Detailverliebte Schönmalerei

Die bodentiefen Fenster sind weit geöffnet und die leichten weißen Vorhänge wehen mal sanfter mal wilder und kitzeln den Boden aus leicht-grauem Granit. Frische salzige Luft des Meeres weht in den Raum und erfrischt. Ich höre und genieße, wie die Brandung kraftvoll an die etwas weiter entfernten Felsen klatscht.

Vor meinem Haus ist nur weicher weisser Sand, auf dem ich gerne barfuss spazieren gehe, oder die Füße darin eingrabe, meine Haut sanft damit peele.

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Bodenlange Vorhänge im herrlich parfümierten Hotel-Flur „Delano“ Miami Beach. Ruhige Alleinsam- oder Zweisamkeit allerdings Fehlanzeige.

Ich liege auf einem großen Bett mit duftig seidenweicher Bettwäsche, in die ich mich noch einmal genußvoll hinein schmiege. Es ist noch früh am Morgen und die Luft im Raum deshalb kühl. Wohlig konzentriere ich mich auf die salzigen Akzente darin genauso, wie auf die pudrige Frische nach der mein Bettlaken unwiderstehlich riecht. Die Augen halte ich geschlossen, sehe jedoch bildhaft vor mir, den großen Strauß pinkfarbener Pfingstrosen der auf einem kleinen weißen Jugendstil-Tischchen nahe beim geöffneten Fenster steht und sich blumig-süß in die leicht salzig und cremigen Duftakzente legt.

Ich hatte einen süßen Traum und meine Lippen lächeln noch davon. Ich atme noch einmal tief ein, dann öffne ich ganz langsam meine neugierigen Augen und blicke auf’s Meer, das weiter draußen wie ein ruhiger Spiegel da liegt und gerade die satte Farbe des flamingopinken Himmels wiedergibt.

Es muss noch deutlich vor 6 Uhr Früh sein. Ich liebe Rosa und ein solcher Himmel ist ein frühmorgendlicher Traum, aus dem man kaum erwachen mag.

Beinahe minütlich ändert sich nun die Farbe: Gleitet über ein Pfirsichfarben in ein warmes Apricot, welches dann immer blaustichiger wird, weil die Sonne inzwischen aufgegangen ist. Sie liegt zwischen einem gewaltigen stahlblauen Meer und einem babyblauen Himmel, an dem sich heute keine einzige Wolke verirrt hat.

Ich streichle mir mit meinem Handrücken, der noch immer einen sanften Hauch der Limonen-Handcreme trägt, welche ich gestern Abend vor dem Schlafengehen aufgetragen habe, zweimal zärtlich über meine Wangen. Sie sind ganz warm. Meine Hände kühlen sie etwas ab. Ich bewege meine Füße, recke und strecke sie und die Beine gleich dazu.

Ausgeschlafen setze ich mich auf, bevor meine Fußsohlen den kühlen Steinboden berühren, dann betreten. Ich gehe zum Fenster und auf dem Weg dorthin halte ich meine Nase tief in eine der Blüten des Pfingstrosen-Straußes. Ich inhaliere deren frisch-süßen Duft: leicht limetten-ähnlich und voll rosig rund.

Am Fenster angekommen betrete ich den französischen Balkon und stütze mich mit beiden Händen auf das geschwungene Geländer. Unten am Strand geht mein Nachbar mit seiner Hündin spazieren – „Summer-Sunshine“ heißt sie – und wirft ihr Stöckchen ins Meer.

Ich zupfe an meinem weißen Negligé das durch die feine Brise die weht mehr enthüllt als verdeckt. Es ist aus Paris und ich schweife kurz ab. Dieser Tag wird wunderschön.

Minuten später tapse ich in mein Badezimmer, welches in Weiß und pinke und dunkle moosgrüne Farben getaucht ist. Davor habe ich mich meines Nachtkleidchens erledigt und den zarten Stoff im Vorbeigehen auf die Wäsche im Bett gelegt.

Nun gönne mir eine sinnliche Zeit unter der Regendusche mit Frucht- und Vanilleduft für den Körper und jungem Efeu für mein Haar. Das lauwarme Wasser, das meinen Körper gleichmäßig benäßt und fantastisch feine Düfte beleben meine Sinne und lassen mich ein paar Minuten weiter träumen, bevor ich die Dusche schließlich entspannt verlasse und mich in meinen fliederfarbenen Morgenmantel hülle. Ein mirabellenfarbenes Handtuch, gekonnt geschwungen und fixiert um meinen Kopf, saugt die Feuchte aus meinem langen Haar.

Ein Blick in den Spiegel. „Spiegeln, spiegeln an der Wand … Danke, dass ich mich so großartig fühlen darf.“

Ich bin wach.

Der Tag kann beginnen.

Weil es millionen Möglichkeiten gibt, sich eine graue Stunde schön zu träumen. Oft haben wir gerade dann, wenn wir denken, dass wir nichts haben, die besten Ideen und Anregungen. Diese lassen sich dann ein andermal leben und einbringen, wenn wir uns nicht wegräumen wollen, sondern der Weg durch uns geebnet wurde – zu leben was wir lieben.

Wer große Träume hat, braucht deutlich länger bis er ankommt.
Das ist aber völlig egal, weil der Weg das Ziel ist und sich hinter jeder Haus-Ecke, Thuja-Hecke, Zimt-Schnecke, Bettdecke ein unerwartetes Highlight auftun kann.

Augen auf im turbulenten Großstadt-Dschungel für die Auszeit an der See.

Herzlich, Petissa

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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