Lucien

Bei all den toughen und tiefgründigen Themen in der vergangenen Zeit, darf der Schabernack auf meiner Seite nicht zu kurz kommen. Niemals! Dafür steht PetissaPan und ich mindestens genauso sehr – wenn nicht noch mehr. Manchmal mag ich nicht querdenken und für Gutes motivieren. Manchmal mag ich mich einfach treiben lassen, mit all meinen frechen Flausen im Kopf, Träumen und Gedanken.

Also ihr Lieben: aktuell date ich Lucien und ich bin hin und weg.

Eine Schönheit ist er wahrlich nicht, eher ein ganz schräges Ding. Und Himmel, Männer müssen weiß Gott keine Schönheiten sein. Frauen überhaupt? Bei denen kommt wahre Schönheit doch auch von innen… Und Männer machen andere Dinge interessant. Ein tiefes schönes Herz, ziehe ich einem glatten rasierten Gesicht schon immer vor.

Lucien also, ist ein Vogel. Aber was für einer: Ich bin im Paradies! Optische Perfektion finde ich furchtbar langweilig und lasse mich glücklich fallen, indem ich die Augen schließe, – seine liebenswerten, wie auch erotischen Schönheitsmakel in meinen Gedanken, während seine Stimme meine Seele gekonnt streichelt. Bezaubernde Melodie und ich bin selig, sein großer Fan.

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Mein charmant-eleganter großer Verführer.

Spitzbübisch und außergewöhnlich gewagt. Und nicht mal selbst zu rauchen bräuchte ich bei ihm – was ich ohnehin nicht tue – denn Lucien: der raucht für Fünf.

Er beamt mich in eine länger vergangene Zeit. Nicht in die der Dinosaurier, sondern die der aufregenden 70er Jahre. Und das auch noch in Paris. Ich bin doppelt bis vierfach verliebt. Das ist wie Maccarons und Eclair zusammen. Pistazie und Vanille und die himmlisch ölig-cremige Schokolade bei Ladurée zum Croissant. Zu Monét und Chagall … Ich verliere mich …

Ladurée, Lucien, l’amour, je t’aime, Brigitte Bardot und der Chanson.

Also gut, es ist Serge, der ja eigentlich Lucien heißt – Gainsbourg also – von dem ich zuletzt den Film über sein heroisches Leben gesehen habe und “My Lady Héroine” bei mir hoch unter runter läuft, während ich mich durch seine 2009 veröffentlichte Biografie genieße. Wunderbar!

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Serge Gainsbourg by Jean d‘ Hugues 1968

Manchmal frage ich mich, wer und wieviele uns, – auch mir – in 10, 15, 20 Jahren noch bleiben, von den ganz großen Künstlern, den Einzelstücken, den Einhörnern, all denen, die ich so verzückt anschwärmen will. Vielschichtig, inspirierend vielsagend, charmant provokant.

Von denen fehlen ohnehin schon so sehr viele. Und eine wehmütige Verzweiflung macht sich breit, die ich an einem gelebt-geliebten Wochenend-Abend, bei einem Glas warmer Milch und dazu einer Schachtel feiner Pralinen, oder Eggnog über sahnigem Vanille- oder Schokoeis, auch gerne mal melancholisch ausleben und betrauern mag. Jaa, darin bin ich so richtig gut. Weil’s Spaß und pure Freude macht.

Dann denke ich an Mick Jagger, für den ich – für manche unverständlicher Weise – auch eine große Schwäche habe. Er wurde vergangene Woche auch schon 74 Lenze alt.

Jagger’s Biografie war das erste englischsprachige Buch überhaupt, das ich gelesen habe und sein Video zu “Start me up” bringt mich schwungvoll und amüsiert in einen Tag, an dem ich mich etwas lahm fühle. Also, ich würde mich schon als große Verehrerin, im Sinne von bewundernd fasziniert bis herrlich belustigt von ihm beschreiben. Von Genie bis Knallkopf: alles dabei. Und so lasse mich von “Anybody seen my baby” bis zu “Hard woman” ein.

Aber Jagger zelebriere ich am liebsten wie er mal war. Der Gute ist immerhin Mitte 70, damit fast so alt wie mein Vater und ich geniesse es, Männer attraktiv zu finden, die sich altersmäßig etwas näher der Mitte, zwischen meinen Brüdern und 76 befinden.

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Mick Jagger bbc.co.uk

Mit größerem Schrecken stellte ich auch gerade fest, dass überhaupt keiner meiner selbstgewählten Mentoren und -innen jünger als 60 Jahre ist. Vielleicht sollte ich mir zumindest ein, zwei jüngere suchen. Um mich wohler zu fühlen? Auf “Nummer Sicher” zu gehen? Sollten wir das alle, oder habt ihr wen?

Seit längerem gibt es da eben auch meinen “Inselgott”, Soul Mate und Namensvetter, – den erfolgreichsten Peter Pan aller Zeiten: Branson. Und der ist vor ein paar Wochen 67 geworden.

Nun mag das Leben im Schlager mit 66 Jahren anfangen… Trotzdem mache ich mir Gedanken. Was kommt denn aktuell wirklich richtig Gutes, einzigartiges, unvergleichliches, schamloses, zugleich niveauvoll Künstlerisches noch nach? Auch in anderen Bereichen: Eine Oprah und eine Lagarde haben die 60 mittlerweile bereits hinter sich gelassen.

Oder ist es so, dass Mentoren erst im höheren Alter als solche wahrgenommen werden, da sie in jungen Jahren noch nicht so viel zu sagen hatten, die positiven Erfahrungen – aber vor allem auch die Rückschläge, aus denen sie gelernt haben, fehlten?

Nun ist Gainsbourg allerdings kein Mentor. Aber ein so großartiger wie wilder Künstler seiner Zeit. Ein Vorreiter und Hochhalter.

Holla die Waldfee, wie doch die Zeit galoppiert.

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Gainsbourg & BB

Und während ich verzehrend liebend an meinen “alten” Lieblingen festhalte, realisiere ich, dass Gainsbourg schon seit 16 Jahren nicht mehr unter uns weilt. Er wäre heute bereits 89: der französische Stern mit den russisch-ukrainischen Wurzeln, der wunderbar-sexy Stimme, den klebrigen Augen, der übergroßen Zunehmender-Mond-Nase und den aufgestellten Segelohren. ( Habe ich schon mal erwähnt, dass ich eine Schwäche für abstehende Ohren habe? Nun wisst ihr es! )

Gainsbourg, so wunderbar bereichernd, dass er Tage wie Abende versüßen kann:

Lola rastaquouere – Beim Wäsche bügeln …
Comme un boomerang – Um sich vom täglichen Wahnsinn abzuregen …
Sea Sex and Sun – Wenn wir im Cabrio, die Hitze und Enge der Großstadt hinter uns lassend, ans Meer brausen …
69 année érotique – zum Wegträumen “Eine knallrote Birkin Bag an unserer Hand und wir an der Strandpromenade von Nizza.” …

Was ich an dem Film übrigens so schön fand: Typisch französisch mit seiner ganz eigenen Art von wunderbarem Humor und so gelungenem Charme.

Ich mag ihn. Lucien. Sein heroisches Leben. Und vielleicht sind alle Träume nur Erinnerungen.

 

A little respect

Vor ein paar Tagen habe ich einen wirklich schönen Artikel gelesen: “Wie du respektvoll mit Menschen umgehen kannst, die du nicht magst” von Till Eckart, veröffentlicht bei der ze.tt.

Vorab: Es ist völlig normal, dass wir nicht jeden Menschen gleich gern haben und es auch welche gibt, die wir so gar nicht leiden können.

Allein damit gekonnt umzugehen ist die Kunst, und das ist mitunter gar nicht so leicht.

In diesem Artikel, ging es darum, wenn wir “negative Schwingungen” erkennen, bei Menschen, die wir erst gerade kennenlernen.
Das mag bei manchen so sein. Also, dass es Antipathie auf den ersten Blick ist. Bei anderen hingegen dauert es etwas länger, bis sich das herauskristallisiert.

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Bei mir kommt es auch erst deutlich später, denn ich fühle weder Antipathie noch Liebe auf den ersten Blick. Zumindest nicht bei Menschen. Bei Tieren und tollen Plätzen habe ich das hingegen schon erlebt. Aber sonst? Ich mag erstmal jeden. So war ich schon immer und so bleibe ich vermutlich immer. Ich bin offen und sehr interessiert und neugierig an jedem neuen Gegenüber.

“Wie ist der/die wohl so drauf, was macht sie/ihn aus, wofür steht sie/er, ist sie/er echt – sprich authentisch, könnte das was werden mit einem näheren Kontakt, und ganz wichtig dafür: haben wir ähnliche/dieselben Werte?”

Und langsam, nach & nach beginnt, deutlich später also als direkt beim ersten Kennenlernen, dass ich Sympathie und Begeisterung für einen Menschen, bis hin zu Antipathie & Nicht-Mögen entwickle.

“Tja, woher kommt das? Und danke, ich bin trotzdem normal!”

Denn so weit kommt es bei jedem früher oder später. Das ist der Moment, in dem wir realisieren, dass wir da einen Menschen in unserem Umfeld, in unserer Familie, in unserer Clique, in unserem Betrieb haben, mit dem wir so wenige anfangen können, dass wir ihn nicht leiden mögen. Schlicht und einfach: genau so! Da gibt es keinen Hass, keine Gemeinheiten, sondern einfach nur unsere Nichtpassung.

Wir Menschen sind eben so verschieden und haben so unterschiedliche Sichtweisen, Werte, Geschichten und andere Hintergründe, dass dies völlig normal ist. Wir können gar nicht jeden mögen, lieben, ihm um den Hals fallen oder von ihm schwärmen, schon alleine deshalb nicht, um uns selbst treu zu bleiben, sich nicht zu verbiegen – uns nicht selbst zu verraten.

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Vor vielen Jahren hat einmal ein Kollege, den ich sehr gerne mochte, zu mir gesagt, dass ich noch so nett reden könne, man würde es mir sofort ansehen, ob ich jemanden mag oder nicht. Er sprach über einen anderen Kollegen, den ich tatsächlich nicht mochte, kannte mich und lag richtig damit.

In der Folge dachte ich darüber nach, wie ich es anstellen könnte, einem Menschen ein gutes und faires Gefühl zu geben, wenn ich ihn nicht mag. Was ja nicht selten auf Gegenseitigkeit beruht und selbst wenn nicht: absolut legitim ist. Ich realisierte, dass es falsch ist, einem Menschen nicht den gebührenden Respekt entgegen zu bringen. Es lag daran, dass ich damals zu einem Werten, im Sinne von Verurteilen, neigte. Und das wollte ich in Zukunft besser machen. Meine Werte sind schließlich nicht der Nabel der Welt, sondern nur meine “Sonne” um die ich mich als Wesen drehe und nach denen ich strebe.

Mein Weg wurde der, dass ich versuche – und es gelingt mittlerweile fast immer – Respekt für für mich schwierige Menschen und deren Weltanschauungen, deren Tun zu zollen, indem ich auch hier neugierig und weiterhin offen bleibe und deshalb freundlich bin. Dabei aber stets reservierter und distanzierter bleibe, einfach, weil es nicht passt.

Und weil die Welt zu schön ist und voller Menschen, als dass ich/wir Zeit mit welchen verbringen möchten, die in mir/uns irgendetwas triggern.

Denn so ist es doch: Die Aktion eines anderen löst in jedem von uns eine Gegenreaktion aus. Seine Energie setzt in uns irgendetwas frei. Sei es etwas so Wunderbares, dass wir ihr/ihm am liebsten um den Hals fallen möchten, oder ein so negatives Gefühl, dass wir ihr/ihm stattdessen gerne an die Gurgel springen würden.

Menschen, bei denen wir spüren, dass sie uns keinen Respekt entgegen bringen und uns gar zu provozieren versuchen, wann immer dies möglich ist, gibt es selbstverständlich auch. Dann noch Werte habend, die die meinen mit Füßen treten: Furchtbar! – Im ersten Moment. Denn dann sehe ich es als Herausforderung an, noch mehr an mir zu arbeiten, dem anderen gegenüber zu experimentieren und im Jetzt für die Zukunft zu lernen.

Und das ist toll, weil uns jede Challenge im Leben weiter bringt und uns besser macht.

Es gibt dazu eine ganz simple Aussage:
Dass wir uns anderen gegenüber immer genau so verhalten sollten, wie wir es uns wünschen, dass wir selbst gerne behandelt werden. Und wenn wir das nicht tun, dass unser negatives Verhalten Energien freisetzt, die irgendwann im genau gleichen Maße zu uns zurück kommen. Bis wir es gelernt haben: Ein respektvolles Miteinander ohne Respektlosigkeiten, Provokationen, falsche Gerüchte in die Welt zu setzen. Liebe!

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Was ich im Leben gelernt habe ist, dass jeder Mensch Respekt und Wertschätzung verdient. Alleine schon deshalb, weil wir seine Geschichte und seine Intension nicht kennen. Jeder mag & darf seine ganz eigenen Werte haben, die ihn zum Freund und Partner, in dem für ihn richtigen Umfeld, machen.

Was ich auch gelernt habe, und da bin ich heute längst nicht mehr so geduldig wie noch vor fünf Jahren: Dass ich nicht jeden Menschen in meinem näheren Umfeld tolerieren muss. Und das ist gesund und Selbstliebe.

Für mich ist das ein bisschen so wie mit Babys oder Kindern: Ich mag Babies und Kinder. Sie sind so wunderbar erfrischend und wir lernen viel, durch und mit ihnen. Ich möchte allerdings keine eigenen und bin sehr glücklich darüber, dass ich nach ein paar Stunden “Bye bye sagen“ und „Bussi geben“ darf, ohne das Kleine nach Hause, zum Sport, zur Arbeit, in ein tolles Restaurant zum Essen mitzunehmen.

Und so können wir das auch mit Menschen ab und an handhaben, die wir nicht mögen: Wir können die Zeit, die wir zwangsläufig mit ihm umgeben sind interessiert beobachten, uns selbst reflektieren, warum und wieso uns der andere wo zwickt, respektvoll und freundlich sein und unsere besonderen Highlights, unsere gewünschte Freiheit, dann ohne diesen Menschen verbringen.
Das tut ihm und uns gleichermaßen gut.

(Zugegeben, die Sache mit den Babies ist ziemlich schlechter Vergleich. :-))

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Und was ich noch gelernt habe: Es wird immer Menschen geben, die dich nicht mögen – sogar welche, die dich respektlos zu behandeln versuchen oder es sogar tatsächlich tun.
So lange solche Menschen nicht meine Grenzen überschreiten deale ich wie folgt damit: Oft aus dem Weg gehen, manchmal bewusst lernen wollen und dabei immer freundlich sein: Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass genau die Menschen, die sich mies und unfair verhalten die sind, die Freundlichkeit und Herz am nötigsten brauchen.

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„Verhalte dich anderen gegenüber einfach genau so, wie du selbst auch behandelt werden möchtest.“

 

Lieber Stalker …

Lieber Stalker,

denn, obwohl ich dich seit circa einem Jahr nicht mehr als solchen ansehe und empfinde, rein rechtlich gesehen bist du es.

Stalker sind unglückliche Menschen, die Unglück in das Leben anderer bringen.

In diesem Monat ist es vier Jahre her, dass wir uns getrennt haben. Und seit diesem Juli im Jahr 2013 lässt du nicht eine Woche aus, um dich nicht irgendwie in mein Leben zu spielen. Manchmal täglich. Auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen.

Du denkst an mich – deswegen soll ich das gefälligst auch.

Dazu nutzt du deine bemerkenswert hohe Intelligenz (IQ 147?), deine Skills (IT und was weiß Gott noch alles) und deine eigenen Mitarbeiter in deinen (vier?) Firmen.
Wie alt bist du jetzt, lieber J. Fr. P. S., 56 Jahre alt? Und wie sieht es mit deinem Kontostand aus? Millionen oder bereits Milliarden?

Und nein, du stalkst mich nicht wegen verschämter Liebe und daraus resultierender Sehnsucht und verletzten Gefühlen. Das war es vielleicht anfangs kurz. Heute stalkst du nur noch aus deiner Lust an Macht und Kontrolle heraus, welche auf bösartiger Rache basiert. Nicht zu vergleichen mit meiner Vorliebe für kreativen frechen Unfug, den ich so mag.

Du lebst ein privilegiertes Leben: Mehrere Sportwägen von denen viele träumen und so nebenbei noch dem Pilotenschein mit eigenem Flugzeug. Du bist befreundet mit dem ehemaligen Oberschlumpf des Bundesgrenzschutzes (heute Bundespolizei; damit meinem Ex-Arbeitgeber). – Dem Star von Mogadischu, dem du mich 2013 auch vorgestellt hast. Du kennst Stars und Sternchen wie Heidi Klum, ihren Papi, Michelle Hunziker, Carsten Maschmeyer und eine Menge der deutschen und internationalen A-Prominenz persönlich, da du deren Security Berater bist oder warst. Mit Lana del Rey gehst du gelegentlich im Pazifik schwimmen. Auch ihre Security hast du übernommen, in genau dem Jahr, in dem wir uns getrennt haben.

Für Schutz steht also eine deiner großen Firmen. Sogar zwei, nicht? Denn eine Zweite ist deine Detektei. Und trotz allem, was dir an enorm großem Glück und reichtumsbringendem Erfolg die vergangenen 10 Jahre zugespielt wurde: Du läßt mich nicht los. Seit über vier Jahren bereits. Einen besseren Garanten dafür, dass großer Reichtum allein eben nicht glücklich macht, gibt es für mich nicht.

Wahren Reichtum hat nur der, der ihn in sich trägt. Unabhängig von materiellen Gütern und Bestätigung von außen.

Geschickt hast du dich in die Beziehung von mir und meinem Ex An. G. M. gespielt. Uns gegeneinander auszuspielen und aufzuhetzen versucht und es bei ihm geschafft, ihn manipuliert und so weit gebracht, dass er dir sämtliche intimsten Details und Privatsachen aus unserer Beziehung an dich weitertratschte, alles verraten hat. Das, was du danach genutzt hast, mich bloßzustellen und mich zu verletzen.

All the things that hurt you, actually teach you.

Nun, heute zieht das alles nicht mehr. Auch die Handys und PC’s einer Angela Merkel, anderer Politiker, Wirtschaftsbosse und weiteren Mittelständlern werden gehackt. Meine Gefühle und Verletzungen, die von euch beiden ausgegangen sind, habe ich vor einem guten Jahr endgültig begraben.

When a man hates himself, he takes it out on the woman who loves him. Always remember this.

In diesem Hinblick habe ich euch beide geheilt, was? Jahrelang habt ihr euch als die großen Verführer präsentiert. Monatsweise mit den heissesten Frauen – fröhlich wechselnd – an euren Seiten. Dann ward ihr mit mir zusammen und danach seid ihr nun endlich wieder mal tiefgehend verliebt und beide, seit dem Monat unserer jeweiligen Trennungen, noch mit derselben Frau glücklich liiert bis heute. Dafür dürft ihr mir dankbar sein. Denn irgendetwas habe ich in euch bewegt.

Fight for rights

Stalking steht in der deutschen Strafverfolgung leider aber noch ganz am Anfang. Es ist schwer es nachzuweisen und einem Profi wie dir sowieso. Beim Anwalt war ich schon für Tipps und Infos und sammle seitdem fleißig und ziehe die Infos offline.
Stalking soll nicht totgeschwiegen werden. Der erste Schritt ist damit an die Öffentlich zu gehen. Dies rate ich allen die davon betroffen sind. Und das ist auch der Rat der Rechtsanwälte die sich bei Stalking einsetzen. Das auch, um dem Stalker zu helfen, der einem Trieb unterworfen ist. Und zwar so früh als möglich.

Diesen Zeitpunkt habe ich vor drei und vier Jahren leider verpasst. Ich war mit anderen Dinge beschäftigt: Beruflicher wie privater großer Trouble und Lösungssuche, Umbruch, Veränderungen, neuer Lebensweg, dann Umzug, etc.. Das hätte ich aber wissen müssen, aus meiner langjährigen Laufbahn als Polizistin und das weiß ich heute, nachdem sich in den ganzen vier Jahren nichts geändert hat.

Du wußtest damals wann ich wo war und was ich mit wem schrieb. Und vermutlich weißt du das auch heute. Regelmäßig nämlich, versorgst du mich noch heute mit Informationen über mein aktuelles Leben und Umfeld. Dies ist dein Eingriff in mein Privatleben, an dem sich nichts geändert hat. Völlig egal dabei, wie ich mit dieser Geschichte umgegangen bin. “Ignorieren” hat man mir geraten, und “bald würdest du damit aufhören”. Hast du nicht.

Ich habe nach zwei Jahren ein Buch unter Pseudonym über die ganze Geschichte geschrieben. Nicht völlig wahrheitsgetreu und der Phantasie damit Spielraum lassend, aber doch als “Meine Seite der Geschichte” und um gemeinsame Bekannte wachzurütteln. Brachte nichts. Du bleibst dran. Und falsche Freunde waren weg.

I’m making changes in my life. So if you don’t hear from me then, you are one of them.

Nun ist das wieder zwei Jahre her und was machst du: Es vergeht kaum ein Tag an dem ich die Nachrichten auf meinem Blog checke und du mir nicht geschrieben hast. Manchmal einmal, manchmal bis zu 15 Nachrichten. An einem einzigen Tag. Gut, du schreibst gern. Das weiß ich noch aus den Stunden, die wir zusammen verbracht haben. Und du quälst gern.

Wie hast du dich mir einmal nach der Trennung beschrieben? Als maligner Narzisst. Und ich hatte damals das selbe Mitgefühl für dich, wie ich es heute für dich habe. Ganz egal was du tust. Nur zwischendurch war dieses Mitgefühl auch mal weg.
Ein maligner Narzisst also. Das ist jemand der physisch oder/und psychisch dominant, bösartig und zerstörerisch ist. Der Freude daran hat, wenn er anderen zusetzt und es diesen Leuten schlecht geht. Und das nicht spaßig und in beidseitigem Einverständnis wie bei „Fifty Shades of Grey“ in unserem Fall.

Ich weiß auch, dass du dich damals bereits damit profiliert hattest, über all die Leben deiner Exfreundinnen Bescheid zu wissen. Was ich äußerst befremdlich fand. Deine Aussage, „du seist von der Maus (eine ähnlich Kindheit wie die meine) zur Ratte geworden“, finde ich verwerflich. Niemand muss vom Opfer zum Täter werden. Du bist stolz darauf, oder kannst es nicht anders.

How you treat others is how you really feel inside.

Auch deine schnelle unverständliche Kränkbarkeit: Typisch Narzisst.

Nun schreibe ich noch in einigen anderen Portalen, als nur auf meinem Blog und betreibe dort sehr aktiv Networking. Was machst du? Du nimmst dir tatsächlich die Zeit immer mal wieder einen Beitrag dort zu veröffentlichen, bei dem ich nach wenigen Zeilen, die ich interessiert lese – denn du schreibst gut – erkenne, dass es unsere Geschichte ist. Mal wieder. Deine Nachrichten hier lese ich nicht mal. Ein Blick genügt, speichern, löschen.

Inzwischen bin ich hin und hergerissen zwischen es fraglich, merkwürdig oder gar amüsant zu finden.

Was ich sehr befremdlich fand, war dein Privatdetektiv – einer deiner Mitarbeiter, der monatelang immer wieder um mich herumgeschwirrt ist, bevor er sich mit den Worten “Dass er nun wieder nach Berlin gehe, seine Wohnung allerdings hier behalten würde”, verabschiedete.

Menschen, denen ich von dir erzählt habe, fanden dich teils gruselig. Oder sie fanden mich unglaubwürdig. Skurrile Geschichte, was?
Heute habe und in Zukunft werde ich ausschließlich nur noch Leute in meinem engeren Kreis haben, die mit dieser ganzen Angelegenheit so in der Lage sind umzugehen, wie ich es bin.

Cutting people out of my life does not mean I hate them. It simply means I respect me.

Akzeptierend. Stark. Glaubend. Und ein geiles Leben lebend, von dem du einfach nicht lassen kannst. Dein Stalking gehört heute zu mir wie eine chronische Krankheit zu einem Erkrankten, oder eine neue Herausforderung, mit der man dealen und umgehen lernen muss. Das musste ich nämlich. Und dazu habe ich gute zwei Jahre gebraucht.

Es gab da diesen Spruch, den ich bis heute nicht verstehe, da er vermutlich mit meinem Wertesystem kollidiert: “Frau muss erfolgreich mit erfolgreichen Männern schlafen um irgendwann einen erfolgreichen Mann abzubekommen.” Einen größeren Mist – oder sagen wir: eine flachere Angelegenheit gibt es meiner Meinung nach nicht im Reich der Liebe. Denn mit Liebe hat dies herzlich wenig zu tun.

Wie hat mich AnGM bei unserem dritten Treffen lügend und clever doch noch geködert, nachdem ich ihm nach unserem zweiten Date abgesagt hatte, da ich mich als die mögliche Trophäe eines alternden Playboys ansah? “Wer den Putzfrauen in seiner Firma nicht mit dem selben Respekt entgegen treten würde, wie den Managern, den würde er feuern“. Damit hat er Eindruck gemacht und ich das Dating mit ihm wieder aufgenommen.

„Who hurt you?“ „My own expectations.“

In den vergangenen Jahren habe ich so sehr, wie noch niemals zuvor erlebt, wie wichtig wahre Freunde sind und wie unwichtig falsche. Und für diese Erkenntnis bin ich sehr dankbar.
Ich bin stark, dabei absolut frei geworden – von Meinungen anderer heute gänzlich unabhängig, bin auf einem guten Weg und kenne mein Ziel. Auch dafür bin ich dankbar. Und ich brauche keinen “Fels in der Brandung”, allerdings will ich auch keine schwachen und negativen Persönlichkeiten in meinem direkten Umfeld, mehr. Mein Fels bin ich mir inzwischen selbst. Mein Leben ist tough, kunterbunt, sonderbar-wunderbar. Und:

I have been fighting since I was a child. I’m not a survivor I’m a warrior.

Manche, und das ist die ganze Wahrheit, überleben eine Kindheit wie wir sie hatten nicht. Und das wird sich eines Tages ausbezahlen. Für mich. So, wie es sich das für dich bereits hat. Wir sind beide Spätzünder. Auch deine Karriere begann erst mit Mitte/Ende 30/ 40.

Ist es das, warum du nicht davon lassen kannst, meine Accounts zu hacken und in meine Privatsphäre einzudringen? Neugier?
Unberechtigt und sinnlos. Denn ich akzeptiere dich, nach allem was war, nicht mehr als Teil meines Lebens. Dein Schnüffeln und Festbeissen stört mich nicht. Nicht mehr.

I have a limit and if you reach it I dismiss you from my life. It’s that simple.

Was ich allerdings habe, ist einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Aus diesem Grund bin ich damals Polizistin geworden und denke heute viel über das Anwaltswesen nach. Der Film “The devil’s advocat” lässt mich jedoch gelegentlich grübeln und aufhorchen. Mit Eitelkeiten kann ich schwer und will ich nicht. Eitelkeiten, Ansehen, Verehrung: Die Stichworte für deine und AnGM’s Persönlichkeiten.

Was du tust, lieber JFrPS, ist im Hinblick auf Grenzüberschreitung höchst bedenklich: Hacken, stalken, verleumden.
ICH war und bin nichts von dem was du über mich anderen erzählt hast. Und DU trägst eine Facette in dir, von der “deine Leute” nichts wissen. Oder nichts wissen wollen. Aber:

A lie doesn’t become truth, wrong doesn’t become right, and evil doesn’t become good, just because it’s accepted by a majority.

Ja, ich weiß, genau dieses Gutmenschentum hasst du so an mir. Meine Werte, meine Güte, alle Menschen bis zu einem gewissen Punkt gleich zu behandeln. – Immer für Schwächere einzustehen, Lügner, Fieslinge und Heuchler gekonnt zu umgehen und wenn es unvermeidlich wird deutlich und offen anzugehen.

Oder was AnGM an mir nicht mochte: dass mich sein Geld und Status nicht beeindrucken konnten. Ich mir stattdessen gewünscht hätte, dass er sich damit für soziale Gerechtigkeit und soziale Zwecke einbringt. Wonach ich dich genauso befragt hatte. Genießen und Luxus: prima und ganz toll! Genau meine Welt. Und als Gegensatz dazu: helfen bitte!! Immerhin einer von euch unterstützt inzwischen eine Hilfsorganisation für Menschenrechte.

Never be afraid to raise your voice for honesty and truth and compassion against injustice and lying and greed. If people all over the world would do this, it would change the earth.

Tja, so bin ich, war ich und bleibe ich.

Mein Wunsch für dich, lieber JFrPS ist, dass du endlich (nach vier langen Jahren) mit mir und unserer Geschichte abschließt. Du hattest direkt nach mir deine neue Freundin mit der du heute noch liiert bist. Ich habe euch zweimal zusammen gesehen und finde, dass ihr ein schönes und glücklich wirkendes Paar seid. Und, auch typisch für einen gefährlichen Narzissten: Um eine Person sehr lieben zu können, müssen sie eine andere Person in dem gleichen Maße hassen. Und für dich bin ich diese Person.

Vielleicht weil ich der letzte Versuch für dich war, nachdem du nach über einem Jahrzehnt endlich mal wieder in einer langjährigen Partnerschaft bist. Vielleicht weil ich einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort war. Vielleicht weil du mein ganzes Wesen und meine Werte zu nett findest. Vielleicht weil Frau mit einem Mann wie dir nicht Schluss machen „darf“. Vielleicht weil du einfach gefährlich bist. Maligner Narzissmus nämlich, ist kaum zu therapieren.

Sicher ist, dass du besessen von mir bist. Anders kann man das nach 4 Jahren nicht mehr bezeichnen. Vor 2 1/2 Jahren trat ich auf dich zu und wollte Frieden und vergeben, was du bis dahin bereits schon angestellt hattest. Das wolltest du nicht. Vergeben habe ich dir trotzdem. Um meinen Frieden zu finden. Und was ich sonst noch tue: Dies als weitere Art eines „Warnschusses“ senden (wie das Buch vor zwei Jahren über dich).

Your first mistake was thinking that I’m one of your sheep.

Sollte sich bis in zwei Jahren nichts an dem was du tust ändern, komme ich wieder, sanft, aber: An die Öffentlichkeit. Noch deutlicher. Noch direkter. Und irgendwann reichen meine Beweise aus und du machst einen Fehler. Such dir Hilfe. Gewollt, bewusst, wo ein Wille ist ist ein Weg. Denn unter deinem Stalking, diesem Trieb, leidest heute nur noch du selbst.

When you are truly at peace, nothing anyone does or says bothers you. You’re so in touch with yourself that negativity can’t even touch you.

Herzliche Grüße, Cl.J.St.

 

Wahre Schönheit

Eleganz hat viele Gesichter und ist sehr viel vielseitiger als nur „Businesskostümchen und Pumps“ und gut ist. So dachte ich nämlich früher, sehr grün hinter den Ohren, über Eleganz.

Insbesondere die Französinnen verstehen herrlich viel von Stil und können eine wunderbare Inspiration sein: Stets gekonnt lässig mit einer Prise Imperfektion… Besonders schön, weil es das Schöne besonders macht… Elegante Hingucker, nonchalant!

Ich mag den verstrubbelten Look einer Caroline de Maigret und die Pureness so vieler Madames, die mir in meinen Pariser Stunden begegnen. Frankreichs Damen müssen ihren Style doch mit der Muttermilch aufsaugen! In die Wiege gelegt bekommen. Ich liebe ihn, studierte ihn, lese darüber und wünschte mir noch immer ein großes Fitzelchen mehr dieses herrlichen Fingerspitzengefühls.

Eleganz – rein optisch betrachtet – umweht immer eine Prise Understatement. Das Französische, was ich mit dem englischen “pureness” beschreibe. So spektakulär unaufgeregt und ungekünstelt und sich stets charmant im Hintergrund haltend. “Stilles Wirken” könnte man dazu vielleicht sagen.

Und Eleganz ist so fantastisch viel mehr, als sich allein darüber zu definieren, was wir an unseren Körpern tragen.

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Eleganz: nie aufdringlich, schwelgt nicht in Aufwand und Luxus (obwohl die Klamotte durchaus sündhaft teuer sein kann) und trägt dennoch und unbedingt eine gekonnt raumerhellende Portion Raffinesse.

Die Mode trägt unsere Persönlichkeit… das innere Leuchten der Trägerin nach außen. Tuend unaffektiert. Und das funktioniert nur, wenn wir nicht nur EINEN, sondern UNSEREN Stil präsentieren. Einen, der sich derart gelungen an den eigenen Körper, das eigenen Körpergefühl und das eigene Wesen schmiegt, dass Frau richtiggehend eins wird: mit ihrer gewählten Garderobe, den Accessoires, Haaren, Hüten…

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Doch nur, weil dies nun alles Attribute sind, die eine Perfektion nicht verlangen, haben fettige Haare, abgeblätterter Nagellack und zu viel Haut, die Frau zeigt, so wenig mit Eleganz zu tun, wie ein Goldfisch im Glas mit den Weiten des Ozeans. Nüscht!

Eleganz ist nämlich immer topgepflegt: Geduscht, gebadet, beduftet, gepampert, sanft geschniegelt und gebügelt, um sich anschließend gewollt zu verwuscheln. Im Reinen sein: Rein die Kleidung – rein der Geist. Herrlich spirituell heute, was? Nö, bei Eleganz gibt es keinen Bruch im Gesamterscheinungsbild zu finden. Der Bruch ist trotzdem da: er ist die Prise gewollt zerzaustes – dabei verführerisch scheinendes, lecker duftendes – Haar. Oder der ein, zwei Nummern bewusst zu groß gewählte Blazer.

Elegant empfinde ich leise weise Reife. Was mich betrifft eine, die ich mir mühselig erarbeiten musste und noch längst nicht an jedem Tag hinbekomme. – Aber vielleicht auch gar nicht immer hinbekommen & leben möchte.

Klar, Mode soll uns Spaß machen.

Und vor 15 Jahren hatte es sogar überhaupt nichts mit Stil und Eleganz zu tun, was ich da so präsentierte: Anfang 20 und ich wollte meinen durchtrainierten athletischen Körper zeigen und den Mädels und Jungs ein bisschen den Kopf damit verdrehen. Davor gab es auch längerfristig eine Zeit lang meine Markenphase, in der ich mit meiner bevorzugten Lieblingsmarke als wandelnde Litfaßsäule unterwegs war. In Hoodies, BoyfriendJeans und dergleichen.

Etwas peinlich. Aber es waren die 90er.

Heute habe ich weder noch meinen Sportlerbody, noch das Bedürfnis oft shoppen zu gehen. Nur wenn ich ein Teil sehe, von dem ich denke, das ich es in mindestens fünf Jahren auch noch tragen werde, schlage ich zu. Manche Teile, die in meinem Schrank hängen – und das verspreche ich – werde ich für immer tragen.

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Im Iran habe ich gar die Erfahrung gemacht, dass selbst Frauen, die bis auf das Gesicht gänzlich figurverbergend verhüllt sind, Eleganz und Aura ausstrahlen. Wunderschön und geheimnisvoll.

Elegant ist auch ein wunderbar aufrechter Gang, gerade Rücken, Stolz, Füße die fest auf den Boden treten, ein offenes Lächeln, Selbstbewusstsein und Souveränität. Ruhe und Tiefenentspanntheit auszustrahlen. Reife und sich selbst zu mögen – nicht nur das neue T-Shirt das wir tragen.

Ist Eleganz denn immer nur gedeckte Farben und echte Klassiker zu tragen?

Oder kann Eleganz auch Kanarienvogelgelb, Pink und Rosenrot, Mustermixe, Pastellexplosionen, Blumen-Super-Trouper-Alloverprints, Rückendekolletee, blauen Nagellack, einhornbuntes Haar, halbdurchsichtige Negligees über BH zu SkinnyJeans, Blumenkranz im Haar, Sneakers, Jogginghosen, schmucklos, Flamingodrucke, giftgrüne Socken, goldfarbige Highheels, Blumenmuster auf beigen Feinstrümpfen, Swatch-Watch und Caprihosen… ?

Das überlasse ich ganz euch.

Am treffendsten, was Eleganz angeht, ist nämlich diese simple Aussage:

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So eine lange Schreibe also, für einen so wunderschönen wie kurzen Sinn: Es sind die inneren Werte, die zählen und schön und herrlich elegant machen. Zu unserem dazu passenden, bedacht gewählten und gepflegten Äußeren dazu.

Zwei für einen

Für jeden unglücklich geplatzten Traum – der wie eine schön schillernde Seifenblase in der Luft zerplatzt und damit verschwunden ist – sollten wir uns einen neuen Traum suchen. Mindestens. Besser noch, wenn wir uns sogleich zwei neue wunderschöne Träume für uns suchen.

Träumen kostet nichts – außer etwas Zeit vielleicht – und tut so gut.

Träume zu haben ist eine der schönsten Weisen, einen gesund fröhlichen Optimismus zu leben und sich selbst zu Taten zu motivieren: Wir schüren spürbar Vorfreude damit und diese lässt uns morgens quietschvergnügt und früh aus dem Bett hüpfen, uns Pläne machen, darauf hinarbeiten, Aktionismus in Bewegung setzen.

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Ein Traum? Wunderschöne Natur!

Mein Traum für diesen Sommer war Irland. Darauf hatte ich mich bereits länger gefreut: Dem Großstadttrubel hier zu entkommen und den ganzen Sommer über, am dortigen Atlantik zu verbringen, den herben Wind, die salzige Luft und das satt-grüne Gras zu inhalieren und zu genießen.

Ich träumte und schwelgte in Sehnsucht von viel purer Natur, von zahlreichen Spaziergängen entlang herrlicher Küste und beeindruckenden Klippen und davon, durch den Sand am Strand – zu Pferde oder Pony – galoppieren, zu fotografieren und zu schreiben.

Es wäre dabei jedoch ganz und gar nicht nur die Seele bezaubert baumeln lassen gewesen. Überhaupt nicht. Ich hätte dort auf einer Farm für einen irischen Bauern (Eamonn) gearbeitet. Direkt an der Küste, im Süd-West-Zipfel Irlands. Der Deal war: meine Arbeit gegen freie Kost und Logis.

Meine Aufgaben wären fünfmal wöchentlich Torf stechen, Zäune bauen oder flicken, Rinder hüten, Kälbchen knuddeln und alle zusammen auf verschiedene Weiden zu treiben, sonstige Arbeiten auf dem Hof, Fischen und eventuell Dachdecken des Sommerhäuschens gewesen.

Leider klappt es nun nicht und zwei Monate Vorfreude sind einfach so dahin. Aus und vorbei sozusagen: dieser Traum wird verfallen, genauso wie mein Flug, den ich leider nicht rücktrittsversichern habe lassen. Aber wer weiß schon, vielleicht fällt mir noch was Schönes dafür ein?

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Ireland hat Bestand – und so auch unsere Träume :-)

Geplatzte Träume sind immer erstmal unschön und traurig. So habe ich das auch gestern aufgefasst, als ich darüber Kenntnis gewann und mich schweren Herzens gegen die sommerliche Farmarbeit entscheiden musste.

Geplatzte Träume sind aber auch dazu da sich in Resilience zu üben, sich zu beweisen, – sich selbst etwas zu beweisen:

So nämlich wie Scheitern nicht das Gegenteil von Erfolg ist, sondern der Weg dorthin, ist ein gescheiterter Traum nicht das Gegenteil eines zu realisierenden Traumes, sondern: der Weg dorthin!

Und er macht Platz für einen anderen Traum, mit dem man, den nun leeren Zeitraum, überhaupt unser ganzes Leben, dann glücklich füllen kann und auch sollte. Bevor wir traurig dasitzen und uns ausmalen, was hätte sein können WENN … Denn „wenn“ ist nicht eingetroffen.

Wie oft auch werden Menschen, die beachtliche Karrieren hingelegt haben hingeworfen und wie oft scheitern sie bitterlich? Wir sehen am Ende oft nur deren Erfolg.

Was wir für unseren eigenen Erfolg tun können, ist positiv zu denken und aufstehen wenn wir kurz hingefallen sind. Gut, vielleicht auch mal herzzerreissend weinen, uns etwas quälen, im Selbstmitleid suhlen, Pralinen naschen, ganze Tempoboxen aufbrauchen und dann wieder nach vorne sehen: uns aufrappeln, einen anderen Weg gehen – indem wir einen anderen Traum leben – und niemals mehr wieder, über genau diese eine Sache weinen oder ihr nachtrauern.

Es gibt ein süßes Sprichwort im Englischen dazu (Vielleicht kommt es sogar aus dem Irischen?):

Don’t cry over spilt milk!

Ja, wirklich schade um Milchkühe und Meeresluft in Kerry. – Die goldene Butter dazu schmiere ich mir eben genießerisch aufs Brot … und hecke einen neuen Plan. Denn die Butter vom Brot nehmen lassen, dass sollten wir uns auch nach großen Enttäuschungen, geplatzten Träumen, Niederlagen, Scheitern, nicht und niemals. Weiter geht’s!

„We should all dream, and encourage others to do so too. Dreaming is one of humanity’s greatest gifts.  I’m a born optimist. I think it’s much more fun in life to be an optimist.“ (von Richard Branson)

.. Und das unterschreibe ich nur zu gerne.

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Das Leben ist bunt. Ein geplatzter Traum ändert daran nichts, denn es gibt unendlich viele Träume und jeder einzelne läßt sich durch einen neuen ersetzen. Klamottenmix wie ich ihn im Sommer am liebsten mag. Wäre in Irland eh untragbar gewesen. 😉 Wo nun hin des Weges?

 

Einmal Glitzer bitteschön!

Es war einmal ein Kollege, dessen Lebensfreude in einem königreich-großen Ausmaß davon getrübt war, da er einfach nicht befördert wurde.
Er war ein Lieblingskollege unserer Dienststelle: weltoffen, zuvorkommend, freundlich und besser in vielen Bereichen als die meisten anderen – mich eingeschlossen.
Gerade deswegen zerriss‘ es uns geradezu das Herz, wann immer er so leidend und traurig war. Sein übermächtigster Herzenswunsch schien einfach nicht erfüllt werden zu können.

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Unzufriedenheit im Paradies?

Dieses Thema war sein Tagesthema, damit unser Streifenwagengespräch, und eine Basis unserer Frühstücksszenarien vor dem üblichen Tagesgeschäft.

The same procedure mehrmals wöchentlich.

Sein ganzes wunderhübsches Leben war tatsächlich stark beeinträchtig von dieser permanenten Unzufriedenheit. Alles was er sonst an märchenhaft Wunderschönem hatte: sichere Arbeit, neues Haus, kleines Kind, schienen bisweilen zweitrangig zu sein und gingen in seinem jeweiligen Jammern meist gänzlich unter. Er litt spürbar zu stark an dieser einen Unzufriedenheit: der Ungerechtigkeit der Nicht-Beförderung. Und wir litten mit.

Nach seinem Rechtsempfinden wäre er an der Reihe gewesen. Und dem haben viele – auch ich – beigepflichtet. Er war im Recht. Er hätte es tatsächlich verdient gehabt. Ich fand es nur stets schade um die mit ihm verbrachte Zeit, da er ein sehr angenehmer und inspirierender Mensch war. Schwierig auch für seine eigene tolle Lebenszeit, die von diesem so negativen schwermütigen Gefühl & Gedanken unglücklich ummantelt und dominiert wurde.

Mehrere Jahre vergingen.

Bei unserer circa 57. Streifenfahrt – einem ruhigen Tag, bis auf sein Wehklagen – fragte ich mich mal wieder:

Warum sieht er die wunderbare Sonne und den hellblauen Himmel nicht, die herrliche Umgebung in der wir gerade “spazieren” fahren dürfen?
Selbst die tiefschwarze Krähe auf dem dreckigen Acker, kann ein rosa-apricot-farbiger Flamingo an einem Strand auf Aruba für uns sein.

Und im beruflichen Kontext: “Schlimmeres Klientel” wird, so man es anlächelt, auch oft kooperativer und „besser drauf“.

Alles ganz prima. Eigentlich.

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Sanftes Apricot. :-) Einmal lächeln bitte!

Wenige Tage später ereilte uns in der Frühstücksrunde die Nachricht, dass er befördert werden würde. Endlich! Wie schön!

Uns anderen fiel ein Stein vom Herzen und wir freuten uns so sehr für ihn, dass wir ganz aus dem Häuschen waren:

Sein Herzenswunsch ging in Erfüllung!

Eine eigene Beförderung in diesem Beruf, war für viele von uns nicht annähernd von so großer Bedeutung, da es Regelbeförderungen sind. Diese kommen nämlich früher oder später von ganz allein. Völlig egal, ob wir uns bis dahin darüber ärgern, uns aufreiben, ob wir jammern oder dem Ganzen gelassen entgegen sehen und währenddessen unser Leben leben.

Das Faszinierende dabei war nun die Reaktion des besagten Kollegen: Er freute sich nicht so von Herzen, wie er vorhin von Herzen gelitten hatte.

Wir hingegen schlugen ihm anerkennend auf den Rücken oder gaben ihm strahlend gratulierend die Hand. Und er? Er reagierte völlig verhalten.

Was war nur los? Sein Herzenswunsch. Hey, aufwachen!!

In den Tagen und Wochen später kristallisierte sich heraus, dass eine andere Unzufriedenheit seinerseits gefunden wurde, welche von nun an bejammert werden konnte. Wieder war etwas ganz schlimm, ungerecht und lebenstrübend. Eine neue Sache also, die ihn und sein Umfeld von nun an und in Zukunft, in großem Maße zwicken sollte. Und das ist sehr schade.

Es ist ein Muster. Und es geht dabei nicht um die bestimmte Beförderung, schlechtes Wetter, zu struppige Haare, die eigene Figur, das neue Auto, den vermeintlich perfekten Job etc.

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Manchmal schlicht die beste Lösung :-)

Diese Geschichte ist ein gutes Bißchen überzogen von mir erzählt, dennoch so passiert.

Es geht mir um die Message:
Sich über Gegebenheiten aufregen, die wir nicht ändern können oder wollen.

Warum? Wozu? Schade um die schöne Zeit!

“Love or leave“. Vielleicht auch „change“.

Es gibt sie, die Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben, die wir nicht ändern können. Und, dass die oft nicht die eigentliche Ursache für unsere Unzufriedenheit sind, zeigt diese Geschichte wohl ganz gut. Das sollten wir erstmal ehrlich hinterfragen, bevor wir uns unser Leben permanent negativ und schlecht reden.

Und dann gibt es vielleicht noch die Möglichkeit, dass wir gehen. Dazu gehört Mut, und auch dafür gibt es Pros und Cons.

Und wenn wir beides für uns ausschließen können, dann sollten wir einfach großzügig kunterbunten Glitzer über solche Gegebenheiten, solche Menschen, solche Gute-Laune-Killer streuen.. Oder den rosa, oder auch den hellblauen Filter darüber legen..

Uns auf das wirklich Tolle in unseren Leben fokussieren.

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PetissaPan, – einmal blau gefiltert heute.

 

Madama Butterfly

Eine Wiese in einem weiten Park. Bäume, deren Knospen blühen und in ihren cremeweißen und sanftrosa Farben, hübsche Kontraste zu dem leuchtenden hellen Grün der Blätter bilden.

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Zwischen den Bäumen: gespannte Leinen, an denen lange Textilien mit Schmetterlingsaufdrucken hängen. Zarte pastellgelbe Zitronenfalter, der blaue Admiral. Eine Frühlingswiese. Duftig, lecker, frisch!

Ich gehe Barfuss darauf, – meine Schuhe in einer Hand, – und streichel mit den Fingerspitzen der anderen, die Blätter am Baum, die weichen Stoffe. Und während der Wind die Textilien sanft wiegt, flattern die Schmetterlinge wie vor meinen Augen. Ich schliesse sie. Die sanfte Sonne küsst meine Nase, kitzelt, und ich erwache.

„Gut geschlafen, Prinzessin! Mit Schmetterlingen auf den Laken. Ziehe die Schuhe an und ab in den Park. Natur ist Leben – Leben ist wunderbar. Und heute grüße ich jeden einzelnen Schmetterling für dich!“

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„Voll das Leben“

Wir können in unseren Leben so viele tolle Sachen machen: über den Tellerrand hinausschauen, ausprobieren, lernen, Herausforderungen annehmen, Neues wagen und Altes abschließen oder offen lassen. Augen auf Bitteschön, die Welt ist schöner und bunter als jeder Süßwarenladen. Es gibt Millionen Möglichkeiten eingefahrene Wege zu verlassen, oder diese und sich vielseitig zu bereichern. Unsere Leben sind endlich – die Möglichkeiten sie so reich und bunt wie nur möglich zu gestalten sind unendlich. Viel Spaß im Leben! Liebe Grüße, PP

Vermutlich bin ich ein Workaholic, denn ich entspanne und finde Ruhe in der Aktion. Und das schon mein ganzes Leben lang.

Dieser Beitrags ist für alle bestimmt, die entweder ähnlich viel Energie haben und sich ihr Leben lang, in den unterschiedlichsten Bereichen großzügig auspowern. Oder wer Inspiration sammeln mag, wie man Langeweile erst gar nicht aufkommen lässt und Bereicherung in Aktion und Vielseitigkeit finden kann.

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Ein Maiglöckchen von sooo vielen!

Für mich gibt es nichts weniger Entspannendes als passiv vor einem Fernsehgerät zu sitzen oder einen Strandurlaub. Beides mindestens dreimal ausprobiert und für nicht gut für mich und mein Wesen befunden. Lieber mache ich alle paar Jahre einen wirklich unvergesslichen Urlaub und jedes Jahr eine Handvoll Städtetrips.

Am Strand gibt es nichts zu tun. Während meine Freundin, beziehungsweise mein Freund, in der Vergangenheit in der Sonne schmorten, still und selig mit geschlossenen Augen da lagen, saß ich auf meinem Handtuch und fragte mich, was mit mir nicht stimmte. Für mich bedeutete ein derartiger Urlaub puren Stress und so mache ich diese Art von Urlaub heute nicht mehr. Mir war permanent langweilig und ich fragte mich: “Wann geht’s endlich los, was können wir unternehmen?!“. Auch wenn es nur eine Galerie, eine Shoppingtour oder ein Strandspaziergang gewesen wären.

Manche Menschen müssen einfach immer irgendetwas Produktives machen, Neues sehen, in Inspiration tauchen, spielen, phantasieren, Eindrücke inhalieren und verarbeiten. Es muss dabei sicher nicht immer die ganz große Aktion sein. – Nachdenken und grübeln reichen bisweilen auch für ein wenige Stunden, aber nur liegen, sich sonnen, „abhängen“, „rumsitzen“, nicht von der Stelle kommen oder sich berieseln lassen, tun manche tatsächlich nicht gern, langweilen sich, werden unruhig und Ruhen eben nur dann, wenn sie schlafen. Vielleicht auch gerne mal 20 Minuten am Nachmittag.

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Glücksrad. Bunt & Perspektiven. Blicke auf die Welt, die Stadt, eine Situation.

Ja, mir ist bewusst, dass ich schon öfter davon geschrieben habe, dass ich Ruhe brauche und es liebe, alleine nach Hause zu kommen um da aufzutanken. Die Ruhe die ich damit meine, ist allerdings die, dass niemand da ist und irgendetwas von mir wollen könnte. Und sei es auch nur neben ihm zu sitzen und TV zu schauen. Und das Auftanken das ich meine, ist ein Auftanken, wie ich es nur in der Aktion finden kann: Meist sitze ich dann noch für viele Stunden an meinem Mac und schreibe, recherchiere und verwerfe, schreibe neu. Fertig damit bin ich erst dann, wenn ich einen Artikel viele Male überarbeitet und umgeschrieben habe. Als perfektionistisch würde ich mich nicht bezeichnen, aber ich will zufrieden sein. Und glücklich und zufrieden: ist das nicht das Ziel von uns allen?

Lesen ist ebenfalls eine tolle Möglichkeit, aktiv zu Entspannen und sich Wissen anzueignen: sei es für das tägliche Wissen (Zeitung), auf Karrierepfaden, „Selbstoptimierung“ und/oder um an seiner Technik in einem bestimmten Sport oder einem Hobby zu feilen. Romane und Krimis können auch sehr viel: beflügeln Phantasie und regen zum Träumen und aktiven Mitdenken an. Selbst mag ich Romane weniger, dafür gerne auch Biografien. Aktuelle lese ich Geoffrey James’ “Business without the bullsh*t”. Daraus stammt auch der Satz:

„It never hurts to explore more than one area of interest, if only to diversify your skills“ 

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Nobody’s perfect. Aber unser Tun, unsere Gedanken, einige Momente können es sein.

Für mich ist der Begriff „Tausendsassa“ überhaupt nicht negativ behaftet. Ich fand Menschen schon immer faszinierend, die auf vielen Gebieten mitreden und mitmachen können und begeisterungsfähig und offen für viele verschiedene Bereiche, – das Leben an sich sind, und nahm mir solche schon früh als Vorbild. Selbst bin ich deswegen lange schon jemand, der Dinge selbstständig in die Hand nimmt, indem er vieles erarbeitet und ausprobiert.

Wenn ich gerade regelrecht blockiert bezüglich einer Sache bin, tut es mir jeweils sehr gut diese eine Sache zu pausieren. (Es sind ja noch genug andere da.) Effektiv ist diesbezüglich Richard Bransons Blick auf die Dinge, der sagt, dass wenn eine Sache nicht klappe, wir kurzfristig Abstand davon nehmen sollten, um einen objektiveren Blick aus der Distanz wagen zu können. Was natürlich auch ein guter und weit verbreiteter Rat vieler anderer Ratgeber sein wird. Hier von Richard Branson, denn er ist einer meiner selbsterwählten Long-Distance-Mentoren.

Ein Beispiel aus dem Reitsport: In „blockierten Situationen“ habe ich mein Pferd in den ersten Jahren der Sportreiterei noch jeweils gesattelt und bin aufgestiegen, um nach wenigen Runden aber zu realisieren, dass es heute eben nicht klappt. 2, 3 Tage nicht zu Reiten brachten Abstand und den gewünschten Erfolg: Der Knoten war geplatzt und die paar Tage Reit-Pause waren genau das Richtige und verschafften mir einen Schub. Ich kann Bransons Rat, und den aller anderen, die das als gut ansehen, nur herzlich weiterempfehlen.

Distanz zu Dingen zu suchen, um einen Blick auf das gesamte Bild zu bekommen ist wichtig. Gerade dann, wenn wir vieles selbstständig erlernen, ein Autodidakt sein wollen.

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Die eine Hand darf ruhig wissen, was die andere tut.

Bei Menschen die sehr vielseitig aufgestellt sind, gibt es, aufgrund der ganzen Vielzahl an Interessen, sich häufig wechselnde Schwerpunkte und immer wieder Dinge die pausieren oder enden. Wichtig finde ich, dass wir nicht mitten in einer Sache aufhören, sondern diese zu einem (vorläufigen) Ende mit einem Zwischenerfolg bringen, beziehungsweise für uns abschließen.

Ein knappes halbes Jahr habe ich nächtelang an meinem ersten Buch geschrieben, es selfgepublished, weil es kein Verlag haben wollte und seitdem noch kein neues Buch angefangen. Aber: es wurde fertig geschrieben, veröffentlicht und so bereits zwischen 50 und 100 Mal verkauft. Golf pausiert bei mir aktuell ebenfalls. Davor habe ich aber darauf geachtet, mein Handicap auf unter 36 zu spielen so, dass ich, falls ich später wieder damit anfange, nicht bei Null, nämlich Handicap 54, anfangen muss. Und das Nähen: Ich hatte bereits zweimal VHS-Kurse besucht und jedes Mal nichts für mich mitnehmen können, bis ich mir ein Buch (lesen :-)) zum Thema bestellte, mich alleine Zuhause hinsetzte und in vier Monaten über 20 Tuniken nähte, für die ich jeweils zwischen fünf bis zehn Stunden an der Nähmaschine saß. Und aktuell mache ich auch beim Nähen Pause. Mein Schrank ist voll.

Für manche Menschen verlieren Dinge eben auch ihren Reiz, sobald sie sie können, die Herausforderung damit fehlt oder merken, dass sich daraus eben nicht „mehr“ – also eine Geschäftsidee, ein Business, eine Sportlerkarriere etc. kreieren lässt.

Das Ziel beim Nähen war für mich, dass ich die hübschen Tuniken, die ich im Iran gekauft hatte, in Deutschland nachnähen wollte. Und der Zweck meines Nähens heute ist der, dass ich entweder selbst noch einmal einen tollen Stoff sehe und mir sage: „Wow, genau davon möchte ich noch ein Kleid haben“, und mich dann ans Werk setze, oder jemand anderer an mich herantritt, der gerne eine Tunika aus meinen Händen haben möchte.

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Cutie No. 12

Lesen, schreiben, nähen, sinnieren, reflektieren. Oft tue ich das auch mit Oropax, wenn mein Nachbar gerade mal wieder Schlagzeug übt, oder andere Nachbarn auf dem Balkon sitzen und ich im Sommer, bei offenem Fenster, jedes einzelne Wort verstehen würde. Das ist Ruhe und Entspannung für mich. Und das ist es auch. Gerne ausprobieren bitte.

Entspannung finde ich aber auch Draussen: Früher habe ich bis zu drei verschiedene Sportarten in einen Tag gepackt. Und als ich in Brüssel, wo ich auf der Nato gearbeitet habe und ausschliesslich Nachtschichten hatte, morgens um 7 Uhr Feierabend machte und andere Kollegen nach Hause gefahren und ins Bett gefallen sind, bin ich in die Schule und habe noch vier Stunden Niederländisch-Unterricht genossen.

Im Iran, beziehungsweise Teheran, wo das Leben sehr anstrengend war (Luftverschmutzung, Dauerstaus und Hitze) bin ich nach den 10/12-Stunden-Tagen auf der Botschaft in meinen Bungalow zurück und habe Psychologie für mein 1. Semester im Fernstudium gelernt. Anscheinend trotzdem nicht genug: Ich habe nämlich nicht bestanden. Als umsonst sehe ich es dennoch nicht an, da ich in dieses Studium hineinschnuppern wollte und konnte. Ich hätte ohnehin nicht weiter studiert. Es ging lediglich um eine sinnvolle Beschäftigung in einem Land, in dem es wenig Freizeitwert gab. Trotzdem war mein Ziel natürlich die Prüfung zu bestehen.

Auch bei der Polizei in Deutschland war es nach Jahren zunehmend so, dass mich die Arbeit weder noch vollkommen erfüllte noch forderte. Ich kannte den „Laden“, meine Aufgaben und so suchte ich mir permanente Herausforderungen in meiner Freizeit. Meist war das, wie oben schon beschrieben, sehr viel Sport. Aber ich habe parallel zu meinem Vollzeit-Polizeiberuf auch dreimal verschiedene Nebenjobs im Service gewuppt, sowie eine Ausbildung an einer Privaten Bildungsakademie zur Fitnesstrainerin und Ernährungsberaterin gemacht.

Ich meine, dass es völlig egal ist, welche Bereiche das Interesse eines einzelnen wecken. Sprachen, Handwerkliches, Nebenjobs, Fortbildungen, Sport: alles da, um unsere Welt farblich zu bereichern, aufzuhübschen, unseren Horizont zu erweitern, Neugier zu befriedigen und dabei sein zu können, mitreden zu können.  Je vielseitiger desto besser! Und das je nachdem wie viel Energie wir in die unterschiedlichen Bereiche investieren wollen. (Und ohne dabei Workaholic zu werden. (Bei mir liegt das eben in den Genen.))

Ich sehe da auch eine Parallele zu gesunder Ernährung (Gesunde Ernährung, die Wertschätzung des eigenen Körpers bedeutet.): Wenn ein Anfang gemacht ist, zieht Positives noch mehr Positives an.

Habt einen wundervollen Tag!

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Blumenwiese

Von der Stutenwiese – letzter Blog – heute zur Blumenwiese: Den Blümchen in Office, Politik und Gesellschaft.

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„Amal Floral. Amal Fatale.“ Beweist Herz & Köpfchen als Anwältin für Menschenrechte und hat ein Händchen für (ungewöhnliche) Mode. Eine meiner absoluten Lieblingsfrauen. (Foto: Harper’s Bazar 03/2017)

Freuen können sich alle, die es stets vermisst haben, femininere Mode im Büro tragen zu können.

Nach über 15 Jahren in einer maskulinen Uniform, bin auch ich sehr glücklich darüber, dass sich die Mode im Business-Bereich aktuell immer mehr zum Femininen hin entwickelt. Blumig ins Büro, und damit ist nicht das neueste Pfingstrosen-Parfum gemeint sondern Mode! Blümchen gehen tatsächlich Business.

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Die beiden „schönsten Blumen auf der Wiese“, beim W20 Summit 2017 in Berlin. (Foto: BZ-Berlin/REUTERS)

Selbst bin ich, seit einem knappen Jahrzehnt, ein bisschen Pink-Päpstin und mag alles von Altrosa, über sanfteres Flamingopink, zu satt. Und versuche damit auch andere Damen zu inspirieren.

Ich liebe Farben, die ich als Kind komischerweise nicht anziehen und besitzen wollte. Das klassische Mädchen war ich nämlich nie: Mit burschikos kurzem Haarschnitt, die Beschützerin meiner jüngeren Brüder und in abgewetzten Jeans auf Kirsch- und Apfelbäumen kletternd, oder in Wald und Maisfeldern unterwegs. Wann immer ich gerade nicht, auf dem Rücken meines ersten Ponys „Pascal“, ohne Sattel, über Wiesen und Äcker galoppiert bin.

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Bruderherz & me. Er lieb – ich frech, aber erklärt sich anhand diesem Foto auch von selbst ganz gut.

Ich war ein richtiger Wildfang. Kaum zu bremsen, aktiv, stets Grenzen testend, und bei Wind und Wetter am liebsten draußen Zuhause. Für Rosa und Mädchenkram war da kein Platz. Und selbst für Blumen und Schmuck konnte ich mich lange nach meiner Kindheit noch nicht begeistern.

Wenn ich in meinen 20ern mit Freundinnen über Dates sprach, weil ich gerade eines hatte, sagte ich immer, dass “er” mir hoffentlich keine Rosen, Vergissmeinnicht oder ein Wildblumensträußchen zum Treffen mitbringt, weil ich mir lieber Schokolade wünschte. Das ist heute anders. Und, auch wenn ich Schokolade noch immer sehr mag, freue ich mich – ladylike – über Blüten sehr viel mehr.

Es war allerdings auch früher nie so, dass ich Blumen nicht mochte. Das Gegenteil war der Fall und ich bildete mir ein, dass Blumen und Blüten frei sein müssten: Draußen in der Natur lebend, auf Wiesen und im Garten, und nicht abgeschnitten, tot, in einer Vase gefangen sein dürften. Mein Freiheitsgedanke, für andere wie für mich selbst, war schon immer sehr ausgeprägt.

 

Zeit für Wandel – blumiges Wies’n wandeln

Nun machen also die Blumen-Prints seit geraumer Zeit eine wunderbare Entwicklung und Freiheitsbewegung durch. Denn wenn Damen, mit Namen wie Amal, Ivanka, Maxima und wie sie alle heißen, Tulpen, Gerbera und Lilien für politische oder gesellschaftliche Events wählen, kann das nur einen schwungvollen Schritt nach vorne bedeuten. Und nicht nur das: auch die aktuelle cosmo@work bringt es auf den Punkt:

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„… weil Sie es wert sind“ (Seite 32 der aktuellen cosmo@work)

Wunderbar, dass sich da endlich was tut.

Warum mussten Frauen im Job so oft ihre Weiblichkeit verleugnen? Nun scheint endlich anzukommen, dass ein femininer Stoff, sanfte oder kräftige weibliche Farben, nur eine Facette von uns spiegeln. Unsere feminine Facette. Und warum bitte sollte die in der Berufswelt keine Rolle spielen dürfen? Warum sollten wir uns weiterhin verstellen? Mit femininer Mode ist es einfach nur so, dass uns etwas gefällt, unsere Persönlichkeit unterstreicht oder uns sehr gut steht. Damit zu tun, über welche Fähigkeiten wir verfügen, hat es nichts.

Solange nämlich die Optik unsere Fähigkeiten und unser Können nicht übertrumpft, ist die Gefahr klein, dass wir ausschließlich auf äußere Reize reduziert werden. Und sollte dies geschehen, können wir Zweifler immer noch vom Gegenteil überzeugen.

Ein klassischer Hosenanzug in dunkelgrau sagt nichts darüber aus, ob wir über viel Biss verfügen und ob wir mutig, verlässlich und verhandlungsstark sind. Genauso wenig wie ein hochwertiges Blumenkostüm den Verdacht aufkommen lassen darf, dass wir nur weich und lieblich können und keine ernstzunehmende Konkurrenz darstellen. „Da machen Sie es sich zu einfach, meine Herren!“ Die Optik kann und wird täuschen. Referenzen kommen auf den Tisch, wenn Farbe bekannt werden muss und da hat sich bereits der ein oder andere verwundert die Augen gerieben.

Auch bei der Polizei machte ich häufiger die Erfahrung, als Frau maskuliner und sogar besser als ein Mann sein zu müssen, um als gleichwertige Kollegin anerkannt zu werden. Was falsch ist!

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Orientierungsmarsch im Berchtesgadener Land. Klar bin ich an diesem kalten Frühlingstag noch ins Wasser gefallen. ;-)

Schon öfter habe ich im Kreis von Freundinnen oder Kolleginnen debattiert. Warum beispielsweise eine Frau in einem hochwertigen Hosenanzug in Pink, oder einer edlen Bluse mit einem floralen All-Over-Print, nicht genau so gut ein Unternehmen führen können sollte, wie eine in schwarz, dunkelblau oder sonstigem Einheitsbrei. (Es wird schon kein babyrosa Rüschen-Kostüm sein. Stil bekommen wir schon hin.) Und warum uns so manches Outfit, das nicht gänzlich der Mainstream-Business-Etikette entspricht, uns bisher eher ins Aus befördert hat, oder uns im Bewerbungsgespräch die 2. Runde verwehrte.

Aber ich verstehe natürlich auch, dass es eine Etikette gibt.
Ich mag Etikette auch wirklich gern. Auf dem Golfplatz beispielsweise: Das Verbot von Jeans und kragenlosen Shirts bei Männern, und Damen tragen elegante, knieumspielend schwingende Röcke in Pink oder Orange, mit und inmitten von Gänseblümchen und gelbem Hahnenfuss.

Meine Liebe zu sehr eleganten, femininen und verspielten Kleidern dominiert heute meinen Kleiderschrank und meinen Modestil. Was ich im Büro wagen soll, dazu lasse ich mich weiterhin sehr gern von Businessblättern, Politsendungen und News inspirieren. Darüber trage ich, in allen Fällen, meinen Trenchcoat. Einen echten Klassiker, von dem ich lange geträumt habe und erst dann zuschlug, als er (endlich) mit femininem Stilbruch daherkam.

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Britischer Trench mit hoher Taille, ohne Gürtel, dafür femininem Schößchen und einem Schal mit amerikanischer Flagge getragen. OMG!

Was kann feminine Mode im Office noch, außer „nur“ uns Frauen glücklich machen?

1.) Ganz automatisch gute Laune verbreiten. 2.) Etwas mehr Menschlichkeit in Branchen bringen, in der dies vielleicht dadurch wünschenswert wird, da überfällig ist? (Farbe & Muster bitte nicht nur in der Kreativ-Branche.)

Klar geht’s ums Geschäft und davon sollte nichts ablenken. Aber sanfter untermalt ist der Hit und das geht mit einem Augenzwinkern, einem sonnigen Blumendress-Gruß, grünen Prada-Socken in eleganten Riemchensandalen (a la Ala Zander), oder in einem erwachsenen Dress in mädchenhaftem Rosé.

Mit höflicher Sanftheit, sehr viel charmanter, und davon bin ich überzeugt, wird Business und das Geschäftsleben aufgelockerter und damit cleverer und erfolgreich. Unterm Strich: besser.

 

Island in the Sun

If I were rich ..

Wenn ich superreich wäre hätte ich, wie Sir Richard Branson, meine eigene einsame Insel. „Oh Richard, nur einen Sommer?!?“ Am liebsten, wie sein Necker Island, auch inmitten der Britischen Jungferninseln. Allein die Zusammensetzungen des Wortes ist geradezu ideal: Britische Jungferninseln. Denn ich mag Britannien und Inseln, und als alte Jungfer würde ich dort glücklich inmitten von sehr viel Meer, Sand und herrlich grünem tropischem Wald ganz alleine wohnen.
Ich mag solche verträumten Gedanken und an Regentagen führe ich sie gelegentlich auch mal etwas intensiver und blumiger aus. (Ja ihr Lieben, draußen regnet es heute.)

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Eine glückliche Flamingoherde

Ein süßer Farbklecks auf meiner exotischen Privat-Insel bin ich selbst. In den bunten Seiden-Gewändern in allen erdenklichen Rottönen, die ich mir schneidere, steche ich zwischen all dem Dschungelgrün hervor. Auf meinem „Never-Island“ trage ich die für mich und meinen Schwarm pinkfarbener Flamingos, die noch hübschere Farbkleckse sind. „Never-Island“ ist natürlich voll und ganz an Peter Pan angelehnt, dessen jüngere Schwester ich irgendwie bin. Eher noch seine Seelenverwandte.

Die Flamingos auf meiner Insel fühlen sich so wohl, dass sie gern & gut Jungtiere zeugen, und aus der anfangs Handvoll Vögel sind inzwischen zwei Duzend geworden. Wenn ich Muße habe, sitze ich am Strand im Sand und beobachte die süßen Grazilen. Flamingos wirken so wunderbar konfus, immer etwas aufgeschreckt, hibbelig, nervös. Auf ihren viel zu dünnen langen Beinen, mit den langen Hälsen und dem hoch erhobenen – etwas arrogant getragenen Kopf, kann ich nicht genug davon bekommen, sie zu beschwärmen und zu verehren.

In einen großen Schwarm, zu einem pinken Knäuel vereint, staksen & waten meine lovely Flamingos ziellos und gemütliche Haken schlagend, im seichten Wasser. „Oh, ich stehe gewohnt auf ihr Pink!“ Was für ein herrlicher Kontrast zu dem satten Grün, dem milden Gelb des Strandes und kühlen Blau des Meeres.

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Natürlich habe ich ein kleines Haus auf meiner kleinen Insel. Es ist etwas höher gelegen, aus viel edlem Holz gebaut und mit einer breiten Veranda, die um das ganze Haus herum verläuft. Dort kann ich den Schatten jeweils dort geniessen, wo er zu entsprechender Zeit des Tages eben ist.

Ich bin nicht so für Sonne. Das war ich noch nie und schätze den Besitz & Gebrauch von körperverhüllenden Saris und Tuniken, Pucks-Stubenfliegen-großen-Sonnenbrillen, Sonnenhüten mit 80cm Durchmesser und Sunscreen mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30. Ich mag die sanfte Wärme im kühleren Schatten und das Weniger an hell.

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Delano Hotel Miami Beach (2014) – „Keine ruhige Minute..“

Für all die Krabbel- und Kriechtiere auf meiner Insel, habe ich, bereits als ich auf „Never“ einzog, die kostspielige Nachbarinsel dazu gekauft. Dort wurden sie von einem, von mir beauftragten, Fachmann hingeschifft. Und dort können nun alle glücklich miteinander leben, krabbeln, züngeln, würgen und beißen und mich auf meiner Wohlfühlinsel in Ruhe lassen.

Bei mir hier wohnen nur die wilden Flamingos, viele andere exotische Vögel, sowie meine beiden englischen Whippet Hündinnen. Und an der Hauswand oder im Blattgrün, kleben diverse Arten von Chamäleons und Geckos.
Natürlich habe ich auch WLan. Ich wohne schließlich nicht hinter dem Mond und außerdem arbeite ich täglich. Bis zu zehn, zwölf Stunden kann ich am Stück an Kinderbüchern schreiben und dabei auf neue Ideen kommen. Zehn Stunden, die sich wie nur zwei Stunden für mich anfühlen, weil das Schreiben, das ich irgendwann in meinen 20ern angefangen habe, so kurzweilig und mit das Schönste für mich ist.

Ich habe nach jahrelanger Arbeit und Suche einen tollen Verlag gefunden, der sich heute um meine Ideen und niedergeschriebenen Worte reißt. Um allerdings nicht völlig im Kindlichen-Ich zu versinken, habe ich mich von einem sympathischen Politiker finden lassen, dessen Politik ich für gut befinde und hinter der und dem ich voll und ganz stehe. Dessen politische Reden verfasse ich als Ghostwriter. Aus dem Paradies, schreibe ich also Politik für das verregnete Europa.

Hin und wieder schreibe ich in reifer und analytischer Manier, auch mal eine zeitintensive Bachelorarbeit für einen Studenten. Ich leiste mir aber gern den Luxus, nur zu einem Thema zu schreiben, für das ich brenne und auf das ich wirklich Lust habe. Und dann ist es schön zu wissen, was die heutige Jugend, die Wissenschaft, die Bildung so antreibt und ich versinke im recherchieren und analysieren für hunderte von Stunden.

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„Gö da schaugts..“ FotoQuelle: Rheinische Post hinter Glas.

Ab und zu, und immer zur Schulferienzeit, kommen meine Freundinnen – die sich für mich wie die Schwestern, die ich nie hatte anfühlen, zu Besuch vorbei. Mit und ohne Kids. Ich freue mich sehr über deren Besuche. Wir lieben das sinnieren, reden, austauschen und lachen. Und beim fotografieren und zwischen Frangipaniblüten und Flamingos gehen unsere Herzen und unsere Sinne auf. Gerne würde ich den Kindern jeweils die Gelegenheit geben mit Äffchen zu spielen, aber auch die habe ich auf meiner Nachbarinsel einquartiert, weil sie mir zu hektisch und anstrengend sind. Wenn der Wind abends ungünstig steht hört man sie rufen und irre quieken und allein das ist schon Hektik für mich genug.

Die kleinen Prinzen und Prinzessinnen, dürfen diese Urlaubstage dafür im flachen, wunderbar warmen Wasser schnorcheln. Und die Welt hier unter Wasser, ist genauso kunterbunt artenreich wie das Leben auf der Insel, auf welcher ich mich um 73 verschiedene Sorten wunderhübschester Blumen kümmere.
Einmal in der Woche kommt ein Boot vorbei, das mir meine bestellten Lebensmittel liefert und auch auf meiner Nachbarinsel nach dem Rechten schaut. Auch Krabbel- und Kriechgetier haben Vorlieben und die möchte ich – des glücklichen Miteinanders wegen dort – erfüllt haben.

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Blütenzauber in Perfektion

Immer wenn ich kühles Wetter und Menschen zu sehr vermisse, fliegt mich ein Privatpilot nach London in den Regen oder nach Moskau in den Schnee. Das passiert so alle zwei, drei Wochen einmal. Dort, in Europa angekommen, stürze ich mich liebend gerne für zwei, drei Tage mitten ins Leben & unter Menschen. – In edle Restaurants, auf elegante Shoppingmeilen und Boutiquen und in angesagte Bars. Auch bin ich zugegebenermaßen gerne ab und zu auf bunten Shoppingtouren in LA und NY und auf der riesigen Kunstausstellung in Miami. Bis ich jeweils völlig erschöpft glückselig, wieder auf meiner Insel gelandet werde und dort allein zurück bleiben kann.

Mit Liebe lasse ich mich auch des öfteren in einen englischen oder irischen Reitstall fliegen und chauffieren. Pferde passen leider nicht auf die Welt von Never-Island. Dort muss ich mich mit Whippets begnügen. Aber Pferde riechen und reiten macht mich jedes Mal sehr glücklich und ist ein lebenslanges Dauer-Must-Have, für einen Ausflug, einen Besuch.

Wann immer ich Action suche, gehe ich vor Südafrika mit dem “Großen Weißen” tauchen, was einst ein langgehegter Wunsch von mir war. Oder ich miete mir einen schönen – und vor allem sehr schnellen – alten Sportwagen, mit dem ich auf Straßen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung  fahre.

Natürlich habe ich auch schon versucht mit einem Mann meines Herzens diese Insel zu bewohnen. Der Auserwählte hatte sich aber bald gelangweilt, inmitten dieser wunderschönen ruhigen Natur und Harmonie. Er vermisste Menschen, regelmäßige Parties und Stadttrubel. Das konnte ich gut verstehen und ließ ihn gehen.
Ich selbst liebe hier jeden einzelnen Tag und langweilig ist mir dabei niemals. Schwimmen, tauchen, kitesurfen, gärtnern, lesen und viel arbeiten, indem ich recherchiere, analysiere, nachdenke, networke und schreibe, schreibe, schreibe. Und im vergangenen Jahr habe ich auf Never einen zweiten kleinen Bungalow bauen lassen. Dort machen nun Paare Honeymoon und ich bewirte, housekeepe und „schenke“ eine bis zwei Wochen absolute Intimität und Privatsphäre auf meiner Insel.

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Partystraße, Nobelgasse – hin & (schnell) weg.

In lauen Sommernächten, nach einem arbeitsintensiven Tag, entspanne ich auf mich meiner Veranda. Vor mir steht ein Teller mit leckeren exotischen Früchten, frisch von Baum und Strauch. Ich habe sie kurz zuvor eigens geerntet.

Auf kühlem Marmor liegen meine beiden Hundemädels „Randy“ & „Andy“, weil jeder Hund bei mir so heißen soll. Und in meiner gemütlichen Hängematte, lausche ich andächtig dem Zwitschern und den sanften Schreien der verschiedenen Vögel, zähle begeistert die Geckos an meiner Hauswand und blicke dann über die Büsche, kleinen Bäume und Palmen über die stille See, an den fernen Horizont. So warte ich seit Jahr und Tag bereits auf Peter Pan, der vielleicht inzwischen erwachsen geworden ist?

 

Bei all der Träumerei, hat diese Geschichte einen tiefen Sinn.

Vor einiger Zeit kam im Kollegenkreis die private Diskussion auf, was wir tun würden, wenn wir morgen eine, zwei .. fünf Millionen im Lotto gewinnen würden. Fast einschließlich waren alle der Meinung, dass sie kündigen, und dann „etwas anderes machen“ würden.

„Was anderes? Und warum nicht damit beginnen, auch wenn wir dieses Geld nicht haben?“

Heute bin ich fest davon überzeugt, dass wer angibt, dass er sofort kündigen würde, wenn er unverhofft zu sehr viel Geld käme, im falschen Job steckt.

An was es uns fehlt wenn wir unsere Träume nicht leben? Mut & Courage.

Sicherheitsdenken mag uns zufrieden stellen, glücklich macht es uns nicht wirklich, da wir unsere Träume verleugnen. Glücklich wird der, der Mut & Courage hat und seine Träume lebt. Leicht ist diese Entscheidung und der Weg dorthin nicht, was ich selbst sehr gut weiß. Und scheitern gehört dazu. Nicht zweimal oder fünfmal; Zehn- oder zwanzigmal; Monate & Jahre. Aber ist es das nicht wert? Ist die Komfortzone wirklich eine Alternative?

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Fangen wir, zum Einstig, mal sanft an. Und step by step. :-)

Anfangen können wir damit, indem wir zulassen, dass wir träumen und dann beginnen, unsere wilden, sanften, süßen, blaßrosa Träume zu deuten. Was ich durch meinen, oben beschriebenen Traum herausgefunden habe ist beispielsweise, dass ich zum glücklich sein, eine intensive Arbeit in einer besonders schönen Umgebung brauche. Des Weiteren, dass mir qualitativ hochwertig verbrachte Zeit & Interaktion mit Menschen, die mir am Herzen liegen sehr wichtig ist. Ansonsten bin ich auch sehr gerne alleine und ganz für mich. Regelmäßig brauche ich es, mich ins volle pralle Leben zu stürzen, obwohl Ruhe einen scheinbar größeren Stellenwert einnimmt. Und das quirlige Leben nur und ausschließlich dann, wenn es sanft & stilvoll sein kann. Dass ich am liebsten täglich Natur um mich habe, aber immer wieder klein-große Portionen von edlem Luxus und Besonderheit benötige. Und und und..

Never-Island ist das natürlich nicht. Und klar wäre Never-Island schön, aber es braucht es nicht wirklich um anzukommen und das zu bekommen was ich will.

Easy, isn’t it?! Und nun ist es an dir, deinen Traum zu träumen, ihn zu analysieren und dann zu verwirklichen. Wenn du dich traust. Trau dich! :-)