Rächen mit Engelslächeln

Kürzlich bin ich über einen älteren, doch ziemlich amüsanten Artikel gestolpert: Die Ex-Geliebte (Miss Wilkins) eines ehemaligen Obama-Beraters in USA, hat sich an ihrem Ex-Liebelein auf ganz ungewöhnlich kreative Art und Weise gerächt.

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Nein nein, kein Kinderspielzeug – Persisches Museumsgut.

Hand auf mein Herz: Ich beteilige mich nicht an Klatsch, Tratsch, Gerede und generell irgendwelchen Lästereien. Dies langweilt mich fürchterlich – einschläfernd – und ich kann und konnte dahinter noch niemals einen Sinn sehen. Menschen die darin aufgehen, passen im Umkehrschluss genau so wenig zu mir, wie es welche tun die wiederum Rache generell verteufeln. Denn Rache finde ich zugegebenermaßen „irgendwie nett“, da spannend und so originell.

Rache also. Gibt es sonst noch Gefühle, die die Moral der Menschheit derart spalten?

(Ja, Klatsch & Tratsch, aber da bin ich wie gesagt raus.)

Ist also Rache tatsächlich per se verwerflich oder ein gekonntes charmantes Gegenspiel zu ehemals vorherrschenden Gefühlen? Und entzückend unschuldig schauend frage ich mich, warum wir “sich rächen” immer schwarz-weiß sehen müssen? Rot ist ja auch nicht gleich Rot und hat ganz viele wunderbare Facetten. Inspirierende Pinktöne beispielsweise, raffiniertes Burgundy, beeriges Himbeer, sanftes babyrosé, männermordendes Feuerwehrfahrzeugrot. Und so ist Rache eben nicht gleich Rache.

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Every rose has its thorn.

Der vormals Geliebte (Phillips) hatte doch „gestern“ noch seinen Spaß im Abservieren von ihr, und „heute“ schon Freude im Haus mit der Neuen – und in der Zeit mit ihr, uns, mir im „vorgestern“ sowieso… Und wir haben eben nun wieder unseren Spaß in unseren Leben, und wenn sich irgendwann der Zeitpunkt für eine gelingende Revanche bietet: Why not?

Keep it simple?

Ehrlich ich mag, wenn es paßt, kleine herzhafte Gemeinheiten, die meine reine Seele frech hüpfend beleben, wenn schwarze Streifzüge anderer Seelen sie womöglich kurzfristig betäubten und in einem unglaubwürdigen Aha-Erlebnis zurückließen.

Kneif mich bitte. Ist das real oder träume ich nur schlecht?

Deswegen ja: Ehre wem Ehre gebührt und Rache wem Rache gebührt.

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Eva und ihre Verführung im Paradies war ja bekanntlich auch alles andere als „harmonisch“.

Im geschilderten Fall muss ich leider erkennen und zähneknirschend mit erwähnen, dass diese Ex-Geliebte von der Ehe und Frau ihres Lovers sehr wohl wusste. Und das ist schwerlich tatsächlich zu verzeihen. Seufz… Ok… Anderes Thema!

Hier blende ich das frech mal aus und ergötzen wir uns doch einfach ein wenig an ihrer herrlich frechen Kreativität. Besagte Wilkins nämlich, wurde unverhofft spontan auf eine wohl etwas unschöne Art und Weise, von ihrem genauso reichen wie verheirateten Liebhaber abserviert.

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Besser immer schön bei Laune halten – die engelsgleichen Geschöpfe dieser Erde.

Der Wunsch des Mannes „mit doppelt beschäftigtem Hannes” ist nach einer derartigen Liaison natürlich glasklar: Contenance und Geheimhaltung bitte.
Nicht so im Sinne der zurückgelassenen Stiefelkatze allerdings:

Ehefrau anrufen, den Porsche zerkratzen, schien ihr aber alles nicht angemessen genug zu sein.

Meine Ideen zur Rache generell, die eher süß, dafür erfinderisch bis überraschend genial daherkommen, hätten ihr wohl auch nicht genutzt: Einen toten Hering in die Vorhangstange stecken oder den edlen Flokati mit Kressesamen anreichern und ordentlich gießen sind Kleinlausemädchenstreiche.  Erfüllen allerdings ihren Zweck ganz wunderbar, ohne gewisse Grenzen zu überschreiten.

Tja, einmal Kobold – immer Kobold. Und hurra, dazu stehe ich aus vollem Herzen und habe vielleicht als strafmildernde Erklärung vorzubringen, dass mich Kindersendungen wie Pumuckel und Pippi Langstrumpf nachhaltig inspiriert haben und mir deswegen noch heute von Nutzen sein dürfen. Und ich mach‘ mir die Welt, nunmal gern wie sie mir gefällt. Außerdem, etwas „Selbstjustiz“ ist doch legitim, gerade weil ich ja Polizistin war und die Grenzen zur Straffälligkeit auswendig aufsagen und im Schlaf sprechen kann und stets diesbezüglich tätig werde.

Nicht lustig? Aber funny!! 😀

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Richtig toll (und teuer) dagegen ist natürlich Wilkins Idee:

Sie hat die gemeinsame intime Sache zwischen ihrem Gspusi und sich sehr clever unter die breiten nichtsahnenden Massen gebracht: Für über 150 000 Dollar, vier riesige Werbetafeln am Time Square in New York gemietet. Darauf präsentierte sie zärtliche Fotos von Phillips und ihr.
Damit Gesprächsstoff für die etwas puritanisch-prüde US-Society, die ihren “Sexskandal” und herrliches Klatschfutter bekommen hatte.

Himmel, doch wieder Klatsch & Tratsch also.

Aber daran beteilige ich mich nicht. Die Lady tut, schweigt, genießt und vergisst. Ja, ist das alles denn nun ladylike? Völlig egal! Welche Lady muss sich denn stets als Lady beweisen? Damit ist es doch das gleiche wie damit:

Be a good person but don’t waste time to prove it.

Und Wilkins wird sich provokant gedacht haben, dass sie das „Lady sein“ nun wieder für richtige Männer in ihrem Leben aufheben wird.

Wie sagte bereits Aristoteles

Tue Gutes denen die dir Gutes tun, schade denen die dir schaden.

Oder wie wäre es mit: Sei Lady für die Gentlemen und Kobold für die Buben?

Ich finde das ulkig, um im Kobold-Jargon zu bleiben. Ein, die Lachfalten strapazierender Gag, der Inspiration und Warnung zugleich sein mag. Kommt Leute, wer wird schon gern bewusst veräppelt, unfair abserviert… auch wenn wir nur Gutes dabei lernen werden und ’ne Menge mitnehmen.

„Du wirst nie mehr wieder einen Mann wie mich finden“. „Ja? Stell dir vor, genau das ist mein Plan!“

Diese Riesenposter mussten zwar bald wieder abgehängt werden, haben allerdings ihren Zweck voll und ganz erfüllt: Phillips musste die Affäre öffentlich eingestehen und wünschte Wilkins zähneknirschend „Alles Gute“, während ihm zu Hause die Ehefrau und in der New Yorker Society das Gerede ordentlich zusetzte.
Hach, manchmal gibt es eben doch noch etwas Gerechtigkeit – im Kleinen.

Moment, dürfen wir das tatsächlich so sehen?

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Träumen ist doch erlaubt. ;-)

Ich sag’s euch: ich kann. Und nenne es Unfug, Klabautertum und süße Nonchalance und mischiviousness im Bezug auf ein ehemaliges Liebchen. Eine süße Leichtigkeit, die aber bitte niemals in eine Verbitterung oder Verbissenheit umschlagen darf. Deswegen ja „Nonchalance“. Die allem wenig Hübschen je Dagewesenen, einfach originell die Krone aufsetzt. Chapeau!

Gut, viele mögen das Wort Rache nicht. Moralisch verwerflich, sagt der Mainstream und so weiter. Wie aber steht’s mit:

… Returning the flavour.

Sounds nicer.

Und ganz deutlich gesprochen: ein Mann, der sich uns gegenüber nicht (mehr) wie ein Gentleman, sondern dessen Gegenteil verhält, braucht nicht darauf zu hoffen, dass wir ihn weiter als gentle sehen wollen und ihm gegenüber dementsprechend agieren.

Einer der es für mich war, ist und bleibt hingegen, hat nichts zu befürchten – nur zu lieben und geliebt zu werden.

Give me 5 Wilkins! – Auf Männer die lieben und anständig verlassen können.

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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