Sehnsucht und Romantik

Jenseits von Nähe. Jenseits von Afrika.

Ist das nicht ein ganz wundervoller Film? Ich zumindest habe mich damals – es muss um die Jahrtausendwende gewesen sein – gleich doppelt verliebt: in den geheimnisvoll sanft verwegenen Robert Redford und die ganze zelebrierte, erzählte, perfekte Liaison zwischen Karen Blixen und dem Hunter Denys. Wobei, so ganz richtig ist das nicht, denn gelitten habe ich total: mit Karen. Immer zurückbleibend und wartend. Kaffee anbauend und verzagend. Sich verzerrend nach der Liebe ihres Lebens, die dann eines Tages gar nicht mehr wieder zurück kam.

Himmel, habe ich geweint. Um seinen Tod, aber vor allem um ihre verlorene Zeit. Denn zuvor: Wie sie am Kaminfeuer sitzen und beide in Stille lesen .. Wie sie erfundene wunderschöne Geschichten zum gemeinsamen Essen erzählt .. Wie er ihr langes Haar im Fluß zärtlich wäscht .. Das ist pure wundervolle Romantik für mich. Bis mir das zu viel und zu bunt, beziehungsweise zu wenig bunt wird.

Kann ich Nähe leben?

Ja, aber nur dann, wenn Man(n) mir die totale Freiheit und die ganze Welt gleich mit dazu schenkt.

Und bitte keinen Versorger, Bodenständigen mit konventionellen Vorstellungen oder einem goldenem Käfig. Ich lasse mich nicht fangen und lebe nach meinem Kopf und freien Willen. Heiratsanträge abgelehnt, die Ex-Freunde längst verheiratet, liiert und ich? Die Freie, Unzähmbare. Petissa Pan. Peter Pan. In meinem nächsten Leben bin ich der Junge der nicht erwachsen werden will und in diesem Leben schreibe ich noch ein Kinderbuch. Versprochen!

Aber, mein Geständnis: Ich war schon im Gefängnis:

Mein Sommerurlaub 2014 in Miami am Beach. Und nein, am Beach war ich damals leider kaum, obwohl mich wenig an Natur so sehr berührt wie das Meer: Flach wie ein Spiegel .. still, alt, ruhend .. sich dann kräuselnd .. brodelnd, kochend .. riesige Wellen .. und der große Weiße mittendrin. Südafrika, Gansbaai ich komme! Irgendwann.

Das Meer also, eine Naturgewalt und eine der schönsten und mächtigsten mit dazu. Irgendwie war ich in diesem besagten Sommer wohl vollkommen depressiv und kläglich, schwächlich, bleich und apathisch am Sterne-Pool des blendenden, viel zu weißen Art-Deco-Hotels in der ersten Reihe. Hätte ich doch! Wäre ich doch! Kaum zu glauben! Und noch sehr viel weniger Space als für Karen auf ihrem Acker am Fuße der Ngong Berge.

Freiheit ist das Einzige, Alleinige, Wunderbarste das zählt.

Und du. Ab und an, denn Verzicht ist doch oft der größte Genuss. Für den der Liebe lebt.

Ja ja, meine Mount Everest hohen Ansprüche: So viel mehr und Freiheit gleich, als die nicht verhandelbar Basis dazu. Einmal habe ich es bereits genau so gelebt: Leinen los und ich unterwegs, toughe Pläne schmiedend, tänzelnd in der Ballettschule, lachend, tollend, Wildfang, und alleine beim abendlichen Ausgang ..

Kein Argwohn, keine Fragen, keine Diskussionen, keine Kontrolle. Stattdessen mein blindes wie dummes Vertrauen: Meinem Ex gegenüber, der mir als allererster Mann das Gefühl gab mein enormes Distanzbedürfnis respektieren zu können, gar zu wollen .. Tatsächlich und nachweislich aber ein Kind mit einer anderen gezeugt hat (“Igitt!”) und mein Handy hackte um die totale Kontrolle zu haben und alles mitverfolgen zu können, was ich mit Freundinnen, Kollegen und Familie schrieb (“Einmal die ganz knallrote Karte dafür!”). Pfui und nochmal pfui, auch wenn Wissen unsere größte Macht ist. Gell!

Leute, das passiert! Das ist das Leben und mein knallbuntes sowieso! Ich brenne und verbrenne und warum nicht? – War ich doch schon immer und werde es auf ewig sein: eine Frau, die lieber mit einem “Oops” statt einem “What if” lebt. Angezogene Handbremsen mag ich nur bei bildschönen Sportwägen. Wenn man genug auf der linken Spur geflitzt ist und sie anschließend in der Garage sicher verräumt werden. Gut Essen geht. Den Tag ausklingen läßt.

So, und nun muss ich tatsächlich überlegen und in mich fühlen: Gibt es wirklich nichts in meinem Leben, das mir mehr zuwider ist, als wenn mich jemand meiner Freiheit beraubt, beziehungsweise mich sanft schubst sie aufzugeben?

Genau. Yes. That’s it. Merci!

Raub oder Schubs: ich kann mich mit keinem von beidem auch nur ein wenig anfreunden und auch nicht mit allem was ähnlich wirkt, klingt und somit in den selben Wortfamilien Zuhause ist. Freiheit bitte! Die ganz große Portion mit Schlagsahne! So liebe ich das und so lebe ich das. Und ich tu auch keinem was. Gehe bloß zum Sport, zum Tanzen (allein), schreibe, lese, höre gute Musik und bin mit mir selbst und anderen Menschen glücklich und zufrieden.

Verzehre ich mich irgendwann in Sehnsucht – komme ich zurück. In 2 Wochen. In 2 Monaten. In 2 Jahren. Denn bei Jenseits von Afrika – ganz klar – bin ich nicht die Blixen bei der Farmarbeit. Ich bin Denys. Frei wie ein Vogel. So soll das sein.

“Ich hatte KEINE Farm in Afrika, am Fuße der Ngong Berge: war aber da ..”

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *