Auf mich!

Helden sind nett anzusehen – in Filmen. Beispielsweise und vielleicht. Denn ich bin nicht versiert darin, diese Art Filme beurteilen zu können und reime mir das gerade nur so zusammen, aus dem, was ich von anderen schwärmerisch hör(t)e.
Helden in der Wissenschaft, in Ausnahmezuständen, beim Sport, ach – überall!

Helden bereichern. Sie können Hoffnung, eine Art Anker, ein Ideal für uns sein.
Doch wie ist das mit Idealisierten und Idealisiertem? Hoch gehoben fällt nach Enttäuschung besonders tief! Und was aus wem anderen wird oder werden soll – völlig gewollt oder ungewollt von ihm selbst – das liegt nun einmal nicht in unserer Hand.

Wir sind nur der Steuermann unseres eigenen Lebens und unserer eigenen Entscheidungen, Wege, Visionen.

Brechts Buch „Leben des Galilei“, ist mir sein liebstes und wird hier frei von mir wie folgt kurzinterpretiert:

Ein gutherziger, wissbegierig eifriger, wie sehr kluger Wissenschaftler, Menschenfreund und Freund harmloser Genüsse und friedlicher Werte, verliert, im sanften, immer schwerer werdenden Kampf gegen eine ausbremsende Instanz, welche ihren goldenen Thron nicht räumen will und deshalb die Wahrheit verleugnet um – um es mit meinen Worten zu sagen – „ihre verwöhnten Nasen im Trog halten zu können.“
Trotz aller Tragik gewinnt er letztendlich doch. Nicht als Held, wie ihn viele gerne gesehen hätten, sondern einfach damit, dass er sein Wissen der Welt doch noch und gegen alle Widerstände zu vermitteln versteht.

*Andrea: „Unglücklich das Land, das keine Helden hat!“

Galilei: „Nein. Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.“*
(Bertolt Brecht in „Leben des Galilei“)

Wozu brauchen wir Helden, wenn jeder einzelne von uns seinen ganz eigenen Beitrag in der Welt leisten kann?

Ohne Frage: Manche Menschen können uns eine großartige Bereicherung sein: Gute Mentoren sind ein so wunderbares wie seltenes Geschenk! Und jeder Mensch, den wir im Laufe unseres Lebens kennenlernen, inspiriert uns auf seine ganz eigene Art und Weise irgendwie und bewegt.

Aber Helden? Und brauchen?

Warum erfüllen wir uns nicht selbst die Träume, die uns bewegen, bekommen den Hintern hoch, oder – wahlweise – setzen uns darauf und arbeiten so? Dann brauchen wir unser Unglück nicht im Versagen derer zu suchen, auf die wir alles hielten und an die wir glauben wollten.

Wir können selbst Held im kleinen oder großen sein und locker-flockig leger sagen:
„My call is to serve!“ – Und nicht, dass andere das für uns leisten müssten.

Erwartungen und Enttäuschungen machen wir am besten mit uns selbst aus, weil wir weder in einen anderen Menschen hineinsehen können, noch das Recht haben, ihm unseren Stempel und unsere Wünsche aufdrücken zu dürfen!

Den Spruch mit dem „my call“ und „to serve“ habe ich übrigens von wem ganz Inspirierenden immer wieder gern gehört. Er klingt noch heute motivierend in meinen Ohren, wenn ich mich über andere echauffieren möchte und dabei selbst stillstehe.
Immer wieder gut!

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Text: PetissaPan
Foto: PetissaPan vor dem Theater in Freiburg)

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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