Freedom exists in leaving

Vielleicht denken wir, dass Freiheit darin besteht, das tun zu können, was wir gerne tun wollen. Vielleicht denken wir so eine lange Zeit.
Vielleicht haben wir aber auch schon erkannt, dass womöglich noch sehr viel mehr Freiheit darin besteht, das nicht tun zu müssen, was wir nicht tun wollen.

Leider ist mit Ablehnung oft ein Risiko verbunden:
So können wir den Chef zurückweisen, der sich mit uns privat treffen will, und unsere Karriere damit riskieren, sogar verlieren.
So können wir eine andere Autoritätsperson zurückweisen oder kritisieren, und werden damit sehr sicher schlechtere Arbeiten, subjektive Beurteilungen und einen schroffen Ton ohne weitere Anerkennung erhalten.

Ich habe beide Erfahrungen gemacht. Unfair, nicht gerechtfertigt, aber so war es. Und selbst wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte: ich würde es heute genau so noch einmal machen.

Weil die Welt so groß ist, und es immer wieder Menschen und Positionen gibt, die zu dir passen werden. Manchmal soll etwas einfach nicht sein.

Ich bin kein einfacher Charakter, aber jeder weiß woran er ist, weil ich unbequem anspreche, was in meiner Welt nicht geht. Diesen Luxus leiste ich mir:
Dinge nicht hinnehme wie sie sind, nur weil der Großteil den Mund nicht aufmacht und seine Position mit Falschheit oder brav hinnehmender Angepasstheit hält.

Es gibt eben die Menschen die alles und Negatives ignorieren, und so oft opportunistischer und friedlicher durch ihr Leben kommen.
Andere ignorieren nicht und machen sich damit bisweilen angreifbar und schaden sich – zumindest in einer verlogenen Gesellschaft – bisweilen sehr.

Früher oder später spielt sich das alles wieder ein. So meine Erfahrung.

Und möchte ich in einem für mich verlogenen Umfeld sein? Dort kann ich nicht gedeihen, nicht atmen, eine Zeitlang reifen nur.

Wie oft habe ich in den Jahren die Erfahrung gemacht, dass gerade die, die keine echte Wertschätzung für einen Menschen haben, ihm Honig um den Mund schmieren und so Lorbeeren einfahren.
Andere, ehrlich, gut, frei raus: schmieren keinen Honig, bleiben unsichtbarer, fallen runter.

Wie interessant auch meine Feststellung, dass eine einzige intrigante Person eine ganze Gruppe und die dortige Atmosphäre nachhaltig vergiften konnte. Zweimal habe ich das erlebt: Einmal „nur“ indirekt am Rande betroffen, einmal direkt.

Ich lebe und ich will meine Freiheit. Und mein Anderssein ist eben nicht nur ein Wort – weil doch jeder Mensch anders ist … Ich lebe Anderssein tatsächlich, mein Leben geht auf und ab und ich liebe es so. Und ich will bewegen und zum nachdenken animieren, auch wenn ich manchmal im Außen verliere. Manchmal gewinne ich im Außen aber auch. Und im Innen: immer.

Vielleicht habe ich aktuell nicht die ganz große Freiheit, das machen zu können, wonach mir der Sinn steht. Aber ich arbeite daran. Seit 4, 5 Jahren schon wieder und jeden einzelnen Tag in meiner Zukunft.
Und: Ich weiß zu schätzen, dass ich es nicht nötig habe, Dinge zu tun, die ich überhaupt nicht mehr machen möchte, weil ich den Charakter habe, der darüber steht und gegen den Strom schwimmt, wenn andere sich nur treiben lassen.

Wer aktiv schwimmt, spricht und aufrecht geht, für den ist die Welt riesig und mit ihr kommen unendlich viele Möglichkeiten.

Irgendwo anders können wir neu beginnen und unser Ziel erneut in Angriff nehmen.
Wir tauschen vielleicht einmal ein Jahr oder zwei ein, indem wir wieder bei Null beginnen.
Verlorene Zeit bei einem Neubeginn gibt es allerdings nicht, weil wir Erfahrungen und Wissen gesammelt haben, wo wir ursprünglich und hoffnungsvoll gestartet waren und nun gehen.

Lasse dir von niemandem einreden, dass du klein und unbedeutend wärst.
Du bist das volle Leben.
Wie oft sind Bewertungen nur subjektiv
Fast immer hat der Blick eines anderen Menschen auf dich, mehr mit ihm selbst zu tun, als mit dir.
Du kämpfst vielleicht für den Sonnenschein.
Bist eine Blume, ein Vogel, ein ganzes Meer voller Ideenreichtum und einem riesigen guten Herzen.
Du bist Fragen und du magst sprudeln
Und nicht, dass man dich ausbremst und erziehen will
Du liebst wenn und wen du liebst
Dann nimm‘ dir die Freiheit zu gehen, wenn du lange genug geschaut hast und nichts Gutes mehr hier
Aber woanders in allem siehst.

Es ist niemals zu spät für irgendetwas, für unsere Wünsche, Träume und dazu, zu einer Sache, zu einem Menschen, zu einem Job, zu einer Situation, zu einem Ort „Nein“ zu sagen.

Ich hatte in meinen 20ern jede Menge vielseitigsten, wildesten und herrlich oberflächstigen Spaß und war wohl der kunterbunteste Mensch, den man sich vorstellen kann.
In meinen 30ern habe ich jede Menge Luxus und großes Leben gelebt und mich in Charme und Stil versucht und gefestigt.
Und nun möchte ich, in meinen bald beginnenden 40ern, vorwiegend Ruhe haben, nachdenken, um das alles aufschreiben zu können … Was ich erlebte, und von dem nachholen zu können, für das bisher keine Zeit blieb, und vor allem mich selbst genießen und meine Zeit nicht mehr an so viele Menschen wie früher zu verschenken, sondern an die, die mir am Herzen liegen.

Fühl‘ mit mir.
Fühl‘ anders.
Mach es genauso oder besser.

Hauptsache wir sind glücklich, und das nicht auf Kosten anderer.

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(Text & Foto: Petissa Pan; April 2018 & Sommer 2016)

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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