Tigre

Überall begegnen sie dir hier. Im gefährlichen Großstadtdschungel, smart geschmeidige Katzen.

Gepflegte Gentlemen, die den Begriff erfunden zu scheinen haben. Anerkennend lächelnd, diskret leise, stilvoll, und was er erst trägt, der Monsieur. Modisch, doch zeitlos klassisch, mit einem exquisiten Hauch besonderen Flairs.

Machos und PUA‘s: Fehlanzeige. Dem strahlend blauen Himmel, sei genau dies von Herzen und aus voller Überzeugung gedankt. Und „seinem“ charmanten blau-weiß-roten Lächeln, welches mit funkelnden Augen Akzente setzt und punktet.

Männer von Welt. Die Pariser, wie die duften, wie die verführen, den Sieg einfahren, trotz Citroën und Renault.

Leise, auf Samtpfoten fast, vorgeblich. Vergeblich jedoch nie. Schön sanft, tatsächlich aber nachhaltig dann und schnell.

Hier spielt anscheinend niemand hard to get. Umso mehr stattdessen: hard to forget.

Städteliebe.

Vergangen war ich dein.

Paris ist vorbei. Alles andere wirkt nach.

Zum heulen schön und Tränen in entfesselten Augen. Écoute chérie, nach Paris bedeutet immer auch vor Paris.

Merci.

Text & Foto: PetissaPan; detailverliebt.

Régina Paris Place des pyramides.

Leichte Mädchen

Das Blümchenkleid zu derben schweren schwarzen Boots, gehst du.

So entzückend schmal in der Taille, mit gerundet schwingenden Hüften und langen dünnen schwungvoll begleitenden Armen dazu. Verspielt, grinsend, lächelnd, leicht.

An der Seine entlang. Schöne du!

Zwei Füße, auf grazilen Fohlenbeinen, die, sonst fest verwurzelt bestimmt, hier jung und wild auf Asphalt schlagen.

Französische Sonne strahlt nur für dich.

Tragisch. Spaßig. Gut. Schönheit vergeht, Hektar besteht. Von Innen deshalb, nicht von Außen, haben beautiful people, beautiful problems.

Der Hals verlockend, so schmal und lang, zum Kuss geschwungen.

Leichtigkeit. Nonchalance. Genuss.

Text & Foto: PetissaPan; Grand Hotel Regina Place des pyramides. In Paris.

Charmanz

Wie die Kastanie in diesen Tagen, vielerorts, mit ihrer üppig weißen Blütenpracht in sattgrünem Blättermeer, einen faszinierenden Kontrast zum strahlend blauen – oder düster grauen – Himmel bildet.

Weich und hart.

Stark und zart.

Erwählte charmante Arroganz.

So lieb, so unwiderstehlich Gentleman. Und so perfekt, wie er perfekt angezogen war.

So perfekt, vor ihr gehend und stehend.

So perfekte Umgangsformen, mit denen er gleichermaßen Türen und Herzen zu öffnen verstand.

Ein Blick von ihm, ein aufforderndes Nicken seinerseits, und du reichst ihm deine Hand.
Wie ausgelassen galoppierende Jährlinge auf der Frühlingswiese im verführenden Sonnenschein. Hoch und nah am Himmelbett. Unter Bäumen.
 
Verfrüht gefreut. Der Regen treibt sie rein.
Eisbärenfell das vor dem Kaminfeuer lichterloh brennt.
 
Verschossen, geschlossen. Schlüssel am Grund des, im vom Spiegelbild der Narzissen, geküssten Sees.
April April, das Wetter machte was es will.
Alles neu jetzt im Mai.

Auf dass das Herz einmal überlaufen mochte. Und wenn Dinge sich so anfühlen, als wenn sie zu schön sind um wahr zu sein, sind sie vielleicht genau nur das.

Langweilende Perfektion.

Knickender Ast schläfriger Kirschblüte, verschwindend klein.

Knorrige Kastanie.

Die Sonne lächelt spielerisch durch graue Wolken.

Text & Foto: PetissaPan

In Mannheim. Natürlich nicht perfekt. Aber besonders schön vielleicht im ****Hotel „Kleiner Rosengarten“. Faszinierender Jugendstil.

Be Queen

Wer sich nicht an dich gewöhnt, ist selbst schuld. Du jedenfalls bist permanente Inspiration und anstrengende Herausforderung in einem. Kobold und Königin. (PP)

Text & Foto: PetissaPan

„Fritz & Felix“ im Brenners Park Hotel Baden-Baden

Buxtehude oder so

„Straight to heaven“, so hieß der Duft den er trug. Einen Hauch süß und wohlfühlend, fast vertraut, sich anlehnend, dann wohlig wärmend. 

Aber auch dunkel wie Zedernholz, unberechenbar, merkwürdig schweigsam irgendwie. Und dabei scharf wie Wodka. 

Er war tief, männlich, dominant, und zum Greifen hier und nah. Letzten Endes aber blieb er fern. Er war wie in Flakons abgefüllte Melancholie.

Du schließt die Augen und siehst dich in dieser Bar von damals. Einer Bar in einem großen Saal, mit einem opulenten, mit farblosem Kristallglas behangenen Kronleuchter, der ein schummriges Licht nur über alles und jeden wirft.

Crème de la Crème.

Du siehst die antiken Möbel im Jugendstil. Die naturbelassenen Ledersessel, weich, fast flauschig, in einem warmen Braunton, und die lange Couch, welche sich an der Wand gegenüber der Fenster, über die gesamte Länge des mondänen Raumes erstreckt.

Wenige luxuriöse Stühle aus geschwungenem Holz mit goldfarbigen Bezügen. Kleinere hochelegante Tische im strengeren Art déco davor, die kontrastreich in Form und Farbgebung sind und zwei Jahrzehnte weniger alt.

Beeindruckende Vorhänge rahmen die raumhohen bodentiefen Fenster. Sie fallen schwer in einem satten dunklen Grün aus Samt und seidigem Brokat auf den KirschbaumBoden, den sie bisweilen sanft streicheln. 

Eine Spur Tabak liegt in der Luft, und Musik, die genau hier in diesen Raum gehört, die du nicht kennst und nie mehr wieder hören wirst.

Und da steht er. Mittig im Saal.

Man nimmt ihn einfach wahr, beachtet ihn gewollt wie bewusst. 

Er trägt einen klassischen Anzug, der wie angegossen an seinen schlanken jung trainierten Körper passt. Besonders edler Stoff, das erkennt man sehr gut. Vermutlich nachtblau von der Farbe her, vielleicht aber auch schwarz. Ein Frack würde genauso gut passen. In diesen Saal. Für ihn.

Er mag an die 55 Jahre alt sein. Trägt beinahe gänzlich ergrautes längeres dichtes Haar, welches er akkurat aus dem Gesicht gekämmt hat und das ihm, attraktiv gewellt, im Nacken bis fast an den Hemdkragen reicht. 

Er steht erhaben, ist knapp 1,80 Meter groß, und seine ganze Haltung und Gestik: aristokratisch, selbstsicher, Mann von Welt.

Sein Gesicht zeigt, dass er gelebt hat. Reif, intensiv, so reich an Erfahrung.

Seine Augen signalisieren, dass sie beinahe alles gesehen haben. Der Blick, was erlebt.

Seine Hände erzählen die Geschichte viel berührt zu haben.

Er bläst den Rauch seiner Zigarre, die er in der linken Hand hält, aus. Dabei hebt er den Kopf und seine Augen sind genießerisch geschlossen.

In der anderen Hand hält er ein schweres Glas mit honigfarbenem Rum, der sich darin, weich und ölig, nur langsam bewegt.

Seine Aura fasziniert, erreicht, berührt auf seltsam nahe Art und läßt dich nicht los.

Du verweilst ihn anzusehen. Man spürt seine Leidenschaft und Erotik, und du meinst du riechst dabei, ganz leicht bereits seinen Duft.

Sein Blick hat dich noch nicht erfasst. Sein Kopf, weit weg, in eigenen Gedanken ruhend. Er kostet es aus hier zu sein. Inmitten der anderen Gäste, dabei aber allein für sich. Und er weiß sehr wohl darum, interessiert beobachtet zu werden.

Du siehst. Mit Freude. Neugier. Verlangend. Du riechst.

Das ist der Mann, das ist der Duft.

Wie oft hatte sie ihre Nase später an seinen Hals gedrückt, tief einatmend, seinen Geruch aussaugend, ihn aufnehmend. So verweilte sie dann Sekunden nur, oder auch minutenlang.

Sie war tatsächlich vollkommen die Seine gewesen.

Text & Foto: PetissaPan

Casino Baden-Baden

Geküsst

Dass irgendetwas anderes existiert, wenn die Kunst da ist, scheint zumindest ein ebenso häufig gedachter Gedanke zu sein, wie die Annahme dass jeder Künstler alternativ ist, materialistisch uninteressiert und politisch dem linken Spektrum zuzuordnen. Sanft, autark und kopfstark schließen sich nicht aus. Im Gegenteil. (PP)

Freiburg. Von Herzen mag ich diese Stadt. Aber lieben tue ich an ihr besonders die Nähe zu Baden-Baden.

Ambiguïté

Als wenn du durch einen Schleier hindurch blicken würdest. Schummriger Nebel. Auf die ganze Welt, alles und jeden. Und was immer du siehst, was immer du hörst, leicht, beinahe durchsichtig.

Zartester Stoff, der deine Seele zu streicheln vermag; Viel mehr noch: die aller anderen schönt.

Zaubert sie aus starkem Sonnengelb feines Zitroniges, und aus harschem Grün malt sie den Frühling für dich. Das ganze Jahr über Glückseligkeit in jedem Moment, wie als ob auf nachgiebig saftigem Moos gehend, Hand in Hand, verliebt, und Tautropfen im Haar über blauen Augen.

Elfengleiche du, Vergissmeinnicht, und marzipanweiße Wolken über dir am Firmament.

Völlig in eigener Welt. Leicht und gesegnet mit dem überhaupt größten Geschenk, Glückskind. Einem Denken, einem Tun, einem Leben. Verträumtes Märchen, sorgloses Mädchen, wie aus Tausendundeinernacht. Faszinierend fremd, denn du trägst Magie.

Das Beste sehen, fördernd, antreibend. Erkennend, da gelebte Träume überwiegen. Und Grellrotes wird zu Erdbeeren, die püriert, mit locker aufgeschlagener Sahne vermischt, ein cremiges Pastell kreieren, und paradiesisch sind, in ihrem Geschmack.

Das grobe Meer, nasse Masse, tosend zischend und unberechenbar, wogt hellblau friedlich zeitverzögert mit ihr, in dir.

Besänftigt und wie schwer gegossen. Ruhend. Viel zu oft vergangene Muse aus Kindheitstagen. Erstrebenswerte Unbefangenheit und entrückter Zauber in deinem Blick. Dir nah, vertraut, dein größter Schatz. Arglos und dein Zauberstab für Glitzer überall.

Die rosarote Brille, jede Stunde, jeden Tag.

Fruchtige Süße.

Geliebte.

Gelebt, wenn ich Beobachter sein kann und mag, nicht Teilnehmer. Dann nämlich ist nichts wundervoller als du. Als dich in meinem Kopf, meinem Herzen, und auf Händen zu tragen.

Ich habe alles ausprobiert, alles gemacht, und alles gehabt. Und heute bin ich ein eiskalter Stern. (Paul Klee)

Text & Foto: PetissaPan

Word

Der Unterschied, ob andere einen als arrogant oder selbstzufrieden wahrnehmen, liegt viel mehr darin, wie anderer einen wahrnehmen will, als dass ich bei Letzterem etwas sanfter die eigene Grenze ziehe. (PP)

CityLove & ich : BadenBaden