Verhext

Rechte: Hoffentlich war es ein Flüchtling, ein Ausländer.

Linke: Hoffentlich war es ein Nazi, ein Reicher.

Grüne: Hoffentlich war es ein SUV.

Die Kaputtheit unserer Gesellschaft hat auch mit der Unfähigkeit zu trauern zu tun. Jedes Unglück wird umgehend im Sinne der eigenen Weltanschauung verarbeitet.


Ulf Poschardt

Wie schön es sich anfühlt, des Nachts auf dem Balkon zu stehen, in die kühle Luft zu atmen, den Mond zu betrachten.

Dunkle Tannen, Wiesen, Berge: wie bei Heidi, heile Welt. Gefällt!

I love you Schwarzwald.

I love, was immer ich eben sonst noch liebe, Gutes tut, polarisiert & Fragen stellt: ein Leben wie es mir gefällt.

Rizzi Baden-Baden

Text & Foto: PetissaPan

New Age

Knisterndes Feuer abends schürt Melancholie.

Sowie: Pullis, Trench und Kord.

Gesüßt mit Kirschkonfitüre, wie im alten Russland mein Tee.

Warmherzige Maronen. Schlotzige Schwammerl. Glücksklee.

I love you Herbst!

Der Herbst ist immer unsere beste Zeit.


Johann Wolfgang von Goethe
Gönneranlage & Oos Baden-Baden

Text & Foto: PetissaPan

Objektiv

Wenn Menschen interessieren, die einen in eine gute Richtung zu schubsen verstehen und die man mag. Weil ganz ohne zu heucheln. Echt. Gerecht. Gern hinter Mauern auch. Zeit dir zu schenken. Mein Herz. Dir allein.

Und nicht verlangt, dass einem verziehen, weil dies auch für sich selbst weder erwartet, noch tut.

Liebe hingegen bedeutet, nie um Verzeihung bitten zu müssen. Und alles andere waren und bleiben eben: Peanuts, Sweet Escape und Zeitvertreib.

Ich finde es geradezu bescheuert und verstehe nicht, wieso man ständig alles verzeihen sollte. Let’s be nachtragend. Let’s be wütend. Let’s not verzeih anything. Let’s feel guilty forever.


Mirna Funk / Schriftstellerin
Stadtmauer Antibes – August 2019

Text & Foto: PetissaPan

Montauk

Max Frisch hat immer wieder so geschrieben, dass man meint, ihm auf die Spur zu kommen. Aber es war eben nur (s)ein Spiel.

Eigentlich ist es ein Glück, ein Leben lang an einer Sehnsucht zu lutschen.

Theodor Fontane

Text & Foto: PetissaPan

Schwarz rot golden

Der unwiderstehliche Charme, die weltmännische Eloquenz, Gentlemen, und der Geruch von Macht, getrüffelten French Fries und bestem süditalienischen Parmesan, liegen zart doch wiegen schwer, in der schwülstig warmen Luft des späten Abends, der gekonnt die Farbe reifer Mirabellen zwischen Himmel und Erde zeichnet.

Es kommt nicht darauf an, dass die Freunde zusammenkommen, sondern darauf, dass sie übereinstimmen.


Goethe
Merci beaucoup für 3 Wochen Cote d’Azur!

Text & Foto: PetissaPan; Sommer 2019

Geradlinigkeit

Leben ist – was du daraus machst. Wie, wo und ganz allein oder mit wem.

„Don’t try to make them love you.
Don’t answer every call.
Baby be a giant.
Let the world be small.”

Non, je ne regrette rien.

Mein Harmoniebedürfnis ist begrenzt, und ja, die Welt ist nicht genug.

Juan-les-Pins

Text: Edith Piaf, Ferdinand Piëch, James Bond, Robbie Williams und PetissaPan

Foto: PetissaPan

Extraordinärger

Weiß glatte Jachten – sich spiegelnd darin, die ach so schlanke, sanfte Bräune herrlich trainierter Gliedmaßen. Sonnengeleckt.

Und ehrliche – leise, wie der süße Wind über der offenen See – Wünsche und Verlangen flüsternd.

Die Zeit anzuhalten, während sie zwischen den Fingern

in Glückseligkeit verrinnt,

und Lust gerinnt,

indem sie schmilzt, wie Hoffnung, in eben jenem lange ersehnten Hitzesommer.

Koketterie ist Egoismus in der Form der Schönheit.


Goethe
Monaco

Text & Foto: PetissaPan

Crois-moi

Ewig. Das Meer.

Darin, Salz auf unserer Haut. Auf Wildpferden der Camargue.

Und rosarote Bubblegum-Blasen machend, mit blinzelnden Augen gen Sommersonne. 

Die zauberhafte Welt der Amelie, der Bibi, Pippi, und der Petissa Pan. 

Und so sicher, wie jeder einzelne von uns die Wahl hat, das Kasperle der elterlichen Erziehung oder der Gesellschaft zu sein, so sicher klatschen die ungezügelten Wellen der freien See, an die davon weichgezeichneten Klippen.

Und ich habe mich so gefreut! sagst du vorwurfsvoll, wenn dir eine Hoffnung zerstört wurde.

Du hast dich gefreut – ist das nichts?


Marie von Ebner-Eschenbach
Your world. Your way.

Text & Foto: PetissaPan

Sternschnuppe

Filigran elegantes Ballett und Boxen, mit geballter Faust, geduckt, und stark.

Dekadenter Genuss, die Liebe zu Geld, und niedlicher Verzicht, Fleiß, Freude im winzig Kleinen.

Und Mann & Frau.

Vielleicht liegt die größte Freude, der mächtigste Spaß, und dabei so wundervoll unbezahlbare Bereicherung, im Vereinen von exquisit erwählten Extremen.

Dasein ist Pflicht, und wär‘s ein Augenblick.


Johann Wolfgang von Goethe
Antibes

Text & Foto: PetissaPan