18 Grad

Erkennend und sehend, und doch sich einen Dreck darum scherend, was andere davon halten.

Gerade, geradeaus; gerade auch, wenn der eigene Massstab, der auch für die anderen ist.

Und ein Eclair ist nicht halb so gut, wie der Wunsch, das anvisierte Ziel, die Person zu sein – sein zu wollen – die man selbst anzutreffen wünscht.

Chapeau!

Leisten wir uns den Luxus, eine eigene Meinung zu haben!


Otto von Bismarck
Antibes – Sommertagtraum

Text & Foto: PetissaPan

Femme like you

Das leichte Sommerkleid zu derben schweren Boots, gehst du. 

So entzückend schmal in der Taille, mit gerundet schwingenden Hüften und langen dünnen schwungvoll begleitenden Armen dazu. Verspielt, grinsend, lächelnd, leicht. 

An der Côte d‘Azur entlang. Schöne du!

Zwei Füße, auf grazilen Fohlenbeinen, die, sonst fest verwurzelt bestimmt, hier jung und wild auf Asphalt schlagen. 

Französische Sonne strahlt nur für dich.

Tragisch. Spaßig. Gut. Schönheit vergeht, Hektar besteht. Von Innen deshalb, nicht von Außen, haben beautiful people, beautiful problems.

Der Hals verlockend, so schmal und lang, zum Kuss geschwungen.

Leichtigkeit.

Nonchalance.

Genuss.

La vie est belle.

Antibes

Text & Foto: PetissaPan

Fein

Reich ihnen die Hand! Und nur diese. Butterweich. Festhalten, nie ohne Fingerspitzengefühl. Und einen Weg den du zu früh gehst, wirst du nicht mehr wieder ungeschehen machen und umkehren können, denn sie hassen Distanzlosigkeit, können Lügen kaum lesen und Subtilität nicht verstehen. 

Vertrauen muss, mehrmals vielleicht, schmerzlich so gelernt, sich künftig in ausreichend Zeit und Geduld verdient werden. Doch währt dann und so manches Mal – in reiner Dankbarkeit – nicht kürzer als ein ganzes Menschenleben lang. Und Freundschaft toppt fast immer Liebe.

Kind im Herzen du, welches du da schillernde Selbstdarsteller liebst, und die reichen Leben anderer, Freude, Glück und Sorglosigkeit einem jeden gönnst. Nacheiferst, ohne auch nur eine Spur von Neid. Auch Eifersucht kennst du nicht. Wahrst große Distanz jedoch, zu den dir Falschen. Stattdessen – und sehr viel lieber – im eigenen Farbkasten munter mischend, testend, malend. Aktiv. Ruhig für dich und quirlig im Außen.

I hate small talk. I love intimacy.


Diane von Fürstenberg

Text & Foto: PetissaPan

J’aime la vie

Schreiben, wie die alten Russen es noch konnten: Turgenev, Tolstoi, Dostojevski. Dabei stilvoll verführend und nonchalant lässig, wie die Französinnen; mit tiefrotem Cremestift, auf unangestrengt perfekt geschürzten Lippen. Vin Blanc und Weichspüler im Glas, und eine Fluppe zwischen den perfekt gefrenchnailten Fingern: Den Stift.

Die Schrift.

Schreibe;

das Buch.

Salut und salut!

Leben und leben lassen.

Friedrich von Schiller

Text & Foto: PetissaPan

Jabberwocky

Sie mag Unverbindlichkeit, wie einen fluffig sanften Flug in der First Class durch irisblütenweiß getränkte Wolken, über einen trunkenen kornblumenblauen Ozean.

Rausch ins Glück, Kauf-rush-rush nach Übersee. Der Kurztrip auf Hawaii, St. Barth. Träumend auch von Bransons Necker. Jung verspielt, wird viel gekichert. Und Haarsträhnen, verklebt in Crémant und seifig schmeckendem Tonkabohnensorbet, Parfait.

Schlanke sanfte Bräune an herrlich trainierten Bäuchen, und ehrliche – wenn auch leise süß geflüsterte – Wünsche und Verlangen. Die Zeit anzuhalten, während sie zwischen den Fingern in Glückseligkeit verrinnt, und Lust gerinnt, indem sie schmilzt, wie Hoffnung, in eben jenem lange vergangenen Hitzesommer.

Die Zeit ist unendlich lang und ein jeder Tag ein Gefäß, in das sich sehr viel eingießen läßt, wenn man es wirklich ausfüllen will.


Johann Wolfgang von Goethe

Text & Foto PetissaPan; meine Novellen.

Elle

Immer ein wenig filigraner, mit charmant sämig zuckrig – dabei eben gekonnt luftig – verführender Leichte.

Fein und fallend hingebungsvoll, wie der Genuss ein, zweier übersüßer Aprikosen, an einem schwül warmen Sommerabend:
Das Leben lebend, zupackend, saugend, wenig zimperlich, und unsere Gedanken darüber auf der Zunge sowieso.

Und den Kopf im Nacken, während man allein, zu zweit, auf warmem Holz im Grünen sitzt, auf Wiesen, Bäume sieht, und sehnsuchtsvoll das hübsche Abendrot.

Dann den kühlen Sternenhimmel betrachtet – als Pausen dazwischen, während wir lesen,

leben,

lieben.

Live life to its fullest.


Richard Branson

Text & Foto: PetissaPan

Satisfaction

Natürlich gibt es auch Sehnsuchtsorte, an die wir immer wieder zurückkehren wollen und werden, und uns angekommen, geborgen, aufgenommen fühlen, und fasziniert – alles und jeden – neugierig aufsaugen; was nur möglich ist, weil sie uns in der Ferne, zurück in der Heimat, dann fehlen werden: diese vertrauten Fremden.

Fremd ist Heimat jedoch nie & niemals.
Ein Gefühl wie die eigene Westentasche vielmehr.
Sie ist Schutz und Liebe.
Und pure subjektive Schönheit. Und das Gefühl „Hier-bin-ich-weil-ich-genau-hier-der-oder-die-sein-kann-die-ich-sonst-nirgendwo-bin“:

Verwurzelt – verliebt!
Heimatgebettet – geliebt!

Das innere Kind weiß den Weg.

Peter Horton
Lichtentaler Allee (Baden-Baden)

Text & Foto: PetissaPan