Z U E R I C H

Beim Bundesgrenzschutz hatte ich 16-jährig unterschrieben, dass ich mich überall & jederzeit deutschlandweit einsetzen und irgendwohin ins Nirgendwo; an entlegenste, pulsierendste Orte abordnen und versetzen lasse.

Das habe ich stets getan. Gelebt. Und verzeichne gerade deswegen rund 20 Umzüge. Ich lieb(t)e diese Art zu leben. Und würde ich erneut entscheiden, würde ich heute vielleicht einige Jahre früher von der Bundespolizei zum diplomatischen Dienst für das deutsche Auswärtige Amt überwechseln: 3 Jahre da, 3 Jahre dort. Politik, fremde Kulturen, neue Menschen, Weltoffenheit, und das eigene Leben weit über den Rand hinausführen.

Als Deutschland „zu klein wurde“, hatte ich das Ausland im Blick. Und Brüssel, Moskau und Teheran waren Entscheidungen die ich genau so selbst wollte.

Wenn ich an einem Ort ankam, – und wusste ich, es sei für nur 3, 6, 9 Monate (innerhalb Deutschland) oder ein ganzes Jahr (Ausland); so sagte ich mir stets:

„Clissa/Crissa mach‘ das Beste daraus! Lebe aktiv was immer du in diesen Monaten alles entdecken kannst … Tauche vollkommen ein! Vergeude niemals deine Zeit! Sieh die ganze Schönheit, sehe alles als großartiges vorübergehendes Geschenk an und liebe und lache jeden Moment.“

Wenn die Zeit des Abschieds anstand; und diese tun mir immer weh, sagte ich mir, dass ich nun den Fokus auf das Negative legen will und werde, und ihn mir damit erleichtere: Die wunderschönen Parks waren mir dann zu überfüllt, die Märkte die ewig selben, der Schnee zu gelb, der Sommer zu heiß, die Luft zu schlecht, die Städte und Shops hatte ich satt, und selbst die deutschen Pferde ritt, und die deutschen Golfplätze bespielte ich lieber.

Es ist Mindset. Kopfsache. Dinge loszulassen, und den Schmerz dabei so klein wie möglich zu halten; für mich als Mensch, der so intensiv fühlt …

Wenn das Loslassen nach einer Zeit dann leichter fällt, der Schmerz nachgelassen hat, bade ich von Zeit zu Zeit in den schönen Erinnerungen, lasse das Negative ganz verblassen, und sehne mich manches Mal – an manche Orte – so sehr zurück, dass ich wieder kommen mag.

Ich liebe mein Leben in Baden-Baden sehr. Und ich tat das jedes einzelne Mal, das immer wieder von Auslandsaufenthalten und anderen Wegzügen durchzogen und gekreuzt war. Und ich sehe und sauge und liebe die ganze Schönheit hier besonders intensiv. Heute mit dem Wissen, dass ich eher nicht bleiben werde. Und heute schon mit dem Wissen im Hinterkopf, dass ich gute – und so einige – Gründe dafür habe, in einem Jahr nicht mehr hier sein zu wollen. Diese Gründe sammle ich – und lasse sie dann frei durch meine Gedanken, meinen Verstand und mein Herz tanzen, einige Wochen bevor ich damit anfange meine Koffer zu packen, die Wohnung räumen zu lassen.

Be the person you want to meet.

Ein Zitat, das mich begleitet, seit ich 2013 meine Fitnesstrainerausbildung absolvierte. Es war ein Leitmotiv für die Bildungsakademie SAFS & BETA. Und auch wenn ich niemals als Fitnesstrainerin gearbeitet habe, will und werde: Es ist zu meinem Leitmotiv geworden.

Und niemand ist jemandem Rechenschaft darüber schuldig, warum er ist, wie er ist .. warum er will, was er will .. warum er tut, was er tut; solange er anderen damit nicht schadet.

Warum er mag, was er mag … Warum ihn inspiriert, was & wer ihn inspiriert … Warum ihn antreibt, was ihn antreibt … Warum er sich lossagt, distanziert, von was und wem auch immer er sich lossagen und distanzieren mag.

Warum er lernt, was er lernt. Warum er lässt, was er unterlässt.

Warum er hasst, was er hasst … Warum er liebt, was & wen er liebt. Warum er lebt, wie er lebt.

Und warum er kommt. Warum er geht.

Die Schönheit in allem sehen. Loslassen. Wiederkommen. (Hotel Regina / Louvre Paris.)

Wo ich jeweils überall für mindestens 10 Monate lebte – der Reihenfolge nach: Mariazell/Württemberg & Königsfeld im Schwarzwald/Baden (als Kind), Coburg/Oberfranken (1 Jahr), Rosenheim/Oberbayern (6 Jahre, mit ständigen Unterbrechungen wie: deutschlandweiten wochenlangen Einsätzen und monatelangen Abordnung. Manchmal war ich mehrere Monate lang keinen einzigen Tag in Rosenheim, obwohl das meine damalige Homebase war; wo ich in der Kaserne wohnte), Freiburg/Breisgau (1 Jahr), Achern/Baden (2 Jahre) , Seebach/Achertal (10 Monate), Baden-Baden (1 Jahr), Söllingen/Baden (1 Jahr), Baden-Baden (1 Jahr), Brüssel/Belgien (1 Jahr), Baden-Baden (10 Monate), Moskau/Russische Föderation (1 Jahr), Baden-Baden (1 1/2 Jahre), Teheran/Iran (10 Monate), Baden-Baden (2 Jahre), Düsseldorf/NRW (2,5 Jahre), Freiburg (2 Jahre), Baden-Baden (1 Jahr)

Wo ich für circa ein halbes Jahr und etwas weniger lang lebte: Deggendorf/Niederbayern (7 Monate), Lörrach/Schweizer Grenze (9 Monate), Frankfurt/Main (6 Monate), Konstanz/Schweizer Grenze (6 Monate), in der Uckermark/Brandenburg (4 Monate).

Und seit 2016 habe ich die Schweiz im Hinterkopf.

Seit ich 16 1/2 Jahre alt war, habe ich nie mehr länger als maximal 2 1/2 Jahre ununterbrochen an ein und demselben Fleck gelebt. Es ist das, wie ich daran gewohnt bin, wie ich es liebe, wie es meiner Natur entspricht, und wie ich mich auch heute dafür entscheide: dass ich entweder (beruflich) viel unterwegs sein will, oder die Homebase nach wenigen Jahren jeweils wechseln möchte. Die Bundespolizei hat mich in der Art wie sie mich führte und wie ich sie & dieses Leben liebte, mehr geprägt als irgendein Mensch oder irgendeine Erfahrung, ein Ort, in meinem Leben.

Ich will dieses Leben. Genau so!

Feel.

Think. Do.

Dream. Do.

Believe.

Go for it.

So oft dir auch der „Goldene Käfig“ angeboten wird: Wenn du wie ich bist, wird er allein dich niemals glücklich machen. Leb‘ nach deinem eigenen Plan.

PS: Wer bei der deutschen Bundespolizei arbeitet, muss nicht zwangsläufig solch ein Leben haben. Es ist sogar eher untypisch. Es waren vor allem die Jahre um die Jahrtausendwende, dass diejenigen im Einsatzzug permanent unterwegs waren. Und es gibt einen weit größeren Anteil an Bundespolizisten, die nicht mehrere Jahre lang auf Einsätze gefahren sind, die nicht über Jahre ständig woandershin abgeordnet wurden, und die niemals im Ausland gearbeitet haben, und das alles auch noch miteinander kombinierten. Die meisten haben sich eher früher als später Dienststellen gesucht, auf denen sie bleiben konnten, und arbeiten dort dann für Jahrzehnte: In einem Team; an einem Fleck. Aber wer es so bunt treiben wollte wie ich, dem hat die Bundespolizei alle Türen dafür geöffnet.

Veröffentlicht von

PetissaPan

PetissaPan studiert interessiert & neugierig das Leben, und schafft nebenher, leidenschaftlich und fleissig Kreativität, Text & Mode. Sie geht mit offenen Augen & Sinnen durch die Welt, und saugt Inspirierendes & Bereicherndes auf. PetissaPan ist und kreiert leicht, weich, romantisch, verspielt und wunderbar verträumt. Is your world little to mainstream? PetissaPan created an own.

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