Bold at heart

Neben dem Schreiben, dem Leben an sich und der Literatur, habe ich eine andere enorme Passion: Seit ich sieben Jahre alt war, hat mich stets aktiver Sport begleitet und einen Großteil meiner Freizeit ausgemacht. Nichts berührte mich ein gutes Jahrzehnt lang so intensiv, wie ich fühlte, wenn ich meinen Körper an seine Grenzen brachte.
Bis auf gut zwei Jahre, in denen ich zuletzt verletzt war, habe ich immer Sport getrieben und ganze 18 oder 19 verschiedene Sportarten mehr oder weniger intensiv gelebt, auch mal nur kurz ausprobiert und dabei täglich mindestens einmal trainiert.

Golf war die Sportart, die für mich für Natur, Konzentration und Ruhe stand.
Und für Tiger.

Tiger war für mich der Grund, warum ich mir vor Jahren einen großen Flachbildschirm kaufte und Sky Sport abonniert hatte. Davor und danach, bis heute wieder, schaue ich kein Fernsehen. Er steht hier in meiner Wohnung – der Fernseher – und verstaubt, ohne, dass er überhaupt angeschlossen wäre. Ich verfolge aktuell im Internet.

Freche Wortkombinationen bildete ich mit Tigers Vor- und meinem echten Nachnamen, die sich tatsächlich ganz wunderbar reimen, und deren – unsere – Anfangsbuchstaben ich mir als Initialen 2013 auf die Golfschuhe sticken ließ.
Ich war verrückt – nach ihm, seinem Spiel, und auch sonst – verliebt, und es hält an.

Tigers Faszination im Sport ist eine solche, wie es Thomas Bernhard in der Literatur und Richard Branson im Business für mich sind. Eine Magie, der ich loyal erlegen war, bin und die mich Jahre begleitete und vermutlich immer anhalten wird.

Tiger, der mich genauso in seinen Bann zog und zieht, wie er das Millionen anderer tut und diesen Sport überhaupt so populär machte.
Eine schillernde Ausnahme im großen Sport, von dem in den vergangenen neun Jahren viel Gold und Glanz abgeblättert ist, abgekratzt wurde, und nun erneut an ihn geheftet, geschrieben, gepappt und getrieben wird.

Dass er ein ganzes langes knappes Jahrzehnt so erbärmlich böse gefallen ist und nun wieder da, macht ihn für mich nur noch besonderer, interessanter, unwiderstehlicher und besser, und steht in Amerika ja ohnehin für die Laufbahn eines großen und gefeierten Helden.
Die Medien überschlagen sich gerade geradezu auch hinsichtlich seinem offensichtlich geläuterten Charakter, nämlich dass der einst super-erfolgreiche doch egoistische Selbstsüchtige, heute zu einem mit Herz gereift sein soll.

Getreu dem Zitat von Victor Marie Hugo:
„Unglück macht Menschen.
Wohlstand macht Ungeheuer.“ ???

Ganz ganz weit oben, dann gefallen und nach zahlreichen sportlichen, privaten und gesundheitlichen Tiefschlägen und monatelanger Negativ-Presse ein Schatten seines einstigen Selbst gewesen. Nicht aber geblieben.

Es wird niemals wieder einen zweiten Tiger Woods geben können, und ich finde diesen, den wir da haben, ganz prima: Göttlichstes Golf ever … Vor allem aber heute: menschlich.

Ich hoffe, dass er den Ryder Cup am Sonntag für sich und sein Team entscheiden kann. Doch tut er das nicht, so ist es trotzdem so, dass er wieder, und völlig unverkennbar, zurück ist, nach all den Jahren.

Als Sympathierträger, Auferstandener, Golf-Gott, und ja, ich idealisiere immer dann, wenn Begeisterung sich kaum zähmen läßt und mein Bauch es so will.

Schönes Spiel!
Und ab Montag komme ich dann vielleicht wieder zum lesen.

„Es gibt Augenblicke, in denen eine Rose wichtiger ist als ein Stück Brot.“
(Rainer Maria Rilke)

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Text: PetissaPan
Foto: PetissaPan; 2009

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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