A little respect

Vor ein paar Tagen habe ich einen wirklich schönen Artikel gelesen: “Wie du respektvoll mit Menschen umgehen kannst, die du nicht magst” von Till Eckart, veröffentlicht bei der ze.tt.

Vorab: Es ist völlig normal, dass wir nicht jeden Menschen gleich gern haben und es auch welche gibt, die wir so gar nicht leiden können.

Allein damit gekonnt umzugehen ist die Kunst, und das ist mitunter gar nicht so leicht.

In diesem Artikel, ging es darum, wenn wir “negative Schwingungen” erkennen, bei Menschen, die wir erst gerade kennenlernen.
Das mag bei manchen so sein. Also, dass es Antipathie auf den ersten Blick ist. Bei anderen hingegen dauert es etwas länger, bis sich das herauskristallisiert.

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Bei mir kommt es auch erst deutlich später, denn ich fühle weder Antipathie noch Liebe auf den ersten Blick. Zumindest nicht bei Menschen. Bei Tieren und tollen Plätzen habe ich das hingegen schon erlebt. Aber sonst? Ich mag erstmal jeden. So war ich schon immer und so bleibe ich vermutlich immer. Ich bin offen und sehr interessiert und neugierig an jedem neuen Gegenüber.

“Wie ist der/die wohl so drauf, was macht sie/ihn aus, wofür steht sie/er, ist sie/er echt – sprich authentisch, könnte das was werden mit einem näheren Kontakt, und ganz wichtig dafür: haben wir ähnliche/dieselben Werte?”

Und langsam, nach & nach beginnt, deutlich später also als direkt beim ersten Kennenlernen, dass ich Sympathie und Begeisterung für einen Menschen, bis hin zu Antipathie & Nicht-Mögen entwickle.

“Tja, woher kommt das? Und danke, ich bin trotzdem normal!”

Denn so weit kommt es bei jedem früher oder später. Das ist der Moment, in dem wir realisieren, dass wir da einen Menschen in unserem Umfeld, in unserer Familie, in unserer Clique, in unserem Betrieb haben, mit dem wir so wenige anfangen können, dass wir ihn nicht leiden mögen. Schlicht und einfach: genau so! Da gibt es keinen Hass, keine Gemeinheiten, sondern einfach nur unsere Nichtpassung.

Wir Menschen sind eben so verschieden und haben so unterschiedliche Sichtweisen, Werte, Geschichten und andere Hintergründe, dass dies völlig normal ist. Wir können gar nicht jeden mögen, lieben, ihm um den Hals fallen oder von ihm schwärmen, schon alleine deshalb nicht, um uns selbst treu zu bleiben, sich nicht zu verbiegen – uns nicht selbst zu verraten.

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Vor vielen Jahren hat einmal ein Kollege, den ich sehr gerne mochte, zu mir gesagt, dass ich noch so nett reden könne, man würde es mir sofort ansehen, ob ich jemanden mag oder nicht. Er sprach über einen anderen Kollegen, den ich tatsächlich nicht mochte, kannte mich und lag richtig damit.

In der Folge dachte ich darüber nach, wie ich es anstellen könnte, einem Menschen ein gutes und faires Gefühl zu geben, wenn ich ihn nicht mag. Was ja nicht selten auf Gegenseitigkeit beruht und selbst wenn nicht: absolut legitim ist. Ich realisierte, dass es falsch ist, einem Menschen nicht den gebührenden Respekt entgegen zu bringen. Es lag daran, dass ich damals zu einem Werten, im Sinne von Verurteilen, neigte. Und das wollte ich in Zukunft besser machen. Meine Werte sind schließlich nicht der Nabel der Welt, sondern nur meine “Sonne” um die ich mich als Wesen drehe und nach denen ich strebe.

Mein Weg wurde der, dass ich versuche – und es gelingt mittlerweile fast immer – Respekt für für mich schwierige Menschen und deren Weltanschauungen, deren Tun zu zollen, indem ich auch hier neugierig und weiterhin offen bleibe und deshalb freundlich bin. Dabei aber stets reservierter und distanzierter bleibe, einfach, weil es nicht passt.

Und weil die Welt zu schön ist und voller Menschen, als dass ich/wir Zeit mit welchen verbringen möchten, die in mir/uns irgendetwas triggern.

Denn so ist es doch: Die Aktion eines anderen löst in jedem von uns eine Gegenreaktion aus. Seine Energie setzt in uns irgendetwas frei. Sei es etwas so Wunderbares, dass wir ihr/ihm am liebsten um den Hals fallen möchten, oder ein so negatives Gefühl, dass wir ihr/ihm stattdessen gerne an die Gurgel springen würden.

Menschen, bei denen wir spüren, dass sie uns keinen Respekt entgegen bringen und uns gar zu provozieren versuchen, wann immer dies möglich ist, gibt es selbstverständlich auch. Dann noch Werte habend, die die meinen mit Füßen treten: Furchtbar! – Im ersten Moment. Denn dann sehe ich es als Herausforderung an, noch mehr an mir zu arbeiten, dem anderen gegenüber zu experimentieren und im Jetzt für die Zukunft zu lernen.

Und das ist toll, weil uns jede Challenge im Leben weiter bringt und uns besser macht.

Es gibt dazu eine ganz simple Aussage:
Dass wir uns anderen gegenüber immer genau so verhalten sollten, wie wir es uns wünschen, dass wir selbst gerne behandelt werden. Und wenn wir das nicht tun, dass unser negatives Verhalten Energien freisetzt, die irgendwann im genau gleichen Maße zu uns zurück kommen. Bis wir es gelernt haben: Ein respektvolles Miteinander ohne Respektlosigkeiten, Provokationen, falsche Gerüchte in die Welt zu setzen. Liebe!

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Was ich im Leben gelernt habe ist, dass jeder Mensch Respekt und Wertschätzung verdient. Alleine schon deshalb, weil wir seine Geschichte und seine Intension nicht kennen. Jeder mag & darf seine ganz eigenen Werte haben, die ihn zum Freund und Partner, in dem für ihn richtigen Umfeld, machen.

Was ich auch gelernt habe, und da bin ich heute längst nicht mehr so geduldig wie noch vor fünf Jahren: Dass ich nicht jeden Menschen in meinem näheren Umfeld tolerieren muss. Und das ist gesund und Selbstliebe.

Für mich ist das ein bisschen so wie mit Babys oder Kindern: Ich mag Babies und Kinder. Sie sind so wunderbar erfrischend und wir lernen viel, durch und mit ihnen. Ich möchte allerdings keine eigenen und bin sehr glücklich darüber, dass ich nach ein paar Stunden “Bye bye sagen“ und „Bussi geben“ darf, ohne das Kleine nach Hause, zum Sport, zur Arbeit, in ein tolles Restaurant zum Essen mitzunehmen.

Und so können wir das auch mit Menschen ab und an handhaben, die wir nicht mögen: Wir können die Zeit, die wir zwangsläufig mit ihm umgeben sind interessiert beobachten, uns selbst reflektieren, warum und wieso uns der andere wo zwickt, respektvoll und freundlich sein und unsere besonderen Highlights, unsere gewünschte Freiheit, dann ohne diesen Menschen verbringen.
Das tut ihm und uns gleichermaßen gut.

(Zugegeben, die Sache mit den Babies ist ziemlich schlechter Vergleich. :-))

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Und was ich noch gelernt habe: Es wird immer Menschen geben, die dich nicht mögen – sogar welche, die dich respektlos zu behandeln versuchen oder es sogar tatsächlich tun.
So lange solche Menschen nicht meine Grenzen überschreiten deale ich wie folgt damit: Oft aus dem Weg gehen, manchmal bewusst lernen wollen und dabei immer freundlich sein: Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass genau die Menschen, die sich mies und unfair verhalten die sind, die Freundlichkeit und Herz am nötigsten brauchen.

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„Verhalte dich anderen gegenüber einfach genau so, wie du selbst auch behandelt werden möchtest.“

 

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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