Jederfrau

Wenn zurückhaltend blass, das neue sonnig Gebräunt in vornehmen Schatten stellt.

Und kurvig, weich, duftig gepflegt, über androgyn und durchtrainiert steht.

Ruhe & Geisteswissenschaft, Outgoing & Daten-, Zahlen-, Faktenmenschen heute auf Augenhöhe schafft.

Selbst dann, scheinen einem die selben hübschen Sterne vom Himmel jede Nacht.

Du hast in mir den edlen Trieb erregt, tief ins Gemüt der weiten Welt zu schauen; Mit deiner Hand ergriff mich ein Vertrauen, das sicher mich durch alle Stürme trägt.

Novalis aka Georg Philipp Friedrich von Hardenberg in „Heinrich von Ofterdingen“
Paris

Text & Foto: PetissaPan

Großzügigkeit

Ein Augenblick, ein Stundenschlag, with dripping peaches: zehn Jahre sind nur ein Tag.

And it took thirteen beaches to find one empty.

Ist man noch frei, wenn man nicht sucht, will, wagt? I’m camera ready: denn hundert Jahre sind bloß ein Tag.

In the ballroom of my mind.

Und was man tiefgründig, so fragt, im Augenblick, beim Stundenschlag:

Tausend Jahre sind ein Tag.

Unser Wissen ist nichts, wir horchen allein dem Gerüchte.


Friedrich Schlegel
Baden-Baden

Text: PetissaPan, inspiriert von Udo Jürgens & Lana del Rey

Foto: PetissaPan & Gemälde: Karin Kneffel

Füchsin

Schreiben, wie die alten Russen es noch konnten: Turgenev, Tolstoi, Dostojevski. Dabei stilvoll verführend und nonchalant lässig, wie die Französinnen; mit tiefrotem Cremestift, auf unangestrengt perfekt geschürzten Lippen. Vin Blanc und Weichspüler im Glas, und eine Fluppe zwischen den perfekt gefrenchnailten Fingern: Den Stift.

Die Schrift.

Schreibe;

das Buch.

Salut und salut!

Und malen vielleicht, wie Karin Kneffel.

Kunst.

Die Kunst ist das einzig Ernsthafte auf dieser Welt. Und der Künstler ist der einzige Mensch, der nie ernsthaft ist.

Oscar Wilde
Museum Frieder Burda Baden-Baden; Karin Kneffel ab 12. Okt 2019

Text & Foto: PetissaPan

Ikonographie

Wenn man auf einer Seite dreist großzügig denkt, man sei die Norm;

und die eigentliche, bibbernd zur Menge rückt:

wen wundert da, dass eine wachsende Minderheit vermeintlich ausgleichend entsteht?

Wippe wippe, in die Mitte bitte. Und kann jetzt jeder wieder auf seinen Platz?
Sieg und Satz:

Die Mittelmäßigkeit verurteilt meist alles, was ihren Horizont übersteigt.


François de la Rochefoucauld
Blankgezogen

Text, Pic & Akt: PetissaPan

Love or leave

Von der Welt da draußen auch komplett abschalten zu können

ist bildschöne Ruhe

purer Genuß

und damit vollendeter Luxus.

Glucksend verspielt in dekadenter Alleinsamkeit.

Der Hang zum Luxus geht in die Tiefe eines Menschen: Er verrät, dass das Überflüssige und Unmäßige das Wasser ist, in dem seine Seele am liebsten schwimmt.


Friedrich Wilhelm Nietzsche
Zeit! Qualitativ – nicht quantitativ.

Text & Foto: PetissaPan

Genuss

Wie schön es sich anfühlt, des Nachts auf dem Balkon zu stehen, in die kühle Luft zu atmen, den Mond zu betrachten.

Dunkle Tannen, Wiesen, Berge: wie bei Heidi, heile Welt. Gefällt! 

I love you Schwarzwald.

I love, was immer ich eben sonst noch liebe, Gutes tut, polarisiert & Fragen stellt: ein Leben wie es mir gefällt.

Der Mensch ist gut und schlecht zugleich.


Ferdinand von Schirach

Text & Foto: PetissaPan

Nach Herzenslust

Vielleicht liegt das größte Glück der Erde

in kindlich müheloser Exzentrik

gänzlich quer zur Mainstream-Herde.

Wo wir trinken, wo wir lieben, da ist freie, reiche Welt!


Johann Wolfgang von Goethe – Schatz
Kaffee im Café – Café König Baden-Baden

Text & Foto: PetissaPan

Luxusweib

Wenn Qualität statt Quantität ausschließlich zählt.

Liebevoll gepickt, in Vorfreude verwolllustigt, und froh.

Getan, in Disziplin und Zeit.

Geglüht, wie ein reifer Mensch.

Entflammt, wie ein verspieltes Kind.

Asketisch und genießen.

Freiheit und Entscheidung.

Die Freiheit ist ein Luxus, den sich nicht jedermann gestatten kann. Die Steigerung des Luxus: eigenes Auto, eigene Villa, eigene Meinung.


Bismarck & Brudzinski
Samantha Sung – Kreieren was ich will

Text & Foto: PetissaPan

Wünschenswert

Gänzlich Unerwartetes ungeschönt gesprochen. Süße offene Geheimnisse, Verstecke, hide & seek.

Verbindlichkeit in einer neuen Dimension, und Nähe. Schwammig wackelig aber, da distanziert verschlossen anderswo. Und immer wieder.

Überraschend. Unberechenbar.

Das Spiel mit dem Mythos – nie aufgeklärt – das einen Künstler so bewusst, gewollt, gekonnt umweht, wie die erfrischend klare Luft an einem Spätsommertag im September, dich, mich, am Rande des schwarzen Waldes.

Sonniger Herbsttag unter sämiger Sonne.

Pure Natur.

Ein Stück bildschönen Märchens.

You & I.

Man kann sehr glücklich sein, wenn man die Zustimmung der anderen nicht fordert.

Johann Wolfgang von Goethe
Buchenbach / Breisgau – Hochschwarzwald

Text & Foto: PetissaPan

Verhext

Rechte: Hoffentlich war es ein Flüchtling, ein Ausländer.

Linke: Hoffentlich war es ein Nazi, ein Reicher.

Grüne: Hoffentlich war es ein SUV.

Die Kaputtheit unserer Gesellschaft hat auch mit der Unfähigkeit zu trauern zu tun. Jedes Unglück wird umgehend im Sinne der eigenen Weltanschauung verarbeitet.


Ulf Poschardt

Wie schön es sich anfühlt, des Nachts auf dem Balkon zu stehen, in die kühle Luft zu atmen, den Mond zu betrachten.

Dunkle Tannen, Wiesen, Berge: wie bei Heidi, heile Welt. Gefällt!

I love you Schwarzwald.

I love, was immer ich eben sonst noch liebe, Gutes tut, polarisiert & Fragen stellt: ein Leben wie es mir gefällt.

Rizzi Baden-Baden

Text & Foto: PetissaPan