Buxtehude oder so

„Straight to heaven“, so hieß der Duft den er trug. Einen Hauch süß und wohlfühlend, fast vertraut, sich anlehnend, dann wohlig wärmend. 

Aber auch dunkel wie Zedernholz, unberechenbar, merkwürdig schweigsam irgendwie. Und dabei scharf wie Wodka. 

Er war tief, männlich, dominant, und zum Greifen hier und nah. Letzten Endes aber blieb er fern. Er war wie in Flakons abgefüllte Melancholie.

Du schließt die Augen und siehst dich in dieser Bar von damals. Einer Bar in einem großen Saal, mit einem opulenten, mit farblosem Kristallglas behangenen Kronleuchter, der ein schummriges Licht nur über alles und jeden wirft.

Crème de la Crème.

Du siehst die antiken Möbel im Jugendstil. Die naturbelassenen Ledersessel, weich, fast flauschig, in einem warmen Braunton, und die lange Couch, welche sich an der Wand gegenüber der Fenster, über die gesamte Länge des mondänen Raumes erstreckt.

Wenige luxuriöse Stühle aus geschwungenem Holz mit goldfarbigen Bezügen. Kleinere hochelegante Tische im strengeren Art déco davor, die kontrastreich in Form und Farbgebung sind und zwei Jahrzehnte weniger alt.

Beeindruckende Vorhänge rahmen die raumhohen bodentiefen Fenster. Sie fallen schwer in einem satten dunklen Grün aus Samt und seidigem Brokat auf den KirschbaumBoden, den sie bisweilen sanft streicheln. 

Eine Spur Tabak liegt in der Luft, und Musik, die genau hier in diesen Raum gehört, die du nicht kennst und nie mehr wieder hören wirst.

Und da steht er. Mittig im Saal.

Man nimmt ihn einfach wahr, beachtet ihn gewollt wie bewusst. 

Er trägt einen klassischen Anzug, der wie angegossen an seinen schlanken jung trainierten Körper passt. Besonders edler Stoff, das erkennt man sehr gut. Vermutlich nachtblau von der Farbe her, vielleicht aber auch schwarz. Ein Frack würde genauso gut passen. In diesen Saal. Für ihn.

Er mag an die 55 Jahre alt sein. Trägt beinahe gänzlich ergrautes längeres dichtes Haar, welches er akkurat aus dem Gesicht gekämmt hat und das ihm, attraktiv gewellt, im Nacken bis fast an den Hemdkragen reicht. 

Er steht erhaben, ist knapp 1,80 Meter groß, und seine ganze Haltung und Gestik: aristokratisch, selbstsicher, Mann von Welt.

Sein Gesicht zeigt, dass er gelebt hat. Reif, intensiv, so reich an Erfahrung.

Seine Augen signalisieren, dass sie beinahe alles gesehen haben. Der Blick, was erlebt.

Seine Hände erzählen die Geschichte viel berührt zu haben.

Er bläst den Rauch seiner Zigarre, die er in der linken Hand hält, aus. Dabei hebt er den Kopf und seine Augen sind genießerisch geschlossen.

In der anderen Hand hält er ein schweres Glas mit honigfarbenem Rum, der sich darin, weich und ölig, nur langsam bewegt.

Seine Aura fasziniert, erreicht, berührt auf seltsam nahe Art und läßt dich nicht los.

Du verweilst ihn anzusehen. Man spürt seine Leidenschaft und Erotik, und du meinst du riechst dabei, ganz leicht bereits seinen Duft.

Sein Blick hat dich noch nicht erfasst. Sein Kopf, weit weg, in eigenen Gedanken ruhend. Er kostet es aus hier zu sein. Inmitten der anderen Gäste, dabei aber allein für sich. Und er weiß sehr wohl darum, interessiert beobachtet zu werden.

Du siehst. Mit Freude. Neugier. Verlangend. Du riechst.

Das ist der Mann, das ist der Duft.

Wie oft hatte sie ihre Nase später an seinen Hals gedrückt, tief einatmend, seinen Geruch aussaugend, ihn aufnehmend. So verweilte sie dann Sekunden nur, oder auch minutenlang.

Sie war tatsächlich vollkommen die Seine gewesen.

Text & Foto: PetissaPan

Casino Baden-Baden

Ambiguïté

Als wenn du durch einen Schleier hindurch blicken würdest. Schummriger Nebel. Auf die ganze Welt, alles und jeden. Und was immer du siehst, was immer du hörst, leicht, beinahe durchsichtig.

Zartester Stoff, der deine Seele zu streicheln vermag; Viel mehr noch: die aller anderen schönt.

Zaubert sie aus starkem Sonnengelb feines Zitroniges, und aus harschem Grün malt sie den Frühling für dich. Das ganze Jahr über Glückseligkeit in jedem Moment, wie als ob auf nachgiebig saftigem Moos gehend, Hand in Hand, verliebt, und Tautropfen im Haar über blauen Augen.

Elfengleiche du, Vergissmeinnicht, und marzipanweiße Wolken über dir am Firmament.

Völlig in eigener Welt. Leicht und gesegnet mit dem überhaupt größten Geschenk, Glückskind. Einem Denken, einem Tun, einem Leben. Verträumtes Märchen, sorgloses Mädchen, wie aus Tausendundeinernacht. Faszinierend fremd, denn du trägst Magie.

Das Beste sehen, fördernd, antreibend. Erkennend, da gelebte Träume überwiegen. Und Grellrotes wird zu Erdbeeren, die püriert, mit locker aufgeschlagener Sahne vermischt, ein cremiges Pastell kreieren, und paradiesisch sind, in ihrem Geschmack.

Das grobe Meer, nasse Masse, tosend zischend und unberechenbar, wogt hellblau friedlich zeitverzögert mit ihr, in dir.

Besänftigt und wie schwer gegossen. Ruhend. Viel zu oft vergangene Muse aus Kindheitstagen. Erstrebenswerte Unbefangenheit und entrückter Zauber in deinem Blick. Dir nah, vertraut, dein größter Schatz. Arglos und dein Zauberstab für Glitzer überall.

Die rosarote Brille, jede Stunde, jeden Tag.

Fruchtige Süße.

Geliebte.

Gelebt, wenn ich Beobachter sein kann und mag, nicht Teilnehmer. Dann nämlich ist nichts wundervoller als du. Als dich in meinem Kopf, meinem Herzen, und auf Händen zu tragen.

Ich habe alles ausprobiert, alles gemacht, und alles gehabt. Und heute bin ich ein eiskalter Stern. (Paul Klee)

Text & Foto: PetissaPan

Wimpernschläge

Einen einzigen Wimpernschlag. Und deinen Blick werden sie niemals halten. Ob sie dich mögen oder nicht. Das hat damit überhaupt nichts zu tun.

Sie sehen maximal durch dich hindurch, lieber noch wo ganz anders hin, links und rechts an dir vorbei. Was jedoch niemals bedeuten soll, dass sie dir nicht so nahe sind und aufmerksam zuhören, auch sich verbunden und mit dir fühlen, wie ein anderer oftmals nur vorgibt es zu tun.

Die weiße Rose unter den roten.

Ein zu langer, ein zu tiefer Blick. Unangenehm, intim und fast wie Schmerz. Zu nah, als würd‘ ein Fremder dich betatschen. Es bringt dich raus, wühlt negativ auf. Und du vergisst fast zu atmen dabei. 

So wie es Menschen gibt und immer wieder geben wird, in deren Gegenwart du niemals frank sein wirst. Städte, die dir Enge vermitteln, dir deine Flügel kappen, Raum nehmen, bis du zu ersticken drohst. Wie in einem Aufzug, oder in Strassenbahnen im Untergrund verloren. Luft schnappend. Natursehnend. Der Freiheit, deiner selbst beraubt.

Mimose, auf die der Regen prasselt. Halt ihr den Schirm, doch nicht den Blick.

Dazwischen, die Stirn, ein Rat, den du zu oft gehört hast, und den du bewusst aus sturem Trotz heraus umschiffst. Und was genau so anhalten wird.

Eine sommerliche Frühlingswiese eben, auf der Blumen in allen Farben, Formen, Größen, Höhen blühen. Wunderhübsches Bild, durch das ich laufe, barfuss, im weißen Leinenkleidchen, offenes Haar. Blütenköpfe streichelnd. Der Blick gen Himmel. Golden. Klar.

Toleranz vom Mainstream einzufordern, ist oft genug wie mit Wänden zu reden. Du sprichst lieber mit Tieren, dem schönen Jaguar und der Flora, und deine Augen suchen das Weite.

Goethes Heidenröslein, welches nie mehr glücklich wart.

Hörst mit den Ohren und sprichst mit Blicken, ohne dass du diese hierzu von irgendjemandem einfangen läßt. 

Der springende Schmetterling im Blumenmeer.

Monogamie im Blick, und einzig ein Mensch mit dem wir die engste aller Beziehungen haben, hat dann alles. Sonst darf davon träumen, es einfordern, wer will. Sich provoziert fühlen. Und es ist völlig egal, da es deine Augen sind und deine Geschichte ist.

Abend, und die Blumenköpfe verschließen sich. Verschlossen, für suchend schwirrende Trinker, die ihre Rüssel in jede tauchen. Kühle, die draußen bleiben soll. Und selbst dem Himmel sei im Düsteren, kein neugieriger Blick mehr erlaubt. Den Sonnenschein hingegen siehst du klar.

Kann uns ein größeres Glück widerfahren, als für eine Weile die Dinge mit den Augen des anderen betrachten zu können? (Henry David Thoreau)

Die Klosterwiese in Baden-Baden. Im Reif. Blumenlos. Wunderschön um die Seele baumeln zu lassen oder kess darüber zu galoppieren.

Supersonic

In den Kreisen der goldig schillernden Upperclass unterwegs. Strahlend hellblaue Männerhemden, gern auch geblendet weiß. Tatkräftig hochgekrempelt, über hübsch behaart trainierten Unterarmen. Bestechend attraktiv. Und drei Knöpfe weit aufknöpfte Brust, wo es maskulin und in-die-besten-Jahre-gekommen munter sprießt.

Gut siehst du aus! Ich auch. Denn nichts macht uns schöner, als glücklich zu sein. Übersprudelnd vor Wollen und Tun. Geliebte Raffinesse, gelebter Traum. Das Gefühl, es passt. Hier, mit dem, was immer ich tue.

One Person with passion is better than forty people merely interested. (E.M. Forster)

Der unwiderstehliche Charme, die weltmännische Eloquenz, Gentlemen, und der Geruch von Macht und getrüffelten Pommes mit bestem süditalienischen Parmesan, liegen hauchzart in der schwülstig warmen Luft des späteren Abends, der die Farbe reifer Mirabellen zwischen Himmel und Erde zeichnet. Aus deutschem Glas nippe ich am belgischen Bier.

Stilbruch, kess ausbalanciert in wohliger Freiheit. Exklusives das Ordinäres so unvergesslich machen kann und wird. Und du trägst Baccarat Rouge 540 aus Paris. Und ich spaziere mit meinem pinken Flamingo an der Leine, im britischen Trench, im französischen Regen, an der Seine. Zalig!

Pinke Panter auch, hier mit entflammten Krallen, und galante Silberfüchse, die an teuren türkisblauen Pools im sonnigen Florida ihre gefühlt zu blassen Körper gegen den Horizont recken. An angesagten Cocktails nippend, klassisch versunken in Bücher die Optimierung propagieren oder einem alten Hemingway.

Ein Schwarm rosaroter Vögel zieht von links nach rechts vorbei. Good Luck und Prost mit Kir Royal.

Just, Stephane Pompougnacs lässiger Rhythmus, unterzeichnet vom schrillen Ferrari, der vor der Vanilla-Front des modernen Art déco Hotels vorbei hüpft. Wenig Klasse und Understatement, sei es drum. Nur verzappe dich nicht an der sensiblen Schaltung am sich drehenden Rad. Er bockt und stockt dann, und du im Riesenrad. Achterbahn des Lebens.

Ein Wimpernschlag. Ein Flügelschlag. Du mittendrin.

Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen. (Oscar Wilde)

Peter Pan im Kopf du! Da jugendlich und jung zu bleiben das einzige ist, das nicht gekauft werden kann. Zeit, die vergeht, außer in den betont frisch-fröhlich-farbenfroh-Wunderwelten so mancher Designer. 

Ich liebe deine verspielte Frische, du bereicherst, und das, überraschend für alle anderen, vorwiegend eben nicht mit deinem Geld. Gelassenheit und die sportliche Hublot am lockeren Gelenk.

Pink ist sie, wie meine Lippen. Gewagte Farbe. Eine Andeutung, so oder anders, für die hochsensible Seele des knallharten Topmanagers, des erfolgreichen Unternehmers, des unnahbaren Künstlers, und damit im herrlich unerwarteten Kontrast.

Pulsierend, belebt, malerisch schön, fast surreal. Du bist zu gut um wahr zu sein. Denn deine Verletzlichkeit macht dich menschlich. Und mit dieser du noch mehr punkten kannst, als ausschließlich deiner perfekt in Szene gesetzten Männlichkeit. 

It depends, het hangt ervan af, und du gehörst zu mir, singe ich zumindest so, während ich mich im Seidenkleid mit Polka Dots vor dem Spiegel drehe. Wahlweise auch im Kleinen Schwarzen.. Im bunt gemusterten Leonardo aus einer völlig anderen Zeit.. Fünf Tische weiter, die klassische Rolex, Cellini Vintage, und das sehe ich von hier.

Ihr bereichert durch Andersartigkeit, motiviert und inspiriert jegliche Phantasie: Im Guten wie im Bösen. Der Adressat macht daraus was er will, und immer nur in seinem eigenen Sinne, für Glück und Pech.

Überall. Weltweit.

Alpha. Und die Suite mit Blick aufs Meer. Der Blick auf Paris. Das niedliche Niederländisch. Himbeereis zum Frühstück und Unbeschwertheit gibt es gratis dazu. Warum kompliziert, wenn es so einfach geht. Genießen kann gelernt werden. Fünf gerade sein lassen, das Leben zu tanzen, und sich die Welt gemeinsam so zu malen, wie sie uns gefällt.

Jeder gibt sein Bestes und alles andere entwickelt sich dabei. Zu nehmen schließt geben nicht aus. Und ich löse das Halsband und lasse den zauberhaften Vogel frei.

Text & Foto: PetissaPan

Baden-Baden, ein Stück heile wundervolle Welt und daher Sehnsuchtsort.

Libelle

Im Sturm gescheitert und in deinem passiv ungläubigen Staunen auf den Boden gegangen. Erstmals ist in dir da der Wunsch gewachsen, gehalten und getragen werden zu wollen, und damit bist du erneut böse angegangen .. Hast so den absoluten Tiefpunkt deines Lebens erreicht. Flügel, die dich nicht mehr tragen.

Gelitten. Verdammt. Gekämpft. Für Monate. Für Jahre vielleicht.

C’est la vie. Vom Glück geküsst kommt später einmal wieder, du schrumpelige Raupe, die zum wunderschönen Schmetterling wird. Du Bienchen ohne Rüssel, um damit den verlockenden Saft des Lebens zu tanken. Gottesanbeterin, die du an der schattigen Wand verharrst.

Und heute, nach allem wie du inzwischen länger schon wieder stehst, und zwischen sehr glücklich und verträumt sanftmütig zweifelnd, im ständigen Wechsel gehst.. und wie du das, so lange du denken kannst, immer getan hast.. und wie es beschreiblich bildschön für dich war, weil es sich gut anfühlte, nämlich heimelig und echt, reflektierst und magst du philosophieren: 

Früher also, als die Welt noch in Ordnung und saftig grün, milde und hübsch für dich war, selbst wenn deine Ursprungsstube das vielleicht niemals gewesen ist, erkennst du, du wurdest deiner Naivität beraubt, die du mit am meisten geliebt hast. Oder irgendetwas anderem, an dem dein Herz auch immer hängen mag.

Und das geht nicht, weil es nicht gefällt.

Um die geliebte Eigenschaft also Stück für Stück zurückzuerlangen, bedarf es einer Idee. Möglich, eines feinen oder klareren Rückzuges aus deinem Umfeld, versinkend allein, in deiner sprudelnden Kreativität und fliegend, eintauchend in, dich belebend an, deiner endlos blumigen Phantasie.

Deine Emotionen hast du ebenfalls schmerzlich vermisst, wie auch deine erfrischende Energie, deine kindliche Neugier, offen auf alles und jeden zuzugehen, deine gute Prise Ambivalenz, und so viel mehr.

Leben. Lieben. Lachen eben.

Und du erkennst: Genau wie du warst, warst du richtig. Du hattest einfach nur Pech und warst einmal, zweimal, dreimal, zur falschen Zeit am falschen Ort, mit den für dich völlig falschen Gegebenheiten. Mit anderen in der selben Situation, hätte alles ganz anders für dich laufen können. Weiter wärst du hochgeflogen. Pechmarie, nach dem Sturm kam der Regen.

Wunderbar dafür jetzt, dass du zumindest so etwas heute ein wenig früher erkennen könntest, und dass du den unsanften Tritt erhalten hast, noch einmal etwas ganz Neues anzugehen. Denn Energie und Begeisterungsfähigkeit dazu hast du genug. Biss und Willen. Sanftheit und Fingerspitzengefühl, Spitzentanz.

Und so schön für dich, dass du erkannt hast, was du früher nicht sehen wolltest, konntest: Du hast deine ganz eigene, individuelle Sicht auf die Welt, deine Träume, deine Vorstellungen für so vieles.

Und diese wollen gelebt werden.

Und das erkannt haben zu dürfen, ist ein riesiges Geschenk. Danke fürs Fallen, den Wind, den Sturm, den harten Regen also! Denn du hast gelernt. Anders – und auch anderes – als viele gedacht und es dir möglicherweise prophezeit und gewünscht hätten, aber es ist ja schließlich nicht deren Leben.

Du jedenfalls bist zurück. Neu und doch unverändert. Du bist unreif und völlig unabhängig & selbstständig in einer Person. Du bist auf einer Seite samtweich und unglaublich stark auf der anderen. Du bist tiefgründig und total albern & verspielt. Du bist intelligent und schwer von Begriff. Für vieles blind, doch siehst mehr als so viele andere. Unkompliziert und anspruchsvoll. Spontan und verplant, versprochen, Prioritäten setzend. Wertetreu und jeden Tag neu. Du liebst und du hasst. Kopf und Herz. Du denkst schwarz-weiß oder rosarot.

Und genau so warst du schon immer. Zaghafter nur. Nicht so ganz von dir selbst überzeugt wohl. Aber genau so willst du weiterhin sein. Bestimmter nun. Gelenkt. Bunte Flügel mögen dich überall da hin tragen, wo du sein magst.

Und Offenheit macht absolut alles in der weiteren Zukunft möglich. 

Text & Foto (April 2019) : PetissaPan

Sich von der Gesellschaft zu distanzieren, verschafft einen objektiveren Blick auf diese.


Not that kind of girl

Eine riesige Spielwiese, auf der man mit ihnen lachen und vergnügt sein kann. Auf blümelige Direktheit, kecke Freche, unbefangene offenherzige Nettigkeit und äußerst rare Loyalität gebettet, stößt. Bildschöne Naivität!

Weicher Fall in offene gebende Arme. Hand und Herz. Frei verbunden mit ihnen, wie durch beinahe unsichtbare Pastellbänder in den hübschesten Farben des Frühlings, Sommers, Herbstes. Glöckchenklare Winter, in der sie eine warme Sonne, wie aus einer anderen Welt, für dich strahlen. 

Aber sonst nur höflich distanziert. 

Sanfte Gesten, scheuer Blick, und zu anfangs ebenfalls, diese zaghaft filigranen Schritte. Tastend. Gespielt forsch vielleicht auch. Nicht ausbalanciert. Toll gepatscht! Im Inneren jedoch elfengleich im Feenreich, da so verwundbar und weltfremd. Und wer das nicht erkennt, mag sie bereits dann schon wieder unwiderruflich verloren haben. 

Reich ihr die Hand! Und nur diese. Butterweich. Festhalten, nie ohne Fingerspitzengefühl. Und einen Weg den du zu früh gehst, wirst du niemals mehr wieder ungeschehen machen und umkehren können, denn sie hassen Distanzlosigkeit, können Lügen kaum lesen und Subtilität nicht verstehen. 

Gut möglich etwas hart beschalt, durch die blutigen Nasen, die sie sich an gesprochenen Unwahrheiten anderer zu oft geholt haben. Auf Worte blind hören müssend, Taten nicht sehen und werten könnend. Vertrauen muss, mehrmals schmerzlich so gelernt, sich künftig in ausreichend Zeit und Geduld verdient werden .. Doch währt dann und so manches Mal – in reiner Dankbarkeit – nicht kürzer als ein ganzes Menschenleben lang. 

Freundschaft toppt fast immer Liebe.

„Kind im Herzen du, welches du da schillernde Selbstdarsteller liebst, und reiche Leben anderer, Freude, Glück und Sorglosigkeit einem jeden gönnst. Und stets genau jenem und diesem optimistisch nacheiferst, ohne auch nur eine Spur von Neid. Auch Eifersucht kennst du nicht. Stattdessen im eigenen Farbkasten munter mischend, testend, malend. Aktiv. Ruhig für dich und quirlig im Außen.

Weil dir der Mut bislang fehlte? Einschüchternde Gesellschaft? Ungeerdet?

Du bist jedenfalls niemals die Art von Mädchen und Frau gewesen, die fast jeder in dir sehen wollte, sollte.“

Text: PetissaPan


Goldmarie


Im quirlig fast kindlich freien Glück

Bildschön gemalt engelsgleich und brav

Gepustet wie zuckersüßer Feenstaub

Der sich auf flügelnde Lider legt

Wie märchenhafter Schlaf.


Auch in zerbrechlich feiner Seifenblase

Rosenrot Schneeweisschen, allein in Melancholie

Folgt pures Glück und Freude wieder

Dazwischen nie.


Das, weil Zufriedenheit für Stillstand steht

Und wer die braucht, ja bitte und von Herzen gern

Für jeden

Nur mich sie niemals interessiert

Nicht gestern, heute, irgendwann.

Von ganzem Gemüt ganz anders sein

Riesenglück und großes Pech und damit selig

Und heute nah und morgen fern

Dann.

Ewig.


Text & Foto: PetissaPan

Extrem glückliche Zeit: Nach drei Frühjahren woanders, endlich wieder zurück im zauberhaft bildschönen Baden.

Lust for life

Beim ersten Ton des Weckers springt sie aus dem Bett. Fenster auf, den Frühling hereinbittend, welcher sogleich mit grüner Frische, frischer Grüne, über den seidigen Stoff auf ihrem Bett und den ihres Negligés weht. In freudiger Erwartung, die alte Kirsche im Garten, die, wie mit sehnsüchtigen Armen, ihre schlanken langen Äste – mit zartgrünen Blättchen und marzipanweissen Blüten – nach Drinnen zu ihr reckt.

Ein frecher Blick über die Schulter zugeworfen, und in katzenhafter Geschmeidigkeit, auf leisen Ballen bis zur sanft touchierenden Ferse, in die Küche trabend. Auf dem Weg dorthin die Musikanlage auf „On“ geschalten, Teewasser aufgesetzt.

Beschwingt klingt es da in noch gemäßigt akzeptabler Stärke. Die Nachbarn sagen gewohnt „danke“. Kurz nur, denn schon schlüpft sie in ein Paar ihrer High Heels: Schuhe bis zum Boden, welche sogleich mit spitzem Absatz und Plateau das alte Parkett, den vielleicht heuchelnden Laminat und die bleichen Fliesen zum Takt knutschen, bis diese fast erröten.

Vor dem beinahe deckenhohen und raumbreiten Spiegel in der Diele, wippt ihre Hüfte in feschem Elan nach links und rechts, aktiv vor und zurück, wenn sie den aufreizenden Gang eines echten Topmodels übt. Feminin bestimmt, erfrischende Energie und sicher würde es den Nachbarn auch gefallen, so diese nicht nur das hämmernde Klopfen von Boden bis Decke vernehmen würden. Dann nämlich immer, bevor sie auf dem Sprung raus in die Welt ist, oder von eben dieser nach Hause kommt.

Verträumter Blick der schnell wacher wird, fliegende Arme, Pirouette und Eleganz bis in die Spitzen der gewusst-wie gespreizten Finger. Getanztes Hohlkreuz und Haare wild im und aus dem Gesicht. Breites Grinsen nun und der Griff mit einer Hand ins Regal, den pinken Lippenstift geschnappt, Liedwechsel, aufgetragen, und die Schuhe getauscht. Feine Riemchen um die mädchenhaft feinen Fesseln. Frei!

Das flamingofarbige Nachtkleidchen schnell wie geübt über den Kopf gezogen. Für Sekunden jetzt: schlicht in ihrer Üppigkeit wie Gott und Tanz sie schufen – zufrieden doch gerade nicht gewollt – bevor sie in das lagunengrüne Midikleid schlüpft, welches sie heute Abend tragen wird. Vorfreude und das Fühlen des Spasses des ausgereizten Vorabends. Romantische Romanze, wie der Blick in einen nächtlichen Sommergarten, einen nervösen Dschungel voll verbotener Früchte. Und die zum Dress dazu gedachten Schuhe hat sie nun an. Gedanklich irgendwo zwischen Broadway und L.A.

Lied Nummer vier, die Haare gerade zum lockeren Knoten gezwirbelt. Eine Liedlänge lang mag der mit etwas Glück auch halten. Der Lipstick ist inzwischen leckere Aprikose, war auch schon reif und dunkelrot, und die Lippen stets lasziv geschürzt. Munter wippende Brüste zu den Bee Gee’s und, leicht außer Atem fast, staying alive, Lebenslust und pure frühmorgendliche Freude.

Ein Schluck heisser Detox, ein wenig lauter die Musik, ein wenig Salsa jetzt, die Prise 80er und erneut eine Reise in das lustvolle Jahrzehnt davor. Geschmeidig weich verführerisch und polternd geladen. Und wenn die Lautstärke nicht ausreicht, steigt sie auf Kopfhörer um. Und die neuen roten Sandalen, mit denen sie so manchen Mann überrangt, sind auch fast eingehüpft.

Ein leichtes Kribbeln wegen der am Stoff der Kleider reibenden empfindsamen nackten Nippel läßt sie kurz aufhorchen. Und die Kirsche raschelt vor dem Fenster, als wenn sie amüsiert darüber kicherte. Das scheue Rotkehlchen berührt den schweinchenrosa Kakadu, wie Hubert Kahs Mond die Sonne, und Laetitia bei „Te Amo“ Rihanna.

Der Wecker klingelt ein zweites Mal. Sechs oder sieben Lieder durchgetanzt. Der halbe Schrank liegt mannigfaltig auf Bett und Boden verteilt. Ein süßer Rest des lauwarmen ungezuckerten Tees, und die Vielzahl verschiedenster Nuancen an Lippenstiften und Gloss am Tassenrand. Glückliche Augen, doch die Dusche ruft und mahnt zur Contenance.

Eine dreiviertel Stunde später schlüpft sie in schneeweiße Wäsche, das graue Kostüm mit der Bluse in Champagner: hochgeknöpft. Hauchfeine und puderfarbene Strümpfe, perfekt manikürte Füße darin, die sie geschwind in Pumps in Nude á fünf Zentimeter steckt, und darin grazil oder distanziert stillsteht .. Oder in die Uniform und Springerstiefel, die sie zur Polizistin oder Soldatin machen .. In die weiße Jeans, über die sie in der Klinik den Arztkittel ziehen wird ..

Ein geordneter Dutt und die Brille welche ihr gewünschte Strenge und Ernsthaftigkeit verleihen: Für eine Rolle die sie die nächsten acht Stunden souverän spielen wird.

Das Leben ist bunt, vielseitig und, wenn man so will: pure Lust!

Nicht immer so einfach, dafür umso mehr Spaß, die „drei Ichs“ im Zaum zu halten und ausgeglichen, im eigenen Interesse vor allem, zu leben.

Text & Foto: PetissaPan

Blue moon

If life’s unjust, I’m struggling, feeling tweaked or bored, grab my dog & car and go out into the blue. Into the night blue to be exact.

In my pink cashmere jacket dressed and the hand brake from my light blue Bentley released. Twenty years, high-class & captivatingly beautiful. Classy elegant as I like and want it.

On orange leather on the passenger seat next to me, Randy Andy, my silver-coloured greyhound sits full of charm & grace. She’s a lady and a diva, at the same time fragile small & exquisite fine, too. Randy Andy is wearing a velvet necklace with blue sapphires – more worth than the dearly loved pooch. The noble pointed nose arrogantly sticked up in the air. Randy Andy! I have to grin. Divine! Her slender lop ears – as if joyfully anticipating – swaying in the barely perceptible breeze as I open the windows halfway, taken the hot ride in the noble car. Our last trip is weeks ago.

Leading this luxurious sophisticated Briton, deeply & majestically humming through the sleepy streets of our city now – slowly, carefully, can hardly hold it back. We want to get out. Give us a ride! The 400 hp nervously twitching under our butts at every red light. Pure anticipation. Randy Andy yelps spontaneously when we leave behind the last houses. Highway: here we are!

I close the windows and step on the gas. Supersonic and beyond us navy blue sky: blue moon – blue mood. And the scent of noble leather and the freshly perfumed dog-girl fill my nose. My lovely girl smells of roses: sultry, deep red and full. The crazy sound of the sporty Mister B. takes me out of my thoughts and inspires my spoiled ears. That’s the way we three fly through the night and the streets belong to us. I feel hot and the smile won´t disappear from my face. My dog in trance.

Two hours later the delicate Beauty dozes on my pink wool jacket which bites the rich orange colour of the leather seats. Shhh, be quiet don’t fight and let the little One sleep! Throttled the powerful engine and driving the exquisite Briton carefully the last meters. Anybody seen my baby? No-Nobody’s aware of us! Parking at my home – until the next night – the next ride – in weeks – months. Take my softly snoring girl gently into my arms.

Wonderful night! Troubles forgotten. Who needs trouble when (s)he’s got such an amazing Englishman? Randy Andy nods in her sleep.

Wenn das Leben ungerecht zu mir ist, mich stresst, es zwickt oder zu langweilen versucht, schnappe ich mir Hund und Auto und fahre raus ins Blaue. Ins Nachtblaue, um genau zu sein. Sternenklar am liebsten – nicht sternhagelvoll.

Mein rosafarbenes Strickjäckchen angezogen – die Handbremse von meinem hellblauen Bentley gelöst. Er ist 20, luxusklassig und bestechend wunderschön. Klassisch-elegant, wie ich es mag.

Auf orangefarbenem Leder, auf dem Beifahrersitz neben mir thront voller Anmut „Randy Andy“, mein silberfarbener Windhund. Sie ist eine Dame und ganz Diva, dabei zerbrechlich zierlich, klein und fein. Randy Andy trägt ein schmales Samthalsband mit tiefblauen Saphiren. – Mehr wert als der ganze lieb verehrte Edel-Köter. Die vornehme spitze Nase reckt sie arrogant in die Höh. Ich muss grinsen. Göttlich!

Ihre schlanken langen Schlappohren schlackern wie freudig erwartend im kaum vernehmbaren Fahrtwind, als ich, die Fenster zur Hälfte geöffnet, die heisse Fahrt im noblen Wagen aufnehme. Unser letzter Ausflug ist Wochen her.

Luxuriös, mondän und gebremst zurückgehalten grummelt mein bestes Stück tief und majestätisch durch die schlafenden Straßen der Stadt. Langsam. Achtsam. Ich kann ihn kaum halten. Wir wollen raus. Uns austoben. Und die rund 400 PS zucken an jeder roten Ampel nervös unter unseren Hintern. Pure Vorfreude. Und Randy Andy juchzt und jault vor Freude spontan auf, als wir die letzten Häuser der Stadt hinter uns lassen. Autobahn, linke Spur: hier sind wir!

Ich schliesse die Fenster und gebe Gas. SupersonicStatus, über uns das marineblaue Firmament. Blue moon – blue mood. Und der Geruch von edlem Leder und frisch gebadetem Hundemädchen erfüllen meine Nase. Sie riecht nach Rosen. Schwülstig, tiefrot und satt. Der irre Sound des sportiven Engländers reißt mich aus meinen Gedanken und begeistert meine verwöhnten Ohren. Wir brettern durch die Nacht. Die Straßen gehören uns. Einmal Flensburg – Weil am Rhein? Einmal Düsseldorf und schnell zurück? Mir ist warm. Und das Dauerlächeln verschwindet nicht von meinem wachen Gesicht. Der Hund im Trance.

Zwei Stunden später döst die zarte Schönheit auf meinem rosé Strickjäckchen, welches sich mit dem satten Orange des Leders streitwillig beißt. Gebt Ruhe ihr beiden! Laßt die Kleine schlafen! Ich habe den starken Motor gedrosselt und fahre den erlesenen Briten vorsichtig durch die letzten Kilometer. Sieht uns wer? Wir sind anonym! Gekonnt parke ich ihn ein – bis zur nächsten Nacht – in Wochen – Monaten – und nehme mein leise schnarchendes Mädchen sanft auf den Arm.

Zauberhafte Nacht! Vergessen ist der Ärger. Wer braucht den schon, wenn er einen solch geschmeidigen Engländer hat? Randy Andy nickt im Schlaf.

Texte: PetissaPan / Foto: PetissaPan

An overdose romantic please

A flower coronal in softly waved long hair. A rose as the messenger of love in the left hand. – Heart side. A soft & fine blouse in a pale rose. The painted girl, imbedded in a sea of blossoms and in mildly fresh colours of nature.

What a beauty. Kunst & Kurven.

Ermm, who claims that we have to communicate by unromantic WhatsApp or SMS if it’s up to love messages & love nowadays? Who wants to get technical devices, a rucksack or a subscription for the gym as a gift from his one-and-only-loved-one?

Short hair, jeans and sneakers? In all honesty: I love this canvas by Courtois and I am not really willing to use WA & SMS when it comes to love & intimacy. Dream of getting “lovely greetings”, letters closing with „Love, ..“, old-school-letters & all kind of flowers instead of emoticons und „LG“. And who ever is slamming the door in my face instead of opening it for me? „Sorry guys, I’m a girl who’s in favour with gentlemen.”

Who claims that it’s not possible to pick the best from all the different eras and that we have to keep up with the times? And sometimes „having nothing“ can be so much more satisfying than „having a little piece of the cake“ only.

“Ma Vie” often means that there are no compromises for our wishes. And some women are still adorable in an peculiar anachronistic way today: Outdated mademoiselles with a high demand on standards, – confusing & snooty, sweet king’s daughter, affectations und bodies which are neatly wrapped up in white lace and silk with flower prints.

Foto & Text: PetissaPan