Art(en)

Wenn du es selbst nicht ganz wundervoll findest, dass du Mode, Sport und whatsoever so sehr viel mehr abgewinnen kannst, als allem anderen .. Als spannender, bewegender und bereichernder ansiehst .. Dann liegt das ganz einfach daran, dass du dir das von Außen und von anderen einquatschen lässt.

Die eigenen Werte, Passionen, Talente, und für was du brennen willst und wirst nämlich, wären glöckchenklar. (PP)

Text & Foto: PetissaPan

Villa Stéphanie Brenners Parkhotel Baden-Baden. Die – in meinen Augen – beste Stadt der Welt: klein, mondän, mit Stil und faszinierender Schönheit und großer Klasse. Dabei Herz und die Liebe zum Detail.

Geen grijs

In einem rhabarberroten Kleid steht sie da. Midi, feminin tailliert und bis zur Mitte ihrer grazilen Waden reichend. Barfuss, mit lackierten Nägeln in Mirabelle. Sanfte Sonne fällt durch die Fenster des alten Ateliers. Konzentriert. In göttlicher Ruhe. Allein. So malt sie am Farbeskasten. 

Am liebsten in Pastell. 

Verträumt, weichgezeichnet.

Wie abwesend. Wie sie sich selbst am liebsten sieht.

Sie bringt Heidelbeertorte, und dafür hellblau, schäfchendurchwolkte cremige Farbe genauso an, wie den vanillegelben Bisquit dafür.

Süße Leichtigkeit. Verspielte Natur. Und immer wieder Mädchen in rosa Kleidern, mit lindgrünen Schleifen im Haar, zu Honigzöpfen.

Pastell, wenn sie so rosa denkt. Gefangen, umwoben, von und in gewünscht gewollter Phantasie. In schönstem Denken und Träumen. Denn Tagtraum ist überleben, und so wird ein Traumtag zu Leben. Gedanken und poetische Kreativität. Den Herzenswunsch Gutes in die Welt hinaus zu tragen. 

Tanzender Feenreigen im Kerzenlicht, in klitzekleiner Stube. 

Weiße Schwäne im Mondenschein. Stilles Plätschern, schön.

Die Welt ist die, wie du sie dir machst und malst. Und mögen andere dich tausend Mal belehren und beschweren wollen. Du siehst was du eben siehst. Im Glück, in deiner rosaroten Blase. 

Mit Pfirsichwangen und schneeweißen Zähnen sprichst du glucksend, überschäumend oft. Immer aber deine Wahrheit. 

Unverfälscht. Ohne Absicht. Ohne Tücke.

Mut damit zur Lücke.

Einmal mehr, in der Gesellschaft.

Offen auf jedermann zugehen. Reinweiß glaubend und soft-bunt malend, mischend. Nur aufpassen muss man bei Schwarz. Du nämlich hast keine Grautöne auf deinen Gemälden. Nicht einen einzigen.

Grau soll allein der Himmel sein dürfen, wenn es regnet.

Was du liebst.

Grijs, in de natuur. Met liefde!

Text & Foto: PetissaPan.

Charmanz

Wie die Kastanie in diesen Tagen, vielerorts, mit ihrer üppig weißen Blütenpracht in sattgrünem Blättermeer, einen faszinierenden Kontrast zum strahlend blauen – oder düster grauen – Himmel bildet.

Weich und hart.

Stark und zart.

Erwählte charmante Arroganz.

So lieb, so unwiderstehlich Gentleman. Und so perfekt, wie er perfekt angezogen war.

So perfekt, vor ihr gehend und stehend.

So perfekte Umgangsformen, mit denen er gleichermaßen Türen und Herzen zu öffnen verstand.

Ein Blick von ihm, ein aufforderndes Nicken seinerseits, und du reichst ihm deine Hand.
Wie ausgelassen galoppierende Jährlinge auf der Frühlingswiese im verführenden Sonnenschein. Hoch und nah am Himmelbett. Unter Bäumen.
 
Verfrüht gefreut. Der Regen treibt sie rein.
Eisbärenfell das vor dem Kaminfeuer lichterloh brennt.
 
Verschossen, geschlossen. Schlüssel am Grund des, im vom Spiegelbild der Narzissen, geküssten Sees.
April April, das Wetter machte was es will.
Alles neu jetzt im Mai.

Auf dass das Herz einmal überlaufen mochte. Und wenn Dinge sich so anfühlen, als wenn sie zu schön sind um wahr zu sein, sind sie vielleicht genau nur das.

Langweilende Perfektion.

Knickender Ast schläfriger Kirschblüte, verschwindend klein.

Knorrige Kastanie.

Die Sonne lächelt spielerisch durch graue Wolken.

Text & Foto: PetissaPan

In Mannheim. Natürlich nicht perfekt. Aber besonders schön vielleicht im ****Hotel „Kleiner Rosengarten“. Faszinierender Jugendstil.

With pleasure

Es war einmal ein Mädchen .. 

.. Auf jeden Fall zu fremd. Und, mit erhobenem Zeigefinger: „das macht man nicht, und das trägt man nicht, und so ist man nicht.“

Vorsichtiges naschen am Knusper-Knusper-Häuschen. Pfingströsel unter rosigen Stacheln. Doch bist du die mit den Dornen. Flamingo unter Pinguinen. Zebra unter Rassepferden, mit gesellschaftlichem Stempel, Pedigree. Trotz gewollten Riesensprüngen, unüberwindbar die Distanz. 

Erde an Himmel und zurück. Tausend Mal probiert. Gefühl, das sich nicht täuschen und dich verblühen lässt. Schroff ausgegrenzt, in wilder Wiese frech spazierend. Allein am Rand. Die Tritte aus Gewohnheit, Feigheit. Und du gehörst nie irgendwo dazu.

Bald Everybodys Darling. Gekonnt den Fuß in der Tür, und schnell zur Perfektion getarnt. Überall! Elegant verbogen, wie auf der großen Bühne der Ballerinen, in ihren reinweißen Tutus. Schwanensee, schwarzer du, Charme und Tänzerin von Welt und zwischen den Welten, und doch in keiner hier Zuhause. 

Völlig vergessen, wer du wirklich bist. Prinzessin, die du immer lachst, und keiner kauft es ab. Königlich umworben, verschenkt und nicht bezahlt, und dennoch nicht getraut. Wölfin im Schafspelz und der nettest und naivste Mensch.

Doch stets im Herzen unberührt. Fern von Echtheit, Leidenschaft und Potential, oder in ständiger Kritik. Unverstanden, selbst wenn du sprichst. Wenn du schweigst gleich sowieso.

Still oder schrill.

Offen oder verschlossen.

Was du tust war falsch. 

Nimmerland ruft zum Glück. Dich Träumerin, dich Kind und dich unbescheidene Schlampe, die du nun mit den Superreichen und Spinnern verkehrst. 

Weil du willst.

Genau so.

Mit purer Freude.

.. „doch als ich das erste Mal Männer gesehen habe, die sich küssen, Mädchen, die wie Jungs angezogen waren, Jungs, die Hotpants trugen, habe ich eine Art von Freiheit, Freude und Glück gesehen, die ich vorher nicht kannte.

Ich hatte das Gefühl, nicht länger allein zu sein. Ich habe gemerkt, dass es okay ist, nicht wie alle anderen zu sein.“ (Madonna)

Text & Foto: PetissaPan

Buxtehude oder so

„Straight to heaven“, so hieß der Duft den er trug. Einen Hauch süß und wohlfühlend, fast vertraut, sich anlehnend, dann wohlig wärmend. 

Aber auch dunkel wie Zedernholz, unberechenbar, merkwürdig schweigsam irgendwie. Und dabei scharf wie Wodka. 

Er war tief, männlich, dominant, und zum Greifen hier und nah. Letzten Endes aber blieb er fern. Er war wie in Flakons abgefüllte Melancholie.

Du schließt die Augen und siehst dich in dieser Bar von damals. Einer Bar in einem großen Saal, mit einem opulenten, mit farblosem Kristallglas behangenen Kronleuchter, der ein schummriges Licht nur über alles und jeden wirft.

Crème de la Crème.

Du siehst die antiken Möbel im Jugendstil. Die naturbelassenen Ledersessel, weich, fast flauschig, in einem warmen Braunton, und die lange Couch, welche sich an der Wand gegenüber der Fenster, über die gesamte Länge des mondänen Raumes erstreckt.

Wenige luxuriöse Stühle aus geschwungenem Holz mit goldfarbigen Bezügen. Kleinere hochelegante Tische im strengeren Art déco davor, die kontrastreich in Form und Farbgebung sind und zwei Jahrzehnte weniger alt.

Beeindruckende Vorhänge rahmen die raumhohen bodentiefen Fenster. Sie fallen schwer in einem satten dunklen Grün aus Samt und seidigem Brokat auf den KirschbaumBoden, den sie bisweilen sanft streicheln. 

Eine Spur Tabak liegt in der Luft, und Musik, die genau hier in diesen Raum gehört, die du nicht kennst und nie mehr wieder hören wirst.

Und da steht er. Mittig im Saal.

Man nimmt ihn einfach wahr, beachtet ihn gewollt wie bewusst. 

Er trägt einen klassischen Anzug, der wie angegossen an seinen schlanken jung trainierten Körper passt. Besonders edler Stoff, das erkennt man sehr gut. Vermutlich nachtblau von der Farbe her, vielleicht aber auch schwarz. Ein Frack würde genauso gut passen. In diesen Saal. Für ihn.

Er mag an die 55 Jahre alt sein. Trägt beinahe gänzlich ergrautes längeres dichtes Haar, welches er akkurat aus dem Gesicht gekämmt hat und das ihm, attraktiv gewellt, im Nacken bis fast an den Hemdkragen reicht. 

Er steht erhaben, ist knapp 1,80 Meter groß, und seine ganze Haltung und Gestik: aristokratisch, selbstsicher, Mann von Welt.

Sein Gesicht zeigt, dass er gelebt hat. Reif, intensiv, so reich an Erfahrung.

Seine Augen signalisieren, dass sie beinahe alles gesehen haben. Der Blick, was erlebt.

Seine Hände erzählen die Geschichte viel berührt zu haben.

Er bläst den Rauch seiner Zigarre, die er in der linken Hand hält, aus. Dabei hebt er den Kopf und seine Augen sind genießerisch geschlossen.

In der anderen Hand hält er ein schweres Glas mit honigfarbenem Rum, der sich darin, weich und ölig, nur langsam bewegt.

Seine Aura fasziniert, erreicht, berührt auf seltsam nahe Art und läßt dich nicht los.

Du verweilst ihn anzusehen. Man spürt seine Leidenschaft und Erotik, und du meinst du riechst dabei, ganz leicht bereits seinen Duft.

Sein Blick hat dich noch nicht erfasst. Sein Kopf, weit weg, in eigenen Gedanken ruhend. Er kostet es aus hier zu sein. Inmitten der anderen Gäste, dabei aber allein für sich. Und er weiß sehr wohl darum, interessiert beobachtet zu werden.

Du siehst. Mit Freude. Neugier. Verlangend. Du riechst.

Das ist der Mann, das ist der Duft.

Wie oft hatte sie ihre Nase später an seinen Hals gedrückt, tief einatmend, seinen Geruch aussaugend, ihn aufnehmend. So verweilte sie dann Sekunden nur, oder auch minutenlang.

Sie war tatsächlich vollkommen die Seine gewesen.

Text & Foto: PetissaPan

Casino Baden-Baden

Geküsst

Dass irgendetwas anderes existiert, wenn die Kunst da ist, scheint zumindest ein ebenso häufig gedachter Gedanke zu sein, wie die Annahme dass jeder Künstler alternativ ist, materialistisch uninteressiert und politisch dem linken Spektrum zuzuordnen. Sanft, autark und kopfstark schließen sich nicht aus. Im Gegenteil. (PP)

Freiburg. Von Herzen mag ich diese Stadt. Aber lieben tue ich an ihr besonders die Nähe zu Baden-Baden.

Ambiguïté

Als wenn du durch einen Schleier hindurch blicken würdest. Schummriger Nebel. Auf die ganze Welt, alles und jeden. Und was immer du siehst, was immer du hörst, leicht, beinahe durchsichtig.

Zartester Stoff, der deine Seele zu streicheln vermag; Viel mehr noch: die aller anderen schönt.

Zaubert sie aus starkem Sonnengelb feines Zitroniges, und aus harschem Grün malt sie den Frühling für dich. Das ganze Jahr über Glückseligkeit in jedem Moment, wie als ob auf nachgiebig saftigem Moos gehend, Hand in Hand, verliebt, und Tautropfen im Haar über blauen Augen.

Elfengleiche du, Vergissmeinnicht, und marzipanweiße Wolken über dir am Firmament.

Völlig in eigener Welt. Leicht und gesegnet mit dem überhaupt größten Geschenk, Glückskind. Einem Denken, einem Tun, einem Leben. Verträumtes Märchen, sorgloses Mädchen, wie aus Tausendundeinernacht. Faszinierend fremd, denn du trägst Magie.

Das Beste sehen, fördernd, antreibend. Erkennend, da gelebte Träume überwiegen. Und Grellrotes wird zu Erdbeeren, die püriert, mit locker aufgeschlagener Sahne vermischt, ein cremiges Pastell kreieren, und paradiesisch sind, in ihrem Geschmack.

Das grobe Meer, nasse Masse, tosend zischend und unberechenbar, wogt hellblau friedlich zeitverzögert mit ihr, in dir.

Besänftigt und wie schwer gegossen. Ruhend. Viel zu oft vergangene Muse aus Kindheitstagen. Erstrebenswerte Unbefangenheit und entrückter Zauber in deinem Blick. Dir nah, vertraut, dein größter Schatz. Arglos und dein Zauberstab für Glitzer überall.

Die rosarote Brille, jede Stunde, jeden Tag.

Fruchtige Süße.

Geliebte.

Gelebt, wenn ich Beobachter sein kann und mag, nicht Teilnehmer. Dann nämlich ist nichts wundervoller als du. Als dich in meinem Kopf, meinem Herzen, und auf Händen zu tragen.

Ich habe alles ausprobiert, alles gemacht, und alles gehabt. Und heute bin ich ein eiskalter Stern. (Paul Klee)

Text & Foto: PetissaPan

Word

Der Unterschied, ob andere einen als arrogant oder selbstzufrieden wahrnehmen, liegt viel mehr darin, wie anderer einen wahrnehmen will, als dass ich bei Letzterem etwas sanfter die eigene Grenze ziehe. (PP)

CityLove & ich : BadenBaden