammen auf verschiedene Weiden zu treiben, sonstige Arbeiten auf dem Hof, Fischen und eventuell Dachdecken des Sommerhäuschens gewesen.

Leider klappt es nun nicht und zwei Monate Vorfreude sind einfach so dahin. Aus und vorbei sozusagen: dieser Traum wird verfallen, genauso wie mein Flug, den ich leider nicht rücktrittsversichern habe lassen. Aber wer weiß schon, vielleicht fällt mir noch was Schönes dafür ein?

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Ireland hat Bestand – und so auch unsere Träume :-)

Geplatzte Träume sind immer erstmal unschön und traurig. So habe ich das auch gestern aufgefasst, als ich darüber Kenntnis gewann und mich schweren Herzens gegen die sommerliche Farmarbeit entscheiden musste.

Geplatzte Träume sind aber auch dazu da sich in Resilience zu üben, sich zu beweisen, – sich selbst etwas zu beweisen:

So nämlich wie Scheitern nicht das Gegenteil von Erfolg ist, sondern der Weg dorthin, ist ein gescheiterter Traum nicht das Gegenteil eines zu realisierenden Traumes, sondern: der Weg dorthin!

Und er macht Platz für einen anderen Traum, mit dem man, den nun leeren Zeitraum, überhaupt unser ganzes Leben, dann glücklich füllen kann und auch sollte. Bevor wir traurig dasitzen und uns ausmalen, was hätte sein können WENN … Denn „wenn“ ist nicht eingetroffen.

Wie oft auch werden Menschen, die beachtliche Karrieren hingelegt haben hingeworfen und wie oft scheitern sie bitterlich? Wir sehen am Ende oft nur deren Erfolg.

Was wir für unseren eigenen Erfolg tun können, ist positiv zu denken und aufstehen wenn wir kurz hingefallen sind. Gut, vielleicht auch mal herzzerreissend weinen, uns etwas quälen, im Selbstmitleid suhlen, Pralinen naschen, ganze Tempoboxen aufbrauchen und dann wieder nach vorne sehen: uns aufrappeln, einen anderen Weg gehen – indem wir einen anderen Traum leben – und niemals mehr wieder, über genau diese eine Sache weinen oder ihr nachtrauern.

Es gibt ein süßes Sprichwort im Englischen dazu (Vielleicht kommt es sogar aus dem Irischen?):

Don’t cry over spilt milk!

Ja, wirklich schade um Milchkühe und Meeresluft in Kerry. – Die goldene Butter dazu schmiere ich mir eben genießerisch aufs Brot … und hecke einen neuen Plan. Denn die Butter vom Brot nehmen lassen, dass sollten wir uns auch nach großen Enttäuschungen, geplatzten Träumen, Niederlagen, Scheitern, nicht und niemals. Weiter geht’s!

„We should all dream, and encourage others to do so too. Dreaming is one of humanity’s greatest gifts.  I’m a born optimist. I think it’s much more fun in life to be an optimist.“ (von Richard Branson)

.. Und das unterschreibe ich nur zu gerne.

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Das Leben ist bunt. Ein geplatzter Traum ändert daran nichts, denn es gibt unendlich viele Träume und jeder einzelne läßt sich durch einen neuen ersetzen. Klamottenmix wie ich ihn im Sommer am liebsten mag. Wäre in Irland eh untragbar gewesen. 😉 Wo nun hin des Weges?

 

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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