Libelle

Im Sturm gescheitert und in deinem passiv ungläubigen Staunen auf den Boden gegangen. Erstmals ist in dir da der Wunsch gewachsen, gehalten und getragen werden zu wollen, und damit bist du erneut böse angegangen .. Hast so den absoluten Tiefpunkt deines Lebens erreicht. Flügel, die dich nicht mehr tragen.

Gelitten. Verdammt. Gekämpft. Für Monate. Für Jahre vielleicht.

C’est la vie. Vom Glück geküsst kommt später einmal wieder, du schrumpelige Raupe, die zum wunderschönen Schmetterling wird. Du Bienchen ohne Rüssel, um damit den verlockenden Saft des Lebens zu tanken. Gottesanbeterin, die du an der schattigen Wand verharrst.

Und heute, nach allem wie du inzwischen länger schon wieder stehst, und zwischen sehr glücklich und verträumt sanftmütig zweifelnd, im ständigen Wechsel gehst.. und wie du das, so lange du denken kannst, immer getan hast.. und wie es beschreiblich bildschön für dich war, weil es sich gut anfühlte, nämlich heimelig und echt, reflektierst und magst du philosophieren: 

Früher also, als die Welt noch in Ordnung und saftig grün, milde und hübsch für dich war, selbst wenn deine Ursprungsstube das vielleicht niemals gewesen ist, erkennst du, du wurdest deiner Naivität beraubt, die du mit am meisten geliebt hast. Oder irgendetwas anderem, an dem dein Herz auch immer hängen mag.

Und das geht nicht, weil es nicht gefällt.

Um die geliebte Eigenschaft also Stück für Stück zurückzuerlangen, bedarf es einer Idee. Möglich, eines feinen oder klareren Rückzuges aus deinem Umfeld, versinkend allein, in deiner sprudelnden Kreativität und fliegend, eintauchend in, dich belebend an, deiner endlos blumigen Phantasie.

Deine Emotionen hast du ebenfalls schmerzlich vermisst, wie auch deine erfrischende Energie, deine kindliche Neugier, offen auf alles und jeden zuzugehen, deine gute Prise Ambivalenz, und so viel mehr.

Leben. Lieben. Lachen eben.

Und du erkennst: Genau wie du warst, warst du richtig. Du hattest einfach nur Pech und warst einmal, zweimal, dreimal, zur falschen Zeit am falschen Ort, mit den für dich völlig falschen Gegebenheiten. Mit anderen in der selben Situation, hätte alles ganz anders für dich laufen können. Weiter wärst du hochgeflogen. Pechmarie, nach dem Sturm kam der Regen.

Wunderbar dafür jetzt, dass du zumindest so etwas heute ein wenig früher erkennen könntest, und dass du den unsanften Tritt erhalten hast, noch einmal etwas ganz Neues anzugehen. Denn Energie und Begeisterungsfähigkeit dazu hast du genug. Biss und Willen. Sanftheit und Fingerspitzengefühl, Spitzentanz.

Und so schön für dich, dass du erkannt hast, was du früher nicht sehen wolltest, konntest: Du hast deine ganz eigene, individuelle Sicht auf die Welt, deine Träume, deine Vorstellungen für so vieles.

Und diese wollen gelebt werden.

Und das erkannt haben zu dürfen, ist ein riesiges Geschenk. Danke fürs Fallen, den Wind, den Sturm, den harten Regen also! Denn du hast gelernt. Anders – und auch anderes – als viele gedacht und es dir möglicherweise prophezeit und gewünscht hätten, aber es ist ja schließlich nicht deren Leben.

Du jedenfalls bist zurück. Neu und doch unverändert. Du bist unreif und völlig unabhängig & selbstständig in einer Person. Du bist auf einer Seite samtweich und unglaublich stark auf der anderen. Du bist tiefgründig und total albern & verspielt. Du bist intelligent und schwer von Begriff. Für vieles blind, doch siehst mehr als so viele andere. Unkompliziert und anspruchsvoll. Spontan und verplant, versprochen, Prioritäten setzend. Wertetreu und jeden Tag neu. Du liebst und du hasst. Kopf und Herz. Du denkst schwarz-weiß oder rosarot.

Und genau so warst du schon immer. Zaghafter nur. Nicht so ganz von dir selbst überzeugt wohl. Aber genau so willst du weiterhin sein. Bestimmter nun. Gelenkt. Bunte Flügel mögen dich überall da hin tragen, wo du sein magst.

Und Offenheit macht absolut alles in der weiteren Zukunft möglich. 

Text & Foto (April 2019) : PetissaPan

Sich von der Gesellschaft zu distanzieren, verschafft einen objektiveren Blick auf diese.


Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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