Kätzchen, schnurr!

Was lässt sich eigentlich herrlich besser kritisieren, als die Unverbesserlichen unserer Führungsetagen?

„Top of the Rocks“, reich und schön, – dank Skalpell nämlich wie eh und je, und damit die beliebt verantwortlich Gemachten, für all die anhaltend soziale Ungerechtigkeit in einer Welt voll von unrühmlicher Unwucht.

Was ist da los, mit dieser Macht, die – im Business – stets das Böse will und das Gute schafft?
Die glatte Worte spricht und schmeichelnde Mienen guckt, welche selten einen anständigen Charakter vereinen: wie es zumindest Konfuzius einst befand.
Selbstverliebt?
Süß schwankend vielleicht nur?

Ungefährlich?
„Unrasiert, zerzaust und verquollen blickt der neue Geschäftsführende Direktor Peter K. Schwarz Peter K. Schwarz im Badezimmerspiegel entgegen. Beide scheinen seltsam berührt von dieser Begegnung mit einer so hochrangigen Persönlichkeit in einem so intimen Rahmen.
(Martin Suter, „Cheers. Feiern mit der Business Class)

Klebt nicht an jedem Vorurteil ein vorwitziger Fitzel pechschwarzer Wahrheit, wie unhübsch eingesessener Kaugummi?
Hartnäckig gepappt ans 5000€-Dolce-Vita-Dress des feierlichen Silberfuchses beispielsweise, der hier, streng in die Akten vertieft. Und in dessen Tiefen, das sympathische Herz eines kleinen Jungen schlägt, den er erfolgreich zu verbergen versucht.

Polemisch, er?
Nicht und neverever, da sich viel zu sehr der negativen Wirkung bewusst, und sowieso möglichst kein Elan, neben all’ dem täglich geldbringenden Wahnsinn, für streitlustigen Kampf und eine mutige Ansage.
Die Zornesfalte spiegelglatt gebotoxt? Und Polarisierend.
Ein Glas Schampus auf dich, und wir baden darin!

„Dass sich seine Persönlichkeit über Nacht verändert hat, steht für ihn außer Zweifel, seit er sich am Morgen im Badezimmerspiegel begegnet ist, Das Verwegene, das ihm die morgendlichen Bartstoppeln noch bis gestern verliehen hatten, ist gewichen, und an seine Stelle ist so etwas wie ein Anflug von Verletzlichkeit getreten. Der Ausdruck eines Mannes, der das Opfer der Verantwortung gebracht hat.“
(Martin Suter, „Cheers“)

Ein heimlich bewundernder oder sehnend schief neidischer Blick auf das ach-so-perfekt-Leben und das bildschön eingemauerte Lächeln, das von ebenso Blitzweißen begleitet wird, wie repräsentative Ehefrau stolz die schimmernde Perlenkette um den dürren Hals trägt.

Die Geliebte gerne draller. Tätowiert, ja gern! Und um die Ecke, bei Currywurst und Pommes: ich bitte darum!

Mutig deinen Schritt ins echte Leben wagend, in deinen Louboutins, die dir trotz aller Männlichkeit einen eleganten Touch schwul verleihen. Was du natürlich überhaupt nicht hören willst, und ich verschweige, während du sprichst und dich zum siebten Mal wiederholst, nachdem du zum vierten Mal kamst. Viagra.
„Und koch’ bloß nicht für mich. Das hab’ ich schon. Zuhause, mit fünf Kindern und dem Hund.“

„Wenn er seinen Vorgänger Seeholzer abgeschossen hat, dann nicht aus niedrigen Beweggründen des Killers, sondern aus den edlen des Befreiers.“
(Martin Suter; „Cheers“)

Kocht ihr eigentlich mit Wasser oder Champagner, eure Pasta im versilberten Topf?
Schokolade zum Frühstück und Fettabsaugen in der Mittagspause?

Und wenn ihr helft, warum spendet ihr: öffentlichkeitswirksam, und macht euch nicht bescheiden die perfekt manikürten Finger etwas schmutzig, indem ihr hinlangt, mitmacht, nach unten seht?
Könnt ihr nicht? – Schlicht Hände reichen und den Blick nicht nur nach noch „obener“ richten und euch dabei den Hals verdreh’n, um hinzukomm’n, wohin nie die Sonne scheint?
Im Gegensatz zum Zweithaus am süffigen Südhang des sämigen Lebens.
Verdrehte Welt. Der Charakter könnt’s vielleicht schon sein, oder nicht.

Verzweifelt verzweifelnd – von zitronengelb bis ocker – noch nach Fehler suchend, und mein „Po“ neben dem deinen, sozusagen:
so dein Porsche meinen Polo in den Schatten stellt nämlich, im Shoppingcenter, wo ich nur bummle und du groß kaufst.
Was hast du schon was ich nicht brauch’?
Nichts. So leih mir, schenk mir, und im nächsten Leben bin ich du.

„Isabelle fasst sich mit beiden Händen an den Kopf und verstrubbelt für 214 Franken plus Trinkgeld Waschen-Schneiden-Tönen-Stylen. „Besser so“, fragt sie, und ihre Augen blitzen hasserfüllt unter den irreparablen Schäden ihrer Frisur.
Zum ersten Mal versteht Lobsiger, dass es Männer gibt, die ihre Frauen umbringen. Er holt mit der Linken weit aus und schaut auf seine Armbanduhr. „Ich gebe dir genau 10 Minuten, um das wieder in Ordnung zu bringen“, befiehlt er schneidend.
„Sonst“, fragt Isabelle und verschränkt die Arme vor ihrem neuen 1840-Franken-Gucci.
Einen Moment starrt Lobsiger sprachlos in Isabelles Dekolleté wie in den Abgrund seines Karriereendes. Dann sagt er, so vernünftig wie möglich: „…
(Martin Suter; „Cheers)

Oder lieber doch nicht?

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Text: PetissaPan
Foto: PetissaPan; Reich an Neugier.

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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