Sailor

Sicher kennt ihr das auch: einer Sache ganz besonderen Wert beizumessen, da sie vergänglich, oder auch gänzlich unerreichbar ist. Natürlich wäre „es“ auch toll und schön und besonders, wenn man es sicher & dauerhaft, oder überhaupt nur hätte.. Aber in diesem Maß? Ehrlich?

Oft schon ertappte ich mich selbst im Bezug auf dieses Denken, und stupste mich dann zu mehr Objektivität an. Andererseits ist es auch wieder so, dass man Vergängliches in einer Art zelebrieren kann, wie man es mit Gewöhnlicherem eher doch nicht tut. Und dieses zelebrieren ist toll! Ganz bewusst kostet man jeden kleinen Moment, da er eben so kostbar ist. Für mich ist Vergänglichkeit daher großer Genuss & süßer Schmerz in einem. Und danach ist wieder Platz für neues Vergängliches, neben all dem sicherer Bestehenden. Schmerzliches sehnen später, ab & an, erlaube ich vielleicht noch. Aber erfahrungsgemäß vergeht das schnell. Keine Zeit. Neues wird nun mit zeitintensiver Liebe & Hingabe gelebt.

Hier haben wir „Captain“. Den Nagellack 750 von Dior.

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„Captain“ und Seidentuch von Zimaletto (Moskauer ModeMarke)

Eine limitierte Sonderedition aus der FrühsommerKollektion 2014. Ein herrlich warmes flammendes Rot – und dabei mag ich doch Pink in allen Nuancen, mit einem kühlen Unterton für mich viel lieber. Hier haben wir es also. Ertappt! Eigentlich nicht mal „meine Farbe“ und doch in den Himmel gelobt. Ich habe „Captain“ 2014 in einer Modezeitschrift erspäht und war danach in – sage und schreibe – vier Geschäften, bis ich ihn mein Eigen nennen konnte. Da war ich dann ganz stolz darauf! Beim lackieren habe ich mir immer doppelt so viel Mühe gegeben.. Gerne habe ich diesen Ton besonders im Sommer 2014 getragen.. Ich hatte allerdings nicht mal viele Kleidungsstücke, zu denen er tatsächlich passte.. und habe mir ein paar neue gekauft.

Heute trage ich dazu einen warmen Wollpullover in einem kühlen Aubergine. Es ist knapp zwei Jahre später, und ich werde diesen Nagellack loslassen müssen. Der Inhalt des Flakons neigt sich seinem Ende entgegen. Einen vergleichbaren Ton konnte ich bisher auch nicht ausmachen ( Ich will sowieso nur diesen Einen! ) und mehr als das Doppelte – wie er im Internet noch sehr vereinzelt angeboten wird – werde ich dafür nicht bezahlen. So schmerzlich vermissen werde ich ihn dann also doch wieder nicht. Danke an meine erwachende & erwachsene Objektivität.

Captain, es war schön mit dir. Mir steht kein warmes Rot. Sail away!

Nicht immer aus Zucker

Ach menno! Manchmal bleibt der Himmel Tage & Nächte über grau und weint. 7-Tage-Regenwetter-Wetter! Seit ich hier wohne, hat es gefühlt jeden zweiten Tag geregnet. Das ist schade, denn obwohl ich gerade Regen sehr gerne mag, wird es zunehmend müßig immer angenässt anzukommen.

Mal sind es die Kappen der geliebten Lederstiefel, der Saum des Hosenanzuges mit 70er Jahre Schlag, die Tasche aus Samt oder sonst einem hübschen Stoff.. Und wenn man den Schirm tatsächlich einmal ganz vergisst, so fällt das ganze Erscheinungsbild, der Termin, der Tag, sprichwörtlich ins Wasser.

Immer wieder habe ich mir in den vergangenen Wochen – sogar Monaten gesagt: „Aber jetzt kaufe ich mir endgültig Gummistiefel!“ Und habe es doch bis jetzt nicht getan gehabt.

Unerschütterliche Hoffnung, dass sich das Wetter doch etwas mehr zusammen reißt?

Die Überzeugung, dass sobald ich mir diese besorgt hätte, nur noch die Sonne scheint?

Ich weiss es nicht genau.

Fakt ist, es gibt so schöne Schuhe, Stiefel und halbhohe Boots, die eigens für nasses Wetter konzipiert wurden. Hier beispielsweise die Neuen von Ralph Lauren:

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.. in einem HochglanzBlau, mit schimmernden Seitengummis in ZierfischFarben.

Die passen doch – so ganz und gar nicht wie sie das im Büro tun – perfekt in den Alltag. Besonders wenn dieser grau ist. Völlig egal dann, ob mit einer engen Steghosen aus Stoff kombiniert.. Mit einer sportlichen SkinnyJeans.. oder Kleider und Röcken. Bei letzteren gilt: je bunter und kürzer desto besser. Der Himmel ist schließlich trist genug.

Mein Lieblingslook sind diese Regenkautschuks mit meinen Lieblingssocken: Burlington. Da geht für mich einfach nichts drüber. Begeistert, verliebt, und seit Jahren schon lebe ich täglich mit ihnen. Also: Regenboots, Burlingtonsocken und dazu eine enge Jeans, deren Saum frech in die Socken gesteckt wird.. Oder ein Wickelkleid, ein Babydoll meiner Kollektion, oder einer hübschen anderen, und dazu dann Kniestrümpfe. Seit Jahr & Tag zelebriere ich diesen Look bereits. Oft allerdings mit pudelnassen Schaffellstiefeln, oder nassen Spitzen an den Lederstiefeletten.

Das passiert in Zukunft nicht mehr: die Gummistiefel sind bestellt und erreichen mich morgen. Ich habe mich, da mein Herz für Klassiker schlägt, nicht für die wirklich hübschen von „RL“ entschieden, sondern die guten alten „Hunter“. Jahrzehnte erprobt in Natur & Wetter, können mir diese hier im Großstadt-Dschungel nur hilfreich sein. Ich freue mich schon! Halbhoch, damit ich auch im wärmeren Frühjahr noch was von ihnen habe.

Im Sommer laufe ich übrigens bevorzugt barfuß bei Regen. Die Straßen von Paris und Verona beispielsweise haben schon meine nackten Fußsohlen geküsst.

Fazit heute: Der Regen kann kommen! Und die Natur braucht ihn sowieso.

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;-)

Hosenmontag“

Als ganz schlimm romantisches weibliches Wesen, würde ich ja am liebsten jeden Tag ein hübsches Kleid tragen. Aber, ihr lieben Jungs & Mädels, es geht auch anders. Sogar zwei Tage in Folge. (Siehe meinen Beitrag yesterday.)

Ob dies nun damit zusammen hängt, dass auch dauerhaftes Kleidchen tragen, mich auf Dauer langweilt, oder ob es schlicht an manchen Tagen, der Hose bedarf, um seine Welt retten zu können? Ya ne znayu!! Es macht einfach Spass: in Rollen schlüpfen, jemand anderer zu sein, ausprobieren, sich & seinen Look selbst anders zu interpretieren. Da darf gern gemixt werden, an Stoffen & Mustern, als gäbe es kein Morgen mehr. Frisch, fromm (Motto gestern), fröhlich oder frei!

Mein Mustermix heute darf als frei interpretiert werden. In einer meiner favorisierten FarbKombi: blau weiß rot & Karo mit Streifen. Schlicht, und doch wunderbar. Aber seht & urteilt doch einfach selbst:

  • BILD – NICHT – MEHR – VERFÜGBAR —

So, und keine glacierten Tatzen heute. 😉

Habt einen bunten Rosenmontag! (Meine lieben Grüße gehen dabei an das mutige Köln. Anderswo wurde ja alles abgesagt.)

Köstlich Kostümiert

Nein, ich laufe (heute) nicht beim Karneval auf. Dies ist ein Alltagsoutfit:

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Gerne nämlich mag ich es augenzwinkernd altbacken.

Bluse in petrolgrün mit Blümchendruck (Superdry).. Verwaschene schwarze SkinnyJeans (7 for all mankind).. Handgestrickte LangWeste in karamellbraun („Handmade with love“ für mich in Iran).. Daran die Brosche mit Flamingos auf Perlmutt (Art Deco 30er/40er Jahre).

Dazu gibt´s offenes honigblondes Haar, und knallpinker Lippenstift & ebensolcher Nagellack. Unten: schwarze Stiefeletten aus Samt – auf 8cm Absatz.

Das alles sieht man (und Frau) nun auf dem Foto nicht. Tja.. und manchmal ist auch PetissaPan etwas scheu und zelebriert divenhafte Unnahbarkeit & Privatsphäre. 😉

Dä Zoch kütt!

: D ist in närrischer Hand – der Himmel einfallslos grau.

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Trüber Einheitsbrei über der schönen Stadt am Rhein.

Der Karneval hat überdeutlich Einzug hier gehalten: Überschäumende rheinische Frohnatur an allen StraßenEcken und Enden. Je später die Stunde, desto wilder und lauter das Treiben. Geschäfte und Restaurants, die mit ihren konfusen Öffnungszeiten überraschen. Und die Schaufenster der EdelShops auf der Kö, werden dieser Tage gut & gern mit HolzBrettern zusätzlich geschützt.

Selbst in einer (Vermutlich DER) Hochburg der Allemannischen Fasnet in Baden-Württemberg geboren, konnte ich dem Fasching, der Fasnet, dem Karneval, überraschenderweise noch niemals etwas abgewinnen. Vielleicht weil PetissaPan das ganze Jahr über etwas jeck & mad ist, und es dieser Tage dann einfach nicht bedarf.

Vielleicht aber hätte ich auch in Schwaben & Baden mal genauer hinsehen sollen: Hier nämlich, fällt mir erstmals auf, wie viel Ideenreichtum & Charme mit den ganzen Jecken in die Stadt kommt. Lachen, Schunkeln, Bützen, und fünfe mal gerade sein lassen. Gehört hier her! Und die Passion dafür und Lebensfreude ist fantastisch.

Wenn ich heute einen Wunsch frei hätte, würde ich mir für diese paar Tage schönes Wetter für die Feiernden wünschen. Vielleicht macht das kunterbunte Treiben aber auch ganz einfach den grauen Himmel wieder wett & gänzlich vergessen. Helau!!

Die Hässlichen?

Diese Stiefel im Winter sind was vom Größten, vom Besten, und überhaupt!

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links: die 1 1/2 Jährigen – rechts: 4 jährig.

Morgens der warmen Dusche entsprungen, abgetrocknet, und dann mit nackten Füßen, eintauchen in den weißen kuschligen Pelz. Toll!

Ich habe das so bereits bei bis zu minus 40 Grad getestet und für erfolgreich befunden. Von November bis Februar gibt es für mich keinen besseren Schuh.

Wie schön es wäre, die überall tragen zu können. Aber im Bezug auf gesellschaftliche Akzeptanz, werden ihnen dann doch deutlich Grenzen aufgezeigt. Wie leider aber auch! Denn mit warmen Füßen in gemütlichem Schuhwerk wäre Frau sicher allzeit leistungsfähiger, begeistert und wenig quengelig.

Und die voluminösen Boots machen auch noch dahingehend eine gute Figur, dass sie den Rest vom Körper klein und zierlich aussehen lassen können: Ein schlankes Bein in einem Berg voll lederummantelter NaturWolle. Ein wenig kurz allerdings das Bein. Zugegeben.

Heute scheitert es übrigens nicht an der Etikette, dass es mit diesem Paar Schuhe nichts wird. Es regnet. Und da versagt dieser Schuh doch glatt.

Setzen 6 und Zuhause bleiben!

Ambivalenzen“

.. Denn Gegensätze ziehen sich an.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, und ein modisch gewagter Auftritt ist nicht jedermanns Stil. Kleidung heisst Selbstdarstellung und transportiert nach Außen, wie man sich präsentieren möchte oder auch muss. (#geliebte Uniformen: Da kenne ich mich gut aus. ;-))

Vielleicht geht es euch ja genauso? Meine Sinne jedenfalls sprechen – hellerwacht“ – sofort an wenn ich außergewöhnliche Kombinationen, frech zusammenGewürfeltes, gewollte Asymmetrie, mutige Stilbrüche, FarbSchocker, – einfach Ungewohntes in der Masse erspähe. Wie schön!

Auch, auf den ersten Blick, gegensätzliche Paare:
Ungleiche Paare, lassen mich immer über deren Persönlichkeiten grübeln, deren gemeinsame Basis oder Art der Anziehung. Ich mag das! Darüber nachzudenken, zu sinnieren.. Es belebt meinen Tag & (hoffentlich auch) Geist. Spielerische Menschenkenntnis im Amüsanten vielleicht.

Oft ist es vielleicht doch nur der Unterschied an sich.. So wie bei der Mode, die durch frische Gegensätzlichkeiten zum feschen Hingucker wird.

Schon fast ein Klassiker heute: Schlichte Textilie in gedeckter Farbe, und dazu einen Anlass & einen Schuh, bei dem es einen „aus den Schuhen haut“.image-2 (4)Zunehmend geht in der Mode seit einigen Jahren alles. Nie war Aus-der-Reihe-Tanzen einfacher & geläufiger als jetzt. Selbstbewusst, mit einem souveränen Augenzwinkern getragen: ganz wunderbar!  Und wer sein Auge und seine Sinne erstmal dafür geschärft hat, entdeckt zunehmend feinere Nuancen.

Das müssen also nicht die kanariengelben PlateauSchuhe, zu dem braven Schwarzen mit BubiKragen sein.

Manchmal kommen einem auch ganz simple Ideen, an die Frau gar nicht dachte. Und Not macht erfinderisch!

Bei meiner sehr gemochten SamtTasche einer britischen GünstigKette, hat sich nach 3, 4 Jahren der Tragegurt immer mehr aufgezwirbelt. Als sich die eine Seite des Gurtes vollständig von der Tasche löste, war ich unglücklicherweise gerade auf Reisen. Kurzerhand zog ich meinen Gürtel aus der Jeans, um diesen als Tragegurt zu missbrauchen“.

Und dabei ist es geblieben: Die hübsche Tasche baumelt heute, in ungewöhnlicher Kombination, an einem schmalen edlen Gürtel von Céline.image (6)Ambivalenzen“ finden Gefallen, auch im kleinen Detail. :-)