Lauf Forrest!

Das Zitat über das „besser scheitern zu lernen,“ stammt vom irischen Schriftsteller Samuel Beckett.

So anders und konträr sein Leben, und das der Schriftsteller damals generell, zu denen heute. Die, die in unserer Zeit Notizen machend in sonnigen Parks und fröhlich belebten Cafés und schummrigen Hotelbars sitzen können ..
oder Zuhause friedlich schreibend, inmitten chaotischer Papierberge, tagelang die Wohnung nicht verlassend ..
und frei reisend, um sich inspirieren zu lassen.

Jo Baker, die britische Autorin, hat sich Beckett’s Lebensgeschichte angenommen und eine Biografie über ihn geschrieben, in der er nicht einmal namentlich genannt wird. Doch jeder weiß: es geht um ihn.

Darum, dass, als der zweite Weltkrieg ausbrach, Beckett von Irland nach Paris ging.
In Paris nämlich erhoffte er sich die Ruhe, die er in seiner Heimat nicht mehr finden konnte und sich für sein Leben und seine Schriftstellerei wünschte.

Er aber bleibt auch in Frankreich unfrei: bei einer neurotischen Mutter, die ihn selbst aus der Fremde stresst, und er lebt die Liebe zu Suzanne, einer Pianistin, die zunehmend an Leichtigkeit verliert, weil auch dort die Luft zum Atmen fehlt, nur Enge und Bedrängnis herrscht, erstickt.

Versuche, Umzüge .. Zuletzt war es die körperliche Betätigung die ihm gut tat, indem ihn diese sich selbst finden ließ.
Sie war Ventil und Lösung.
Auch wenn Martin Suter gegenwärtlich meint: „Leute, die schreiben, sollten keine Hanteln stemmen.“

Gehen oder bleiben, lieben und leiden?
Loslassen, fallen, dann sich selbst fangen.

„Zu dieser Tageszeit sind nicht allzu viele Menschen in der Métro. Auch gut, denn sie sind allesamt Polizeispitzel, die ihn anstarren. Nicht ohne Grund: Seine Tasche hat sich zur Größe eines Koffers aufgebläht, seine Beine sind zu lang für ihn geworden, und seine Ellbogen ragen wie Kleiderbügel heraus. Er ist eine Schnake, die einen Ziegelstein transportiert. Ein Flamingo, der einen Kleiderschrank schleppt. Wem würden da nicht die Augen aus dem Kopf fallen.“
(Jo Baker; „A country road, a tree“ (Ein Ire in Paris))

Ever failed?

Kann gutes Scheitern überhaupt als solches bezeichnet werden, oder ist es stets eine gewinnende Investition in unsere bald aufblühende Zukunft?

Ist schlechtes Gewinnen nachhaltig gewinnen, oder holt uns irgendwann die Vergangenheit dazu ein und überholt, überrollt uns – wir verlieren uns?

Try again.

„Der Füller wandert übers Papier, Tinte färbt das Blatt blau. Worte nehmen Gestalt an. Das ist er: der Beginn.“

Text: PetissaPan
Foto: PetissaPan, nach frühmorgendlichem Joggen AN der schicken Dreisam, gefühlt verdient IN der kühlen Dreisam. Ohne Hanteln natürlich.

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Text: PetissaPan
Foto: PetissaPan, nach frühmorgendlichem Joggen an der schicken Dreisam, gefühlt verdient in der kühlen Dreisam. Ohne Hanteln natürlich.

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PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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