Femme like you

Das leichte Sommerkleid zu derben schweren Boots, gehst du. 

So entzückend schmal in der Taille, mit gerundet schwingenden Hüften und langen dünnen schwungvoll begleitenden Armen dazu. Verspielt, grinsend, lächelnd, leicht. 

An der Côte d‘Azur entlang. Schöne du!

Zwei Füße, auf grazilen Fohlenbeinen, die, sonst fest verwurzelt bestimmt, hier jung und wild auf Asphalt schlagen. 

Französische Sonne strahlt nur für dich.

Tragisch. Spaßig. Gut. Schönheit vergeht, Hektar besteht. Von Innen deshalb, nicht von Außen, haben beautiful people, beautiful problems.

Der Hals verlockend, so schmal und lang, zum Kuss geschwungen.

Leichtigkeit.

Nonchalance.

Genuss.

La vie est belle.

Antibes

Text & Foto: PetissaPan

Fein

Reich ihnen die Hand! Und nur diese. Butterweich. Festhalten, nie ohne Fingerspitzengefühl. Und einen Weg den du zu früh gehst, wirst du nicht mehr wieder ungeschehen machen und umkehren können, denn sie hassen Distanzlosigkeit, können Lügen kaum lesen und Subtilität nicht verstehen. 

Vertrauen muss, mehrmals vielleicht, schmerzlich so gelernt, sich künftig in ausreichend Zeit und Geduld verdient werden. Doch währt dann und so manches Mal – in reiner Dankbarkeit – nicht kürzer als ein ganzes Menschenleben lang. Und Freundschaft toppt fast immer Liebe.

Kind im Herzen du, welches du da schillernde Selbstdarsteller liebst, und die reichen Leben anderer, Freude, Glück und Sorglosigkeit einem jeden gönnst. Nacheiferst, ohne auch nur eine Spur von Neid. Auch Eifersucht kennst du nicht. Wahrst große Distanz jedoch, zu den dir Falschen. Stattdessen – und sehr viel lieber – im eigenen Farbkasten munter mischend, testend, malend. Aktiv. Ruhig für dich und quirlig im Außen.

I hate small talk. I love intimacy.


Diane von Fürstenberg

Text & Foto: PetissaPan

J’aime la vie

Schreiben, wie die alten Russen es noch konnten: Turgenev, Tolstoi, Dostojevski. Dabei stilvoll verführend und nonchalant lässig, wie die Französinnen; mit tiefrotem Cremestift, auf unangestrengt perfekt geschürzten Lippen. Vin Blanc und Weichspüler im Glas, und eine Fluppe zwischen den perfekt gefrenchnailten Fingern: Den Stift.

Die Schrift.

Schreibe;

das Buch.

Salut und salut!

Leben und leben lassen.

Friedrich von Schiller

Text & Foto: PetissaPan

Elle

Immer ein wenig filigraner, mit charmant sämig zuckrig – dabei eben gekonnt luftig – verführender Leichte.

Fein und fallend hingebungsvoll, wie der Genuss ein, zweier übersüßer Aprikosen, an einem schwül warmen Sommerabend:
Das Leben lebend, zupackend, saugend, wenig zimperlich, und unsere Gedanken darüber auf der Zunge sowieso.

Und den Kopf im Nacken, während man allein, zu zweit, auf warmem Holz im Grünen sitzt, auf Wiesen, Bäume sieht, und sehnsuchtsvoll das hübsche Abendrot.

Dann den kühlen Sternenhimmel betrachtet – als Pausen dazwischen, während wir lesen,

leben,

lieben.

Live life to its fullest.


Richard Branson

Text & Foto: PetissaPan

Satisfaction

Natürlich gibt es auch Sehnsuchtsorte, an die wir immer wieder zurückkehren wollen und werden, und uns angekommen, geborgen, aufgenommen fühlen, und fasziniert – alles und jeden – neugierig aufsaugen; was nur möglich ist, weil sie uns in der Ferne, zurück in der Heimat, dann fehlen werden: diese vertrauten Fremden.

Fremd ist Heimat jedoch nie & niemals.
Ein Gefühl wie die eigene Westentasche vielmehr.
Sie ist Schutz und Liebe.
Und pure subjektive Schönheit. Und das Gefühl „Hier-bin-ich-weil-ich-genau-hier-der-oder-die-sein-kann-die-ich-sonst-nirgendwo-bin“:

Verwurzelt – verliebt!
Heimatgebettet – geliebt!

Das innere Kind weiß den Weg.

Peter Horton
Lichtentaler Allee (Baden-Baden)

Text & Foto: PetissaPan

Stürmisch

Wie ein Macher, Dinge dynamisch ins Laufen bringend, in faszinierend windigem Supersonic.

Spielerisch fast, vor allem aber charmant und zuckersüß leicht. Dabei stetig auch sanfter bis stürmisch wehend allerdings, auf festgefahren staubtrockener Autorität.

Anpackend, bewegend, aufwühlend so, und alle und jeden mitreissend, wie der Wind. Über Grenzen.

Die Mitläufer.

Die Bewunderer.

Die Zweifler.

Und die, die ihn sehr gerne einmal können.

Und es gibt kein Entziehen: Nicht für die Kleinen, die davon profitieren werden. Und nicht für die blühendere Landschaft, die bleiben wird, selbst wenn er geht.

Erkennend und sehend, und doch sich einen Dreck darum scherend, was andere davon halten.

Und genau so und nachhaltig, (s)ein – natürlich völlig subjektiv – kluges, faireres Umdenken bewegen, und etwas in (s)eine Richtung bringen, bis er selbst wieder – sweet lächelnd – abspringt und woanders bewegt.

Der Kobold.

Der Querdenker.

Der Einzelgänger.

Sahnig, stachelig, erfrischend. Warum nicht drei Wünsche auf einmal, wenn man kann?

Denken können alle, nachdenken viele, vordenken wenige, querdenken nur Mutige.

Carl Fröhlich (Wo der Name Programm ist.)
FREIburg

Text & Foto: PetissaPan

Amalfi

Du schließt die Augen und siehst dich in dieser Bar von damals. Einer Bar in einem großen Saal, mit einem opulenten, mit farblosem Kristallglas behangenen Kronleuchter, der ein schummriges Licht nur über alles und jeden wirft.

Crème de la Crème.

Du siehst die antiken Möbel im Jugendstil. Die naturbelassenen Ledersessel, weich, fast flauschig, in einem warmen Braunton, und die lange Couch, welche sich an der Wand gegenüber der Fenster, über die gesamte Länge des mondänen Raumes erstreckt.

Wenige luxuriöse Stühle aus geschwungenem Holz mit goldfarbigen Bezügen. Kleinere hochelegante Tische im strengeren Art déco davor, die kontrastreich in Form und Farbgebung sind und zwei Jahrzehnte weniger alt.

Beeindruckende Vorhänge rahmen die raumhohen bodentiefen Fenster. Sie fallen schwer in einem satten dunklen Grün aus Samt und seidigem Brokat auf den KirschbaumBoden, den sie bisweilen sanft streicheln. 

Eine Spur Tabak liegt in der Luft, und Musik, die genau hier in diesen Raum gehört, die du nicht kennst und nie mehr wieder hören wirst.

Every saint has a past, and every sinner has a future.

Oscar Wilde
Freiburg. Die vielleicht schmalsten Gassen des Landes, Bächle, und – 2019 frisch gewählt – die freundlichsten Menschen. Hier. Heaven.

Text & Foto: PetissaPan

Doppelleben

Unfassbar, all‘ diese Künstler, die nach Aufmerksamkeit lechzen, um ihre Expressionen zu verkaufen. Wann hätte man je davon gehört?

Exzentriker sind die Gradmesser der Gesellschaft.

Blau-weißer Himmel über Baden(-Württemberg)

Text & Foto: PetissaPan

Contenance – s’il te plaît

Zwei plus vier Drinks im insgesamt gut dreistelligen Bereich an der mächtigen in bizarr billiges Rotlicht getunkten Bar

Übertriebene Komplimente für sie die pure Wahrheit über sein eigenes weltmännisches Treiben und das lockere Gewissen in eben jenem russischen Klaren ertränkt

Und bald darauf schon liegt seine fremde Hand an deren Handgelenk die kleinwagenteure Schweizerin baumelt auf ihren dünn bestrumpften dürren Schenkeln neben ihrem zuckersüß kurzen Lederrock

Writers aren’t exactly people. They’re a whole bunch of people trying to be one person.


F. Scott Fitzgerald

Text & Foto: PetissaPan