Nachtigall ich hör‘ dir trapsen

So, ich bin nun modern geworden: ich twittere nämlich jetzt! Beziehungsweise twittern ich nicht und bin nur seit einigen Tagen auf Twitter und folge dort neugierig-interessiert, informiert und amüsiert.

Aller Guten Dinge sind bekanntlich drei. Und genau drei Persönlichkeiten sind es auch, denen ich nun beim Zwitschern zuschaue: Nr. 1 ist natürlich Richard Branson. “Who else?” Das wird niemanden verwundern, der bereits mehrfach auf meinem Blog geschnuppert oder gelesen hat und sieht was ich bei Facebook mag und teile. Branson ist mein Motivator, zugleich Seelenverwandter.

Nr. 2 ist Christine Lagarde. Lagarde bewundere ich sehr, folge ihr auch auf Facebook, höre mir seit längerem bereits regelmäßig ihre Reden an und bin tatsächlich hochmotiviert und offen ihrem Tun, Engagement und Agieren gegenüber. Sie ist eine meiner fünf Lieblingsfrauen. Lagarde eine, die ich aus ernsthaftem (politischen) Interesse heraus inspiziere.

Und Nr. 3 – und er ist der tatsächliche Hauptgrund für meinen angelegten Account – ist Trump: Die Trompete. Viel Lärm – wenig dahinter?

Meine Vorliebe in der Musik gilt schon immer dem Klavier, vielleicht noch der Geige, Streichern allgemein… Aber Trompeten und “to trump“ haben bei mir eher wenig Sympathiepunkte.

Trump folge ich, um mir entweder den Tag aufgrund seiner eigenen Tweets, sicher aber derer, die diese kommentieren, amüsant zu versüßen. Manchmal auch um mich sanft kurz aufregen zu dürfen und einen zu niedrigen Blutdruck etwas zu pushen. Gesund damit! Und neugierig. Tiefer lasse ich sein Agieren und Gebärden allerdings nicht wandern, da ich – wie wir alle, ihm machtlos gegenüber stehe und bloßes sich Aufregen keine Lösung darstellt.

Mein größtes Problem mit ihm darf ich trotzdem schnell erläutern? Trump ist es für mich nicht, aufgrund seiner umwelt- und menschenverachtenden, wie -vernichtenden Politik. Wenig erfrischend nämlich finde ich allgemein den Umgang mit Menschen, die ausschließlich in ihrer selbstkreierten Blase leben, sich nur mit ihresgleichen oder Bewunderern umgeben, sich auch nur für ihre eigenen Belange interessieren und Macht und Geld nicht dafür nutzen Gutes zu tun und eine Stimme zu haben und zu erheben, sondern allein um eine selbstgefällige und weltfremde Größe zu demonstrieren. So sehe ich Trump. Und wo bleibt bei jemandem wie ihm: die Inspiration, die Einblicke und Bereicherungen in eine kunterbunte Welt und die Möglichkeit für euphorisches Wolke-Sieben-Träumen, kreatives Weltverbesseren, munteres Querdenken, Stubborn-Sein und sternenglanzhelle Lichtblicke?

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Traufe und Regen. Und Trump passt zu vielen so „gut“ wie Wollsocken in Ballerinas an einem Regentag.

Auf anderen Social-Media-Kanälen folge ich gern mehr Leuten und Persönlichkeiten. Twitter ist mir aber Neuland – bislang köstlich unberührtes Neverland – und darum so herrlich spannend und ich konzentriere mich deswegen ausschließlich auf diese drei: Zweimal flamingorosé und einmal nachtrabenschwarz.

Böse Zungen könnten (und werden) behaupten, dass ich aktuell mehr Zeit habe, als „damals“ als ich noch Polizistin war. Da kann ich gegen halten. Allerdings tangieren mich böse Zungen auch herzlich wenig. Mein Tag heute ist tatsächlich angenehm „busyer“ und gibt mir ein sinnvoller ausgefülltes Gefühl, als zu der Zeit, als ich die letzten vier, fünf Jahre noch Vollzeitpolizistin gewesen bin.

Nach einer sehr langen Zeit in einem Beruf, – sei er auch noch so abwechslungsreich, ist vielleicht irgendwann der Punkt erreicht, an dem wir etwas vermissen?

Nun bin ich Schülerin. Gerade nach der Halbzeit zum Abitur. Viereinhalb Stunden konzentrierter Unterricht und jeden Tag noch mindestens zwei Stunden lernen dazu. – Am Wochenende meist deutlich mehr als nur zwei und in den Klausurvorbereitungen im Schnitt sechs – aber auch mal bis zu neun Stunden – täglich.
Da hat jeder Tag immer mehr als acht Stunden, denn nebenbei schreibe ich viel und vielseitig, beschäftige mich jeden Tag noch mit Englisch sowieso und mit meiner Vision natürlich.

Nö, mir fliegt nichts zu. Lerntechnisch leider überhaupt nicht. Ein Drittel der Fächer finde ich spannend und hochinteressant, – und da läuft es dann auch mit sehr wenig Input sehr gut. Das zweite Drittel ist solala – mal mehr mal weniger attraktiv – und davon abhänigig auch die Intensität, mit der ich mich ihm widmen muss. Und zum letzten Drittel der Fächer finde ich insgesamt wenig bis keinen Zugang und möchte alles regelmäßig hinwerfen und mich wieder in meinen ruhigen Beamtenstatus zurückziehen. Das mache ich allerdings (noch?) nicht, klemme mich hinter die Bücher und beiße und quäle mich durch die Materie.

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Bereits 2013 begann in meinem Leben ein drohendes Brodeln und 2015 habe ich den Absprung gestartet. Nun bin ich hier: Zufrieden, Fortschritte sehend, Kleinigkeiten würdigend und mit Spannung betrachtend, aber doch auch hibbelig und “sofort” zum Sprung bereit, weil ich aktuell weder das habe wonach ich strebe, noch was das werden wird. Dies hat sich mir entweder noch nicht vollständig erschlossen, oder mir liegen derzeit größere Steine dafür im Weg.

Steine, von denen ich normalerweise immer behaupte, “sie zu nutzen, um darüber zu springen”. – Was aktuell nicht funktioniert. So finde ich mich gerade in einer Situation, in der mein Leben trotz allem Fortschritt, den ich täglich zu machen versuche, stagniert. Und das ist es was ich nun aushalten muss und mir damit nicht ganz so leicht tue. Da macht sich meine Ungeduld bemerkbar.

Aushalten ist schwer, wenn man alles gibt und keine tatsächlichen Erfolge verzeichnen kann, im Hinblick auf die Sache wo es hingehen soll.

Da ist regelmäßige Informationsbeschaffung und Belustigung auf den verschiedensten Kanälen nicht nur Inspiration wie es weiter gehen soll, sondern auch Entspannung und verspricht Ablenkung.

Ob Frau in meinem Alter überhaupt noch Abi machen muss? Ich weiß es nicht. Wirklich nicht. Bei einem Jobangebot das ich will, der Nische, die ich zu finden versuche, bin ich sofort (sobald ich mein Fachabi habe) weg! Sonst mache ich eben noch das Vollabitur.

Über mich lässt sich sicher vieles behaupten, und was zu 100% den Tatsachen entspricht, ist der Punkt, dass ich nicht der Typ bin, der gerne herumsitzt und gefühlt nur passiv was tut. Ich muss und möchte raus ins Leben, unruhig sein, bisschen zappeln, planen, machen, tun und mich und Dinge wie Menschen bewegen und anpacken.

Bereits meine Großeltern hatten mir in meiner Kindheit Geld dafür geboten, wenn ich nach dem Essen sitzen geblieben wäre. Sie waren etwas irritiert von meinem permanenten Rumgehopse und energiegeladenen Tatendrang. Geld war mir allerdings egal und ich war weg, denn was ist schon eine Mark im Hinblick auf die Möglichkeit sich frei bewegen zu können?

Schnell habe ich meinen Teller leer gegessen, um die getankte Energie sofort wieder loswerden zu können, indem ich dann kopfüber an den Ästen in den verschiedensten Bäumen baumelte und irgendwelche Streiche ausheckte. Keck habe ich Oma, Opa und meine Brüder von dieser Perspektive aus, dann neugierig dabei beobachtet, wie die ihre Mahlzeiten zu Ende gegessen haben.

Meine Brüder haben mich stets interessiert und Oma hat mich flehentlich angesehen. Vergeblich hat sie mich darum gebeten, wieder hinzusitzen und versuchte mich zu locken: „dass es noch Nachtisch gäbe“.
Neinnein, Nichtstun und Ruhen war noch nie eine Option für mich und wird es auch niemals werden. Und den Nachtisch hatte ich sowieso häufig genug direkt vor meiner Nase baumeln: Äpfel, Kirschen und Birnen direkt vom Baum. Gibt’s was Besseres?

Ich bin eine Getriebene. Berauscht und gelockt von all dem was unsere wunderbare Welt bietet. Ich ruhe in mir selbst und trage Menschen, die ich liebe in meinem Herzen und so braucht es kein stetes Leben an nur einem Ort mit nur einer gelebten Idee.

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Ja, so schaut’s aus.

Meine Entscheidung für den Polizeiberuf war auch keine Eintagsfliege oder nicht sehr wohl und mit Strategie durchdacht. Und das schon mit nur 16 Jahren. Ich wollte Aktion, Abwechslung, Spannung, Spiel und Schokolade und auf gar keinen Fall einen Bürojob. Und den möchte ich auch heute nicht.

Kann Jura nicht fast nur auf Schreibtischarbeit und viel hinterngesitzigem Lernen beruhen bitte?

Ein weiterer Traum von mir droht sonst zu nämlich platzen. Energiegeladene Naturelle müssen sich bewegen. Das tut auch dem Rücken sehr viel besser, dessen Muskulatur sonst kläglich verkümmern könnte.

Mit der Schule ist es nun so bei mir, dass sie mir schon Spaß macht und ich sie als eine unkonventionelle Erfahrung ansehe. So etwas finde ich immer bereichernd. Ausserdem lockt mich der Status, noch bevor ich 40 werde, mein Abi in der Tasche haben zu können. Und zudem gehe ich aktuell noch immer keinen anderen Weg, da ich noch keinen gefunden habe, hinter dem ich 100% stehen würde.

Da ich mich kenne und weiß, wie groß bei mir der Unterschied zwischen „interessiert an einer Sache zu sein“, und „tatsächlich Passion für etwas zu haben – zu brennen“ ist – warte ich darauf. Bis dahin lasse ich die Finger gleich davon oder teste nur vorübergehend Halbherziges. Und arbeite täglich daran das Feuer meiner Passion, in irgendeiner Art und Weise, auf irgendeinem Gebiet, für mich entfachen und diesbezüglich tätig werden zu können

So lange dies nicht der Fall ist, halte ich aus und durch. Denn das allein bleibt die Alternative: In einer Stadt die mich nicht (positiv) berührt und in einer Situation, in der sich (scheinbar) nichts bewegt, um danach (hoffentlich) um so viel mehr zu bewegen.

Wer deutlich mehr bewegt als ich aktuell, ist Donald. Er bewegt die Massen auf Twitter, dass es eine helle Freude ist.

Buschgezwitscher. Die Ruhe vor dem Sturm. Nachtigall ich hör‘ dir trapsen.

 

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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