Liebe leben

Der Satz: „Man kann im Leben nichts verpassen“ stammte vom Schriftsteller Suter, als er in einem Interview 2010, nach dem Rezept für (s)eine glückliche Ehe gefragt wurde.
Er nannte hierzu: Liebe, neugierig sein, und die Einsicht, im Leben nichts verpassen zu können.

Nicht verpasst haben sich auch Goethe und Schiller.

Der große Johann Wolfgang von Goethe und der jüngere, aufsteigende Friedrich Schiller:
„Sturm und Drang“ beim einen abgeschlossen, inzwischen von diesem gar verschmäht, und der andere mitten in dieser Rebellion drin, überzeugt und erfolgreich damit werdend:
Auf dieser Basis sahen sie sich erstmals und lernten sich Jahre später so auch kennen.

„Ankitzelnde“ Rivalität und daraus resultierende Inspiration für schöpferische Eigentümlichkeiten, und Nähe und Distanz, und sich doch nie verloren zu haben, sind vielleicht die grob zusammen gefassten Eckpfeiler dieser Männerfreundschaft.

Rüdiger Safranski hat sich in die Lebensgeschichten beider eingegraben und sein Buch „Goethe und Schiller; Geschichte einer Freundschaft“ darüber geschrieben, in dem einem bewusst werden kann, welche große Faszination die Verbindung dieser beiden Genies in sich trug und heute noch trägt.

„Schiller lebt sich in Weimar ein. „Mein Leben geht jetzt einen höchst ruhigen, aber dabei sehr tätigen Gang“, schreibt er am 19. Dezember 1787. „Ich habe weniger Zeit, als gute Freunde, und dieses Verhältnis hat ungemein viel Reiz.“
Er bleibt, und wie die anderen Weimaraner wartet er auf Goethes Rückkehr.“
(R. Safranski „Goethe und Schiller“ (2011))

Goethe wurde 82 Jahre alt, Schiller gerade einmal 45. Und Goethe sagte Monate nach dessen frühen Tod einmal:
„Ich kann, ich kann ihn nicht vergessen!“

Ist – war – das nicht schon Liebe?

Wie definiere ich selbst überhaupt die Liebe:
Geben, ohne zu verlangen und nehmen, ohne zu besitzen?

Und nehme ich schon länger womöglich deutlich mehr, als ich gebe und raube damit vielleicht die Balance der Beziehung, des anderen Glück und unsere Perspektive?

Wer hält das Uns zusammen:
Wer gönnt und pusht, wünscht, unterstützt, reißt Mauern nieder, kittet, heilt, hält, läßt frei – aus Liebe?
Wer plant qualitative Zweisamkeit und Spaß, und setzt das auch um? Unterstreicht Wörter mit Taten?
Wer hört dem anderen aktiv zu, ist stets unterstützend, für ihn da?
Respektiere ich Zeit, und damit Absprachen, Träume, Pläne und halte mich an mein Wort?
Interessiere ich mich in Tiefe für mein Gegenüber, meinen Partner?
Wer bringt Frühstück ans Bett und zaubert, egal zu welcher Uhrzeit, sonst was Leckeres?
Wer tut viel und wartete dabei zu lange auf das Umsetzen seiner Herzenswünsche und Bedürfnisse .. vergebens .. verhungert auf Distanz, am langen Arm, oder wo auch immer ..
Ich, oder immer wieder nur der andere?

Und kann mich & uns dann noch Neugier retten: oder nur noch den anderen, der mit seiner über alle Berge ist, da er gemerkt hat, so wenig zu bekommen, dass er nicht noch mehr verpassen will?

Das „Rezept“ Martin Suters vielleicht zur Liebe, und der Wille, es heute besser zu machen als gestern – und morgen als heute ..

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Text: PetissaPan
Foto: PetissaPan aktuell zwischen den Bergen: Am Lac Léman, im schönen Genève, Hier-werde-ich-auch-noch-irgendwann-wohnen, Genf.

 

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PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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