J’ai tout oublié, quand tu m’as oublié

Um es vorweg zu nehmen: Das Genie Franz Kafka ist nun überhaupt keiner meiner Bevorzugten. Ich gähne mindestens beim lesen, und brauchte und bräuchte gefühlte einhundertsiebenunddreissig Anläufe, eines seiner Bücher zu Ende zu bringen.
Möglicherweise erkennen wir dann wahre Genialität nicht .. haben einen schlechten Geschmack .. oder einfach nicht den des Mainstream.

Kafka schreibt niemals über die Liebe und das Herz, und das kann uns zu eintönig und kopflastig sein. Zu wenig rosa, rot vielleicht ..
Möglicherweise ist man gelangweilt und bleibt unerfüllt von seiner Schreibe noch dazu, da echte Erotik ebenso Fehlanzeige ist.

Obgleich uns seine Romane und Bücher deswegen nicht berühren mögen, ist seine Persönlichkeit durchaus interessant: Wie immer eben, bei einem derartigen Sonderling, Außenseiter, einem sehr speziellen Vertreter unserer Gesellschaft.

„There is something inherently valuable about being a misfit.“

Jeder schaut hin: irritiert, belächelnd, heimlich vielleicht auch bewundernd, aber fernab der Gesellschaft, deren Stempel und Erwartungen an das einzelne Individuum, muss man erst mal gut leben können. Kafka konnte das.

Als Persönlichkeit gilt er rückblickend bewertet und verurteilt als bindungsunfähig, was die Verbindlichkeit mit Frauen angeht. Das, da hochkompliziert sensibel, gehörig tiefgründig und schlicht gern distanziert. Für ihn war Schreiben auch immer wichtiger gewesen, und um sich den Luxus „nur zu schreiben“ leisten zu können, hat er tagsüber fleißig und beständig in einem „Brotberuf“ gearbeitet. Und sonst geschrieben. Und Schriftsteller ist der einsamste Beruf von allen.

Menschen die ihn kannten, beschrieben ihn als jemanden, mit dem man durchaus viel lachen und Spaß haben konnte und als lange nicht so ernst, wie er anhand seiner Bücher wirken mag. Die schwierige Beziehung zu seinem Vater hat er in „seinem Brief als Buch“ bearbeitet. Die hat ihn dennoch zeitlebens verfolgt, da maßgeblich geprägt.

Vielleicht ein Sympathieträger. Vielleicht mögen wir seine Literatur dennoch nicht.

Durch seinen „Der Prozess“ haben sich so einige zu Schulzeiten gequält. Ein, zwei, drei andere Bücher von ihm vielleicht angelesen.

Aber:
Müssen wir zu Ende bringen, was uns weder inspiriert noch weiter bringt, in dem wer wir sind und wer wir werden wollen?

Müssen wir gut finden, was die Masse als solches hervortut und lobt?

Müssen wir dazugehören, oder ist das Nicht-dazuzugehören-wollen-und-können vielleicht genau unser Ding?

Ich bleibe, wie ich bin.
(Franz Kafka)

Und was uns langweilt, kratzt, nervt oder hoffnungsvoll begeistert und Freudentränen in die Augen oder Lesefreuden in ausschweifende Gedanken treibt, bestimmen wir zum Glück ganz selbst.

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Text: PetissaPan
Foto: PetissaPan – on tour

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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