Gesellschaftsschlaf

Kritik ist wunderbar, nicht?

Produktive Kritik sowieso, und deswegen wage ich mich einmal mehr daran, in sagenhaft bissiger Manier zu lärmen. Irgendwie habe ich Gefallen daran gefunden kritisch und stachelig zu sein.
Mein kindliches Herz macht Pause: Zumindest wieder bis nach dem Artikel.
Mein erwachsenes Herz coacht: Morgen wieder.
Meine romantische Seite? Im Dornröschenschlaf.

„Erwachendes Herz, mein Prinz, wo bleibst du nur? Küss mich wach und küsse die verschnarcht schlafende Gesellschaft bitte gleich mit. Anders wird es sowieso nichts werden mit uns“ …

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(Zitat, Foto und Seidenkleid: von mir)

Die breite Masse ist eingeschlafen über Wohlstandsgesellschafts-Gejammer und versüßenden Nebensächlichkeiten, die zum Hauptthema gemacht werden. Innerlich verarmt, was sich schon länger auch auf das Außen zu übertragen anfängt.

Märchenwald-Themen und Flüge nach Neverland gibt es ein andermal wieder.

Nun fragen wir uns bitte einmal was mit dem starken Charakter, wie er alten Schriftstellern innewohnte, passiert ist?
Schriftsteller, die die Courage hatten einflussvolle Einzelpersonen genauso, wie ein ganzes Land mutig anzuprangern und Mauschelei und Frivolität vom Dunkel ins Licht zu bringen. Vielsagend, schwarz auf weiß gedruckt. Zeitungen haben sie gefüllt. Bücher sowieso.

Überhaupt die ganzen Künstler: Kritisiert da keiner mehr die “normale” Gesellschaft heute?

Alles verblasst, neben all der großen Schind und Schand auf unserer guten Mutter Erde. Wir schauen auf Extreme: Dass aber auch diese Extreme irgendwann einmal im unauffälligen Mittelfeld Zuhause waren, und wir sie dann noch hätten stoppen können …

Schöne neue Welt

Herrlich, wie ehemals große Schreiber sich entzaubernd weit aus dem offenen Fenster lehnten und die breite Masse, die Politik, den Adel und deren Überheblichkeiten und Ungerechtigkeiten bis über ihren eigenen Tod hinaus zu provozieren verstanden.

Wer kränkt heute noch und wer fühlt sich überhaupt öffentlich gekränkt? Sind Kränkungen heute nicht schon so normal geworden, dass sie keiner tatsächlich ernst nimmt und sich echauffiert?
Die schreibende Gesellschaft von früher zumindest hinterlässt ein eindrucksvolles unvergessliches Erbe unter dem so mancher gekränkte Staat noch heute leidet. Kulturgut adieu!

War es jemals so angebracht Gesellschaftskritik zu üben wie heute?

Ein Hundewelpen-Video in dem das vierbeinige Lebewesen in ein Prinzessinnen-Kostüm gesteckt wird und das wahllose Liken von schlauen Artikeln, von denen ausschließlich die Überschrift gelesen wurde. Irgendetwas läuft möglicherweise falsch.
Sehr sicher sogar.

Fast Food. Fast Life. Wo bleibt die Substanz bitte schön? Und vor allem: was ist die Substanz: Ehrlichkeit und eine gerechte Denke? Selbst Pünktlichkeit, Respekt und Achtung scheinen nicht nur völlig out zu sein, sondern sind es geworden: Ein jeder Zweite, Dritte, Vierte sich lieber am Kopf oder sonst wo kratzt, anstatt diese unproduktive Langeweile beiseite zu schieben und etwas Sinnvolles mit und für Nachhaltigkeit zu veranstalten.

Selbstliebe und Nächstenliebe: schmerzlich vermisst. Und für die Selbstverliebten wird der Karriereweg nach oben frei, aufgrund der tatenlos zusehenden unbeeindruckten, gar unbemerkten Bewunderung anderer.

Dieses ganze Gehype und Gehabe um “kleine Leute” die ein bißchen Mut haben, sich im Fernseher etwas zum Affen zu machen und damit eine ganze Nation nachhaltig bewegen … Mit süßem Unsinn ohne jeglichen Tiefgang und echten Wert.

Die ehemals „gut bekannten Leute“, die sich wieder mitten ins Bild rücken wollen, indem sie Teile oder das Ganze irgendwelchen Urwaldgetiers verzehren: Sind das die wahren Helden?

Und die „großen Leute“, die vielleicht mit Geld und Gepose auf sich aufmerksam machen wollen und denen es immer mehr es an echtem Charakter, weil an guten Tugenden fehlt. Hoffentlich nicht die Vorbilder von morgen: Ein strahlendes Ego wie ein Weihnachtsbaum und das Herz leergefegt von Menschlichkeit wie eine eisige Winternacht.

Unterhaltung, Schönheit und andere wunderschöne Dinge sind doch wie Süßigkeiten. Nämlich, ein köstliches Highlight in hübschen kleinen Portionen.

Wo sind all die Idealisten, die sich gerne für einen guten Zweck den Mund verbrennen:

Von Herzen und Kopf scheußlich unbequem bleibend, austeilend, dem ein oder anderen auch mal kräftig uncharmant auf den Schlips tretend.
Hemmungslos Spaß haben auch die, und durch den Konfetti-Regen fliegen auch die, – ausschließlich aber mit denen, die dieselben Ansichten haben, für dieselben Dinge einstehen und sich nicht zu bequem dazu sind munter zu rebellieren.

Bis sich was bewegt. Das Rad neu erfunden wird. Solange sich die Erde dreht. Weil:

Um ein tadelloses Mitglied der Schafherde zu sein, muss man vor allem ein Schaf sein. (Albert Einstein)

Themen, die die Welt bewegen sollten: Essentiell.
Tiefgang und die Hauptrolle: für die Basis bitte und nicht für süße Desserts und Betthupferl.
Sanft und mitfühlend sein: für die die es brauchen.

Und ein Gespür für Echtheit und Wahrhaftigkeit entwicklen bitte!

Verteufeln? Nein, das ist nur unnötiger wie nutzloser Energieverbrauch. Lieber Distanz oder in Wichtigkeiten stochern. Immer und immer wieder ohne weichgespültes umschmeicheln. Forsch, keck und frech!
Supernervig-superficial nämlich, wenn der Mensch keine anderen Ziele mehr als Feierabendbier und Fernsehen – oder Geld und Status hegt.

Pikiert die Augen niederzuschlagen. Stoischer Glanz. Gerade Düsseldorf auch an der Luxusmeile, mit seinen glatten gestylten Lackaffen: Tief raunende Motoren an der Kö und tatsächlicher Tiefgang Fehlanzeige.

Schnurrende Kätzchen auf den Schößen der älteren Herrn in den Führungsetagen und Ausbildungsstätten:
Egoschmeichlerinnen, Egogestreichelhabenwoller, Vorteilsmenschen & Gerechtigkeit passen zusammen wie Schweinefilet aus der Massentierhaltung und VeganerInnen.

Ach so, ich bleibe Idealistin, childish outside – matured inside und habe keinen Spielraum – dafür viele Widerworte – für die großen und kleinen Ungerechtigkeiten in dieser Stadt und Welt.

“James, so fahre mir bitte den Bentley vor! Ich muss hier raus. Nur ’ne Stunde oder zwei.

Your world is too mainstream!”

Herzlich, Petissa

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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