Passiv finden

Was ich suche weiß ich nicht. Und genau so war ich schon immer: Was ich suchte wusste ich nicht. Nie! Leider. Vielleicht habe ich dafür zu viele Gedanken im Kopf und sehe deswegen immer den Wald vor lauter Bäumen nicht. A B E R wenn mir eine Idee zu Ohren kam, sobald mich jemand auf eine Sache stupste, anregte, oder ich etwas angeboten bekam, konnte ich jeweils sehr schnell erkennen, ob es das für mich ist oder nicht. Und dann entfalte ich all meine Energie und Freude – oder eben nicht.

Als ich 15 Jahre alt war, sollte ich mich in der 9. Klasse für ein Praktikum entscheiden. Alle Mitschüler, Mitschülerinnen und Freundinnen hatten längst schon gewusst, was sie gerne machen wollten und sich in diesem Bereich einen Praktikumsplatz ergattert. Arzthelferin, Friseurin, Verwaltungsdienst auf dem Rathaus : 1994. Ich war eine lausig schlechte Schülerin und nur immer sehr gut im Sport gewesen. Was eine berufliche Perspektive anging, träumte ich von etwas Exzentrischem wie einem Studium der Mode beispielsweise. Und das wo ich aus einem kleinen Schwarzwalddorf stamme.

Nur weil ein Mitschüler von mir ein Praktikum bei der Polizei machen wollte und die Polizei in Rottweil das nur anbieten wollte, wenn sich dafür mindestens fünf Schüler fänden, habe ich mich aus der Not heraus neugierig angeschlossen. Sonst hätte ich gar kein Praktikum gehabt.

Ich habe während der Praktikumswoche dann schnell Interesse für das Berufsbild der Polizei entwickeln können, mich nach kurzem Überlegen aber nicht bei der Landespolizei gesehen, weil mir das zu beschränkt auf Baden-Württemberg erschien. Ich hatte Feuer gefangen, Gedanken und Idee arbeiteten in mir, machten Pläne, und ich wollte raus aus dem Schwarzwalddorf, raus aus Baden-Württemberg und viel Raum. Den brauche ich bis heute. Und das zeigt auch meine Karriere bei der Polizei: von Coburg, Deggendorf, Rosenheim, über Freiburg, Baden-Baden, nach Brüssel, Moskau, bis nach Teheran. 

2016

Dadurch, dass der Freund meiner besten Schulfreundin beim Bundesgrenzschutz war, befragte ich diesen nach dem absolvierten Schulpraktikum intensiv zu der von mir nun fokussierten Berufsausbildung. Schießen, Orientierungsmärsche, Großdemonstrationen in ganz Deutschland: Ich war begeistert und wußte sehr schnell, dass ich nichts anderes als diesen Beruf in Erwägung ziehen möchte und bewarb mich mit meinem Abschlusszeugnis der Mittleren Reife ausschließlich bei der Bundespolizei, dem damaligen Bundesgrenzschutz. Ich habe mich sonst nirgendwo beworben, sondern habe alles auf diese eine Karte gesetzt. 

Ich war entflammt, überzeugt, brannte, ging meinen Weg: Für knapp 20 Jahre. Ich wollte diesen Beruf in jedem Bereich und mit all seinen Möglichkeiten ausreizen und genau das habe ich getan. Dazu gehörte auch, dass ich mich 2008 beim Auswärtigen Amt beworben habe. Ein Elite-Pool der Bundespolizei, bei dem von damals ca. 35000 Bundespolizisten nur 700 – davon knapp 40 Frauen – zum Schutz der Deutschen Botschaften und Diplomaten eingesetzt waren. Brüssel, Moskau, Teheran: Ich habe das geliebt!

Wenn man etwas von ganzem Herzen und vom ganzen Willen her will, und davon war und bin ich überzeugt, dann klappt das! Dass ich von 1995 bis 2018 beim Bundesgrenzschutz – der Bundespolizei – Polizistin in Vollzeit war, ist Geschichte. Eine tolle Geschichte. Ein toller Beruf. Einer, hinter dem ich mit voller Überzeugung gestanden hatte und für den ich auch heute ausschließlich positive Worte finde. Und das, obwohl ich 1/2 Jahr vor meiner Bewerbung 1995 noch keinerlei Kenntnis von diesem Berufsbild hatte.

Parallel zum Vollzeitberuf habe ich stets anderes gemacht. Ich liebe es zu arbeiten, dazuzulernen und aktiv zu sein. Mich langweilt Nichtstun, Fernzusehen, Passivität, Herumzusitzen und Stillstand.

Heute ist es erneut Zeit für etwas Neues. Ich habe mein Abitur mit Mitte 30 mit einem Einserschnitt nachgeholt, studiere an der Universität mit Einserschnitt im Hauptfach, habe viel in verschiedene berufliche Bereiche hineingeschnuppert und mich stets weitergebildet. Die wichtigsten Prüfungen im Bachelorstudiengang habe ich nun absolviert und das Studium bleibt ein schöner Luxus, eine schöne Nebentätigkeit für mich, die ich allerdings durchziehen werde, da ich einen akademischen Abschluss forciere, um diesen als Türöffner für weitere, spätere Nebenaktivitäten nutzen zu können. Das ist nicht intensiver als (m)eine fünfte Sprache zu lernen. Das geht wunderbar nebenher.

Nur zu Schreiben kann dauerhaft nicht die einzige Arbeit und Lösung für mich sein, da ich nicht viel Zeit am Schreibtisch sitzen möchte. Ich stehe nun erneut an dem Punkt, dass ich nicht weiß wonach ich genau suche. So wie mit 15 Jahren. Und ich bewerbe mich, bekomme zahlreiche Absagen, gehe weiter. Ich bewerbe mich, werde genommen, verliere dann schnell das Interesse. Ein Beruf muss mich in dem Maße fesseln und so in seiner Vielseitigkeit begeistern können, wie der Beruf der Polizei es 12-15 Jahre lang konnte, auch wenn ich heute in eine ganz andere Richtung will. Und er muss mich fordern.

Allerdings verbiege ich mich nicht: Es passt oder nicht. Ein guter Job passt wie ein guter Partner. Ich fange dauerhaft Feuer oder ich erkenne und gehe schnell. Aber wenn ich brenne, dann mit einer unvergleichlichen Freude, Herzblut, einer stets motiviert und motivierenden guten Laune, herzlicher Freundlichkeit, Lerneifer, Biss, Fleiß, Diplomatie und Durchsetzungskraft. Dafür lohnt sich für mich jede Absage und Niederlage. Dafür lohnt sich das Warten.

Ich bin offen für Ideen und Angebote, weil ich weiß was ich will, sobald ich es sehe.

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Details

Am Leo in BAD

Ich glaube nicht daran, dass es sinnvoll ist, sich mit Dinge aufhalten zu müssen, die uns nicht liegen und wofür wir richtiggehend Widerwillen verspüren. Ich glaube daran, dass wir nur das machen sollten, worin wir gut sein können, was wir richtig wollen. Das ist gelebter Luxus und effektiv – denn für alles andere finden sich andere.

Ich liebe Luxus. Und ein Teilbereich davon ist der, all meine Fähigkeiten gezielt eingesetzt zu wissen und zu leben, und anderes aktiv zu vermeiden.

Bei der Polizei habe ich mir stets Dienststellen herausgesucht, wo man keinen Nachtdienst und keinen regulären Schichtdienst hatte. Und Sachbearbeitung habe ich auch umschifft, um dies Kollegen zukommen zu lassen, die das gern machten, wollten, brannten. Ich habe mich dafür um so manch anderes gerissen.

Wenn es eine Freude ist, das Gute zu genießen, ist es eine größere, das Bessere zu empfinden. Und in der Kunst ist das Beste gut genug.

Johann Wolfgang von Goethe

Und nicht nur in der Kunst: Jeder Posten, der Vorgesetzte, das Unternehmen, jeder Mensch, profitiert davon, wenn das Beste geboten wird.

Life-what?

Casino Baden-Baden

Tatsächlich glaubte und glaube ich nicht an Work-Life-Balance. Ich glaube an echte Freude am Job, Passion und an die Energie die dadurch freigesetzt wird und damit eine Menge paralleles Agieren ermöglicht.

Ich glaube nicht an Couch & TV, und habe, beziehungsweise nutze das nicht. Tatsächlich.

Clarissa Johanna Staiger

„Von Lumpen umgeben! Und der größte Lump bin ich!“ 

Diese Worte sagte Leo Tolstoi in Baden-Baden zu seinem russischen Landsmann & Schriftstellerkollegen Ivan Turgenjew, nachdem er sein ganzes Geld im hiesigen Casino verspielt hatte.

Der deutlich ruhigere Turgenjew borgte dem 10 Jahre jüngeren Tolstoi bereitwillig den gewünschten Betrag.

1857 in Baden-Baden.

Und Leben wird gelebt damit man sich später Geschichten darüber erzählen kann. Manchmal 163 Jahre später noch – und darüber hinaus.



Und ich glaube an die inspirierende Macht von Schönheit.

24/7

Vielseitigkeit mag ich nicht recht oder glaube ich nicht recht daran. Was eigentümlich und schön und groß sein soll, das muss einseitig sein.

Felix Mendelssohn Bartholdy

Und ich glaube an Vielseitigkeit! Kombiniert mit energiereicher Aktivität, einem Wollen, echtem Willen, machen statt nur zu reden, Neugierde, Fleiß. Und an reflektierte Nachdenklichkeit & in sich ruhende Gelassenheit. An Charakter & Herz sowieso.

Ich lebe gern um zu arbeiten – und über angeblich zu wenig Zeit hat bekanntlich nur derjenige Zeit zu jammern, der sie nicht für Produktives & aktives Leben nutzt.

Karrierezicke? Hm? Wohl einfach nur sehr viel Energie.

Gestern Polizistin im mittleren Dienst – heute Abitur, im Studium und einiges mehr.

Your dream, your life – not someone else’s

Ich glaube daran, dass es der Schlüssel zum Glück ist, nicht zufrieden zu sein. Wäre ich jemals zufrieden gewesen mit dem was das Leben mir in unterschiedlichen Situationen serviert hat, hätte ich so vieles nicht erleben, erfahren, genießen können.


Ich fühle mich bestätigt und glaube deswegen weiterhin daran, dass sich Begeisterung, Brennen, Mut, Offenheit, Aktivität, Zielstrebigkeit, Erwartungen und hartnäckig verfolgte Wünsche immerzu ausbezahlen. Manchmal besser als erwartet. Manchmal einfach nur anders. Immer jedoch viel besser, als wenn man sich bescheiden niemals vom Platz bewegt.


Ich glaube nicht an Zufriedenheit. Ich glaube an mehr. Und daran, dass man das Leben in vollen Zügen leben und mit einem ordentlichen Tempo nutzen sollte.

Brennen oder lassen. Das Leben ist mir seit jeher zu schade für Kompromisse.


About me

https://www.instagram.com/liebe_badenbaden/

PetissaPan – gegründet 2015, und eingetragener und geschützter europäischer Markenname seit 2016.

(2017)

PetissaPan – MY KIND OF KUNST

Dress: PetissaPan

 

Die Person hinter PetissaPan:

In Glück & voller Überzeugung volle 17 Jahre Bundespolizistin; davon 1 Jahr NATO Brüssel, 1 Jahr Deutsche Botschaft Moskau, 1 Jahr Deutsche Botschaft Teheran/Iran und 6 Jahre Einsatzzug in Rosenheim, Berlin, München, Frankfurt, Stuttgart, Lüneburg, Lübeck, deutschlandweit.

1998

Bekennende Multipotentialite, Enthusiastin, gesunde Workaholic – und heute in der Tourismus-/Gästebranche, Ghostwriterin & Freie Autorin (Sport/Ernährung), Künstlerin in Text & Bild und Studentin der Kunstgeschichte & Deutschen Literatur an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau.

 

Wohin ich unterwegs bin, noch will & werde?

Kunsthistorikerin mit Schwerpunkt Architektur: Profanbau 19. Jh. und Belle Epoque in Baden-Baden & Paris.

Was mich antreibt?

Baden-Baden.

Das 19. Jahrhundert. Die Belle Epoque.

Alte Architektur in Baden-Baden / Paris:

Alte Villen.

Alte Hotels.

Die gehobene Hotellerie als Absender und als Empfänger.

Die gehobene Gastronomie als Absender und gerne als Empfänger.

Klasse statt Masse.

Luxus.

Schönheit.

Nischen.

Spaß.

Spannung.

Schokolade.

Die Photographie.

Und das Texten. 

 

Clarissa Johanna Staiger / Baden-Baden / am Friesenberg

Kontakt, Email bitte: cj.staiger@gmx.net (Die Kommentare der Beiträge auf dieser Homepage, lese ich zeitlich bedingt nicht.)

Instagram:

Ich liebe Baden-Baden

Früher:


I’m an incurable optimist, and I like it that way. It’s enabled me to remain hopeful and future-focused. Attitude is everything – in life and in business.

Richard Branson