Genuss für Stilmenschen – Stil für Genussmenschen

Perfektion ist langweilig. Guter Stil aber ein Must, oder nicht?

Ich streite mit Männern nicht beim ersten Date, wer am Ende die Rechnung bezahlt. Ich sehe und entscheide. Bezahlt er wie selbstverständlich und von Herzen gern, und waren seine Manieren die ganze Zeit über schon zum Dahinschmelzen, hat er eine wunderbar große Chance mich wiederzusehen. So er das auch gerne möchte natürlich. Es gehören bekanntlich immer zwei dazu:

Zwei mit denselben Ansichten. Zwei mit denselben Werten. Zwei mit derselben Art zu locken und zu werben.

Neben Intelligenz gibt es sicher nicht viel was einen Mann derart sexy macht, wie sehr gute Umgangsformen und Großzügigkeit: Old-School, Gentleman, Autotüren aufhalten und „Charmanz“. – Was meine eigene Wortkreation aus charmant und Eleganz darstellen soll.

Ich schmelze dahin! Und dabei sind genannte vier Eigenschaften sogar völlig kostenbefreit, gratis und nur einer guten Kinderstube geschuldet. Für mich ist es definitiv genau das und da bleiben meine Anforderungen hoch – welchen ich übrigens auch selbst gerecht zu werden versuche, auch wenn ich Pommes durchaus auch mit den Fingern anfasse und zum Mund führen kann.

Be the type of person you want to meet.

Nennt mich arrogant, nennt mich “zu hohe Ansprüche habend”, es interessiert mich wirklich nicht. Es sind meine Ansprüche, nicht die meiner Kritiker oder allgemeiner Pessimisten. Zu den „Zwei die zusammen gehören“, gehören unter Umständen eben auch dieselben Genusslüste und Enthaltsamkeiten.

Im Umkehrschluss ist es Geiz, Knauserei und schlechtes, zu lässiges Benehmen, was wir absolut unsexy finden und am liebsten ganz schnell wieder vergessen. Hochsensibel sogar, bin ich bei schlechten Manieren. Zumindest was eine Liebe angeht. “Und Freunde werden?” “Auch nur bedingt. Eher unwahrscheinlich, denn wir sind einfach viel zu verschieden.”

Schöne neue Welt?

Mich macht es furchtbar nervös, wenn ich mit Männern zu tun habe, die hektisch mit den Händen, – zwei Finger spitz abgespreizt – vor ihrem Gesicht umher fuchteln während sie sprechen. Wild gestikulierend: Kantig, eckig, nicht weich und fließend. Abrupt, plötzlich unerwartet. “Huch! Erneut erschreckt!”
Scheint das neue Cool zu sein. Ich sehe immer mehr von Ihnen. Auch welche, die ein Online-Business betreiben und ihre Zungen auf den Fotos keck mit aufs Foto recken.

Gefällt? Mir nicht!

Alles gut und jeder wie er mag: Meine Toleranz ist groß und Andersartigkeit garantiert, dass jeder das bekommt, was er sich von Herzen wünscht.

Wünsche und Tun und nun spreche ich doch einmal davon, was wir Frauen alles für die Auserkorenen der Männerwelt tun:

Seit ich mich mit dem starken Geschlecht verabrede, und das dürften nun gut 20 Jahre sein, ist es noch niemals vorgekommen, dass ich mir nicht(!) stundenlang zuckersüße Gedanken darüber gemacht hätte, was ich besonders Schönes tragen werde für ihn. Wie oft auch habe ich mir etwas Neues für ein erstes Date mit dem Erwählten gekauft: Sei es ein neues Kleid, neue Schuhe oder auch “nur” ein neuer toller Lippenstift von meinem Lieblingslabel, das wir nicht bei DM finden. Die Antwort? Jedes einzelne Mal. Mit großem Genuss und Vorfreude.

Um meinen Look für diesen Nachmittag, diesen Abend, mit diesem einen Mann, den ich charmant und feminin nämlich beeindrucken möchte, toll und angemessen zu machen, ist er mir Aufwand sowie finanziell gut etwas wert.
Ich mache mir Gedanken und möchte unsere Begegnung respektvoll und wertschätzend zelebrieren.

Was Besonderes einfach!

So oft verabrede ich mich nämlich nicht, weil auch hier bei mir gilt: Qualität vor Quantität.

Und ich zelebriere für mein Leben gern und bin für mein Leben gern Frau und von Männern umgeben, die es verstehen mir auf elegantem Wege dieses Gefühl vermitteln zu können. Großzügig bin ich zu mir selbst schließlich auch und anderen gegenüber ebenfalls sehr gern und gut. Ich liebe es einen gewissen Luxus und Klasse zu leben und zu zelebrieren, da passt einer, der geizig mit Geld und Emotionen ist gleich zweimal nicht zu mir.

Vor drei, vier Jahren sass ich mit einem besten Freund von mir, in einem schönen Hotel in Baden-Baden auf der sommerlichen Terrasse. Wir trafen uns zu Kaffee und Kuchen und überhaupt endlich mal wieder, da ich gerade monatelang im Iran gewesen war und wieder dorthin zurückzufliegen hatte. Besagter Freund ist Geschäftsführer und Inhaber eines mittelständischen Unternehmens bei Baden-Baden. Millionär, mit goldenem Löffel im Mund geboren und geerbt. Davon gibt es in Baden-Baden so einige.

Nun sagt der Volksmund ja immer wieder, “dass man von den Reichen das sparen lerne”. Karl Lagerfeld hingegen meint, “dass man das Geld zum Fenster hinaus schmeißen müsse, damit es zur Türe wieder hinein komme”.

Ehrlich? Ich mag und favorisiere Lagerfeld.

Nicht das krampfhafte Sparen bringt das Geld, sondern gute Glaubenssätze die Geld und Reichtum betreffen, genießen zu können und zu gönnen, sowie eine gute, fleißige Einstellung zur Arbeit – ein Business, das man liebt.

Die Bedienung brachte den Kaffee und stellte diesen sorgfältig auf den Tisch. Mein alter Freund setzte sich um, da ihn die Sonne blendete. Er zog die Tasse nach und verschüttete dabei eine gute Menge aus der Tasse in den Untersetzer. Nun, wie lösen wir dieses Problem? Stil hätte es wenn man Servietten dazu benutzt hätte, den Kaffee vom Unterteller aufsaugen zu lassen. Mein guter Freund aber hob die Tasse an und schüttete die flache Brühe aus dem Untersetzer zurück in seine Tasse und mir bleibt der Mund offen stehen.

Nicht schön. Selten vielleicht. Stilvoll? No!

Aber: “Man könne doch den Kaffee nicht verkommen lassen.”
Etwas nicht verkommen lassen wollen in allen Ehren, aber sorry nicht sorry, so etwas schickt sich überhaupt nicht. Nicht im Garten eines gehobenen Hotels in der Sommerhauptstadt Europas und auch nicht sonst wo. Und die TischNachbarn hatten es auch gesehen und irritiert getuschelt, was ihn dann doch zum Nachdenken bewegte. „Der Martin, ne?“ Sonst ein ganz feiner Kerl, wenn wir fein nicht im Sinne von Feingefühl meinen.  Denn Geld zu haben schließt nicht aus, es nicht genießen und stilvoll leben zu können.

Und dann war ich vor einigen Jahren mit einer Kollegin in einer sehr eleganten Bar: Sie bestellte einen Cocktail und motzte folglich den ganzen lieben langen Abend über die unverschämt hohen Preise und verdarb mir den Spaß.

Sie hatte überhaupt keine Augen – vielmehr Geschmacksnerven dafür, dass der Cocktail genial lecker war, und dass wir in einem ganz großartigen Ambiente damit sitzen konnten. Die laue Sommernacht war geradezu perfekt dafür, sie auf genau dieser Terrasse sitzen zu können. – Inmitten anderer genußfreudiger Menschen. Die stilvolle LoungeMusik. Die sanfte Beleuchtung. Und der perfekte Service. Leider konnte ich diesen Abend dann auch nicht so genießen, wie ich es mit einem anderen Menschen an meiner Seite getan hätte, der sich genauso sehr über dieses wunderbare Plätzchen auf Erden und den kulinarisch alkoholischen Hochgenuss gefreut hätte.

Altstadt-Bierchen-Getrinke, Pubs, Sportbars und die Dorfkneipe:

Kenne ich alles und will ich nicht mehr. Und, da bin ich dann die absolute Spaßbremse, die Langweilerin, die Zicke, die Unlustige … weil’s mich nervt und ich nach Hause in die Ruhe möchte.

Genauso habe ich für mich festgestellt, dass Leute, die nicht stilvoll genießen wollen und mir damit in der Vergangenheit so manchen Besuch einer Luxus-Lokalität verdorben haben, eben nicht so wirklich zu mir passen. Gar nicht mehr.

Eine umso größere Freude ist es hingegen sich mit Freunden, die eine genauso große Affinität für Stil und sanfte & ruhige Eleganz haben, öfter mal Zuhause zu treffen und sich leckeren Tee zu kochen oder kostenfrei spazieren zu gehen, in der freien Natur.

Verzicht ist der größte Genuss?

Ich finde es bereichernd, andere Geschichten und Erfahrungen von Dritten zu lauschen, zu erfahren was sie so umtreibt und antreibt. Und da sind so viele lustige und unterhaltsame Storys dabei und ich freue mich darüber, dass jeder auf seine ganz eigene Art seine Art von Genuss und Freude lebt.

Ich habe auch Bekannte, die kein Problem damit haben, wenn das Date-Pendant von Elite-Partner, zum ersten Date ins Restaurant mit Flip Flops kommt, überhaupt kein Gentleman ist und man sich am Ende die Rechnung teilt. Jeder gerne wie er mag! Es ist alles eine Frage der Priorität, des eigenen Stils und selten nur eine Geldfrage. Denn Qualität vor Quantität leben, kann jeder und will jeder, der seine Priorität so setzt.

Was bist du bereit dafür zu opfern, das zu bekommen was du wirklich willst?

Regelmäßiges Um-die-Häuser-ziehen? Regelmäßige Urlaube? Wer Qualität und Klasse liebt, der muss möglicherweise deutlich öfter zurückstecken, wenn er das leben will, was er sich vorstellt. Er bleibt dann nicht die sieben Nächte im 3-Sterne-Hotel, sondern nur die eine Nacht im 5-Sterne-Hotel in Bestlage. Er wird auch nicht jedes Wochenende durch laute Bars ziehen und sich ein Bier nach dem anderen bestellen. Er wird seltener ausgehen. Wählerisch. Wählt Locations, die Stil, hohe Preise und Klasse beinhalten. Den Rest macht er es sich alleine oder mit Freunden, dafür nicht weniger stilvoll hübsch und schön.
Und eventuell wird er auch sehr viel arbeiten, um sich immer mehr solcher besonderer Einzelstücke leisten zu können.

 

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *