Hüpfende Agilität

Werde ich in meinem nächsten Leben bitte als Schweizerin im französischen Teil geboren? In Neuchâtel, wo Dürrenmatt bis zuletzt lebte, vielleicht?
Geht’s und ging’s besser? Für manchen wohl kaum.

Sicherlich eine ganz wunderbare Vorstellung. Nicht nur, weil ich die französischen Schriftsteller gerne lese und das zu gerne in Originalsprache täte. Dazu aber reicht mein Französisch sicherlich noch ganz lange nicht.

Die Franzosen eben ..
Immer ein wenig filigraner, mit charmant sämig zuckrig – dabei gekonnt luftig – verführender Süße.
Fein und fallend hingebungsvoll, wie der Genuss ein, zweier, überreifer Aprikosen an einem schwülen Sommerabend:
Das Leben lebend, unsere Gedanken darüber auf der Zunge sowieso, und den Kopf im Nacken, während man allein, zu zweit, auf warmem Holz sitzt und sehnsuchtsvoll das Abendrot, dann den kühlen Sternenhimmel betrachtet – als Pausen dazwischen, während wir lesen.

Nonchalanter!
Und Ernaux und de Vigan schreiben doch sicherlich mit tiefrotem Cremestift auf unangestrengt perfekt geschürzten Lippen, mit Weichspüler im Glas und einer Fluppe zwischen den perfekt gefrenchnailten Fingern.
Sie schreiben wohl magnifique. Beide.
Wenn sehr wohl auch grundverschieden.

Zuletzt las ich Delphine de Vigan „No & ich“:
Keine Erotik, keine amour fou und auch keine ménage à trois, quatre, cinq.

Ein zart geschriebenes Buch mit den so typischen Schnörkeln, welche wir als Frankophile lieben werden. Und damit so wenig geradlinig zur deutschsprachigen Weltliteratur, mit der man dieses Buch nun aber auch wirklich nicht vergleichen darf.

„Die anderen trödeln herum, sind neugierig. Inzwischen sehe ich auf meine Füße, meine Schnürsenkel sind offen, wie gewöhnlich. Wie kommt es, dass ich mit meinem IQ von 160 zu blöd bin, mir die Schuhe zuzubinden? … Meine Mutter verläßt die Wohnung seit Jahren nicht mehr, und mein Vater weint heimlich im Badezimmer. Das hätte ich ihm sagen sollen.“
(No & ich; Delphine de Vigan)

Es geht um Schicksale, daraus erwachende wie ans Herz wachsende Freundschaft zweier Mädchen, um Mut, eine Chance und das Anpacken in der Gesellschaft, weil wir die Welt, zumindest im Kleinen, etwas verbessern wollen weil wir das können.

Wenn reden doch Silber ist und schweigen Gold, warum ist dann tun Gold und denken Silber?

Ist es nicht so, dass jemand von Herzen gerne so und genau das wäre was er denkt und spricht, tatsächlich aber nur das Spiegelbild von dem was er tatsächlich tut ist?

Das Leben in Träumen vertrödeln?

Und was machen wir eigentlich mit der Wissenschaft über die sich bekannter Philosoph Heidegger einmal derart äußerte: „Die Wissenschaft denkt nicht.“

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Foto: PetissaPan
Text: PetissaPan, die sich mit süßen Aprikosen im Schoß wie Süßkinds „Mirabellenmädchen“ fühlt.

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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