Süße Seele

Märchenhafte marzipanweiße weiche Melancholie: Melodie unserer Seele.

Den Schmerz, den wir nach einer Beziehung gefühlt haben … Der Schmerz, der uns regelrecht betäubt hat, eine zeitlang schier zerriss, uns innerlich schreien ließ und uns die Lebensenergie entzog … Wie eine Droge: eine narzisstische Beziehung und danach der kalte, grausame Entzug. Und die Droge spielt sich womöglich weiterhin in unser Leben und lockt und droht und nervt, weil „er, sie, es“ das für sein Ego braucht.

Übergroßes doch fragiles Ego oder zerbrechlich zarte Zeiten und Gedanken? Letztgenanntes habe ich von Herzen lieb.

Tschüss Narzisst! Ich fühle gerne manchmal sanften Schmerz, aber nicht wegen einem narzisstischen Menschen in meinem Umfeld.

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Es gibt einen ganz wundervoll hoffnungsvoll lieblichen Schmerz und diesem bin ich schon mein ganzes Leben lang sehr verfallen: Angenehm, friedlich und wohlwollend willkommen-heißend stehe ich meiner Melancholie gegenüber. Melancholie ist mir tatsächlich eines meiner allerliebsten Gefühle. Kein anderes Gefühl , das ich je für jemanden oder etwas hatte, berührt mich so tief und intensiv wie nur sie es kann und bisher konnte.

Melancholie berührt die Seele eines Menschen und alles andere, wie listig lästige Äußerlichkeit, verblaßt daneben und das ist sehr gut so. Zahlreiche Menschen belächeln Melancholie. Ich finde es schade für die, die sie nie kennenlernen, denn: Gemischt mit meinen Erfahrungen wird Melancholie immer groß- und wunderbarer.

Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grund, sondern ganz allein, weil nichts auf dieser Welt seine Sehnsucht stillen kann. (Jean-Paul Sartre)

Melancholie lähmt nicht wie ein böser und hässlicher Schmerz es tut. Sie ist zartbitter-süß, belebt, beflügelt und befriedigt. Wir können uns mit ihr ganz eins fühlen – in unserer selbstkreierten Welt und weltfremden Gedanken. Ein Gefühl, dass sich vielleicht – und bei mir ist es so – mit keinem anderen Gefühl auch nur ansatzweise vergleichen lässt. Melancholie ist wunderschön, intensiv und rein. Sie ist verspielt und mädchenhaft – oder eben auch jungenhaft. Etwas altklug und weise dabei. Sie ist niemals dunkel und trostlos, – sollten wir sie gerne annehmen, sondern kommt unschuldig weiß daher und weichzeichnend.

Nie bin ich so weich und offen für alles und die Welt und doch ganz bei mir und schwebe in einem rosaroten Wattebausch im Himmel meiner eigenen Phantasie, immer wenn ich melancholisch bin.

Melancholie trägt die schwärmerische Überzeugung, dass ein Mensch uns in unserer Seele berühren muss, damit nie gelebte Schwingungen freisetzt und der Gleichtakt unserer Gedanken sich alleine so auf die körperliche Ebene mitnehmen läßt. Alles andere ist wie Smalltalk und kein Menü für etwas so anspruchsvolles wie die empfangende Seele.

Und der beste Kuss ist der, der in Gedanken bereits tausende Male ausgetauscht wurde.

Ohne die Berührung der Seele bleiben die Körperlichkeit ausschließlich an der Oberfläche. Die Schönheit der Seele und deren Tiefgründigkeit, nach deren Erfüllung meine Seele sich sehnt, hat so überhaupt nichts mit einem perfekten Äußeren – schon überhaupt nicht mit dem perfekten Leben zu tun. Perfektion kann man als langweilig empfinden und Menschen können uns ebenfalls langweilen, wenn sie an der Oberfläche bleiben und wir uns von ihnen dann weder berührt noch verstanden fühlen.

Von einem schönen Teller wird man nicht satt.

Melancholie fühlt sich für mich als Sportverrückte – und das bin ich seit meinem siebten Lebensjahr – an wie Muskelkater: Wir spüren, dass der Körper etwas geleistet hat, sanft stöhnt, ächzt und sich schmerzlich etwas gegen neue Bewegung wehrt, nach Ruhe sehnt …. Aber da mischt sich ein anderes Gefühl darunter: Im Bewusstsein ist uns nämlich klar, dass wir weiter laufen, weiter trainieren, weiter gehen müssen, um anzukommen bei unserem Ziel: Was immer wir uns träumerisch und zielstrebig ausmalen.

Muskelkater ist das Wachstum unseres Körpers und so empfinde ich Melancholie für die Seele. Sie erkennt und ruft, dass wir da noch Sehnsüchte an etwas anderes – ein größeres Ziel – ein anderes Selbst – einen anderen Menschen – an Wachstum – in uns tragen. Ein angenehmes Ziehen im Herz aufgrund unserem gesunden Bewusstsein, dass da “noch mehr geht”. Sie ist ein Aufruf zum Nachdenken über Selbstliebe, Werte, Gutes und Böses. Wir erkennen an, werden klarer und deutlicher und spüren so eigene Bedürfnisse, die es wahrzunehmen und festzulegen gilt.

Von einem schönen Teller wird man immer noch nicht satt.

Äußeres ist immer nur eine Hülle, die sich in nur einem Augenblick für immer und ewig verabschieden kann. Frühere Freundinnen flippten in meiner Gegenwart oft beim Anblick attraktiver Männerkörper aus. Ob Top-Less oder das unsagbar schöne Männergesicht: Ich konnte diese Begeisterung aufgrund objektiver Schönheit stets nachvollziehen, jedoch niemals für mich fühlen und Fotos oder bloßes Aussehen begehren. Ich muss erst die Seele eines Menschen sehen, weil mich bloße Körperlichkeit nicht erwärmen können und so ist wohl jeder der Melancholie lebt und liebt.

Nachdem ich nun die Erfahrung mit Narzissmus gemacht habe, ist mir das genau so wichtig geblieben und meine Ansprüche an die Seele eines Menschen dieselben. Nur muss ich wieder genauer hinsehen und das müssen wir bei Narzissmus alle:

Wir haben unsere Seele verschreckt, vorübergehend verschlossen und müssen erneut offen und neugierig auf unser anderes Umfeld sein. Unsere Antennen im Hinblick auf Narzissmus sollten gespitzt sein, – frohlockend diesen Menschen künftig aus dem Weg zu gehen. Es gibt so fantastisch viel mehr da Draußen, wenn wir bei uns selbst anfangen.

Die Welt ist wunderbar groß, Wissen ist begrenzt – Phantasie unendlich

Wenn der sensible Mensch auf eine bestimmte Art nicht berührt werden kann, bleibt er im Kopf, rational und viel weniger tief und intensiv. So können wir wissen, klar denken, handeln, Gelerntes wiedergeben, als staubtrockene Beamtin arbeiten, ein Unternehmen – einen Betrieb leiten, studieren, coachen, alles.

Äußerlichkeit, Titel, Macht, Geld, Energie und frische Inspiration, Humor, Lifestyle und das ganze Primborium: Sie bereichern uns mit herrlich optimistischer Motivation und bewegen. Alles da, alles täglich zu sehen. Alles gut. Alles … nur unsere Seele ergründen und die intensivsten Begegnungen bleiben uns damit verwehrt.

Melancholie hingegen ist ein geliebtes Gefühl. Sie ist die scheue Hoffnung, dass es gibt, was die Seele liebt. Sie ist keine depressive Verstimmung oder gar eine Depression und Todessehnsucht. Sie ist Weltschmerz einer anderen Welt in der ich mich wie Zuhause, geliebt und verstanden fühle. Von mir selbst.

So suhle ich mich liebend gern im süßen Schmerz, der trostspendend ist, die Phantasie beflügelt und lehrt. Melancholie ist ein Weg zu unseren tiefsten Bedürfnissen und unerfüllten Sehnsüchten, – da ist sie Treiber, macht kreativ und setzt frei.

Sie ist so glücklich unglücklich wie die unperfekte Perfektion.

Was aber ist der süße Schmerz dabei? Mein Gedanke, dass es niemanden auf der Welt gibt, der so empfinden und sehnsuchtsvoll nach dem Unmöglichen ist wie ich?

Womöglich ja. Und noch einmal:

Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grund, sondern ganz allein, weil nichts auf dieser Welt seine Sehnsucht stillen kann. (Jean-Paul Sartre)

Herzlich, Petissa Pan

PS: Was ich mit diesem Blog-Beitrag auch ausdrücken mag: Es liegt ganz an uns, wie wir eine Sache – hier Melancholie ( – oft belächelt) bewertet sehen wollen. Wir können eine Sache zu unserem Freund machen oder uns von „Freunden“ hineinreden lassen. Völlig egal auch, ob es um Charaktereigenschaften oder optische Attribute geht:

Zelebriere dein Selbst und zieh aus allem herrlich viel Positives.

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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