Run free

.. You can do whatever you really love to do,
no matter what it is.“

Ich habe mir gerade ein Fahrrad gekauft. Annonciert hatte ich in einem kostenlosen Stadtblatt, dass ich ein „altmodisches Citybike“ suchen würde. Und nun habe ich es.
Es ist alt für ein Fahrrad: 59 Jahre – aus dem Jahr 1959. Es ist ein Ein-Gang-Rad, gut erhalten zwar, aber es knarzt und ächzt, wenn ich auf leichten Anstiegen, in einer hügeligen Stadt, sanft, doch mit Nachdruck und Kraft, in die Pedale trete. Die Bremse greift schlecht, es hat ein paar Rostsprenkel hier und da, und es ist schlicht das wundervollste Bike, welches ich je gefahren habe. Besonders und lieb, treu.

Ich mag alt. Heute. Denn alte Dinge erzählen Geschichten. Neu ist mir inzwischen meist zu viel Wegwerf-Mentalität .. Doch das möge bitte ein jeder halten wie er es gerne mag. Ich habe auch Jahre gebraucht, bevor ich seit ein paar Jahren so denke.

Vor einigen Jahren fuhr ich aktiv Rennrad und hatte eine eigens für mich royalblaue Rennmaschine – später eine in Pink .. Jeweils mit tiefem Rennlenker und den schmalsten unbequemsten Sättel, welche bestimmt 30cm höher eingestellt waren, kamen sie schnittig, modern und super-sportiv daher. Rennradfahren war „ganz toll“ für meinen Rücken, geschmissen hat es mich natürlich auch und Oberschenkel hatte ich wie eine niederländische Eisschnellläuferin .. Na gut, so bildete ich mir das zumindest damals ein.

Und nun bin ich schlicht so glücklich, mit schlicht so einem einfachen alten Liebhaberstück, welches, als geschätzter und liebevoll restaurierter Oldtimer, gerade einmal einen dreistelligen Betrag gekostet hat. Es lässt mich aufrecht sitzen, die frische Schwarzwaldluft einatmen und mich wie in einer anderen Zeit angekommen fühlen. Surreal ein wenig .. Frisch & frech. Und ganz klar: irgendwann soll es ein alter knarzender Bentley, geliebt, gehegt, gepflegt, und mit Charakter für mich sein.

Wieso sollten wir nicht mit Gewohnheiten brechen, uns neu aufstellen und in Bereiche reinschnuppern, die wir noch nie kennengelernten?
Wieso nicht tun, was uns am Herzen liegt?
Es gibt keine Gründe dafür!

Und ansonsten liebe ich den turbulenten Service: Mit 16 Jahren gleich in ein Berufsleben gestartet, nie hübsch studiert und nebenbei gejobbt. So schön, mit Herzblut zu wirbeln, dauerzulächelnd und sich mit den Gästen zu freuen.
„My call is to serve“, Gelegenheitsjobs, Klamotten vom Second-Hand, einen zweirädrigen Oldtimer ..
Mein aktueller Freund könnte Chirurg sein und mein Ex vielleicht Manager. Sie könnten das dreifache bis zehnfache verdienen wie ich, und doch würde, täte, möchte und werde ich an meinem alten Drahtesel und Gelegenheitsjobs festhalten. Einfach, weil es mein Leben ist und es meine Entscheidungen sind. Und wer damit ein Problem hat, wer wir sind und für was wir stehen, der passt wohl leider nicht zu uns.

Wir sind eben nur authentisch, wenn wir tun was wir wollen und uns nicht 1.) für irgendwen verbiegen und 2.) für irgendetwas oder für den der wir sind schämen.
Und – viel wichtiger noch: wir sind nur dann glücklich und werden nur dann bleiben.

Ich wünsche euch viel Energie für eure Ziele einzustehen und nicht verteidigen zu müssen, wer ihr seid, was ihr liebt und für euren Weg.
Einfach machen. Gerne verrückt. Gerne kritisiert. Gerne belächelt.

Umarme dein Chaos
Verfolge das Ziel exquisite Erinnerung zu machen
Sei anders
Besonders
Sei du
Sei ein Rebell
Run free
Bevor die Zeit dazu vergangen ist.

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Text: PetissaPan
Foto: PetissaPan

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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