Baiser! F. Boucher!

Eine grobe Zusammenfassung in der sanften Art des Rokoko. Eine erste klitzekleine Annäherung an die anstehende Hausarbeit:

Das Gemälde von Francois Boucher zu Leda und der Schwan ist ein Querformat; 59,5 x 74 cm groß und stammt aus dem Jahr 1742. Es zeigt zwei fast gänzlich entblößte junge Frauen, die in der Bildmitte aneinander geschmiegt an einem Platz in der freien Natur sitzen und liegen, und ihre Aufmerksamkeit dabei einem weißen Schwan zukommen lassen, der, von den Frauen aus gesehen, zu ihrer Rechten um Ledas nackte Beine streicht. Leda ist die, von Betrachterseite aus sich links im Bild befindende Person. Sie ist daran zu erkennen, dass sie edles Geschmeide – wie Perlenketten – trägt, und im Vergleich zu dem anderen Mädchen einen größeren Raum im Gemälde einnimmt, von Boucher höher positioniert wurde und heller von der Sonne bestrahlt wird, wodurch sie besonders ins Auge fällt. 

Die beiden Mädchen scheinen an einer bewaldeten Stelle, direkt an einem Gewässer zu sitzen. Dies erkennt man daran, dass Leda die Zehen ihres linken Fußes in das Wasser getaucht hält, welches hier jedoch in etwa dieselbe gelbliche Farbgebung aufweist, wie die Bäume, und somit erst bei näherem Hinsehen als Wasser offensichtlich wird. 

Leda sitzt mit ihrer Begleiterin zur Linken, im Bildvordergrund des Gemäldes nahe der Mitte des Bildes. Sie sitzt auf etwas Erhöhtem, was ein Baumstumpf oder ein Stein sein könnte. Zu erkennen ist dies daher nicht, da sie ihren Körper dort auf ein ausgebreitetes großes rot-orangenes Tuch gebettet hat. Sich selbst hat sie in ein weißes Tuch gehüllt, das jedoch so gelöst dargestellt ist, dass dem Betrachter ein freier Blick auf ihren beinahe vollständig entblößten Körper gewährt wird. Ihre Brüste und ihr Bauch werden direkt von der Sonne beschienen, und das Tuch ist lediglich (noch) elegant um den rechten Arm gewickelt, welchen zusätzlich eine weiße Perlenkette ziert. Des Weiteren bedeckt das Tuch ihren Unterbauch und die Scham, welche noch zusätzlich von ihrem angezogenen rechten Bein verdeckt ist. Das Knie dieses Beines hat sie dabei zu ihrer Körpermitte hin geneigt, wie als wollte sie dem Schwan, der direkt an diesem Oberschenkel steht, Raum geben, und zugleich ihre Intimität vor ihm bedecken. 

Die blonden Haare der Leda sind hoch- oder nach hinten gesteckt und am Oberkopf mit Schmuck – in Form einer Kette – geschmückt, was an das Aussehen eines Diadem erinnert. Ihr Gesicht weist in einem hellen gelblichen Ton dieselbe Farbgebung wie der ganze Körper auf und mangelt, aufgrund der hellen Augenbrauen und dem nur sehr sanft rosafarbigen Mund, an starken Kontrasten. Ihr Blick ist gesenkt und sie sieht den Kopf des Schwanes an. Wie zur Begrüßung oder vor Freunde und Überraschung hält sie den rechten Arm ausgereckt nach schräg oben gehoben, und die Finger davon gespreizt. Diese Geste unterstreicht die Verspieltheit und Leichtigkeit, die das französische Rokoko charakterisiert. 

Das andere Mädchen kauert mit ihrem Oberkörper auf Ledas Schoß. Sie ist diejenige, die Boucher direkt in der Bildmitte platziert hat. Das Mädchen ist völlig nackt, hält in den Händen, auf Leda aufgestützten Armen, ein Stück des weißen Tuches und bedeckt sich damit – mehr charmant aufreizend als verdeckend die Brust – und sieht, wie auch Leda, den Schwan direkt an. Auch sie trägt die Haare hochgesteckt. Ihren Körper sieht man dabei leicht verdreht im Profil. Sie kniet auf leicht geöffneten Beinen im Schilfgras. 

Die Landschaft spielt eine sehr untergeordnete Rolle in diesem Gemälde, was daran deutlich werden kann, dass sie sehr wenig Raum einnimmt, und dabei von der Farbgebung auch kaum Kontrast aufwirft. Während Boucher viele andere seiner Gemälde in großen Farbunterschieden und -abstufungen dargestellt hat, ist gerade die Natur hier sehr eintönig. Das Schilfgras im Bildvordergund und um die beiden Mädchen herum, die Bäume und Büsche im Bindhintergrund, und sogar das Gewässer im Bildvordergrund, sind betont in einem gelblichen Schlammton mit leichtem Grünstich dargestellt. 

Der Schwan, also der verwandelte Zeus, trägt mit seinem Gefieder dasselbe Weiß wie das Tuch, welches Ledas Körper freigibt. Von seiner Größe nimmt der Schwan etwa die Hälfte der Größe Ledas ein. Er ist direkt an ihrem rechten Oberschenkel dargestellt und wirkt aufgeregt und keck, auf keinen Fall wie ein scheues Wildtier, da er derart nah an den Mädchen steht und dabei die Flügel gespreizt hält. Diese Aufgeregtheit kann keinesfalls als negative Aufregung gedeutet werden, wie als ob er beispielsweise fliehen wollte oder Angst hätte, da die Halsführung, sein Kopf und die Blickrichtung deutlich machen, dass er die Nähe der Mädchen – speziell Ledas Nähe – sucht, wobei er jedoch Blickkontakt mit der Begleiterin Ledas hält, deren Gesicht sich nur circa einen halben Meter vom Schnabel des Schwans entfernt auf höhere Ebene befindet.

Durch den rechten abgespreizten Flügel des Schwanes, der bis über den linken Bildrand des Gemäldes hinausragen würde, das rechte nach hinten weggesteckte Bein des knienden Mädchens, welches beinahe den rechten Bildrand erreicht, und den Kopf der Leda, die über der ganzen Szenerie sitzt, wirkt die Darstellung dieser drei wie eine Dreieckskomposition. 

Die ganze Komposition Bouchers wirkt dabei wie weichgezeichnet, wobei die Konturen der Körper, oder auch der Stoffe und der Landschaften nicht scharf dargestellt sind, sondern leicht zu verschwimmen scheinen; verblendet sind. Verstärkt wird dieser Effekt durch den wolkenähnlichen Hintergrund, der Ledas Kopf umspielt. Wobei hierzu sicherlich zu prüfen wäre, ob dieses Gemälde an dieser Stelle tatsächlich ursprünglich von Francois Boucher so gemalt worden ist, oder es im Nachhinein verändert oder gar schlecht restauriert wurde. 

Im Bild selbst ist keine Bildquelle auszumachen. Die Mädchen werden von einem lichtundurchlässigen Wald von hinten und den Seiten her begrenzt. Jedoch wird im Besonderen Ledas Körpermitte und Gesicht, von einer, sich außerhalb dem Bild befindlichen, Lichtquelle beschienen. So, dass ihr Körper in einem weißlichen Gelb erstrahlt, der durchaus dem Farbton des Federviehs nahekommt. Diese Lichtquelle kommt von schräg links vorne unten. 

Die Verspieltheit und fröhliche Leichtigkeit die dieses Gemälde von Francois Boucher transportiert, zeigt den so leichten und typisch verspielt frivolen Charakter eines Rokoko-Gemäldes, welches hier, mit Leda und der Schwan, als Historienbild interpretiert wurde. 

(Wer sich hiervon etwas abkupfern mag: Gern! Der- oder demjenigen sollte nur bewusst sein, dass ich im Falle von etwaigen Plagiatsvorwürfen nachweisen kann, dass der Text im Original von mir stammt.)

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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