Ambiguïté

Als wenn du durch einen Schleier hindurch blicken würdest. Schummriger Nebel. Auf die ganze Welt, alles und jeden. Und was immer du siehst, was immer du hörst, leicht, beinahe durchsichtig.

Zartester Stoff, der deine Seele zu streicheln vermag; Viel mehr noch: die aller anderen schönt.

Zaubert sie aus starkem Sonnengelb feines Zitroniges, und aus harschem Grün malt sie den Frühling für dich. Das ganze Jahr über Glückseligkeit in jedem Moment, wie als ob auf nachgiebig saftigem Moos gehend, Hand in Hand, verliebt, und Tautropfen im Haar über blauen Augen.

Elfengleiche du, Vergissmeinnicht, und marzipanweiße Wolken über dir am Firmament.

Völlig in eigener Welt. Leicht und gesegnet mit dem überhaupt größten Geschenk, Glückskind. Einem Denken, einem Tun, einem Leben. Verträumtes Märchen, sorgloses Mädchen, wie aus Tausendundeinernacht. Faszinierend fremd, denn du trägst Magie.

Das Beste sehen, fördernd, antreibend. Erkennend, da gelebte Träume überwiegen. Und Grellrotes wird zu Erdbeeren, die püriert, mit locker aufgeschlagener Sahne vermischt, ein cremiges Pastell kreieren, und paradiesisch sind, in ihrem Geschmack.

Das grobe Meer, nasse Masse, tosend zischend und unberechenbar, wogt hellblau friedlich zeitverzögert mit ihr, in dir.

Besänftigt und wie schwer gegossen. Ruhend. Viel zu oft vergangene Muse aus Kindheitstagen. Erstrebenswerte Unbefangenheit und entrückter Zauber in deinem Blick. Dir nah, vertraut, dein größter Schatz. Arglos und dein Zauberstab für Glitzer überall.

Die rosarote Brille, jede Stunde, jeden Tag.

Fruchtige Süße.

Geliebte.

Gelebt, wenn ich Beobachter sein kann und mag, nicht Teilnehmer. Dann nämlich ist nichts wundervoller als du. Als dich in meinem Kopf, meinem Herzen, und auf Händen zu tragen.

Ich habe alles ausprobiert, alles gemacht, und alles gehabt. Und heute bin ich ein eiskalter Stern. (Paul Klee)

Text & Foto: PetissaPan

Word

Der Unterschied, ob andere einen als arrogant oder selbstzufrieden wahrnehmen, liegt viel mehr darin, wie anderer einen wahrnehmen will, als dass ich bei Letzterem etwas sanfter die eigene Grenze ziehe. (PP)

CityLove & ich : BadenBaden

Not that kind of girl

Eine riesige Spielwiese, auf der man mit ihnen lachen und vergnügt sein kann. Auf blümelige Direktheit, kecke Freche, unbefangene offenherzige Nettigkeit und äußerst rare Loyalität gebettet, stößt. Bildschöne Naivität!

Weicher Fall in offene gebende Arme. Hand und Herz. Frei verbunden mit ihnen, wie durch beinahe unsichtbare Pastellbänder in den hübschesten Farben des Frühlings, Sommers, Herbstes. Glöckchenklare Winter, in der sie eine warme Sonne, wie aus einer anderen Welt, für dich strahlen. 

Aber sonst nur höflich distanziert. 

Sanfte Gesten, scheuer Blick, und zu anfangs ebenfalls, diese zaghaft filigranen Schritte. Tastend. Gespielt forsch vielleicht auch. Nicht ausbalanciert. Toll gepatscht! Im Inneren jedoch elfengleich im Feenreich, da so verwundbar und weltfremd. Und wer das nicht erkennt, mag sie bereits dann schon wieder unwiderruflich verloren haben. 

Reich ihr die Hand! Und nur diese. Butterweich. Festhalten, nie ohne Fingerspitzengefühl. Und einen Weg den du zu früh gehst, wirst du niemals mehr wieder ungeschehen machen und umkehren können, denn sie hassen Distanzlosigkeit, können Lügen kaum lesen und Subtilität nicht verstehen. 

Gut möglich etwas hart beschalt, durch die blutigen Nasen, die sie sich an gesprochenen Unwahrheiten anderer zu oft geholt haben. Auf Worte blind hören müssend, Taten nicht sehen und werten könnend. Vertrauen muss, mehrmals schmerzlich so gelernt, sich künftig in ausreichend Zeit und Geduld verdient werden .. Doch währt dann und so manches Mal – in reiner Dankbarkeit – nicht kürzer als ein ganzes Menschenleben lang. 

Freundschaft toppt fast immer Liebe.

„Kind im Herzen du, welches du da schillernde Selbstdarsteller liebst, und reiche Leben anderer, Freude, Glück und Sorglosigkeit einem jeden gönnst. Und stets genau jenem und diesem optimistisch nacheiferst, ohne auch nur eine Spur von Neid. Auch Eifersucht kennst du nicht. Stattdessen im eigenen Farbkasten munter mischend, testend, malend. Aktiv. Ruhig für dich und quirlig im Außen.

Weil dir der Mut bislang fehlte? Einschüchternde Gesellschaft? Ungeerdet?

Du bist jedenfalls niemals die Art von Mädchen und Frau gewesen, die fast jeder in dir sehen wollte, sollte.“

Text: PetissaPan


Blue moon

If life’s unjust, I’m struggling, feeling tweaked or bored, grab my dog & car and go out into the blue. Into the night blue to be exact.

In my pink cashmere jacket dressed and the hand brake from my light blue Bentley released. Twenty years, high-class & captivatingly beautiful. Classy elegant as I like and want it.

On orange leather on the passenger seat next to me, Randy Andy, my silver-coloured greyhound sits full of charm & grace. She’s a lady and a diva, at the same time fragile small & exquisite fine, too. Randy Andy is wearing a velvet necklace with blue sapphires – more worth than the dearly loved pooch. The noble pointed nose arrogantly sticked up in the air. Randy Andy! I have to grin. Divine! Her slender lop ears – as if joyfully anticipating – swaying in the barely perceptible breeze as I open the windows halfway, taken the hot ride in the noble car. Our last trip is weeks ago.

Leading this luxurious sophisticated Briton, deeply & majestically humming through the sleepy streets of our city now – slowly, carefully, can hardly hold it back. We want to get out. Give us a ride! The 400 hp nervously twitching under our butts at every red light. Pure anticipation. Randy Andy yelps spontaneously when we leave behind the last houses. Highway: here we are!

I close the windows and step on the gas. Supersonic and beyond us navy blue sky: blue moon – blue mood. And the scent of noble leather and the freshly perfumed dog-girl fill my nose. My lovely girl smells of roses: sultry, deep red and full. The crazy sound of the sporty Mister B. takes me out of my thoughts and inspires my spoiled ears. That’s the way we three fly through the night and the streets belong to us. I feel hot and the smile won´t disappear from my face. My dog in trance.

Two hours later the delicate Beauty dozes on my pink wool jacket which bites the rich orange colour of the leather seats. Shhh, be quiet don’t fight and let the little One sleep! Throttled the powerful engine and driving the exquisite Briton carefully the last meters. Anybody seen my baby? No-Nobody’s aware of us! Parking at my home – until the next night – the next ride – in weeks – months. Take my softly snoring girl gently into my arms.

Wonderful night! Troubles forgotten. Who needs trouble when (s)he’s got such an amazing Englishman? Randy Andy nods in her sleep.

Wenn das Leben ungerecht zu mir ist, mich stresst, es zwickt oder zu langweilen versucht, schnappe ich mir Hund und Auto und fahre raus ins Blaue. Ins Nachtblaue, um genau zu sein. Sternenklar am liebsten – nicht sternhagelvoll.

Mein rosafarbenes Strickjäckchen angezogen – die Handbremse von meinem hellblauen Bentley gelöst. Er ist 20, luxusklassig und bestechend wunderschön. Klassisch-elegant, wie ich es mag.

Auf orangefarbenem Leder, auf dem Beifahrersitz neben mir thront voller Anmut „Randy Andy“, mein silberfarbener Windhund. Sie ist eine Dame und ganz Diva, dabei zerbrechlich zierlich, klein und fein. Randy Andy trägt ein schmales Samthalsband mit tiefblauen Saphiren. – Mehr wert als der ganze lieb verehrte Edel-Köter. Die vornehme spitze Nase reckt sie arrogant in die Höh. Ich muss grinsen. Göttlich!

Ihre schlanken langen Schlappohren schlackern wie freudig erwartend im kaum vernehmbaren Fahrtwind, als ich, die Fenster zur Hälfte geöffnet, die heisse Fahrt im noblen Wagen aufnehme. Unser letzter Ausflug ist Wochen her.

Luxuriös, mondän und gebremst zurückgehalten grummelt mein bestes Stück tief und majestätisch durch die schlafenden Straßen der Stadt. Langsam. Achtsam. Ich kann ihn kaum halten. Wir wollen raus. Uns austoben. Und die rund 400 PS zucken an jeder roten Ampel nervös unter unseren Hintern. Pure Vorfreude. Und Randy Andy juchzt und jault vor Freude spontan auf, als wir die letzten Häuser der Stadt hinter uns lassen. Autobahn, linke Spur: hier sind wir!

Ich schliesse die Fenster und gebe Gas. SupersonicStatus, über uns das marineblaue Firmament. Blue moon – blue mood. Und der Geruch von edlem Leder und frisch gebadetem Hundemädchen erfüllen meine Nase. Sie riecht nach Rosen. Schwülstig, tiefrot und satt. Der irre Sound des sportiven Engländers reißt mich aus meinen Gedanken und begeistert meine verwöhnten Ohren. Wir brettern durch die Nacht. Die Straßen gehören uns. Einmal Flensburg – Weil am Rhein? Einmal Düsseldorf und schnell zurück? Mir ist warm. Und das Dauerlächeln verschwindet nicht von meinem wachen Gesicht. Der Hund im Trance.

Zwei Stunden später döst die zarte Schönheit auf meinem rosé Strickjäckchen, welches sich mit dem satten Orange des Leders streitwillig beißt. Gebt Ruhe ihr beiden! Laßt die Kleine schlafen! Ich habe den starken Motor gedrosselt und fahre den erlesenen Briten vorsichtig durch die letzten Kilometer. Sieht uns wer? Wir sind anonym! Gekonnt parke ich ihn ein – bis zur nächsten Nacht – in Wochen – Monaten – und nehme mein leise schnarchendes Mädchen sanft auf den Arm.

Zauberhafte Nacht! Vergessen ist der Ärger. Wer braucht den schon, wenn er einen solch geschmeidigen Engländer hat? Randy Andy nickt im Schlaf.

Texte: PetissaPan / Foto: PetissaPan

Fair enough

Das Leben ist Gegensatz 
Sichtbar machen, was fade sonst verblasst
Wie Farbe im Kontrast
Springt und saftig pulsiert

Ich möcht‘ so gern
In einem leeren Zimmer wohnen und sein
Und jeden Cent von Geld
für Reisen, gehen 
Und die Welt

Nie aufhör’n zu lernen
Nichts jedoch je wissen
Mit wachem Geist auf junge Beinen 
Kindisch staunen
Talent und Kompetenz können vereinen

Umgeben sein 
Von Ruhe der Natur
Von nichts und allen
Vom Puls der Stadt
Weinend aufstehen wie lachend fallen

Unsinnig und verspielt leicht immer wenn irre schwer
Beenden wenn der Himmel das schönste Wetter hisst
Mögen, egal was auch ist 
Und loslassen was war und wär‘

What’s meant to be will always find a way.

Ich möcht‘ frei sein mich zu binden
Unerwartet gehen
Überraschend kommen – liebkost
Dreckig und sauber sein 
Und nicht ganz bei Trost

Ich möcht‘ geliebt werden
Wenn ich es am wenigsten verdiene
Weil ich es dann am meisten brauche

Gehen können
Sobald alles gesagt ist
Doch alle Fragen offen bleiben

Ich liebe oder bin auf’s Gehen erpicht
Weil sanfte Veränderung in einem gleichbleibenden Umfeld, selten den großen Gegensatz, extrem schönen Kontrast und himmlischen Genuss verspricht.
Wie oft nur ein unausgeschlafener Kompromiss ist.

Unberechenbar
Und auf mich zählen kann
Weil das Leben von Gegensätzen lebt
Manches immer, anderes dann und wann.

Ich möcht‘.
Ich werd‘.

Text & Foto: PetissaPan

Frisch, fröhlich, frei!

Ach Max (Frisch), wie gerne hätte ich dich gekannt!
Einen Abend, oder auch Nachmittag „nur“, Ovomaltine mit dir getrunken und gedankenverloren Emmentaler Käse auf Holzspießen vernascht, während ich dir andächtig gelauscht und wir zusammen verboten laut gelacht hätten.

Auch deine Zigarren, und deswegen im nebligen Qualm sitzend, hätte ich dir verziehen. Der Richtige kann eben nichts falsch machen, und ich glaube du warst ein richtig cooler Hund und nett dazu.

Schade Schweizer Schokolade!

Und so träume ich heute von einem platonischen Rendezvous mit Sir Richard Branson. Einfach so. Um schauen zu können, was dran ist am Bub (In wenigen Tagen 68 Jahre jung): Am ewigen, sich selbst so ernannten Kindskopf, am, von Peter Pan inspirierten, Optimisten.

Wann habt ihr zuletzt Peter Pan gelesen?
Überhaupt schon einmal?
Kindliche Freuden, Ideen, Hirngespinste: Schönste Alltagsflucht und bereicherndes Kindliches Ich.

Auf die Liebe und die Lust einer Frau gegenüber geht Frisch in seinem Roman „Homo Faber“ ein. Faber ist ein menschenscheuer Technikrat, der sich auf einer Reise in eine junge Frau verliebt. Bis dahin nichts Ungewöhnliches soweit .. Unglücklicherweise aber entpuppt sich das schöne Objekt seiner Begierde, zu spät und erst nach etlichen gemeinsam durchlebten Tagen, findenden Gesprächen, leichtem Lachen, grundendem Tiefsinn und harmlosen wie tragenden Nächten, als die eigene Tochter.

„Ich hielt sie am Arm, die junge Person, die meine Tochter hätte sein können.“
(Max Frisch; Homo Faber)

Tja, und so kam’s dann, dass diese sich tatsächlich als die solche herausstellte.

Immerhin findet in all der Tragik die zerrissene Kleinfamilie noch ein letztes Mal zusammen, söhnt sich aus, zergeht.

Zum auf der Zunge zergehen lassen, empfehle ich übrigens eher ein Stück Schweizer Schoki als dieses Buch, da Frisch gewohnt in Prosa über die Papierseiten galoppiert. Wenig ausschmückend. Technokratisch.

Dass wir einen Menschen als Menschen oder ihn als Mann oder Frau lieben können war und ist soweit klar. Stets unsicher darüber allerdings, was nun tatsächlich mehr von Wert und Bedeutung ist.
Vielleicht ist die Hauptsache einfach die, offen für Wunder zu sein: menschlicher und liebender Art?

Frisch, fröhlich, frei: ohne fromm.

Text: PetissaPan
Foto: PetissaPan / in Freiburg

Wildfang

Wie ein Diplomaten-Kind bin ich an regelmäßige Umzüge, Städtewechsel oder mindestens lange Abwesenheiten gewöhnt und brauche diese auch. In Düsseldorf bin ich mit zwei Jahren schon zu lange. Auch weil diese Stadt mein Herz und meine Bedürfnisse nicht zu berühren versteht. So, wie es Städte wie beispielsweise Baden-Baden und Paris ❤ mit spielerischer Leichtigkeit können. 
In einem Jahr bin ich hier weg. Zur schönen Erinnerung ❤ die ich dann mitnehmen werde, gehört auch der Blick von meinem Balkon in den attraktiven Hinterhofgarten an dem ich wohne. Merci dafür! ❤
Glück bedeutet eben auch, in Negativem stets etwas Positives sehen zu können.

Oh Düsseldorf, die Zeit zog sich mit und in dir, wie zähes Kaugummi. Danke für deine Lehren! Du wirst mich vermutlich nicht wieder sehen.

Heiße Reise

Der Iran ist als Reiseland noch immer nicht so bekannt, wie ich finde, dass es ihm angemessen und würdig wäre. In diesem großen Land verbergen sich so viele wunderbare Schätze und Menschen, was wir, medienbedingt leider oft ganz anders wahrnehmen. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Reisen – auch alleine und als Frau – durch den Iran total schön und leicht sein kann. 

Den Iran habe ich kennen und lieben gelernt, als ich für ein knappes Jahr für die Deutsche Botschaft im Zentrum Teherans gearbeitet und im Norden der Stadt gewohnt habe. Ich erinnere mich immer wieder gerne zurück an Rosenwasser, Rosengärten, den Geschmack von Safran, frisch gepressten reinen Granatapfelsaft, Falafel und an viele warmherzige Menschen.

Ein Land voller Herzlichkeit

Wenn ich über die iranische Landeshauptstadt sagen würde, dass ich sie besonders mochte, wäre das zwar eine Lüge, aber ich habe mich in die Iraner*Innen als Menschen „verliebt”. Teheran selbst ist eine etwas anstrengende Stadt. Persien an sich dafür wunderschön, magisch und geradezu märchenhaft.

Die Iraner*Innen durfte ich durchweg als offen, herzlich gastfreundlich sehr gepflegt und interessiert kennenlernen. Frauen in farbenfrohen Hijabs, Tuniken und langen Gewändern, von tiefschwarz über grün und rot; Männer in silberglänzenden Anzügen. Dazu eine ganze Nation, die nach lecker blumigem Rosenwasser riecht.

Wie oft wurde ich auf den bunten Obst-, Gemüse- oder Kleidermärkten, die ich alleine besuchte, auf Englisch angesprochen, interessiert befragt und freundlich angeschaut. Beim Handeln und Feilschen haben mich spontan sehr oft gänzlich Fremde unterstützt. Das, obwohl jeder Händler von sich aus schon sehr entgegenkommend war. Fremde Frauen, von jung bis alt, luden mich zu einem gemeinsamen Glas Tee ein oder wollten gerne mit mir zu Mittag essen. Ich fühlte mich selten in einem Land derart willkommen, wie ich es im Iran tat. Und das jeden einzelnen Tag. Und by the way: Dort schmecken Mangos, Paprika, Gurken und so viel mehr so wie sie wohl tatsächlich schmecken sollten.

Persisches Brot: Eine leckere Versuchung 

Sehr gut erinnere ich mich auch heute noch an das frisch gebackene, fladenbrotähnliche, große, rechteckige Brot, das man dort in den, von mir so geliebten, cremigen iranischen Joghurt mit Schalotten und Salz tunkte. Monate lang konnte ich nicht genug davon bekommen und habe mich daran so sehr gewöhnt, dass ich es immer noch vermisse. „Barbari” heißt es. Und bevor ich morgens zur Botschaft gefahren bin, fuhr ich immer bei einem dieser speziellen Barbari-Bäckereien vorbei.

Barbari-Backstuben sind daran zu erkennen, dass sich dort frühmorgens bereits lange Schlangen von Menschen gebildet haben. Bei den Bäckern, die Barbari aus einer größeren Luke heraus, an die Menschen auf der Strasse reichen und verkaufen, gibt es nur diese eine Art von Brot: frisch und noch heiß, in offenen Öfen gebacken, die goldgelbe Kruste sanft knusprig und innen warm und weich. Wenig schmeckt derart ursprünglich, pur und dabei sagenhaft gut. Umgerechnet für einen Euro gab es diese leckeren Brote, nach denen ich heute noch verrückt bin.

Neugierig und respektvoll entdeckte ich Teheran

Beim Anstehen für das „goldene Brot” wurde ich stets neugierig betrachtet. Meine sehr helle Haut, hellgrünen Augen und meine europäischen Gesichtszüge fielen, in dieser Menge von iranischen Menschen, deutlich auf. Nie wurde ich aber schamlos angestarrt, in irgendeiner Art und Weise distanzlos angemacht oder abschätzig angesehen. Ich versuchte mich immer so unauffällig wie möglich zu verhalten und hielt Kopf und Blick stets etwas gesenkt. Wenn ich doch einmal aufsah und sich meine Augen mit denen eines iranischen Mannes trafen, senkten wir beide sofort Kopf und Blick. Oft waren die Männer dabei allerdings verlegener als ich selbst.

Allgemein verhielt ich mich in der Hauptstadt im täglichen Leben sehr devot. Das kann ich jeder Frau die Persien bereisen möchte auch so empfehlen. Für mich war das einerseits aus Respektselbstverständlich, andererseits empfand ich es auch als eine interessante Erfahrung, als eine Bereicherung – ein charmantes Schauspiel – sich so ganz anders als bei uns zu geben. Aber sicherlich ist das eine gesellschaftliche Ordnung, die man durchaus kritisch hinterfragen muss. 

Meine Körperformen waren, mehr als nur den Vorschriften entsprechend, verhüllt und außer auf Hände und Gesicht konnte Man(n) keinen Blick auf meine Haut erhaschen. Es war nur gelegentlich so, dass sich aufgrund des, im Iran locker um den Kopf geschwungenen Kopftuchs, eine blonde Strähne löste und mir ins Gesicht fiel. Gerade die jungen iranischen Frauen waren diesbezüglich aber sehr viel freizügiger und gaben bereitwillig und gerne einen Blick auf die, oft hell gefärbten Haare frei.

Etikette und Bekleidungsstil

Weniger streng als in Teheran selbst, erschien mir die Kleidungsetikette für Frauen auf dem Land und in den anderen Städten des Landes. Wobei es auch da Ausnahmen gibt: Mashhad und Qom als religiöse Hochburgen, sind ebenfalls für ihre Strenge hinsichtlich der Einhaltung der Kleiderregeln bekannt. Die außergewöhnliche Kultur und die geschichtlichen Überbleibsel und Traditionsquellen entschädigen aber tatsächlich dafür, dass man im Sommer auch bei 40 Grad gänzlich verhüllt sein muss. Und daran gewöhnt man sich auch wirklich schnell.

Was ich mir nicht nehmen ließ, war, dass ich gerne Gewänder und weite Tuniken in fröhlichen, freundlichen Farben trug. Oft war ich in meine Lieblingsfarben: Pinktöne von Himbeerrot bis Rosenrosé getaucht und das war, zumindest in Teheran selbst, etwas ungewöhnlich und auffällig. Zu Ramadan hielt ich mich aber daran, in dunklen gedeckten Farben auf die Straße zu gehen.

In Teheran fahren das ganze Jahr über täglich Busse durch die Stadt, in der eine Art „Sittenpolizei” die Mädchen und Frauen einsammelt, die nicht ordnungsgemäß gekleidet sind. Herausgelöst werden die eingesammelten Damen dann dadurch, dass deren Väter oder Ehemänner einen Geldbetrag als Strafe bezahlen müssen. Das sind die Schattenseiten des Landes.

Allein unterwegs als Frau

In dem Jahr dort bin ich ein paar Mal, wenn ich mit der Bahn alleine auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause war, von einem Iraner angesprochen worden. Die Art des Ansprechens war immer die selbe: Ein einzelner, oft gutaussehender und gutgekleideter Mann ging ein Stück neben mit her und versuchte mir einen Zettel mit seiner Telefonnummer zu reichen. Dabei redete er abwechselnd auf Farsi und Englisch höflich auf mich ein. Ein oder zwei sehr freundliche aber bestimmte „Merci!” (danke auf Farsi, der Sprache im Iran), reichten jeweils aus, damit er zurückblieb und ich alleine und ohne Telefonnummer weiter gehen konnte.

Alleine gereist bin ich auch. Sogar mit dem Flugzeug, obwohl die Deutsche Botschaft von Inlandsflügen aus Sicherheitsgründen vehement abgeraten hatte (Ich war 2013 im Iran). Inzwischen dürfte sich das verändert haben, da Sanktionen heute nicht mehr verhindern, dass Flugzeuge erforderliche Bauersatzteile erhalten können und das Fliegen im Iran sicher(er) ist.

Eine Zug- oder Autofahrt in diesem weitläufigen Land dauert einfach sehr lange und wer ohne Inlandsflüge reist, sieht kaum so viel wie er gerne sehen möchte. Ich habe umgerechnet 20 Euro pro Hin- und Rückflug bezahlt und mir damit jeweils zehn bis 20 Stunden auf dem Highway gespart.

Herzliche Gastfreundschaft, wohin man auch reist

Auf einer meiner Reisen haben mich zwei junge Mädchen, die ich zufällig in einem Park getroffen habe, spontan zu sich nach Hause eingeladen. Sie wollten mich gern ihren Eltern und mir ihr Zuhause zeigen. Ich bin gerne mit, habe tolles iranisches Essen serviert bekommen, konnte neugierige Fragen über Deutschland beantworten und habe auch selbst sehr viel über die iranische Kultur erfahren. Wie viele der jungen Iranerinnen studierten sie nicht im Iran, sondern in Indien.

Woran ich mich stets gehalten habe war die Regel, dass ich mich niemals bei Eintritt der Dämmerung noch alleine draußen aufgehalten habe. So habe ich es in Teheran gehalten und auf jeder meiner Reisen. Wenn ich auf Reisen war, bin ich vor Anbruch der Dämmerung zurück in mein Hotel gegangen und in Teheran war ich immer mit anderen zusammen unterwegs. Eine Frau gilt leider als „leichtes Mädchen”, wenn sie alleine unterwegs ist, sobald die Sonne untergegangen ist. 

Exotisch-Kurioses, Sport und Spiel

Rückblickend war das Ungewöhnlichste, das ich im Iran getan habe wohl das Skifahren, weil den Iran für gewöhnlich erstmal keiner mit Skifahren in Verbindung bringt. Ich wohnte dafür im Norden Teherans geradezu ideal, weil Teheran am Fuße des Elburs-Gebirges liegt und es so bis zum ersten Skilift nur wenige Kilometer sind. Auf der Piste war das Leben sehr viel freier als im Rest des Landes. Die Mädchen trugen figurbetonende Skioveralls in knalligen Neonfarben und freche Helme statt züchtiger Kopftücher. Auf den, nach draußen gerichteten Lautsprechern der Skihütten ertönte laute Techno- und Elektromusik, die auf allen Pisten zu hören war.

Im Sommer habe ich Golf geübt, nicht gespielt. Frauen durften nicht auf den 12-Loch-Platz im Herzen Teherans. So habe ich eine Golflehrerin bekommen und mit ihr auf der Driving Range Bälle abgeschlagen. Leider war ihr Englisch nicht besonders gut, – was außergewöhnlich für den Iran und die Perser ist. Außer „Nice shot” konnte sie mir wenig sagen und keine präzisen Angaben zu Technik und Fehlern manchen. Aber alleine das Gefühl im Iran Golf „zu spielen” war so besonders, dass ich immer wieder Stunden bei ihr gebucht habe. In Tunika und mit Kopftuch versteht sich von selbst.

Andere Sportarten, die ich in Deutschland ausübte waren im Iran unmöglich. Nur was das Joggen anging hatte Mitarbeiter der Botschaft Glück: Der Deutsche Botschafter hat eine Residenz mit riesigem Garten, um den eine gut vier Meter hohe Mauer gezogen war. Dort konnten wir in T-Shirt, Shorts und ohne Kopftuch unsere Runden drehen.

Süße Erinnerungen, an die ich gerne zurückdenke 

Meine liebste Süßspeise im Iran war frisch gepresster Karottensaft mit zwei Kugeln cremigem Safraneis, was es im Frühjahr und Sommer an fast jeder Straßenecke zu kaufen gibt und wovon ich innerhalb eines Jahres bestimmt an die 50 Portionen genossen habe. Gerade dieser Tage erinnere ich mich daran zurück, da nun hierzulande die Eissaison in vollem Gange ist.

Der Karottensaft als gesundes Getränk, und darin die Safran-Sahne-Sensation. Zugegebenermaßen befanden die Europäer, die ich dort kennengelernt und dazu befragt habe, diese Süßspeise als eher weniger schmackhaft. Meiner Meinung nach, sollte es jeder zumindest probieren und danach sein Urteil fällen. 

Ein durchweg positives Fazit

Insgesamt hatte ich ein ganz wunderbares Jahr im Iran mit fast ausschließlich positiven Eindrücken. Ich kann Frauen nur dazu raten, den Iran auch alleine und auf eigene Faust bereisen zu können. Einige meiner deutschen Bekannten meinen zwar, dass mein problemloses Reisen auch damit zu tun gehabt haben könnte, dass ich einen Diplomaten-Status bzw. Diplomaten-Pass besaß, aber ich meine, dass man mir das im täglichen Leben ja nicht ansehen konnte und ich auch dort stets respektvoll, niemals grenzüberschreitend und immer besonders freundlich behandelt wurde.

Text & Foto: Petissa Pan (Dieser Text erschien 2017 auf EditionF)

Daheim

Neuer Job, neue Stadt, neues Leben – das klingt erst einmal total aufregenden. Was aber, wenn wir uns bereits kurze Zeit nach unserer Ankunft nach dem Tag sehnen, an dem wir dieser Stadt wieder den Rücken kehren dürfen? So eine Zeit kann uns sicher reifen lassen und der Selbstfindung dienen: Wie gehen wir damit um, dass wir plötzlich ganz alleine sind? Wie gut können wir uns auf etwas einlassen, dass uns nicht glücklich macht? Und vor allem, welche positiven Aspekte können wir aus so einer Situation ziehen? 

Die Liebe meines Lebens: Baden-Baden

Ich möchte mit meinem Beitrag gerne zu einer Diskussion anregen. Nicht jede Stadt berührt unser Herz. Wie also gehen wir damit am besten um, wenn wir aus rein vernünftigen Gründen erstmal an eine Stadt gebunden sind, die Tausende andere mögen, die sich aber niemals richtig für uns selbst anfühlt?

Ein Neuanfang? 

Beruflich bedingt bin ich bereits mehr als zehn Mal umgezogen – privat viel gereist – und weiß und fühle darum schnell und bestimmt, was ich brauche, um mich in einer Großstadt, einer Kleinstadt, in Deutschland oder auch im Ausland glücklich und verbunden mit einem Platz zu fühlen. Und diese Stadt hier, in der ich gerade lebe, hat das einfach nicht – zumindest nicht für mich.

Beinahe alles zwickt, es klemmt, ich seufze und trotzdem ziehe ich hier seit gefühlten zehn Jahren dauerlächelnd durch Straßen, Geschäfte, Büros. Diese Stadt und deren Menschen können schließlich nichts dafür, dass sie so grottenfalsch für mich sind. Obwohl ich zwei Hände voll wirklich liebgewonnener Menschen, schöne Erlebnisse und Dinge, die ich hier in den vergangenen eineinhalb Jahren kennenlernen durfte, mit dieser Stadt verbinde, fühlen sich diese 18 Monate wie Jahre an.

Lernen, was man will – und was nicht 

Trotzdem ist diese Erfahrung sehr wichtig: Ich kann hier beispielsweise immer sicherer definieren, was ich eben nicht will. Das ist wichtig für meine persönliche Entwicklung. Ich empfinde das tatsächlich als Geschenk, das meine ich ernst. Es gibt das schlaue Zitat:

 „I am thankful for all those difficult people in my life. They have shown me exactly who I do not want to be.”

Und so geht’s mir hier. In einer Stadt, die mir mehrmals täglich – und das überdeutlich – zeigt, dass sie es für mich eben so gar nicht ist und dass ich wo ganz anders hingehöre. Ich bin aus Baden und bekanntlich „von der Sonne verwöhnt” wie ein Werbeslogan über den dortigen Wein verkündet. Früher mochte ich Regen tatsächlich sehr gern. Für mich gab es beispielsweise nicht schöneres als bei Regen zu joggen und danach heiß zu duschen. Hier aber kann ich es nicht ertragen, Regen auch nur in der Wettervorhersage zu sehen, geschweige denn ihn auf meiner Haut zu fühlen und überhaupt zu riechen. Regen riecht ganz unterschiedlich in Baden, Paris und Buxtehude.

Kein Liebeslied 

Nein, das hier ist wahrlich keine Liebeserklärung für diese wirtschaftsträchtige Stadt im Rheinland. Die überlasse ich anderen. In der gefühlt richtigen Stadt zu wohnen, ist nämlich wie die Sache mit dem „richtigen” Partner: Der richtige Partner kann nichts falsch machen und der falsche nichts richtig. Manche mögen nunmal Erdbeereiscreme lieber als Schokolade, ziehen Pasta, Pommes vor oder trinken lieber Selters als Sekt. Es ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Wir sind verschieden und meine Meinung über diese Stadt ist aus diesem Grund völlig subjektiv und allein mein Empfinden. Für jemand anderen gibt es eine andere Stadt, ein Dorf, über das er vielleicht kaum Positives zu berichten hat. Für jemand anderen mag es auch völlig unverständlich sein, wie sehr ich ein, zwei Städte in Baden so liebe. Es geht hier allein um das Gefühl, in irgendeiner Stadt oder an einem x-beliebigen Ort sein zu „müssen”, an dem wir nicht gerne sind. 

Hier gehöre ich nicht hin

Das Gefühl am falschen Ort zu sein, kennen sicher einige von uns. Und dieses Gefühl läßt sich auch nicht von anderen ausreden, diese Stadt sich einem nicht schön reden. Am falschen Ort zu wohnen ist auch ein bißchen so, wie in einer schlechten Beziehung festzustecken: Wir kennen den anderen, wissen ganz genau, dass es nicht (mehr) passt, aber bleiben dennoch, aus eher nüchternen Gründen. Da hilft auch kein „Aber ihr passt doch so toll zusammen!” von Bekannten. Wir fühlen was sein soll und was nicht und früher oder später gehen wir.

Immerhin spielen wir bei einem „am falschen Fleck sein und dennoch bleiben” nicht mit irgendwelchen Gefühlen. Dieser Stadt ist es nämlich völlig egal, ob ich da bin oder nicht. Es wird eines Tages ganz einfach ein Neuankömmling oder ein bereits Angekommener mit meiner süßen Wohnung hier bereichert und ich bin weg. Wer gerne nachvollziehen möchte, wie und für was mein Herz schlägt, macht eine Woche Urlaub in Baden-Baden oder er bucht ein Wochenende in einer romantischen Ecke in Paris.  

Ich mag meine Wohnung hier als mein gemütliches Zuhause. Und ich mag auch, dass ich die Stadt nicht mag und mich so voll und ganz auf mich, einige wenige Kontakte und vor allem meine Karriere und Zukunftsplanung konzentrieren kann. Um täglich glücklich von A nach B zu kommen, schwelge ich in meinen Erinnerungen an andere Städte, während ich über den Boden hier flaniere. Ja, genau, ich flaniere. Gerne in hohen Schuhen,  seltener in Ballerinas und niemals in Segelschuhen oder Sportschuhe, die so typisch für hier sind. Mein russisch- und tussig-inspiriertes Schuhwerk läuft also auf dem Asphalt einer sportiven westdeutschen Stadt und meine Gedanken hängen woanders. 

Über Paris sage ich, dass ich eine Fernbeziehung mit dieser Stadt führe. London als Stadt ist meine Affäre. Moskau ist im Winter wunderschön. Meine Freundin wohnt in Baden. Während ich also an all diese wundervollen Städte denke, sage ich mir, ganz erwachsen, dass ich hier reifen und das Gute mitnehmen kann.

Ich bin eigentlich schon gar nicht mehr richtig da 

Ein Problem gibt es aber: Ich lasse mich hier nicht mehr ein. Ich habe es eine längere Zeit versucht, aber dann verworfen. Mein zweiter Fuß – metaphorisch gesprochen – steht nicht mehr auf diesem Boden. Er steht mittlerweile wieder in meiner blumigen Vergangenheit, in Städten meiner Alltagsfluchten, oder auch bereits in meiner rosigen Zukunft, die ganz woanders sein wird.

Mein Lächeln ist trotzdem echt, denn es ist für die Menschen hier, die so gar nichts dafür können, dass ich mich wie ein Englishman in New York fühle. Ein Alien, der die falschen Schuhe trägt. Ein sonnenverwöhntes Geschöpf, das vom warmen Regen in die Traufe kam. Aber mein anderer Fuß, mein Herz, die fehlen eben leider und so quieke ich vergnügt, wenn ich an jedem einzelnen Abend weiß, dass wieder ein Tag weniger bleibt, den ich hier sein werde.

Wie gehen wir damit am besten um?

Denkt ihr eigentlich, dass wir uns mit einem Platz oder Menschen aussöhnen, wenn wir wissen, dass eine Situation bald der Vergangenheit angehört? Wie können wir uns eine Zeit an einem Ort noch gefühlt verkürzen, indem wir was genau sinnvoll damit anstellen? Ob ich je bereuen werde, diese Stadt in Monaten oder in einem Jahr verlassen zu haben?

Die Kündigungsfrist meiner Wohnung beträgt eine einzige Woche und das allein ist für mich ein Grund noch gut bleiben zu können. Allein das Wissen um die Freiheit, dass ich quasi von heute auf morgen gehen könnte, macht mich so zufrieden, dass ich noch nicht gegangen bin. Und vielleicht ist genau das  die Kunst? Danke Düsseldorf

Text und Foto: PetissaPan (Dieser Text erschien auch bei Edition F, wo ich als Gastautorin schreibe.)

Rebel at heart

We love everything that inspires and fascinates us and our imagination of a worst case scenario is getting bored. Goblins, elfs and little witches at the same time. And fairylike, too. But as a matter of fact: unbreakable, indeed. Colourful and airily kinds of Pippi Longstocking or wispy fairies, captured in female bodies and movements of a “Sometimes-Femme-Fatale”.

The Lolita-image is deliberately created. Later in life we become Miss Marple. Very late-late. In a hundred years perhaps.

We are born optimists.

We adore kids and we’re the biggest of all the kids by ourselves. Dreamily dreaming of a better, fairer world sometimes and again and again. Maybe never growing up completely, as a kind of and a „big whit“ Peter Pan. Robin Hood und Che Guevara at the same time. Good-natured, free spirits and combatants. We are not really interested in other’s opinions on us. And there’s no “holding hands & hugging“ with absolute strangers or people our hearts stopped beating for. Childlike consequent.

Yes, able to have charming small talks, but preferring the point of view of Diane von Fürstenberg: „I don’t like small talk. I love intimacy“. We’re typically direct as Germans, sometimes a little cool Scandinavian, but hot blooded Russian, lady-like charming and a playful, mischievous tomboyish Girls-Girl. Princesses and dragons. Beauties and beasts. And we wouldn’t hurt a fly, but like verbal wars of words.

We love brooding and ponding, drama and acting. Creating melancholia to laugh it into euphoria. Really crazy for art and although we can’t choose our favourite painter between Monet and Chagall, – in other cases we know exactly what we want and how to get it. But we fail, because we’re still young at heart and sometimes too good-natured. And sometimes we fail quite horrendously, but still standing – forever and for always. We are the embodiment of “late bloomers”, love challenges and haven’t yet reach the goals and the life we yearn for.

Sometimes we have lost and still are losing our way. Always much too curious to know what’s beside the way. We are fun society but swots. Ambitious and future. Irresistibly adorable and considerably unapproachable. Hard to get & hardly to hold close, because we like space & distance. But when ever we love and need closeness: we are cuddly & sooo pleasant. Precious and modest. Sweet and crime. We surprise, shock, provoke, shine.

We adore idealists and dislike hanger-ons, ruthless power seekers & materialism, but admire superficial stuff, sweet sins like shopping and pleasure according to “Dolce Vita” and „Diamonds are a girls best friend“. Part-time-vegetarians, nevertheless – we’d kill for a special and pretty delicious steak. Conventions and smugness lead to our common yawn. Yet ourselves outdated and ancient regarding our values and expectations.

We love creating a „new us“ every single day. Never ever being boring and want to feel bored in any way. Cherishing honesty of others, but using white lies if ever we like to. Our heart is enormous, warm and golden and without any predjudices we are open, kind and friendly curious. We are philanthropists and when ever we fall in love with someone, we’re absolutely stupid. Unfortunately. We love and let us be used. And we use and let us be loved. „Kick it like Beckham“, – and the wrong people out of our colourful, peaceful and wonderful unconventional life. We don’t judge them then, just go without turning back: take revenge, forgive, forget or understand.

„Catch me if you can“, doesn’t work for us. Much more: Leave me alone. To be a „Desperate Housewife“ we’re too much in love with our pure independence. Meanwhile we have grown endless independent, but never ever too independent to love and to beloved. And we believe in love! We love love and love to be beloved but in letting-go and free-being mostly much better then in holding and hanging on. We look and move forward and leave things and people behind. Or we love, enjoy this big pleasure, close our eyes, make a wish and keep.

No regrets cause we always did it “our way”: Nebulous, unclear and unpredictable for almost all. Obvious, easy, soft and real for the Right. Mister Right. The prince on the white horse. We are women and want to be treated as such. And use the excuse, that contradictions are allowed because of our women being.

We like to be called a fool, a jester, a crank to show that we are somebody else as well. Surely we obscure. Maybe we thrive. And if not: who cares? Not us. Poker faces. Principesse. Petissa Pans.

Foto: PetissaPan ; Text: PetissaPan