Karriere für Unersättliche

Vor längerem bereits, habe ich einen hochinteressanten Artikel über ein Interview bezüglich dem Thema “Biografien jenseits der Norm gelesen”.
Von Unabhängigen und Unangepassten, dem Freidenken und einer großen Abenteuerlust dem Leben gegenüber, war darin die Schreibe. Auch einem großen Hang zum Querdenken und dem riesengroßen Bedürfnis – der überwältigend großen Neugier – hinter die Fassaden der Normalität blicken zu wollen.

Nun ist eine “ungewöhnliche Biografie” heute ja ohnehin eine, die an weit mehr Mut und Sensibilität geknüpft ist als vor ein, zwei Jahrzehnten noch. Deshalb, da sich auch unsere geregeltere Berufswelt bereits gedreht hat und immer schneller dreht: Dank Digitalisierung und Globalisierung. Flexibilität und räumliche Mobilität, stehen heute außerdem genauso auf der Wunschliste der Arbeitgeber. Wie der Wille und die Tat des Arbeitnehmers, sich regelmäßig – besser übermäßig – fortbilden zu wollen und zu werden.

Toll, die eierlegende Wollmilch-Sau!

Spannende Vielseitigkeit! Aber das bitte nicht für nur einen einzigen Arbeitgeber. Wir wollen uns doch selbst auch bereichern. Und Toleranz ist nicht verhandelbar – was für beide Seiten stehen sollte – und was ich in jedem Bereich ganz großartig finde.

Und einen zweiten Job zu machen: heute längst nicht mehr so aussergewöhnlich, wie “früher”. Ich weiß noch, wie ich vor gut 10 Jahren mit einem ersten Freund, auf einer Rundreise mit dem Camper, in Neuseeland war. Dort war uns im Gespräch mit den Einheimischen aufgefallen, dass sie fast alle einen zweiten Job inne hatten, um sich ihr Leben & ihren Luxus zu finanzieren. Mein Freund fand das seltsam und nicht wünschenswert für sich, für uns, für Deutschland. Ich hingegen fand das spannend!

Wie toll, noch mehr Rollen spielen zu können, wenn man sich am besten zwei völlig unterschiedliche, gegensätzliche Jobs dafür sucht: Eventuell hat jemand eine Ausbildung zum bodenständigen Beamten gemacht und dazu einen Nebenjob in der außergewöhnlichen “Draußen-Zuhause-Aktivsport-Branche“ … Oder den Dr. in spiritueller Psychologie – gehüllt in knallbunte Gewänder, inmitten duftender Räucherstäbchen, im Hippie- und Coach-Modus  …

Oder wir tauschen die Rollen: Fahren unseren Hauptberuf vom Vollzeitberuf auf 33% hinunter und verdienen immer mehr Geld mit einer Sache, für die wir über die Jahre zu brennen angefangen haben. Je mehr desto lieber!

Beinahe süße Hobbies zum Geldverdienen.

Die Bereitschaft dazu, in seinem Leben völlig unterschiedliche Rollen aktiv spielen zu wollen, wird als wunderbar positiv dargestellt. Was sie fraglos ist! Vor Jahren aber undenkbar war.
Sich abzuheben, (s)ein Anderssein zu leben, gar: gewisse Respektlosigkeiten gegenüber Autorität und Ansicht wird ebenfalls geradezu gepriesen: Zu viel Enge und Mottenkugel-Spießertum, eingestaubte alte Denke – ist von gestern.

Aus der Mode kommt hingegen niemals: Respekt gegenüber der Natur und den Menschen im Allgemeinen zu zollen.

Sprach der im Interview dazu Befragte über mich? Mein Aufbäumen und sanfte Scherze treiben, mit sinnlosen Konventionen und ihren folgsamen Vertretern ist wohl bekannt: Bei der Polizei habe ich gerne sanft rebelliert, wenn es beispielsweise um völlig sinnbefreite Kleidungsvorschriften ging. Warum sollte ich den Dienstpulli nicht tragen dürfen, nur weil man im Rahmen der “Einheitlichkeit” jederzeit gleich aussehen sollte, so man als ein Streifenpaar unterwegs war? Mir war kalt.
Und warum sollte mein männlicher Kollege den Pulli anziehen müssen, wenn ihm warm war und er das kurzärmlige Diensthemd bevorzugte? Es wurde schließlich und immer wieder, von unserer oberen Autorität festgelegt, was am jeweiligen Tag zu tragen war: Und mich hat das herzlich gar nicht interessiert. Ich war und bin ein Querdenker und Quertuer. Und ich weiß: Jeder Mensch ist dann am besten, wenn er sich wohlfühlen kann und nicht mit dümmlichen Kleinigkeiten aufgehalten, sondern mit einer sinnvollen Aufgabe betraut, anstatt unterdrückt wird.

Schule ist auch nicht für jeden.

Es gibt so viele Kinder, die so viel mehr im Leben lernen würden, wenn sie mit ihren Eltern die Möglichkeiten hätten, ein paar Jahre um die ganze Welt zu reisen. Reisen, fremde Kulturen erleben, Sprachen erlernen tut so wunderbar viel für unser Weltbild und für unsere späteren Karrierepfade. Wir Menschen sind nunmal nicht gleich. Für manche ist die Schule genau die richtige Art zu lernen, für andere ist sie das nicht. Dafür gibt es tausende Gründe.

Neulich wurde ich gefragt, ob ich mehr “der Macher” denn “der Denker” sei. Ich bin wohl beides. Allerdings ein sehr kreativer Denker, der nicht in Schubladen denkt und nicht in Schubladen gesteckt werden will und dies zulässt.

Die meisten der querdenkenden und super-toleranten Ungewöhnlichen, mit einem erfrischenden und außergewöhnlich erfolgreichen Lebenslauf, spielen ein breit gefächertes Selbst an Persönlichkeiten. Dabei ist jede Persönlichkeit absolut authentisch.

Zielstrebigkeit, Business-Denke, Zuverlässigkeit, Biss und Erfolg schließen nicht aus, auch ein kreativer Träumer, sanfter und sensibler Mensch zu sein. Nein, es gehört sogar dazu!

Schauen wir uns eine Coco Chanel und viele Schriftsteller, andere Künstler an: Sie arbeiteten tatsächlich bis zu ihrem letzten Tag.

Wie sehr hat es mich gelangweilt, als Kollegen meiner alten Dienststelle davon schwärmten so bald als möglich oder “wann endlich” in Rente gehen zu können. “Und dann?” fragte ich mich.
Süßes Nichtstun finden Menschen mit aussergewöhnlichen Biografien bestimmt für ein paar Stunden – auch mal Tage – interessant. Im Endeffekt ist es aber so, dass sie ihre Tätigkeiten, ihre Aktivität, ihre Produktivität, lieben.

Dinge pushen zu wollen, etwas zu bewegen, täglich zu arbeiten, das wollen sie deswegen, weil sie sich diese Arbeit bewusst und nicht aus einem plumpen Sicherheitsdenken heraus auswählen. Zumindest nicht als Vollzeit-Beruf dann. Und wenn doch? Dann hat der gute Mensch Energie für zwei und dreht privat noch ein zweites Mal voll auf erneute 100%. Ungewöhnliche Biografien, ungewöhnliche Menschen, sind nicht selten sehr viel näher am Boreout, denn am Burnout.

Ich bin mir heute sehr sicher, dass ich in der Zukunft mindestens drei Berufe/unterschiedlichste Jobs parallel jonglieren werde. Irgendwie habe ich genau damit schon lange angefangen. Und irgendwie war ich so auch schon mein ganzes Leben lang. Nur bewusst gesehen habe ich es nicht. Ich liebe und lebe für gute Arbeit. Und wenn ich Lust auf ein Studium habe, dann mische ich das noch zusätzlich darunter, dazwischen, dahinter. So wie andere, die mit einer ungewöhnlichen Biografie aus der Masse heraus stechen.

Sabbat-Jahre … Lücken im Lebenslauf, weil man ein Jahr mit Ärzten ohne Grenzen unterwegs war und darüber gebloggt hat … In allen Branchen Zuhause und das gern und anhaltend … Berufliche Umbrüche … Ein Studium mit 50 … Früher nicht denkbar – dann immer mehr toleriert – heute gewollt und favorisiert!

Tatsächlich ist es uns aber sehr gleichgültig, was andere über uns denken.

Gott sei Dank! Wie sehr habe ich mir gewünscht diesen Satz einmal aus vollem Herzen schreiben zu können. Daran habe ich mir lange die Zähne ausgebissen und dann ist es endlich tatsächlich genau so gekommen. Der letzte Meilenstein zu meiner Unabhängigkeit. Die ungewöhnliche Biografie war schneller – doch nicht ganz vollständig.

Toll, dass auch die Big Bosses in den führenden und nach vorne schreitenden Konzernen länger bereits umdenken und keine Mitarbeiter mehr favorisieren, die schnürchengerade, mausgrau und piekfein nach dem Mund reden, leben und tun. Langweilig. Unecht. Weil endlich erkannt wird, dass der Mensch dafür gemacht ist, das am besten tun zu können, was ihn antreibt. Und manche sind besonders getrieben, leben eine besondere Vision, vielseitig aufgestellt, auch ihr kindliches-Ich einbringend, das in der Berufswelt wunderbar unterzubringen ist, wenn es nicht Überhand nimmt.

Wenn dich da der spießige Manager oder Personaler im alteingesessenen Betrieb nicht will: So what! Da gehörst du sowieso nicht hin.
Will alles! Und nicht den einen 9 to 5 Job und das gewöhnliche Leben Zuhause nach Feierabend.

Bau dir deine Karriere wie ein Puzzle.

Sei fokussiert, mutig, wollend und voll Energie dafür, nicht all deine Energie in nur eine einzige Sache zu stecken. Wobei, eigentlich schon, in das nämlich wofür du brennst. Und das ist bekanntlich eine ganze Menge!

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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