Look at „Krisengebiete“

Hengameh

Als ich 2012/13 für knapp 10 Monate im Iran lebte und arbeitete, bin ich in der freien Zeit im Winter Ski im Elburs-Gebirge gefahren; im Frühjahr, Sommer und Herbst gereist. Auch allein.

Obwohl die deutsche Botschaft (für die ich arbeitete) vor Inlandsflügen gewarnt hatte, wollte ich fliegen und bin geflogen: Schiras ist eine absolut sehenswerte Stadt im Süden und ich lebte im Norden (Teheran). Ohne Flug hätte eine Reise viele Tage gedauert; so lange hatte ich nie frei.

So fand ich mich als einzige Europäerin in einem kleineren Flugzeug voller iranischer & irakischer Männer, und hatte in Schiras eine schöne und intensive – auch angestrengte Zeit. Wie in diesem ganzen Jahr ins Iran.

Mariam & Noura, die Mädchen auf dem Foto, hatte ich zufällig in einem Park getroffen und sie haben mich zu sich nach Hause, zu ihren Familien, zum Essen eingeladen. Es gab Spaghetti und wir aßen, traditionell im Schneidersitz sitzend, auf dem Boden.

Persepolis (UNESCO Welterbe) habe ich von Schiras aus ebenfalls besucht.

Ich bin nicht lebensmüde. Überhaupt nicht. Doch glaube ich an Offenheit und daran, sich von Menschen & Kulturen ein eigenes Bild machen zu können, und dies auch zu müssen, so oft es geht. Medien traue ich spätestens seit der Zeit nicht mehr, seit ich mir vom Iran ein eigenes Bild machen konnte.

Maranjab Desert

Das Buch von Lynsey Addario war sehr inspirierend.

Eine bewundernswerte, wunderbar getriebene Frau mit Berufung. Ich habe es am Wochenende gehört und den Irak für 2022 auf meine Reiseliste gesetzt. Es gibt keine Touristenvisa für dort, aber es gibt Menschen, die Wege fanden; und genau das werde auch ich. Die Welt besteht nicht nur aus Schönheit und Luxus. – Diese aber ist/sind (m)eine wundervolle und essentielle Blase.

Es möge jeder finden was ihn antreibt. Es möge sich jeder ein eigenes Bild von den Menschen, dem einzelnen Menschen, Kulturen und Ländern machen. Und es finde jeder das gut, was er zu lieben gelernt hat, wofür sein Herz schlägt; ohne die Wünsche, Bedürfnisse und legalen Getriebenheiten anderer zu verurteilen.

PS: Bei der Polizei wurde ich auch mal „Prinzesschen“ genannt. Dabei aber stets von solchen, die nie in Krisengebieten waren.


Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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