Hochromantik

Es ist schon spät, es wird schon kalt,

Was reitest du einsam durch den Wald?

Der Wald ist lang, du bist allein, Du schöne Braut! Ich führ‘ dich heim!

(von Eichendorff; „Waldgespräch“ 1815)

Dreamy. Cosy. In zartestem Stoff und hartem Stiefelschuh:

Das bist du!

Selbst die Uhr, läuft hübsch nach deiner Zeit.

Obsession für Freiheit.

Baden-Baden

Text & Foto: PetissaPan; 2019

Energie

Wenn ich angepasst sein wollte, habe ich hunderte Chancen dafür verstreichen lassen.

Wenn ich gesellschaftskonforme Beziehungen leben wollte, hätte ich nur zugepackt.

Und wenn ich ein normales Leben wünschte, wäre ich nicht derjenige Mann, Mensch, der ich bin, weil aus freien Stücken genau so gewollt.

Herzhafte Balance du !

zwischen Alleinsamkeit und Gesellschaft;

zwischen Ruhe und Inspiration;

zwischen Askese und Luxus pur.

Eine falsche Note zu spielen, ist unbedeutend. Ohne Leidenschaft zu spielen, ist unverzeihlich.

Ludwig van Beethoven

Auf dass ich wirken, kreieren kann, und niemals still stehen muss, bis ich sterbe.

Mauer Münster Freiburg . Bauzeit ca. 330 Jahre.

Text & Foto: PetissaPan

Flamingosky

Die zauberhafte Welt der Amelie, der Bibi, Pippi, und der Petissa Pan. 

Rosarote Bubblegum-Blasen machend, mit blinzelnden Augen, gen Novemberrain. 

Und so sicher, wie jeder einzelne von uns die Wahl hat, das Kasperle der elterlichen Erziehung und der Gesellschaft zu sein oder nicht, so sicher klatschen die ungezügelten Wellen der freien See, an die davon weichgezeichneten Klippen.

Was zieh‘ ich also an? Was koch‘ ich meinem Mann?

Nichts ist so hoch, wonach der Starke nicht Befugnis hat, die Leiter anzusetzen.


Friedrich von Schiller
An der Dreisam . Freiburg

Text & Foto: PetissaPan

Jederfrau

Wenn zurückhaltend blass, das neue sonnig Gebräunt in vornehmen Schatten stellt.

Und kurvig, weich, duftig gepflegt, über androgyn und durchtrainiert steht.

Ruhe & Geisteswissenschaft, Outgoing & Daten-, Zahlen-, Faktenmenschen heute auf Augenhöhe schafft.

Selbst dann, scheinen einem die selben hübschen Sterne vom Himmel jede Nacht.

Du hast in mir den edlen Trieb erregt, tief ins Gemüt der weiten Welt zu schauen; Mit deiner Hand ergriff mich ein Vertrauen, das sicher mich durch alle Stürme trägt.

Novalis aka Georg Philipp Friedrich von Hardenberg in „Heinrich von Ofterdingen“
Paris

Text & Foto: PetissaPan

Großzügigkeit

Ein Augenblick, ein Stundenschlag, with dripping peaches: zehn Jahre sind nur ein Tag.

And it took thirteen beaches to find one empty.

Ist man noch frei, wenn man nicht sucht, will, wagt? I’m camera ready: denn hundert Jahre sind bloß ein Tag.

In the ballroom of my mind.

Und was man tiefgründig, so fragt, im Augenblick, beim Stundenschlag:

Tausend Jahre sind ein Tag.

Unser Wissen ist nichts, wir horchen allein dem Gerüchte.


Friedrich Schlegel
Baden-Baden

Text: PetissaPan, inspiriert von Udo Jürgens & Lana del Rey

Foto: PetissaPan & Gemälde: Karin Kneffel

Fuchs

Schreiben, wie die alten Russen es noch konnten: Turgenev, Tolstoi, Dostojevski. Dabei stilvoll verführend und nonchalant lässig, wie die Französinnen; mit tiefrotem Cremestift, auf unangestrengt perfekt geschürzten Lippen. Vin Blanc und Weichspüler im Glas, und eine Fluppe zwischen den perfekt gefrenchnailten Fingern: Den Stift.

Die Schrift.

Schreibe;

das Buch.

Salut und salut!

Und malen vielleicht, wie Karin Kneffel.

Kunst.

Die Kunst ist das einzig Ernsthafte auf dieser Welt. Und der Künstler ist der einzige Mensch, der nie ernsthaft ist.

Oscar Wilde
Museum Frieder Burda Baden-Baden; Karin Kneffel ab 12. Okt 2019

Text & Foto: PetissaPan

Ikonographie

Wenn man auf einer Seite dreist großzügig denkt, man sei die Norm;

und die eigentliche, bibbernd zur Menge rückt:

wen wundert da, dass eine wachsende Minderheit vermeintlich ausgleichend entsteht?

Wippe wippe, in die Mitte bitte. Und kann jetzt jeder wieder auf seinen Platz?
Sieg und Satz:

Die Mittelmäßigkeit verurteilt meist alles, was ihren Horizont übersteigt.


François de la Rochefoucauld
Blankgezogen

Text, Pic & Akt: PetissaPan

Love or leave

Von der Welt da draußen auch komplett abschalten zu können

ist bildschöne Ruhe

purer Genuß

und damit vollendeter Luxus.

Glucksend verspielt in dekadenter Alleinsamkeit.

Der Hang zum Luxus geht in die Tiefe eines Menschen: Er verrät, dass das Überflüssige und Unmäßige das Wasser ist, in dem seine Seele am liebsten schwimmt.


Friedrich Wilhelm Nietzsche
Zeit! Qualitativ – nicht quantitativ.

Text & Foto: PetissaPan

Bilderbuchenbach

Heute sitzt er im noblen Genève, könnte im besten Hotel am Platz, den teuersten Champagner trinken; inmitten dortiger dekadent vibrierender Menge.

Interessiert ihn nicht. 

Nachdem selbst das Geld als Spaßfaktor – nach den Frauen weggebrochen ist, die Freude an seinen Sportwägen ebenfalls aus den letzten Löchern pfeift, sind es allein Kontrolle und Macht ein wenig, die ihn nun noch befriedigen. 

Put on a happy face.

Joker
Freiburg im Breisgau

Die Kunst ist keine Dienerin der Menge.


August von Platen-Hallermünde

Text & Foto: PetissaPan