Bommeln, nicht bummeln!

Klassische Musik in fröhlich hüpfend russisch komponierter Weise und Tradition. Heimatliebe. Der Schwarzwälder Bollenhut: glutrot, als Zeichen der ledigen Modernen.
Das blütenweiße hochgeschlossene Spitzenblüschen und die rauchige Kippe zwischen den rot getünchten sündigen Lippen.
Frech, unangepasst und nicht auf den Mund gefallen dann doch und sowieso.

Wie passt das alles bitte, und was überhaupt zusammen?

„Wieso haben die schrecklichsten Frauen die tollsten Männer“, oder wie genau lautet der Titel dieses Buches, welches ich nicht kenne?

Gehört zu einer wirklich erfüllenden Liebe nicht nur zart rosarot gekitschte Lust und seifig sauber geschrubbte Leidenschaft, sondern immer auch ein ganz klein wenig guter Schmerz?

Können wir lieben und hassen, mit großer Freude kommen und mit noch größerer Enttäuschung gehen – binnen weniger Tage und Wochen?

Warum wollen wir besitzen was uns schräg fasziniert, nicht zu uns passt, auch wenn es uns zerbrechen könnte, oder mindestens die Bodenhaftung verlieren läßt?

Und welchen Reiz hat das Ungewöhnliche – manchmal das bißchen Böse gar – und wann wollen wir uns wieder zurück in die Normalität retten und wünschen uns Einfachheit, ein Stück frischen Brotes mit reiner goldgelber Butter und einer feinen Prise Salz?

Zum Buch:
Gewaltige Sprache, im Sinne von beeindruckend schön. So empfinde ich.
Entrückte Sprache und fesselnd. Melancholisch tief berührend und zu meinen Tränen gerührt, ob dem Schmerz, den dieses ungleiche Paar in seinem Erstlingswerk erleben muss: „Was zu dir gehört“, von Garth Greenwell.

Greenwell schreibt von gekauftem Sex, und gefundener, geschenkter Liebe unter zwei Männern.

Die beiden, verschieden, mit finanziell und national völlig unterschiedlichem Background:
Ein Amerikaner, der es nicht erreicht in Bulgarien Fuß zu fassen und anzukommen.
Ein charismatischer Einwohner der Stadt Sofia, mit düsterem Blick und Wesen.

„Du willst der große Amerikaner sein, warf R. mir schließlich vor, du glaubst, dass du sein Leben in Ordnung bringen kannst, du ihn retten willst. Und vielleicht war es nicht ganz falsch; auf jeden Fall war da eine Fürsorglichkeit in mir, die ich gegenüber niemandem so empfand wie gegenüber Mitko, ich ertrug es nicht, dass er trotz seiner gelegentlichen Brutalität letztlich so hilflos war – in einer Welt, die sich nicht um ihn scherte.“
(Garth Greenwell; „Was zu dir gehört“)

Wann habe ich schon einmal oder zweimal mehr gegeben als bekommen, an und von wem, den ich vermeintlich liebte, womöglich jedoch nur irgendwie abhängig von ihm – der Zeit mit ihm – war?
Und wie groß war mein Schmerz daraus zu lernen?

Wenn sich wahre Liebe verdoppelt, sobald wir sie teilen, so ist auch geteiltes Leid, immer nur halbes Leid. Das mag vielleicht der Trost an dieser Geschichte, und eine große Freude – nach dieser Erkenntnis – in unserem Leben sein.

Und sonst?

Warum das Leben nicht nach eigenem Gusto salzen und pfeffern?
Über den Tellerrand hinaus treten,
über den Tellerrand hinaus lesen,
sich über den Tellerrand hinaus bilden, und Gegensätze leben – in welchem Maß auch immer wir das für uns neugierig erfahren möchten ..
Erfrischt womöglich ungemein: Nicht nur im Sommer.

Und für’s Protokoll:

Ist wahre Liebe dann doch nicht fast immer federleicht und wohliger Genuss – beiderseits?

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Text: PetissaPan
Foto: PetissaPan – Foto vom Foto von Hanna Thienel / Baden-Baden (Model: nicht ich; Schlicht ein großer Fan dieser Klasse-Aufnahme und Idee dahinter!).
Und das Festspielhaus Baden-Baden: Deutschlands größtes Konzerthaus – ganz Europas zweitgrößtes, und seit vielen Jahren bereits ein heißbeliebter kultureller Sehnsuchtsort von mir.

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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