Leben ist erleben

Willemsens Zitat ist eines das ich selbst gern gesagt hätte, da ich genau so über das Leben denke:

Vollpacken, erleben, erfühlen, erfahren, anstatt sich passiv berieseln, Chancen verstreichen, uns leben zu lassen.
Selbst in die Hand zu nehmen – sehen, entscheiden, für eine oder von einer Sache gehen!

Um möglichst viel von seinem Menschenleben gehabt zu haben, kann es – neben vielleicht Glück – dafür zwei Möglichkeiten geben:

Die eine dieser ist, dass wir uns auf ein zwei Spezialgebiete konzentrieren, in die wir sehr tief, strebsam und intensiv eintauchen und forschen, folgern, fokussieren.

Die andere die, dass wir uns von der breiten Vielfalt die das Leben zu bieten hat inspirieren lassen, eintauchen und aufsaugen wie ein Schwamm in Weltmeeren und Pfützen. Uns so breit gefächertes und vielseitiges Wissen aneignen und so wahrscheinlich Lebensfreude pur erfahren werden.

Wie sagte Oscar Wilde so keck: „I like men who have a future and women who have a past.“ Genussmensch! etwas selbstzerstörerisch und selbstverliebt vielleicht und einer mit dem ich zu gerne einen Abend lang einen Gin Tonic getrunken hätte.

Verdichten steht für mich für Intensität: Es ist große Neugier und energiegeladene Aktivität in einem.
Welche Art von Intensität wir aber für uns wählen wollen, ist unsere Wahl, typabhängig und auch – fairerweise – nicht für andere zu bewerten.

Gerade habe ich Robert Seethalers aktuelles Buch gelesen.
Er schreibt über Menschen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können in dem wie sie gelebt haben und nun vom Jenseits aus reflektieren und ihr Leben rückblickend beleuchten:

Da ist der liebende Vater,
dort die treu ergebene Ehefrau, die vor ihrem Mann gehen musste …
Der Musterknabe, dem eine freche goldene Zukunft prophezeit wurde bis …
Und der Pfarrer, und der Gemüsehändler mit Migration-Hintergrund, die sich kannten.
Andere auch & andere auch: Zu Lebzeiten verbunden und noch mehr Leben im Buch.

„Fünfzig Jahre später hieltest du immer noch meine Hand. Es kam mir vor, als hättest du sie nie losgelassen, und das sagte ich dir auch. Du lachtest und meintest, das stimmt, hab ich auch nicht!“
(Robert Seethaler; „Das Feld“)

Ich habe mich ganz verliebt in diesen und verloren in diesem einfühlsamen und tief berührenden Schreibstil, dieses doch noch jungen österreichischen Autors, von dem ich hiermit mein erstes seiner Bücher las.
Wie und wo stehen wir eigentlich heute
Und was von dem was wir bisher getan oder nicht getan haben, bereuen wir? Was würden wir tatsächlich rückgängig machen, so wir es könnten?

Nur, und so sehe ich das Leben im Hinblick auf diese Frage: wir würden dann nie erfahren können wie unser Leben mit unseren bislang getroffenen Entscheidungen genau so weiter geht, wie es aktuell da steht. Und ist diese Aussicht nicht viel interessanter als die Zeit zurückdrehen zu können, nur um dann aktuell wo ganz anders zu stehen?

Und unser Morgen – auf jeden Fall – können wir ganz entscheidend selbst mit beeinflussen!

Hätte, könnte, sollte.
Hier bin ich Realist und rational.
Und das spannendste Leben ist doch immer unser eigenes!

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Text: PetissaPan
Foto: PetissaPan, sehr gerne gerade in Freiburg.

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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