Grün & Hope

Eine Portion Motivation zur reflektierten Selbstlosigkeit – dieses Mal vor dem Wochenende. Meine neue-alte Stadt tut mir heute schon gut, und Gutmenschentum sagt man dieser Stadt ohnehin seit Jahren, Jahrzehnten nach: Auch ökologisch, naturliebend sportlich, charmant herzlich, bescheiden bodenständig, ein Stück heile Welt vielleicht. Und sehr grün. Schön, so wie jede andere Stadt der Welt eben auch ihre ganz eigenen Vorzüge hat.
Und nein, keine Angst, das wird kein dauerhafter Städte-Blog: Ich bin aktuell einfach nur frisch verliebt.

“Somehow the grass is much greener” … – Aus den Lyrics der Pet-Shop-Boys-Single “Miracles” …
Grünes Grass, die rosarote Brille: Ein optimistischer Blick auf die Welt ist schon toll! Davon kann ich heute besonders gut ein Lied singen, weil mein Himmel in den vergangenen Jahren bestimmt nicht voller Geigen hing und mein Rasen war sowieso gänzlich hinüber.

Diese Woche war ich im Kino. Ein französischer Film (“Une Vie“ – zu meinem Glück mit deutschem Untertitel), aus dem Jahr 2016, der mit den Worten endete:

“Das Leben ist nie so gut oder schlecht wie du es siehst!”

Alles entspringt diesbezüglich nur unseren eigenen, völlig haltlosen, subjektiven Wahrnehmungen. Und wie hätten wir unser Lieblings-Gras überhaupt denn gern: vielleicht Flaschengrün, Blattgrün, Moosgrün, Lindgrün, Granny-Smith-Apfel-Grün oder doch lieber animalisches Grasfrosch-Grün?

Das schönste Grün welches ich je mit eigenen Augen gesehen habe, waren die saftigen Wiesen in Neuseeland. Jahre her. Und trotzdem war das längst noch nicht mein schönster Urlaub. Das Gras und wie wir das jeweilige empfinden, sollte also nicht maßgeblich daran beteiligt sein, mit welchem Blick wir auf unsere Leben blicken.

Unsere Hochs und Tiefs und unsere Dürren und Üppigkeit werden maßgeblich beeinflusst von äußeren Umständen, Ereignissen, Schicksalsschlägen, Glück, Zufall und dem Interagieren mit anderen. Manchmal sind wir, im übertrageneren Sinne natürlich, der Hund der den Baum anpinkelt, und ein anderes Mal sind wir selbst dieser Baum.

Wir gewinnen und verlieren. Wobei wir als Optimisten sagen werden, dass wir Erfahrungen gesammelt haben und es deswegen kein Verlieren war. Manche Erfahrungen sind nur so schmerzhaft, dass es schwer fällt sie nur als solche anzusehen.

Mein Gras begann – in meiner subjektiven Wahrnehmung – im Sommer 2013 zertrampelt zu werden, ab Herbst dann richtiggehend zerstampft, und ich stand ohnmächtig daneben.
Gelb-grün wurde es, brach ab, ungesund, wenig dicht. Im Frühjahr 2014, als es begann erneut liebevoll gegossen zu werden, erholte sich meine strapazierte Fast-schon-nur-Unkraut-Wiese, bildete sich weich und flaumig neu … bis dann im Spätherbst desselben Jahres der ganze Rasen in Flammen stand und über ganz 2015 lichterloh brannte.

Seit 2016 fing Gras dann an ganz neu zu wachsen. Ich habe gegossen und gepflegt. Heute ist es wieder richtig grün.
Und auch wenn es sicher Gräser, Rasen, Gärten gibt, denen ich nacheifere, weil ich sie als noch grüner ansehe … So gibt es aber auch Gras, das gerade verdurstet, verätzt, gezupft, gerupft oder abgefackelt wird, und um welches es so viel schlechter bestellt ist, als um meins.

Vielleicht könnten wir uns glücklich schätzen, wenn unser Gras durchschnittlich grün ist, uns damit motiviert nach oben orientieren und nach unten eine helfende Hand reichen? So schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Tun uns was Gutes und anderen gleich mit.
Das Leben ist ohnehin eine Achterbahn, und wenn wir einmal unten sind, freuen wir uns auch darüber, wenn es wieder hoch geht. Mit Hilfe: Gießen der anderen. Also ich habe mich gefreut!

Und heute halte ich selbst wieder einen Blumenstrauß meiner Wiese in meiner Hand und gebe davon ab.
Weil wir das nur fähig zu tun sind, wenn wir selbst genug haben: An Gras, Blumen, Friede, Liebe.

Nach jedem Tief, so unglaubwürdig und weit entfernt sich das auch manchmal anhören mag, geht es wieder nach oben.
Nicht selten steil. Auch dass das Comeback sehr häufig stärker sei, als der Setback. Ich bin aktuell immerhin einigermaßen ausgeglichen – im Vergleich zu meiner Situation früher.
Gras findet den Weg durch die steinigsten Schichten.

Und wie lautet eine andere Liedzeile im Songtext von “Miracles”:
“Roses bloom more to adore you too.” Und ich liebe Rosen. Am liebsten in Weiß.
Es geht eben nicht immer um Gras, und schon gar nicht um das in Nachbars Garten, sollte dieses nicht dazu dienen sich positiv inspirieren zu lassen und anzupacken!

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Text: PetissaPan; Juni 2018
Foto: PetissaPan; Juni 2018

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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