Flamingosky

Die zauberhafte Welt der Amelie, der Bibi, Pippi, und der Petissa Pan. 

Rosarote Bubblegum-Blasen machend, mit blinzelnden Augen, gen Novemberrain. 

Und so sicher, wie jeder einzelne von uns die Wahl hat, das Kasperle der elterlichen Erziehung und der Gesellschaft zu sein oder nicht, so sicher klatschen die ungezügelten Wellen der freien See, an die davon weichgezeichneten Klippen.

Was zieh‘ ich also an? Was koch‘ ich meinem Mann?

Nichts ist so hoch, wonach der Starke nicht Befugnis hat, die Leiter anzusetzen.


Friedrich von Schiller
An der Dreisam . Freiburg

Text & Foto: PetissaPan

Jederfrau

Wenn zurückhaltend blass, das neue sonnig Gebräunt in vornehmen Schatten stellt.

Und kurvig, weich, duftig gepflegt, über androgyn und durchtrainiert steht.

Ruhe & Geisteswissenschaft, Outgoing & Daten-, Zahlen-, Faktenmenschen heute auf Augenhöhe schafft.

Selbst dann, scheinen einem die selben hübschen Sterne vom Himmel jede Nacht.

Du hast in mir den edlen Trieb erregt, tief ins Gemüt der weiten Welt zu schauen; Mit deiner Hand ergriff mich ein Vertrauen, das sicher mich durch alle Stürme trägt.

Novalis aka Georg Philipp Friedrich von Hardenberg in „Heinrich von Ofterdingen“
Paris

Text & Foto: PetissaPan

Großzügigkeit

Ein Augenblick, ein Stundenschlag, with dripping peaches: zehn Jahre sind nur ein Tag.

And it took thirteen beaches to find one empty.

Ist man noch frei, wenn man nicht sucht, will, wagt? I’m camera ready: denn hundert Jahre sind bloß ein Tag.

In the ballroom of my mind.

Und was man tiefgründig, so fragt, im Augenblick, beim Stundenschlag:

Tausend Jahre sind ein Tag.

Unser Wissen ist nichts, wir horchen allein dem Gerüchte.


Friedrich Schlegel
Baden-Baden

Text: PetissaPan, inspiriert von Udo Jürgens & Lana del Rey

Foto: PetissaPan & Gemälde: Karin Kneffel

Fuchs

Schreiben, wie die alten Russen es noch konnten: Turgenev, Tolstoi, Dostojevski. Dabei stilvoll verführend und nonchalant lässig, wie die Französinnen; mit tiefrotem Cremestift, auf unangestrengt perfekt geschürzten Lippen. Vin Blanc und Weichspüler im Glas, und eine Fluppe zwischen den perfekt gefrenchnailten Fingern: Den Stift.

Die Schrift.

Schreibe;

das Buch.

Salut und salut!

Und malen vielleicht, wie Karin Kneffel.

Kunst.

Die Kunst ist das einzig Ernsthafte auf dieser Welt. Und der Künstler ist der einzige Mensch, der nie ernsthaft ist.

Oscar Wilde
Museum Frieder Burda Baden-Baden; Karin Kneffel ab 12. Okt 2019

Text & Foto: PetissaPan

Ikonographie

Wenn man auf einer Seite dreist großzügig denkt, man sei die Norm;

und die eigentliche, bibbernd zur Menge rückt:

wen wundert da, dass eine wachsende Minderheit vermeintlich ausgleichend entsteht?

Wippe wippe, in die Mitte bitte. Und kann jetzt jeder wieder auf seinen Platz?
Sieg und Satz:

Die Mittelmäßigkeit verurteilt meist alles, was ihren Horizont übersteigt.


François de la Rochefoucauld
Blankgezogen

Text, Pic & Akt: PetissaPan

Love or leave

Von der Welt da draußen auch komplett abschalten zu können

ist bildschöne Ruhe

purer Genuß

und damit vollendeter Luxus.

Glucksend verspielt in dekadenter Alleinsamkeit.

Der Hang zum Luxus geht in die Tiefe eines Menschen: Er verrät, dass das Überflüssige und Unmäßige das Wasser ist, in dem seine Seele am liebsten schwimmt.


Friedrich Wilhelm Nietzsche
Zeit! Qualitativ – nicht quantitativ.

Text & Foto: PetissaPan

Bilderbuchenbach

Heute sitzt er im noblen Genève, könnte im besten Hotel am Platz, den teuersten Champagner trinken; inmitten dortiger dekadent vibrierender Menge.

Interessiert ihn nicht. 

Nachdem selbst das Geld als Spaßfaktor – nach den Frauen weggebrochen ist, die Freude an seinen Sportwägen ebenfalls aus den letzten Löchern pfeift, sind es allein Kontrolle und Macht ein wenig, die ihn nun noch befriedigen. 

Put on a happy face.

Joker
Freiburg im Breisgau

Die Kunst ist keine Dienerin der Menge.


August von Platen-Hallermünde

Text & Foto: PetissaPan

Eins, zwei, Polizei

Luxuriös, mondän und gebremst zurückgehalten, grummelt mein bestes Stück, tief und majestätisch, durch die schlafenden Straßen der Stadt.
Langsam. Achtsam. Ich kann ihn kaum halten. Wir wollen raus. Uns austoben.

Und die rund 400 PS zucken an jeder roten Ampel nervös unter unseren Hintern. Pure Vorfreude. Und Randy Andy juchzt und jault vor Freude spontan auf, als wir die letzten Häuser der Stadt hinter uns lassen.

Autobahn, linke Spur: hier sind wir!

Das Leben ist nicht gerecht, und für die meisten von uns ist das gut so.


Oscar Wilde
„Die Halde“ Oberried, Breisgau-Hochschwarzwald

Text & Foto: PetissaPan