Von Rosa und Pink

Was passiert, wenn wir das Herz eines Menschen mit einer Lüge gewinnen?

Würde ich zugreifen, wenn sich mir die Möglichkeit böte, durch einen glücklichen Umstand, in eine Rolle schlüpfen zu können, die (m)ein großes Ziel zu erreichen, wie ein Kinderspiel verwirklichen kann?

Was siegt: Meine Dreistigkeit für den gefakten Erfolg .. das damit verbundene schnelle, nicht zu Ende gedachte kurze Vergnügen .. die Angst, dass irgendwann alles herauskommen – ich entlarvt werden könnte – und letztendlich alles viel schwerer noch wird als zuvor .. meine Authentizität, mein echter Stolz?

Martin Suter – schweizer Schriftsteller – schreibt uns einmal mehr zum niederknien: In seiner Novelle „Lila, Lila“ nämlich, über eine Liebe, die hier durch Täuschung nur erreicht wird:

David will Marie.
Marie will einen Schriftsteller.
David findet Zettel mit Notizen, ganze Seiten voll, ein ganzes Buch, welches er, nach kurzer Überlegung nur, zu seinem eigenen macht.
Marie damit beeindruckt.
Marie bekommt.
Marie verliert.

„David hatte den Schlüssel an der Wohnungstür steckenlassen, damit sie klingeln musste. Für den Fall, dass er eingeschlafen war, er wollte sie zur Rede stellen.
Marie sah glücklich aus. Sie begrüßte ihn mit einem schwesterlichen Kuß und ging nicht auf seine Fragen ein. „Komm David, das bringt nichts. Ich muss in ein paar Stunden wieder aufstehen und du bist besoffen.““
(Martin Suter; Lila, Lila (2004))

Suter tieft Beschreibungen seiner Personen mit ordentlich Detailverliebtheit und einer guten Portion Ironie. Er schreibt eingängig, süffig – läßt uns sein Werk so leicht lesen oder auch tiefer – und regt dann, entscheiden wir uns für letzteres, zum nachdenken an.

Vielleicht wollen wir dem Protagonisten im Mittelfeld gerne Tipps zurufen, ihm zur Seite stehen, in sein Leben, Schicksal, positiv verändernd eingreifen.
Vielleicht aber sollten wir in unser Leben verändernd eingreifen.

Wer nämlich glaubt, dass, wie der Volksmund sagt, Lila der letzte Versuch sei, der mag genau so selig werden, wie jemand, der der Meinung ist, dass man sein Leben nicht in jedem Alter noch komplett ändern und alles je Dagewesene großzügig, oder auch gänzlich, über den Haufen schmeißen kann.

Man kann.
Mann.
Frau auch.

Wie oft sind wir es selbst, die uns im Weg stehen? Ein paar wenige andere werfen vielleicht noch großzügig kleinere Kiesel auf den Weg .. aber die meisten sehen Brüche viel interessierter und interessanter, als wir womöglich selbst.

Das Ende des Buches bleibt offen. So wie auch wir am Ende unseres Lebens erst wissen können, welche Entscheidungen wirklich gut, welche nicht ganz so toll waren.

Hoffentlich getreu dem Motto: „Klug war’s nicht, aber geil.“

Oder, charmanter: I did it my way!

Viel Spaß dabei!

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Text: PetissaPan
Foto: PetissaPan (Annaplatz; Freiburg im Breisgau)

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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