Loslassen für Freigeister

Ein ganz großes JA für die Freiheit: Der Top-Wert unseres Wertesystems. Für muntere, aufgeweckte Querdenkerinnen, Nicht-in-Schubladen-gepresst-werden-Wollerinnen, Gegen-den-Mainstream-Schwimmerinnen und liebend gern unabhängige Frauen. Und der Traum der Freiheit kann erfolgreicher gelebt werden, wenn wir alten Ballast ganz abwerfen und uns “ohne Hintertürchen” davon trennen.

Wessen Gedanken aber kreisen auch immer wieder mal um die eine Sache, von der unser Verstand sagt: “Weg damit!” Bei wem quillt nicht der Kleiderschrank über und es ist doch nur Gleiches, Ähnliches oder schlicht viel zu viel darin? Und trotzdem schaffen wir es nicht auszumisten: Kleidungsstücke, Gewohnheiten, Orte, Menschen, die falschen Freunde, den falschen Beruf, den Ex-Freund, die Gedanken an das “perfekte Leben oder Lieben” und die daraus resultierende Unzufriedenheit und Pessimismus im Moment. Und wir kennen sicher auch alle Motivations-Sprüche wie:

“Es kommt immer etwas Besseres nach”
und “jedem Anfang wohnt ein Zauber inne”.

“Loslassen schafft Platz für großartiges Neues”, so viel ist uns bewusst. Nur haben wir mit der Umsetzung dieses Gedankens wesentlich länger zu tun, als mit der reinen Theorie.
Und es funktioniert nicht auf Knopfdruck und je mehr wir uns darüber ärgern, desto verkrampfter wird die ganze Angelegenheit und von Loslassen keine Spur mehr. Leider und warum nur? Nicht mal mit Dickkopf, als Beisserinnen und Hochambitionierte.

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Ein erster wichtiger Schritt

Gut ist es, überhaupt schon zu erkennen, dass wir etwas oder jemanden bewusst und gewollt loslassen müssen um frei zu werden. Je weniger wir nämlich um uns haben, desto leichter fällt es uns auch abzustecken wer wir wirklich sind, was wir wirklich brauchen, was uns definiert und wo wir unsere Grenzen setzen. Die auch, und damit das Loslassen von: Dingen und Menschen, die uns nicht gut tun oder uns an einer positiven Entwicklung hindern. Und Weiterentwicklung, Fortschritt etc. wissen wir besonders zu schätzen: als Weltentdeckerinnen, Liebhaberinnen von Abenteuer und Adrenalin, sattem Schön.

Wildfang mit zu viel Gepäck

Als Menschen also, die ein toughes und unabhängiges Leben führen, sind wir an den Prozess des Hinter-sich-lassen-müssen eigentlich ganz gut gewöhnt. Eigentlich: Denn warum ist es dennoch selbst für uns oft so schwer von Gewohnheiten und einst Liebgewonnenen aber Längst-in-die-Jahre-Gekommenen zu lassen? Trotz, dass wir unsere Näschen neugierig in jedes Abenteuer recken und stets Spiel, Spaß und Spannung wittern sobald sich uns neue Tore öffnen? Wie ein Rennpferd, wenn das Gatter nach außen klappt und die Bahn frei fürs Rennen ist.

Wer viele Ortswechsel lebt, kann schließlich nicht von sich behaupten, dass ihm das Loslassen von Plätzen, Menschen, – selbst liebgewonnenen Bekannten und Kollegen (sie sind ja schließlich nicht aus der Welt) schwer fällt. Viele Hunderte, wenn nicht Tausende “Hellos” und “Good Byes” in den sich angesammelten Jahren: In Abschieden und Neukontakten sind wir geübt. Weil wir auch spüren und fühlen (später wissen), dass man nicht an einem Ort Zuhause sein muss, wenn man in sich selbst wohnt und liebe Menschen in seinem Herzen trägt, wo immer man auch ist. Und wahre Freundschaft die überwindet tausende Kilometer für eine lange Zeit. Dies ist keine Mutmaßung sondern ein Fakt, den jeder kennt, der viel reist (beruflich oder privat) oder auch super-gerne umzieht.

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Eine Masse an Eigentum ist uns oft zweitrangig, da es unsere Leben ausbremsen würde. Menschen, die hunderte Euro für einen besonders tollen Kühlschrank in ihrer heimeligen Küche … Menschen, die tausende von Euro für jährliche Pauschalurlaube … und Menschen, die Hunderttausende – das ganze Ersparte also – für das schmucke Häuschen ausgeben, finden wir interessant in ihrer Weltanschauung, cosy und schön für Besuche und Erzählungen, bei denen wir deren Leben lauschen. Allerdings überhaupt nicht inspirierend es dem gleichzutun mit unserem eigenen Lebensweg.

Dass sich in deren Häusern, Doppelhäusern und gekauften Wohnungen irgendwann Millionen Dinge ansammeln ist schon irgendwie normal. Diese Leute haben den Platz und dieser bleibt an einem Ort. Womöglich wird das Computerzimmer mal zum Kinderzimmer, und die Dame des Hauses bekommt nach langem Wünschen einen begehbaren Kleriderschrank. Aber das alles geschieht innerhalb der 120 – 210 Quadtratmeter. Wir aber ziehen rum. Und mit je weniger Ballast und platzintensiven Vermögen wir das tun, umso günstiger und unkomplizierter ist alles.
Unsere Habseligkeiten in unser Auto (wichtig, da Mobilität) packen, den Schlüssel drehen und den Ort wechseln. Von jetzt auf gleich. Einfach so.

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Was den Kleiderschrank angeht, und das handhaben vielleicht einige so, lebe ich dort Minimalismus. Ganz wenig nur, aber stets “was ganz Besonderes” in meinen Augen: Herzenstücke. Liebhaberei. Liebes, das weh tut los zu lassen. Und vielleicht ist es genau das was das Loslassen so schwer macht:

Dinge die wirklich unser Herz berühren, beziehungsweise unser Herz schon einmal berührt haben.

Da tut uns das Loslassen dann weh. Und außer, dass Zeit wirklich alle Wunden heilen kann, wenn man offen ist und wird für Neues … und außer, dass wir das Loslassen von Herzen wollen … können uns vielleicht noch drei Dinge bei diesem Prozess besonders helfen:

1.) Die Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit die man zusammen hatte. (Sei es ein Mensch, ein Tier, ein Ort, ein Ding)

2.) Die Gewissheit, dass uns die schöne Erinnerung was wir erlebt haben, niemand nehmen kann. Sie ist für immer die unsere.

3.) Und das vermutlich schwerste: Den Schmerz annehmen, akzeptieren und bewusst weggeben. Vielleicht sind wir erleichtert alles hinter uns zu haben. Vielleicht wird eine Lücke bleiben. – Die wir aber mit (siehe oben) Dankbarkeit für eine wunderbare Zeit und eine bleibende Erinnerung füllen können.

Ich sende immer “Licht und Liebe” wenn ich mal sehnsuchtsvoll werde. Und ich atme. Ganz bewusst. Und so wird es gut und nach und nach immer weniger.
Bei einem meiner Sehnsuchtsorte weiß ich auch, dass ich dort irgendwann einmal wieder wohnen werde. Erstmal raus in die Welt jetzt.
Ja, Neues bliebe uns versagt, wenn wir uns an Altes klammern.

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„Die Welt ist ein Buch. Wer nicht reist sieht nur eine Seite davon.“ (Augustinus von Hippo)

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤

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PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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