W O L K E S I E B E N versus W O L K E V I E R

Heute bin ich einmal mehr besonders dankbar für die gefühlte Million toller – Hand-in-Hand agierender – Teams, in denen ich schon arbeitete. Tatsächlich waren es wohl um die Tausend: Bei der Polizei bist du ja regelmäßig auch in Zweierteams unterwegs, in denen du dich auf deinen Kollegen zu 100% verlassen können musst, weil es in der nächsten Sekunde um sein oder dein Leben und seinen oder deinen Tod gehen kann. Da darfst du dich davor im Streifenwagen nicht angezickt und verurteilt haben. Da reißt du dich zusammen, stehst du ein, Punkt!

Am meisten kompatibel war ich immer – und das zwei Jahrzehnte lang – in den Reihen der Bundespolizei. Für mich stimmten damals die Werte einfach zu 100%, und ich mag Polizisten schon besonders gern.

1997 in Rosenheim

Die Bundespolizei repräsentierte für mich Teamgeist, Abenteuer, Action, Abwechslung, wenig Indoor – viel Outdoor, Schutz, finanzielle Sicherheit und Freiheit, Freude, Freundschaft und die Familie, die ich privat nie hatte. Vor allem aber Spaß, Spannung, Schokolade (Balistoriegel in jeder erdenklichen Farbe), Graubrot, Landjäger und Astronautenkekse in den Verpflegungspaketen.

Ich kann mich von tausenden Kollegen, mit denen ich eng zusammenarbeitete, an nur eine gute Handvoll erinnern, die mir auf den Keks 🍪 ging und mit denen es anhaltend Reibung gab. So wollte und so konnte man folglich nicht zusammen arbeiten. Man ging sich aus dem Weg, was besser und erfolgreicher für alle Beteiligten war, ist und auch bleibt. Ich bin genau dann überhaupt nicht mehr einfach, sobald es meinen Werten deutlich gegen den Strich geht. Bis dahin bin ich vielleicht der netteste Mensch; was mir 2018 in der Gastro auch so gesagt wurde.

Meine Werte, meine Vorstellungen … Privat noch weit komplizierter als beruflich. Was ich aber weiß: Umso wichtiger, dass es passt! Für jeden einzelnen Beteiligten. Wer seinen Wert nämlich kennt, arbeitet nicht dauerhaft – unter Umständen auch nur sehr kurz – in Teams & Jobs mit und in denen es nicht harmoniert und funkt, sondern unproduktiv brodelt: Wo Werte kollidieren, wo die Leistung aufgrund menschelnden Unruhen leidet. Ein Job muss für mich Progress in beruflicher Hinsicht bedeuten und dazu braucht es ein gewisses Wohlfühlen.

Man lernt. Frau wächst. 

Über ein paar Jahre lang im Privaten ein strahlender Magnet für Narzissten, rieche ich diese ja nun auch schnell und zuverlässig und sage besser schnell „bye“. Und ich frage mich noch heute, wo sich eigentlich die Narzissten in der Bundespolizei versteckt haben könnten. Ich habe in 20 Dienstjahren genau einen einzigen kennengelernt – und dabei war es nicht der, der meine Auslandskarriere auf dem Gewissen hat. Der war einfach nur in seinem Ego gekränkt gewesen und hat wohl kaum bedacht, was er mir dauerhaft versaut, wenn er mich als seine Stellvertreterin anschwärzt.

Ob wir narzisstisch, eigen, exzentrisch, abgehoben, stolz, bissig, die Prinzessin auf der Erbse oder der Froschkönig sind: Eine gewisse Unverträglichkeit ist ganz typisch auch für Unternehmer; da, wo ich sowieso hin will, und langfristig nirgendwo anders. Es gibt hierzu Studien: Die Unverträglichkeit ist eine Eigenschaft im Fünf-Faktoren-Modell: Den Big Five. Die anderen vier sind Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen und Gewissenhaftigkeit. Es gibt gute Bücher darüber. Persönlichkeitsentwicklung und das Verstehen wollen meiner Mitmenschen halte ich für essentiell. Im Iran, wohl wissend, dass der Freizeitwert zu kurz kommen wird, habe ich ein Semester Psychologie an der Fern Uni in Hagen belegt und studiert gehabt. (Ich habe die Prüfung (MC) jedoch nicht bestanden).

Interessant war für mich und ist für euch vielleicht genauso, dass der Manager im Angestelltenverhältnis über emotionale Stabilität (Neurotizimus), extrovertierte Veranlagung, große Offenheit, Gewissenhaftigkeit; vor allem aber ein besonders umfangreiches Maß an Verträglichkeit verfügt, so er nach ganz oben will. Beim Unternehmer mögen die anderen vier Faktoren ähnlich sein; er (be)sticht jedoch mit einer guten Portion Unverträglichkeit.

Denken wir an Steve Jobs und Elon Musk. Keine einfachen Charaktere.

Auch ich habe Männer kennengelernt, die erbende Unternehmer im Familienunternehmen sind – und hierbei doch relativ smooth durchs Leben gleiten. Mit angepassten TopManagern hatte ich auch schon das Vergnügen: Gibt es Charmantere? Vielleicht in der Finanzbranche… Und dann gibt es die Unternehmer, die sich aus „nichts“ zum Multimillionär machten. Wie Jobs und Musk eben. Privat ein durchaus herausforderndes Unterfangen. 

Desweiteren soll noch gesagt werden, dass für mich privat privat ist – und Business Business. Vergleichbar vielleicht auch mit der (deutschen) Flüchtlingspolitik: Wir lieben Menschen und wollen ihnen Schutz bieten und ihnen helfen: Das sagt (m)ein Herz. Aber: es ist niemandem geholfen, wenn die Kapazitäten dazu nicht in dem Maß da sind, dass sich für andere dafür nicht gravierend viel ändern muss. Wir können einen Kuchen in 16 Stücke schneiden. Wir können auch großzügig sein und 20 oder 32 Stücke daraus machen. .. Aber wie sieht es aus, wenn daraus 100, 1000 und mehr Stücke werden sollen?

Da trifft Ratio (Kopf / Job) auf Herz (Emotion / privat) – und dafür lassen sich stets gute Kompromisse finden.

Langfristig – so wie das Unternehmertum – möchte ich mich dafür stark machen, dass die Leute dort bleiben können, wo sie herkommen, indem man ihre Schätze nicht für unsere wirtschaftlichen Zwecke ausbeutet und keine politischen Kriege führt, die Millionen und Milliarden fliehen lassen müssen. Man kann vor Ort schon viel helfen, und wir müssen – politisch, wirtschaftlich – außerhalb Deutschland weit mehr für andere tun. 

Und noch einmal zum Team:  Eine Beziehung – sei sie beruflich oder privat – mag wie Couture sein: Nämlich wenn sie nicht perfekt passt, sie eine Katastrophe ist. Den Satz habe ich vor Jahren einmal bei Sex and the City aufgeschnappt, als die Ex-Frau des russischen Künstlers Alexander ihn zu Carrie sagte. Aber das mag – as always – jeder für sich selbst entscheiden: Dass ich nicht zu jedem passen kann und will, und dass andere es manchmal nicht für mich sind. Ich inspiriere nur. Und ich selbst love oder leave eben. Bei mir gibt es tatsächlich kein „change“. Das ist einfach meine ganz persönliche Portion Unverträglichkeit. Meine Vision, dass Freiheit auch im Weggehen liegen darf. Und vielleicht kann ich auch ein wenig mehr an meiner Kommunikation arbeiten; dies im Privaten.

HappyDay für alle-alle !!

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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