E N T H U S I A S M U S

Als ich mich 2008 bei der Bundespolizei fürs Auswärtige Amt beworben hatte und sowohl zuerst die Auswahlkommision der Bundespolizei, als, im Anschluß daran, auch die des Auswärtigen Amtes von mir überzeugen konnte, ging für mich ein großer Traum in Erfüllung: Da war ich. Am Ziel eines großen Traumes. Welt, ich komme!

Die Bundespolizei in Lübeck entschied damals, wen sie beim Auswärtigen Amt vorschlagen wollte. Ich kann mich bestens an die lange Zugfahrt erinnern, und an die Tatsache, dass ich nicht, wie von der Bundespolizei gefordert, den vollständigen „feinen Dienstanzug“ im Gepäck hatte.

Der feine Dienstanzug, damals noch in grün und gelb, musste zu wichtigen Ereignissen immer getragen werden. Unabhängig davon war es im Einladungsschreiben auch noch einmal explizit erwähnt gewesen. So war mir die Vorgabe bestens bekannt, und dennoch hatte ich es gewagt – bewusst entschieden, dass ich zwar die feine grüne Diensthose und das langärmelige gelbe Hemd mit grüner Krawatten tragen würde. Das grüne Jackett aber, habe ich Zuhause gelassen.

An dem Tag waren Bewerber aus ganz Deutschland in Lübeck anreist. Manche wurden von der Kommission, die aus Bundespolizisten und einem Psychologen bestand, aus undurchsichtig geheimnisvollen Gründen nicht für das Auswärtige Amt zugelassen. Andere wurden abgelehnt, da das äußere Erscheinungsbild nicht dem geforderten entsprochen hatte. Schuhputz, Lederpflege allgemein, ein ordentlicher Krawattenknoten, und eine sitzende und vollständige Uniform waren Gründe für „Yes you can“, oder „Fahre wieder nach Hause und versuche es vielleicht in einem Jahr noch einmal“.

Ein Kollege, der kurz vor mir dran war, wurde abgelehnt, weil er kein Jackett anhatte. Das war nunmal die Vorgabe gewesen. Und auch ich wurde eine gute halbe Stunde später auf mein fehlendes Jackett angesprochen. Das wusste ich; und erklärte ehrlich und nachvollziehbar warum ich es nicht angezogen hatte: Meinen feinen Dienstanzug habe ich nämlich erhalten, als ich genau 16 1/2 Jahre alt war. Auch wenn ich, mit meiner Bewerbung beim AA – damals 29-jährig nur 2 oder 3 Kilogramm mehr wog, wie die 13 Jahre davor: Er passte nicht mehr. Die Ärmellänge stimmte nicht. Er spannte über Kreuz und/oder Brust, und so hatte ich entschieden, einen souveräneren Eindruck ohne dieses Jacket machen zu können.

Da die Einladung zu dieser Bewerbungseignung sehr kurzfristig erfolgte und die Bekleidungskammern aufgrund der Umstellung auf eine blaue Uniform sowieso seit Monaten überfordert waren, war es mir nicht möglich gewesen, schnell eine Alternative zu bekommen.

Ich war mir sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Mit Jackett hätte ich ausgesehen wie ein grüner Schlumpf oder schlimmer … Und diese Sicherheit und Überzeugung strahlte ich aus. Vor allem dazu aber meine riesige Portion Enthusiasmus, in welcher ich vollkommen für die Auslandskarriere der Bundespolizei entbrannt war.

Ich erntet prüfende Blicke; auch strenge. Manche der 7 oder 8 Personen der Prüfungskommission sahen sich auch untereinander an, berieten sich … bis einer mich anstrahlt und ausrief: „Ich glaube ihr!“ Das Eis war gebrochen. Meine Zusage für das Durchwinken meiner Bewerbung zum Auswärtigen Amt wurde Sekunden später ausgesprochen und unterschrieben.

Done! Happy!

Enthusiasmus ist so viel! So viel wert! So wunderbar!

Die vergangenen Jahre habe ich durchaus darum kämpfen müssen, ihn behalten zu können. Aber er ist da. Weiterhin.

Ich war nun nicht perfekt – nicht einmal den Vorschriften entsprechend – angezogen gewesen, und habe damit die erste von drei Hürden für diese Auslandskarriere geschafft. Und genauso bin ich nun auch überhaupt keine klassische Schönheit; eher bin ich faszinierend, durch meinen ganz eigenen Look, eine gewisse Niedlichkeit von Gesicht, Blick, dem was ich trage, wie ich Dinge sage … meiner Andersartigkeit, und – völlig konträr dazu – einer starken Präsenz im Auftreten. Ich bin auch nicht super-intelligent, und musste viel dafür tun, heute da zu sein, wo ich bin, weil ich da hin wollte.

Für meinen ganz offensichtlichen Enthusiasmus, – meine kindliche Begeisterung, „diese meine Geheimwaffe“ ist aber eine Sache ganz besonders wichtig: Mich langfristig ausschließlich mit Menschen zu umgeben, die ich für ihre Werte mag, bewundere und liebe. Diesem Grundsatz bin ich nie untreu geworden.

Ich bin picky was Charaktere angeht. Das war Jahrzehnte lang immer, ist und bleibt mein Weg zum Erfolg; weil, wer glücklich ist, nämlich immer erfolgreich ist.

B E A U T Y catches the attention but character catches the heart.

C H A R A C T E R is how you treat those who can do nothing for you.

T R A I N people well enough so they can leave, treat them well enough so they don’t want to.

Die Regeln für dein eigenes Leben machst immer du selbst! Je mehr du du selbst bist, und je mehr du nach deinem eigenen Wertesystem agierst, desto erfolgreicher wirst du sein. Erfolgreich, glücklich, reich.

Die richtigen Menschen finden sich. Und du gehörst dort hin, wo man mit dir fühlt, agiert, fokussiert, tut.

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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