Alle Jahre wieder

Vorweihnachtszeit ist die Zeit des Jahres, während der sich samstags in der Schatten-Arkade (Schadow Arkaden Düsseldorf) alle 600000 Düsseldorfer, plus mindestens noch einmal genau so viele Menschen aus umliegenden Städten – wie heimliche Kölner beispielsweise – tummeln.

Und zwar just in dem Moment in dem Frau den Eingang betritt um zum Fitnessstudio im 1. Stock zu gelangen. Eine Wegstrecke, welche üblicherweise in sportlichen 2 Minuten spielend zu überwinden ist, kann so leicht auf das 10-fache der Zeit anwachsen.

20 lange Minuten und “Hilfe! Ich verpasse meinen Kurs“ später: Dabei ist es völlig egal, ob wir uns dafür entscheiden morgens trainieren zu gehen – oder am Nachmittag: Wenn die Geschäfte noch geschlossen sind oder abends schließen, hat nämlich auch das Trainingscenter geschlossen.

So bleibt die leicht sperrige Sporttasche, elegant über eine Schulter geworfen und gespickt und gefüllt bis obenhin mit Sportdress, 3 paar Sport- und TanzSchuhen, Bras für die diversen Aktivitäten, Wechselgarderobe, Terra-Bändern, Dusch- und Pflegeutensilien, 3-7 Parfums, mindestens 3 Lippenstiften und dem ein oder anderen, im Mindesthaltbarkeitsdatum, abgelaufenen Eiweißriegel … gerne hängen und eckt an, zwischen: edelsten Pelzmänteln der Oberkasseler Damen, begriffen von den klebrigen Schokoladen-, Crepes- und Gebrannte-Mandel-Finger der süßesten unter den Süßen, die Papa lässig auf dem Arm trägt.

Slalom-Lizenz erforderlich.

Hürdenlauf-Kenntnis ebenfalls von großem Vorteil.

Stau bei der Rollstreppe. Sie nimmt sich heute mal frei. Danke.

Nach gut 20 Minuten und dabei knapp 80 Metern zurückgelegtem Weg, mehr geschwitzt als beim nun anvisierten Kurs, erreichen wir das Ziel. Einchecken und schnell in die Umkleiden retten: Wunderbare Ruhe und kein einziger Mensch ist da. Wir geniessen die Stille, nur über die Lautsprecher ertönt beschwingte Musik, die so überhaupt nichts mit Weihnachten zu tun hat: Auch fein. Wir summen entspannt mit unser Sportlerpuls fährt so schnell runter, wie er gerade hochgeschossen ist.

Ausziehen.

Anziehen.

Schnell einen Zopf geflochten, einen Blick in den Spiegel, einen Sprung auf die Waage und wir gehen zügigen Schrittes den Weg zum Kursraum. 36 Treppenstufen joggend mit links hinauf, öffnen die Türe und dort sitzt sie: eine Einzelkämpferin. Sie und ich sind und bleiben die einzig beiden Teilnehmerinnen und damit entfällt dieses Workout.

Der Trainer darf nach Hause gehen und sich auf dem Weg einen Glühwein gönnen. “Gehen Sie über Los und ziehen Sie dabei kein Geld, kein Bauch-Beine-Po, kein Body-Complete, kein Irgendwas ein. Der Kursraum wird sofort verschlossen, nachdem wir nach wenigen Minuten wieder Draußen sind.

Motiviert schwingt Frau sich dann eben aufs Laufband. Sie hat das ganze Studio allein für sich und damit endlich einmal Zeit zu überprüfen welches Laufband denn nun das beste von allen ist – wo der Empfang der Fernseh- und Musikprogramme am klarsten.

Auf jeden Fall aber in der ersten Reihe, denn von hier aus haben wir – habe ich – einen fantastischen Blick, durch fast raumhohe Fenster, auf den bunten Weihnachtsmarkt samt Karussell unten auf dem schattigen Platz neben der Arkade. Schatten bedeutet in dem Fall aber, dass die Beleuchtung und das Lichtgeflacker sich umso wunderbarer abhebt und die Augen begeistert, während die fleißigen Beine unter uns Kilometer nach Kilometer laufen.

Vierzigtausend Menschen haben wir gezählt – das gesamte Fitnessstudio immer noch still und leer – als wir nach einer guten Stunde vom Band hüpfen.

Dusche für uns allein.

Sauna für uns allein.

Einmal noch tief durchatmend, die sanfte Stille genießen, bevor wir das Trainingscenter verlassen um uns auf den erneuten Arkaden-Kampf zu wappnen. Oder wir machen es dieses Mal anders: reihen uns mit unserer Sporttasche ein, lassen uns locker entspannt treiben und greifen noch schnell einen eiweißreichen Snack unterwegs ab, bis wir Arkade, Innenstadt, Metro & Co hinter uns lassen.

Zuhause angekommen realisieren wir, dass wir unbedingt noch ein Geschenk für morgen gebraucht hätten. Also nochmal los, oder doch ein paar abgelaufene Eiweißriegel verschenken und so tun als ob?

IMG_2654
Weihnachten ist auch in London – hier Mayfair – für die, die mal rauswollen und die Sport- oder Aktentasche mal eben an den Nagel hängen …

Lucien

Bei all den toughen und tiefgründigen Themen in der vergangenen Zeit, darf der Schabernack auf meiner Seite nicht zu kurz kommen. Niemals! Dafür steht PetissaPan und ich mindestens genauso sehr – wenn nicht noch mehr. Manchmal mag ich nicht querdenken und für Gutes motivieren. Manchmal mag ich mich einfach treiben lassen, mit all meinen frechen Flausen im Kopf, Träumen und Gedanken.

Also ihr Lieben: aktuell date ich Lucien und ich bin hin und weg.

Eine Schönheit ist er wahrlich nicht, eher ein ganz schräges Ding. Und Himmel, Männer müssen weiß Gott keine Schönheiten sein. Frauen überhaupt? Bei denen kommt wahre Schönheit doch auch von innen… Und Männer machen andere Dinge interessant. Ein tiefes schönes Herz, ziehe ich einem glatten rasierten Gesicht schon immer vor.

Lucien also, ist ein Vogel. Aber was für einer: Ich bin im Paradies! Optische Perfektion finde ich furchtbar langweilig und lasse mich glücklich fallen, indem ich die Augen schließe, – seine liebenswerten, wie auch erotischen Schönheitsmakel in meinen Gedanken, während seine Stimme meine Seele gekonnt streichelt. Bezaubernde Melodie und ich bin selig, sein großer Fan.

IMG_0566

Mein charmant-eleganter großer Verführer.

Spitzbübisch und außergewöhnlich gewagt. Und nicht mal selbst zu rauchen bräuchte ich bei ihm – was ich ohnehin nicht tue – denn Lucien: der raucht für Fünf.

Er beamt mich in eine länger vergangene Zeit. Nicht in die der Dinosaurier, sondern die der aufregenden 70er Jahre. Und das auch noch in Paris. Ich bin doppelt bis vierfach verliebt. Das ist wie Maccarons und Eclair zusammen. Pistazie und Vanille und die himmlisch ölig-cremige Schokolade bei Ladurée zum Croissant. Zu Monét und Chagall … Ich verliere mich …

Ladurée, Lucien, l’amour, je t’aime, Brigitte Bardot und der Chanson.

Also gut, es ist Serge, der ja eigentlich Lucien heißt – Gainsbourg also – von dem ich zuletzt den Film über sein heroisches Leben gesehen habe und “My Lady Héroine” bei mir hoch unter runter läuft, während ich mich durch seine 2009 veröffentlichte Biografie genieße. Wunderbar!

004-serge-gainsbourg-theredlist
Serge Gainsbourg by Jean d‘ Hugues 1968

Manchmal frage ich mich, wer und wieviele uns, – auch mir – in 10, 15, 20 Jahren noch bleiben, von den ganz großen Künstlern, den Einzelstücken, den Einhörnern, all denen, die ich so verzückt anschwärmen will. Vielschichtig, inspirierend vielsagend, charmant provokant.

Von denen fehlen ohnehin schon so sehr viele. Und eine wehmütige Verzweiflung macht sich breit, die ich an einem gelebt-geliebten Wochenend-Abend, bei einem Glas warmer Milch und dazu einer Schachtel feiner Pralinen, oder Eggnog über sahnigem Vanille- oder Schokoeis, auch gerne mal melancholisch ausleben und betrauern mag. Jaa, darin bin ich so richtig gut. Weil’s Spaß und pure Freude macht.

Dann denke ich an Mick Jagger, für den ich – für manche unverständlicher Weise – auch eine große Schwäche habe. Er wurde vergangene Woche auch schon 74 Lenze alt.

Jagger’s Biografie war das erste englischsprachige Buch überhaupt, das ich gelesen habe und sein Video zu “Start me up” bringt mich schwungvoll und amüsiert in einen Tag, an dem ich mich etwas lahm fühle. Also, ich würde mich schon als große Verehrerin, im Sinne von bewundernd fasziniert bis herrlich belustigt von ihm beschreiben. Von Genie bis Knallkopf: alles dabei. Und so lasse mich von “Anybody seen my baby” bis zu “Hard woman” ein.

Aber Jagger zelebriere ich am liebsten wie er mal war. Der Gute ist immerhin Mitte 70, damit fast so alt wie mein Vater und ich geniesse es, Männer attraktiv zu finden, die sich altersmäßig etwas näher der Mitte, zwischen meinen Brüdern und 76 befinden.

p01bqjxj
Mick Jagger bbc.co.uk

Mit größerem Schrecken stellte ich auch gerade fest, dass überhaupt keiner meiner selbstgewählten Mentoren und -innen jünger als 60 Jahre ist. Vielleicht sollte ich mir zumindest ein, zwei jüngere suchen. Um mich wohler zu fühlen? Auf “Nummer Sicher” zu gehen? Sollten wir das alle, oder habt ihr wen?

Seit längerem gibt es da eben auch meinen “Inselgott”, Soul Mate und Namensvetter, – den erfolgreichsten Peter Pan aller Zeiten: Branson. Und der ist vor ein paar Wochen 67 geworden.

Nun mag das Leben im Schlager mit 66 Jahren anfangen… Trotzdem mache ich mir Gedanken. Was kommt denn aktuell wirklich richtig Gutes, einzigartiges, unvergleichliches, schamloses, zugleich niveauvoll Künstlerisches noch nach? Auch in anderen Bereichen: Eine Oprah und eine Lagarde haben die 60 mittlerweile bereits hinter sich gelassen.

Oder ist es so, dass Mentoren erst im höheren Alter als solche wahrgenommen werden, da sie in jungen Jahren noch nicht so viel zu sagen hatten, die positiven Erfahrungen – aber vor allem auch die Rückschläge, aus denen sie gelernt haben, fehlten?

Nun ist Gainsbourg allerdings kein Mentor. Aber ein so großartiger wie wilder Künstler seiner Zeit. Ein Vorreiter und Hochhalter.

Holla die Waldfee, wie doch die Zeit galoppiert.

eb1118169151e4d7bf0c6a0514f7c4b9
Gainsbourg & BB

Und während ich verzehrend liebend an meinen “alten” Lieblingen festhalte, realisiere ich, dass Gainsbourg schon seit 16 Jahren nicht mehr unter uns weilt. Er wäre heute bereits 89: der französische Stern mit den russisch-ukrainischen Wurzeln, der wunderbar-sexy Stimme, den klebrigen Augen, der übergroßen Zunehmender-Mond-Nase und den aufgestellten Segelohren. ( Habe ich schon mal erwähnt, dass ich eine Schwäche für abstehende Ohren habe? Nun wisst ihr es! )

Gainsbourg, so wunderbar bereichernd, dass er Tage wie Abende versüßen kann:

Lola rastaquouere – Beim Wäsche bügeln …
Comme un boomerang – Um sich vom täglichen Wahnsinn abzuregen …
Sea Sex and Sun – Wenn wir im Cabrio, die Hitze und Enge der Großstadt hinter uns lassend, ans Meer brausen …
69 année érotique – zum Wegträumen “Eine knallrote Birkin Bag an unserer Hand und wir an der Strandpromenade von Nizza.” …

Was ich an dem Film übrigens so schön fand: Typisch französisch mit seiner ganz eigenen Art von wunderbarem Humor und so gelungenem Charme.

Ich mag ihn. Lucien. Sein heroisches Leben. Und vielleicht sind alle Träume nur Erinnerungen.

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤

Ausgeknutschkugelt bevor es begann

Angenommen, wir sind in einem neuen Umfeld und unser Herz könnte sich durchaus für einen tollen Menschen erwärmen, wir aber wollen erstmal abwarten und nur ein wenig schwärmen … mit der lieben „Freundin“, die die Bombe schließlich plappernd platzen lässt: Verrät. Verpetzt. Gewusst wie.

Tschüss „Freundin“ und Distanz, Distanz und erstmal Ruhe reinbringen und sich neu sortieren im heillosen Chaos der Herzen. Unruhe … dabei ist nichts passiert. Der Rückzug trotzdem – nur was passiert da: Monate später?

Eine neue „Bekanntin“, irgendwann eingeweiht, fängt selbst an forsch wie derb zu werben.

Bye bye love. Bye bye happiness. Hello emptiness. So erlebt.

Erfahrungen, so wichtig, wundervoll und manchmal schmerzvoll wie das Leben. Weil es die schönsten und traurigsten Kapitel gleichzeitig schreibt.

 

IMG_0195

Lebenserfahrung bedeutet Lebensglück, weil Frau bekannte Fehler nicht wiederholen wird.

Und Frau will einen Mann. Mädchen wollen Jungs.

Und Mädchen – nicht ans Alter gebunden – spielen Spielchen. Reife zeigt sich daran, mindestens sehr sensibel mit der Verletzung anderer umzugehen. Manchmal leider weit gefehlt.

Doch Erinnerungen die ein Herz berührten, gehen nie verloren.

Du warst mein Traum. Ein zartes Pflänzchen. Wir. Scheu und leicht zertretbar, verletzliche Unsicherheit. Eine Verbindung und Blicke, die mehr sagen, als es tausend Worte könnten – sowieso nicht dürften. Loslassen weil so gemusst.

Ein tosender Sturm auf der anderen Seite. So gegensätzlich zu uns, zu mir. So laut und anders benehmend, forsch, nicht fragend, sich einfach nehmend.

Wenn Mann sich allerdings nehmen läßt, dann bin ich’s nicht. Wohl zu romantisch für derartige Vorgehensweisen. Nichts trägt doch so viel flamingofarbenenen Zauber und kunterbunten Glitzer, wie eine erste Annäherung und diese sollte dann nicht plump und in Neonbeleuchtung daherkommen.

Soll ich’s also verwerflich finden?

Nein, denn ich mag es ja sehr, wenn ich anderer Menschen Seelen und Einstellungen liebevoll und gut gemeint pushen und motivieren kann und freue mich über die Inspiration die ich gebe. Ich bin so viel – wie du ja auch – aber wenn das jemand nicht erkennt und genauso sieht, ist’s brotlose Kunst sich weiter zu verkünsteln.

Nie nämlich ist rosige Romantik und Weichspüler-Seelen-Weichheit so präsent, wie wenn ich beginne mich für jemanden ernsthaft zu begeistern und dann erstmals einlasse. Nie bin ich so empfindsam und verletzlich wie dann.

Du erschreckst hingegen. Aus dem Nichts – plötzlich präsent, laut, neu erfunden, da. All die Tipps die ich dir „gab“ und mit denen du mir nun in den Rücken fällst … Meine ruhigere Art übermalst und dich penetrant in die erste Reihe spielst. Seltsam nur: hier gibt es keine scheuen Blicke … zarte Hoffnung … Wünsche, die warten müssen und das wollen … Angst und Sehnsucht.

Hier gibt es nur die Karten die du spielst, wie das gesunde Essen, an dem du dich seit gerade einmal zwei Wochen probierst um Eindruck zu machen, und ihn einzuweben. Läßt er sich werben?

Du findest mich unfair? Sorry not sorry!

In einem Umfeld, in dem du perfekt brillieren kannst, ist es ein trauriges Spiel. Noch mehr, weil ich meine Register nicht ziehen kann.
Ich brilliere eben bei ganz anderen Themen und spiele dort gekonnt an die Wand. So wie du. Respekt.

Immerhin, was mich tröstet: Diese romantisch weiche Unschuld, in allen Bewegungen und der Annäherung in Distanz wie er und ich sie hatten, wirst du mit ihm niemals haben, weil du der „Elefant im Porzellanladen“ bist. Törööö!!!

Männer passen zu Frauen.

Jungs passen zu Mädchen.

„Elefanten zu Elefanten“.

Und vielleicht ist ja doch alles ganz anders.

Herzlich, Petissa Pan

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤

Sehnsucht und Romantik

Jenseits von Nähe. Jenseits von Afrika.

Ist das nicht ein ganz wundervoller Film? Ich zumindest habe mich damals – es muss um die Jahrtausendwende gewesen sein – gleich doppelt verliebt: in den geheimnisvoll sanft verwegenen Robert Redford und die ganze zelebrierte, erzählte, perfekte Liaison zwischen Karen Blixen und dem Hunter Denys. Wobei, so ganz richtig ist das nicht, denn gelitten habe ich total: mit Karen. Immer zurückbleibend und wartend. Kaffee anbauend und verzagend. Sich verzerrend nach der Liebe ihres Lebens, die dann eines Tages gar nicht mehr wieder zurück kam.

Himmel, habe ich geweint. Um seinen Tod, aber vor allem um ihre verlorene Zeit. Denn zuvor: Wie sie am Kaminfeuer sitzen und beide in Stille lesen .. Wie sie erfundene wunderschöne Geschichten zum gemeinsamen Essen erzählt .. Wie er ihr langes Haar im Fluß zärtlich wäscht .. Das ist pure wundervolle Romantik für mich. Bis mir das zu viel und zu bunt, beziehungsweise zu wenig bunt wird.

Kann ich Nähe leben?

Ja, aber nur dann, wenn Man(n) mir die totale Freiheit und die ganze Welt gleich mit dazu schenkt.

Und bitte keinen Versorger, Bodenständigen mit konventionellen Vorstellungen oder einem goldenem Käfig. Ich lasse mich nicht fangen und lebe nach meinem Kopf und freien Willen. Heiratsanträge abgelehnt, die Ex-Freunde längst verheiratet, liiert und ich? Die Freie, Unzähmbare. Petissa Pan. Peter Pan. In meinem nächsten Leben bin ich der Junge der nicht erwachsen werden will und in diesem Leben schreibe ich noch ein Kinderbuch. Versprochen!

Aber, mein Geständnis: Ich war schon im Gefängnis:

Mein Sommerurlaub 2014 in Miami am Beach. Und nein, am Beach war ich damals leider kaum, obwohl mich wenig an Natur so sehr berührt wie das Meer: Flach wie ein Spiegel .. still, alt, ruhend .. sich dann kräuselnd .. brodelnd, kochend .. riesige Wellen .. und der große Weiße mittendrin. Südafrika, Gansbaai ich komme! Irgendwann.

Das Meer also, eine Naturgewalt und eine der schönsten und mächtigsten mit dazu. Irgendwie war ich in diesem besagten Sommer wohl vollkommen depressiv und kläglich, schwächlich, bleich und apathisch am Sterne-Pool des blendenden, viel zu weißen Art-Deco-Hotels in der ersten Reihe. Hätte ich doch! Wäre ich doch! Kaum zu glauben! Und noch sehr viel weniger Space als für Karen auf ihrem Acker am Fuße der Ngong Berge.

Freiheit ist das Einzige, Alleinige, Wunderbarste das zählt.

Und du. Ab und an, denn Verzicht ist doch oft der größte Genuss. Für den der Liebe lebt.

Ja ja, meine Mount Everest hohen Ansprüche: So viel mehr und Freiheit gleich, als die nicht verhandelbar Basis dazu. Einmal habe ich es bereits genau so gelebt: Leinen los und ich unterwegs, toughe Pläne schmiedend, tänzelnd in der Ballettschule, lachend, tollend, Wildfang, und alleine beim abendlichen Ausgang ..

Kein Argwohn, keine Fragen, keine Diskussionen, keine Kontrolle. Stattdessen mein blindes wie dummes Vertrauen: Meinem Ex gegenüber, der mir als allererster Mann das Gefühl gab mein enormes Distanzbedürfnis respektieren zu können, gar zu wollen .. Tatsächlich und nachweislich aber ein Kind mit einer anderen gezeugt hat (“Igitt!”) und mein Handy hackte um die totale Kontrolle zu haben und alles mitverfolgen zu können, was ich mit Freundinnen, Kollegen und Familie schrieb (“Einmal die ganz knallrote Karte dafür!”). Pfui und nochmal pfui, auch wenn Wissen unsere größte Macht ist. Gell!

Leute, das passiert! Das ist das Leben und mein knallbuntes sowieso! Ich brenne und verbrenne und warum nicht? – War ich doch schon immer und werde es auf ewig sein: eine Frau, die lieber mit einem “Oops” statt einem “What if” lebt. Angezogene Handbremsen mag ich nur bei bildschönen Sportwägen. Wenn man genug auf der linken Spur geflitzt ist und sie anschließend in der Garage sicher verräumt werden. Gut Essen geht. Den Tag ausklingen läßt.

So, und nun muss ich tatsächlich überlegen und in mich fühlen: Gibt es wirklich nichts in meinem Leben, das mir mehr zuwider ist, als wenn mich jemand meiner Freiheit beraubt, beziehungsweise mich sanft schubst sie aufzugeben?

Genau. Yes. That’s it. Merci!

Raub oder Schubs: ich kann mich mit keinem von beidem auch nur ein wenig anfreunden und auch nicht mit allem was ähnlich wirkt, klingt und somit in den selben Wortfamilien Zuhause ist. Freiheit bitte! Die ganz große Portion mit Schlagsahne! So liebe ich das und so lebe ich das. Und ich tu auch keinem was. Gehe bloß zum Sport, zum Tanzen (allein), schreibe, lese, höre gute Musik und bin mit mir selbst und anderen Menschen glücklich und zufrieden.

Verzehre ich mich irgendwann in Sehnsucht – komme ich zurück. In 2 Wochen. In 2 Monaten. In 2 Jahren. Denn bei Jenseits von Afrika – ganz klar – bin ich nicht die Blixen bei der Farmarbeit. Ich bin Denys. Frei wie ein Vogel. So soll das sein.

“Ich hatte KEINE Farm in Afrika, am Fuße der Ngong Berge: war aber da ..”

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤

Süße Seele

Märchenhafte marzipanweiße weiche Melancholie: Melodie unserer Seele.

Den Schmerz, den wir nach einer Beziehung gefühlt haben … Der Schmerz, der uns regelrecht betäubt hat, eine zeitlang schier zerriss, uns innerlich schreien ließ und uns die Lebensenergie entzog … Wie eine Droge: eine narzisstische Beziehung und danach der kalte, grausame Entzug. Und die Droge spielt sich womöglich weiterhin in unser Leben und lockt und droht und nervt, weil „er, sie, es“ das für sein Ego braucht.

Übergroßes doch fragiles Ego oder zerbrechlich zarte Zeiten und Gedanken? Letztgenanntes habe ich von Herzen lieb.

Tschüss Narzisst! Ich fühle gerne manchmal sanften Schmerz, aber nicht wegen einem narzisstischen Menschen in meinem Umfeld.

IMG_3609
Es gibt einen ganz wundervoll hoffnungsvoll lieblichen Schmerz und diesem bin ich schon mein ganzes Leben lang sehr verfallen: Angenehm, friedlich und wohlwollend willkommen-heißend stehe ich meiner Melancholie gegenüber. Melancholie ist mir tatsächlich eines meiner allerliebsten Gefühle. Kein anderes Gefühl , das ich je für jemanden oder etwas hatte, berührt mich so tief und intensiv wie nur sie es kann und bisher konnte.

Melancholie berührt die Seele eines Menschen und alles andere, wie listig lästige Äußerlichkeit, verblaßt daneben und das ist sehr gut so. Zahlreiche Menschen belächeln Melancholie. Ich finde es schade für die, die sie nie kennenlernen, denn: Gemischt mit meinen Erfahrungen wird Melancholie immer groß- und wunderbarer.

Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grund, sondern ganz allein, weil nichts auf dieser Welt seine Sehnsucht stillen kann. (Jean-Paul Sartre)

Melancholie lähmt nicht wie ein böser und hässlicher Schmerz es tut. Sie ist zartbitter-süß, belebt, beflügelt und befriedigt. Wir können uns mit ihr ganz eins fühlen – in unserer selbstkreierten Welt und weltfremden Gedanken. Ein Gefühl, dass sich vielleicht – und bei mir ist es so – mit keinem anderen Gefühl auch nur ansatzweise vergleichen lässt. Melancholie ist wunderschön, intensiv und rein. Sie ist verspielt und mädchenhaft – oder eben auch jungenhaft. Etwas altklug und weise dabei. Sie ist niemals dunkel und trostlos, – sollten wir sie gerne annehmen, sondern kommt unschuldig weiß daher und weichzeichnend.

Nie bin ich so weich und offen für alles und die Welt und doch ganz bei mir und schwebe in einem rosaroten Wattebausch im Himmel meiner eigenen Phantasie, immer wenn ich melancholisch bin.

Melancholie trägt die schwärmerische Überzeugung, dass ein Mensch uns in unserer Seele berühren muss, damit nie gelebte Schwingungen freisetzt und der Gleichtakt unserer Gedanken sich alleine so auf die körperliche Ebene mitnehmen läßt. Alles andere ist wie Smalltalk und kein Menü für etwas so anspruchsvolles wie die empfangende Seele.

Und der beste Kuss ist der, der in Gedanken bereits tausende Male ausgetauscht wurde.

Ohne die Berührung der Seele bleiben die Körperlichkeit ausschließlich an der Oberfläche. Die Schönheit der Seele und deren Tiefgründigkeit, nach deren Erfüllung meine Seele sich sehnt, hat so überhaupt nichts mit einem perfekten Äußeren – schon überhaupt nicht mit dem perfekten Leben zu tun. Perfektion kann man als langweilig empfinden und Menschen können uns ebenfalls langweilen, wenn sie an der Oberfläche bleiben und wir uns von ihnen dann weder berührt noch verstanden fühlen.

Von einem schönen Teller wird man nicht satt.

Melancholie fühlt sich für mich als Sportverrückte – und das bin ich seit meinem siebten Lebensjahr – an wie Muskelkater: Wir spüren, dass der Körper etwas geleistet hat, sanft stöhnt, ächzt und sich schmerzlich etwas gegen neue Bewegung wehrt, nach Ruhe sehnt …. Aber da mischt sich ein anderes Gefühl darunter: Im Bewusstsein ist uns nämlich klar, dass wir weiter laufen, weiter trainieren, weiter gehen müssen, um anzukommen bei unserem Ziel: Was immer wir uns träumerisch und zielstrebig ausmalen.

Muskelkater ist das Wachstum unseres Körpers und so empfinde ich Melancholie für die Seele. Sie erkennt und ruft, dass wir da noch Sehnsüchte an etwas anderes – ein größeres Ziel – ein anderes Selbst – einen anderen Menschen – an Wachstum – in uns tragen. Ein angenehmes Ziehen im Herz aufgrund unserem gesunden Bewusstsein, dass da “noch mehr geht”. Sie ist ein Aufruf zum Nachdenken über Selbstliebe, Werte, Gutes und Böses. Wir erkennen an, werden klarer und deutlicher und spüren so eigene Bedürfnisse, die es wahrzunehmen und festzulegen gilt.

Von einem schönen Teller wird man immer noch nicht satt.

Äußeres ist immer nur eine Hülle, die sich in nur einem Augenblick für immer und ewig verabschieden kann. Frühere Freundinnen flippten in meiner Gegenwart oft beim Anblick attraktiver Männerkörper aus. Ob Top-Less oder das unsagbar schöne Männergesicht: Ich konnte diese Begeisterung aufgrund objektiver Schönheit stets nachvollziehen, jedoch niemals für mich fühlen und Fotos oder bloßes Aussehen begehren. Ich muss erst die Seele eines Menschen sehen, weil mich bloße Körperlichkeit nicht erwärmen können und so ist wohl jeder der Melancholie lebt und liebt.

Nachdem ich nun die Erfahrung mit Narzissmus gemacht habe, ist mir das genau so wichtig geblieben und meine Ansprüche an die Seele eines Menschen dieselben. Nur muss ich wieder genauer hinsehen und das müssen wir bei Narzissmus alle:

Wir haben unsere Seele verschreckt, vorübergehend verschlossen und müssen erneut offen und neugierig auf unser anderes Umfeld sein. Unsere Antennen im Hinblick auf Narzissmus sollten gespitzt sein, – frohlockend diesen Menschen künftig aus dem Weg zu gehen. Es gibt so fantastisch viel mehr da Draußen, wenn wir bei uns selbst anfangen.

Die Welt ist wunderbar groß, Wissen ist begrenzt – Phantasie unendlich

Wenn der sensible Mensch auf eine bestimmte Art nicht berührt werden kann, bleibt er im Kopf, rational und viel weniger tief und intensiv. So können wir wissen, klar denken, handeln, Gelerntes wiedergeben, als staubtrockene Beamtin arbeiten, ein Unternehmen – einen Betrieb leiten, studieren, coachen, alles.

Äußerlichkeit, Titel, Macht, Geld, Energie und frische Inspiration, Humor, Lifestyle und das ganze Primborium: Sie bereichern uns mit herrlich optimistischer Motivation und bewegen. Alles da, alles täglich zu sehen. Alles gut. Alles … nur unsere Seele ergründen und die intensivsten Begegnungen bleiben uns damit verwehrt.

Melancholie hingegen ist ein geliebtes Gefühl. Sie ist die scheue Hoffnung, dass es gibt, was die Seele liebt. Sie ist keine depressive Verstimmung oder gar eine Depression und Todessehnsucht. Sie ist Weltschmerz einer anderen Welt in der ich mich wie Zuhause, geliebt und verstanden fühle. Von mir selbst.

So suhle ich mich liebend gern im süßen Schmerz, der trostspendend ist, die Phantasie beflügelt und lehrt. Melancholie ist ein Weg zu unseren tiefsten Bedürfnissen und unerfüllten Sehnsüchten, – da ist sie Treiber, macht kreativ und setzt frei.

Sie ist so glücklich unglücklich wie die unperfekte Perfektion.

Was aber ist der süße Schmerz dabei? Mein Gedanke, dass es niemanden auf der Welt gibt, der so empfinden und sehnsuchtsvoll nach dem Unmöglichen ist wie ich?

Womöglich ja. Und noch einmal:

Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grund, sondern ganz allein, weil nichts auf dieser Welt seine Sehnsucht stillen kann. (Jean-Paul Sartre)

Herzlich, Petissa Pan

PS: Was ich mit diesem Blog-Beitrag auch ausdrücken mag: Es liegt ganz an uns, wie wir eine Sache – hier Melancholie ( – oft belächelt) bewertet sehen wollen. Wir können eine Sache zu unserem Freund machen oder uns von „Freunden“ hineinreden lassen. Völlig egal auch, ob es um Charaktereigenschaften oder optische Attribute geht:

Zelebriere dein Selbst und zieh aus allem herrlich viel Positives.

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤

Detailverliebte Schönmalerei

Die bodentiefen Fenster sind weit geöffnet und die leichten weißen Vorhänge wehen mal sanfter mal wilder und kitzeln den Boden aus leicht-grauem Granit. Frische salzige Luft des Meeres weht in den Raum und erfrischt. Ich höre und genieße, wie die Brandung kraftvoll an die etwas weiter entfernten Felsen klatscht.

Vor meinem Haus ist nur weicher weisser Sand, auf dem ich gerne barfuss spazieren gehe, oder die Füße darin eingrabe, meine Haut sanft damit peele.

image (9)
Bodenlange Vorhänge im herrlich parfümierten Hotel-Flur „Delano“ Miami Beach. Ruhige Alleinsam- oder Zweisamkeit allerdings Fehlanzeige.

Ich liege auf einem großen Bett mit duftig seidenweicher Bettwäsche, in die ich mich noch einmal genußvoll hinein schmiege. Es ist noch früh am Morgen und die Luft im Raum deshalb kühl. Wohlig konzentriere ich mich auf die salzigen Akzente darin genauso, wie auf die pudrige Frische nach der mein Bettlaken unwiderstehlich riecht. Die Augen halte ich geschlossen, sehe jedoch bildhaft vor mir, den großen Strauß pinkfarbener Pfingstrosen der auf einem kleinen weißen Jugendstil-Tischchen nahe beim geöffneten Fenster steht und sich blumig-süß in die leicht salzig und cremigen Duftakzente legt.

Ich hatte einen süßen Traum und meine Lippen lächeln noch davon. Ich atme noch einmal tief ein, dann öffne ich ganz langsam meine neugierigen Augen und blicke auf’s Meer, das weiter draußen wie ein ruhiger Spiegel da liegt und gerade die satte Farbe des flamingopinken Himmels wiedergibt.

Es muss noch deutlich vor 6 Uhr Früh sein. Ich liebe Rosa und ein solcher Himmel ist ein frühmorgendlicher Traum, aus dem man kaum erwachen mag.

Beinahe minütlich ändert sich nun die Farbe: Gleitet über ein Pfirsichfarben in ein warmes Apricot, welches dann immer blaustichiger wird, weil die Sonne inzwischen aufgegangen ist. Sie liegt zwischen einem gewaltigen stahlblauen Meer und einem babyblauen Himmel, an dem sich heute keine einzige Wolke verirrt hat.

Ich streichle mir mit meinem Handrücken, der noch immer einen sanften Hauch der Limonen-Handcreme trägt, welche ich gestern Abend vor dem Schlafengehen aufgetragen habe, zweimal zärtlich über meine Wangen. Sie sind ganz warm. Meine Hände kühlen sie etwas ab. Ich bewege meine Füße, recke und strecke sie und die Beine gleich dazu.

Ausgeschlafen setze ich mich auf, bevor meine Fußsohlen den kühlen Steinboden berühren, dann betreten. Ich gehe zum Fenster und auf dem Weg dorthin halte ich meine Nase tief in eine der Blüten des Pfingstrosen-Straußes. Ich inhaliere deren frisch-süßen Duft: leicht limetten-ähnlich und voll rosig rund.

Am Fenster angekommen betrete ich den französischen Balkon und stütze mich mit beiden Händen auf das geschwungene Geländer. Unten am Strand geht mein Nachbar mit seiner Hündin spazieren – „Summer-Sunshine“ heißt sie – und wirft ihr Stöckchen ins Meer.

Ich zupfe an meinem weißen Negligé das durch die feine Brise die weht mehr enthüllt als verdeckt. Es ist aus Paris und ich schweife kurz ab. Dieser Tag wird wunderschön.

Minuten später tapse ich in mein Badezimmer, welches in Weiß und pinke und dunkle moosgrüne Farben getaucht ist. Davor habe ich mich meines Nachtkleidchens erledigt und den zarten Stoff im Vorbeigehen auf die Wäsche im Bett gelegt.

Nun gönne mir eine sinnliche Zeit unter der Regendusche mit Frucht- und Vanilleduft für den Körper und jungem Efeu für mein Haar. Das lauwarme Wasser, das meinen Körper gleichmäßig benäßt und fantastisch feine Düfte beleben meine Sinne und lassen mich ein paar Minuten weiter träumen, bevor ich die Dusche schließlich entspannt verlasse und mich in meinen fliederfarbenen Morgenmantel hülle. Ein mirabellenfarbenes Handtuch, gekonnt geschwungen und fixiert um meinen Kopf, saugt die Feuchte aus meinem langen Haar.

Ein Blick in den Spiegel. „Spiegeln, spiegeln an der Wand … Danke, dass ich mich so großartig fühlen darf.“

Ich bin wach.

Der Tag kann beginnen.

Weil es millionen Möglichkeiten gibt, sich eine graue Stunde schön zu träumen. Oft haben wir gerade dann, wenn wir denken, dass wir nichts haben, die besten Ideen und Anregungen. Diese lassen sich dann ein andermal leben und einbringen, wenn wir uns nicht wegräumen wollen, sondern der Weg durch uns geebnet wurde – zu leben was wir lieben.

Wer große Träume hat, braucht deutlich länger bis er ankommt.
Das ist aber völlig egal, weil der Weg das Ziel ist und sich hinter jeder Haus-Ecke, Thuja-Hecke, Zimt-Schnecke, Bettdecke ein unerwartetes Highlight auftun kann.

Augen auf im turbulenten Großstadt-Dschungel für die Auszeit an der See.

Herzlich, Petissa

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤

Loslassen für Freigeister

Ein ganz großes JA für die Freiheit: Der Top-Wert unseres Wertesystems. Für muntere, aufgeweckte Querdenkerinnen, Nicht-in-Schubladen-gepresst-werden-Wollerinnen, Gegen-den-Mainstream-Schwimmerinnen und liebend gern unabhängige Frauen. Und der Traum der Freiheit kann erfolgreicher gelebt werden, wenn wir alten Ballast ganz abwerfen und uns “ohne Hintertürchen” davon trennen.

Wessen Gedanken aber kreisen auch immer wieder mal um die eine Sache, von der unser Verstand sagt: “Weg damit!” Bei wem quillt nicht der Kleiderschrank über und es ist doch nur Gleiches, Ähnliches oder schlicht viel zu viel darin? Und trotzdem schaffen wir es nicht auszumisten: Kleidungsstücke, Gewohnheiten, Orte, Menschen, die falschen Freunde, den falschen Beruf, den Ex-Freund, die Gedanken an das “perfekte Leben oder Lieben” und die daraus resultierende Unzufriedenheit und Pessimismus im Moment. Und wir kennen sicher auch alle Motivations-Sprüche wie:

“Es kommt immer etwas Besseres nach”
und “jedem Anfang wohnt ein Zauber inne”.

“Loslassen schafft Platz für großartiges Neues”, so viel ist uns bewusst. Nur haben wir mit der Umsetzung dieses Gedankens wesentlich länger zu tun, als mit der reinen Theorie.
Und es funktioniert nicht auf Knopfdruck und je mehr wir uns darüber ärgern, desto verkrampfter wird die ganze Angelegenheit und von Loslassen keine Spur mehr. Leider und warum nur? Nicht mal mit Dickkopf, als Beisserinnen und Hochambitionierte.

IMG_2228
Ein erster wichtiger Schritt

Gut ist es, überhaupt schon zu erkennen, dass wir etwas oder jemanden bewusst und gewollt loslassen müssen um frei zu werden. Je weniger wir nämlich um uns haben, desto leichter fällt es uns auch abzustecken wer wir wirklich sind, was wir wirklich brauchen, was uns definiert und wo wir unsere Grenzen setzen. Die auch, und damit das Loslassen von: Dingen und Menschen, die uns nicht gut tun oder uns an einer positiven Entwicklung hindern. Und Weiterentwicklung, Fortschritt etc. wissen wir besonders zu schätzen: als Weltentdeckerinnen, Liebhaberinnen von Abenteuer und Adrenalin, sattem Schön.

Wildfang mit zu viel Gepäck

Als Menschen also, die ein toughes und unabhängiges Leben führen, sind wir an den Prozess des Hinter-sich-lassen-müssen eigentlich ganz gut gewöhnt. Eigentlich: Denn warum ist es dennoch selbst für uns oft so schwer von Gewohnheiten und einst Liebgewonnenen aber Längst-in-die-Jahre-Gekommenen zu lassen? Trotz, dass wir unsere Näschen neugierig in jedes Abenteuer recken und stets Spiel, Spaß und Spannung wittern sobald sich uns neue Tore öffnen? Wie ein Rennpferd, wenn das Gatter nach außen klappt und die Bahn frei fürs Rennen ist.

Wer viele Ortswechsel lebt, kann schließlich nicht von sich behaupten, dass ihm das Loslassen von Plätzen, Menschen, – selbst liebgewonnenen Bekannten und Kollegen (sie sind ja schließlich nicht aus der Welt) schwer fällt. Viele Hunderte, wenn nicht Tausende “Hellos” und “Good Byes” in den sich angesammelten Jahren: In Abschieden und Neukontakten sind wir geübt. Weil wir auch spüren und fühlen (später wissen), dass man nicht an einem Ort Zuhause sein muss, wenn man in sich selbst wohnt und liebe Menschen in seinem Herzen trägt, wo immer man auch ist. Und wahre Freundschaft die überwindet tausende Kilometer für eine lange Zeit. Dies ist keine Mutmaßung sondern ein Fakt, den jeder kennt, der viel reist (beruflich oder privat) oder auch super-gerne umzieht.

IMG_0996

Eine Masse an Eigentum ist uns oft zweitrangig, da es unsere Leben ausbremsen würde. Menschen, die hunderte Euro für einen besonders tollen Kühlschrank in ihrer heimeligen Küche … Menschen, die tausende von Euro für jährliche Pauschalurlaube … und Menschen, die Hunderttausende – das ganze Ersparte also – für das schmucke Häuschen ausgeben, finden wir interessant in ihrer Weltanschauung, cosy und schön für Besuche und Erzählungen, bei denen wir deren Leben lauschen. Allerdings überhaupt nicht inspirierend es dem gleichzutun mit unserem eigenen Lebensweg.

Dass sich in deren Häusern, Doppelhäusern und gekauften Wohnungen irgendwann Millionen Dinge ansammeln ist schon irgendwie normal. Diese Leute haben den Platz und dieser bleibt an einem Ort. Womöglich wird das Computerzimmer mal zum Kinderzimmer, und die Dame des Hauses bekommt nach langem Wünschen einen begehbaren Kleriderschrank. Aber das alles geschieht innerhalb der 120 – 210 Quadtratmeter. Wir aber ziehen rum. Und mit je weniger Ballast und platzintensiven Vermögen wir das tun, umso günstiger und unkomplizierter ist alles.
Unsere Habseligkeiten in unser Auto (wichtig, da Mobilität) packen, den Schlüssel drehen und den Ort wechseln. Von jetzt auf gleich. Einfach so.

IMG_0806

Was den Kleiderschrank angeht, und das handhaben vielleicht einige so, lebe ich dort Minimalismus. Ganz wenig nur, aber stets “was ganz Besonderes” in meinen Augen: Herzenstücke. Liebhaberei. Liebes, das weh tut los zu lassen. Und vielleicht ist es genau das was das Loslassen so schwer macht:

Dinge die wirklich unser Herz berühren, beziehungsweise unser Herz schon einmal berührt haben.

Da tut uns das Loslassen dann weh. Und außer, dass Zeit wirklich alle Wunden heilen kann, wenn man offen ist und wird für Neues … und außer, dass wir das Loslassen von Herzen wollen … können uns vielleicht noch drei Dinge bei diesem Prozess besonders helfen:

1.) Die Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit die man zusammen hatte. (Sei es ein Mensch, ein Tier, ein Ort, ein Ding)

2.) Die Gewissheit, dass uns die schöne Erinnerung was wir erlebt haben, niemand nehmen kann. Sie ist für immer die unsere.

3.) Und das vermutlich schwerste: Den Schmerz annehmen, akzeptieren und bewusst weggeben. Vielleicht sind wir erleichtert alles hinter uns zu haben. Vielleicht wird eine Lücke bleiben. – Die wir aber mit (siehe oben) Dankbarkeit für eine wunderbare Zeit und eine bleibende Erinnerung füllen können.

Ich sende immer “Licht und Liebe” wenn ich mal sehnsuchtsvoll werde. Und ich atme. Ganz bewusst. Und so wird es gut und nach und nach immer weniger.
Bei einem meiner Sehnsuchtsorte weiß ich auch, dass ich dort irgendwann einmal wieder wohnen werde. Erstmal raus in die Welt jetzt.
Ja, Neues bliebe uns versagt, wenn wir uns an Altes klammern.

IMG_1149
„Die Welt ist ein Buch. Wer nicht reist sieht nur eine Seite davon.“ (Augustinus von Hippo)

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤

Gesellschaftsschlaf

Kritik ist wunderbar, nicht?

Produktive Kritik sowieso, und deswegen wage ich mich einmal mehr daran, in sagenhaft bissiger Manier zu lärmen. Irgendwie habe ich Gefallen daran gefunden kritisch und stachelig zu sein.
Mein kindliches Herz macht Pause: Zumindest wieder bis nach dem Artikel.
Mein erwachsenes Herz coacht: Morgen wieder.
Meine romantische Seite? Im Dornröschenschlaf.

„Erwachendes Herz, mein Prinz, wo bleibst du nur? Küss mich wach und küsse die verschnarcht schlafende Gesellschaft bitte gleich mit. Anders wird es sowieso nichts werden mit uns“ …

IMG_3419
(Zitat, Foto und Seidenkleid: von mir)

Die breite Masse ist eingeschlafen über Wohlstandsgesellschafts-Gejammer und versüßenden Nebensächlichkeiten, die zum Hauptthema gemacht werden. Innerlich verarmt, was sich schon länger auch auf das Außen zu übertragen anfängt.

Märchenwald-Themen und Flüge nach Neverland gibt es ein andermal wieder.

Nun fragen wir uns bitte einmal was mit dem starken Charakter, wie er alten Schriftstellern innewohnte, passiert ist?
Schriftsteller, die die Courage hatten einflussvolle Einzelpersonen genauso, wie ein ganzes Land mutig anzuprangern und Mauschelei und Frivolität vom Dunkel ins Licht zu bringen. Vielsagend, schwarz auf weiß gedruckt. Zeitungen haben sie gefüllt. Bücher sowieso.

Überhaupt die ganzen Künstler: Kritisiert da keiner mehr die “normale” Gesellschaft heute?

Alles verblasst, neben all der großen Schind und Schand auf unserer guten Mutter Erde. Wir schauen auf Extreme: Dass aber auch diese Extreme irgendwann einmal im unauffälligen Mittelfeld Zuhause waren, und wir sie dann noch hätten stoppen können …

Schöne neue Welt

Herrlich, wie ehemals große Schreiber sich entzaubernd weit aus dem offenen Fenster lehnten und die breite Masse, die Politik, den Adel und deren Überheblichkeiten und Ungerechtigkeiten bis über ihren eigenen Tod hinaus zu provozieren verstanden.

Wer kränkt heute noch und wer fühlt sich überhaupt öffentlich gekränkt? Sind Kränkungen heute nicht schon so normal geworden, dass sie keiner tatsächlich ernst nimmt und sich echauffiert?
Die schreibende Gesellschaft von früher zumindest hinterlässt ein eindrucksvolles unvergessliches Erbe unter dem so mancher gekränkte Staat noch heute leidet. Kulturgut adieu!

War es jemals so angebracht Gesellschaftskritik zu üben wie heute?

Ein Hundewelpen-Video in dem das vierbeinige Lebewesen in ein Prinzessinnen-Kostüm gesteckt wird und das wahllose Liken von schlauen Artikeln, von denen ausschließlich die Überschrift gelesen wurde. Irgendetwas läuft möglicherweise falsch.
Sehr sicher sogar.

Fast Food. Fast Life. Wo bleibt die Substanz bitte schön? Und vor allem: was ist die Substanz: Ehrlichkeit und eine gerechte Denke? Selbst Pünktlichkeit, Respekt und Achtung scheinen nicht nur völlig out zu sein, sondern sind es geworden: Ein jeder Zweite, Dritte, Vierte sich lieber am Kopf oder sonst wo kratzt, anstatt diese unproduktive Langeweile beiseite zu schieben und etwas Sinnvolles mit und für Nachhaltigkeit zu veranstalten.

Selbstliebe und Nächstenliebe: schmerzlich vermisst. Und für die Selbstverliebten wird der Karriereweg nach oben frei, aufgrund der tatenlos zusehenden unbeeindruckten, gar unbemerkten Bewunderung anderer.

Dieses ganze Gehype und Gehabe um “kleine Leute” die ein bißchen Mut haben, sich im Fernseher etwas zum Affen zu machen und damit eine ganze Nation nachhaltig bewegen … Mit süßem Unsinn ohne jeglichen Tiefgang und echten Wert.

Die ehemals „gut bekannten Leute“, die sich wieder mitten ins Bild rücken wollen, indem sie Teile oder das Ganze irgendwelchen Urwaldgetiers verzehren: Sind das die wahren Helden?

Und die „großen Leute“, die vielleicht mit Geld und Gepose auf sich aufmerksam machen wollen und denen es immer mehr es an echtem Charakter, weil an guten Tugenden fehlt. Hoffentlich nicht die Vorbilder von morgen: Ein strahlendes Ego wie ein Weihnachtsbaum und das Herz leergefegt von Menschlichkeit wie eine eisige Winternacht.

Unterhaltung, Schönheit und andere wunderschöne Dinge sind doch wie Süßigkeiten. Nämlich, ein köstliches Highlight in hübschen kleinen Portionen.

Wo sind all die Idealisten, die sich gerne für einen guten Zweck den Mund verbrennen:

Von Herzen und Kopf scheußlich unbequem bleibend, austeilend, dem ein oder anderen auch mal kräftig uncharmant auf den Schlips tretend.
Hemmungslos Spaß haben auch die, und durch den Konfetti-Regen fliegen auch die, – ausschließlich aber mit denen, die dieselben Ansichten haben, für dieselben Dinge einstehen und sich nicht zu bequem dazu sind munter zu rebellieren.

Bis sich was bewegt. Das Rad neu erfunden wird. Solange sich die Erde dreht. Weil:

Um ein tadelloses Mitglied der Schafherde zu sein, muss man vor allem ein Schaf sein. (Albert Einstein)

Themen, die die Welt bewegen sollten: Essentiell.
Tiefgang und die Hauptrolle: für die Basis bitte und nicht für süße Desserts und Betthupferl.
Sanft und mitfühlend sein: für die die es brauchen.

Und ein Gespür für Echtheit und Wahrhaftigkeit entwicklen bitte!

Verteufeln? Nein, das ist nur unnötiger wie nutzloser Energieverbrauch. Lieber Distanz oder in Wichtigkeiten stochern. Immer und immer wieder ohne weichgespültes umschmeicheln. Forsch, keck und frech!
Supernervig-superficial nämlich, wenn der Mensch keine anderen Ziele mehr als Feierabendbier und Fernsehen – oder Geld und Status hegt.

Pikiert die Augen niederzuschlagen. Stoischer Glanz. Gerade Düsseldorf auch an der Luxusmeile, mit seinen glatten gestylten Lackaffen: Tief raunende Motoren an der Kö und tatsächlicher Tiefgang Fehlanzeige.

Schnurrende Kätzchen auf den Schößen der älteren Herrn in den Führungsetagen und Ausbildungsstätten:
Egoschmeichlerinnen, Egogestreichelhabenwoller, Vorteilsmenschen & Gerechtigkeit passen zusammen wie Schweinefilet aus der Massentierhaltung und VeganerInnen.

Ach so, ich bleibe Idealistin, childish outside – matured inside und habe keinen Spielraum – dafür viele Widerworte – für die großen und kleinen Ungerechtigkeiten in dieser Stadt und Welt.

“James, so fahre mir bitte den Bentley vor! Ich muss hier raus. Nur ’ne Stunde oder zwei.

Your world is too mainstream!”

Herzlich, Petissa

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤

Bauchgefühl für Herzmenschen

Bauchgefühl – mal bißchen anders …

Wer von uns hat sich nicht auch schon einmal, oder auch schon mehrfach, herzhaft darüber geärgert nicht auf seinen Bauch gehört zu haben? Und wer hat schon einmal ganz derbe daneben gegriffen, als er sich beim Ignorieren seines Bauchgefühles, eine blutige Nase im metaphorischen Sinne geholt hat? – So häufig und oft es auch angeklopft hatte: erst sanft, dann stärker, dann (eigentlich) nicht mehr zu ignorieren.

Und gerade Herzmenschen: Immer viel für andere da.

Als Herzmensch sind wir einfach jemand, der Bedürfnisse der anderen oft genug, aber hoffentlich immer ausgewogener, über unsere eigenen Bedürfnisse stellt: Warum haben wir schon wieder “ja” zu den Wünschen einer Freundin gesagt, obwohl wir tief in uns ein Anklopfen, eine Warnung fühlten, dass wir uns gerade verbiegen und wir an der Reihe wären uns etwas von ihr wünschen zu dürfen?

“Nein, heute fahre ich nicht schon wieder die 10, 20, 30 Kilometer zu dir. Ich denke, dass wir uns mehr abwechseln sollten und uns deshalb heute bei mir treffen.”
Warum gehen wir zum dritten Mal in Folge, allein ihr zuliebe, mit in die Disco, nur weil die Freundin denkt, dort den Mann ihres Lebens kennenlernen zu wollen. Das, obwohl wir weder Disco-Musik, noch das für unseren Geschmack deutlich zu junge Publikum mögen und viel lieber in einer gemütlichen, eleganten Bar sind, wo wir schon ewig nicht mehr waren?”
Selbst wenn wir bei “solchen Geschichten” vordergründig und aus vollem Herzen sagen: “Oh ja wie toll! Wir finden dir den besten Mann der Welt!” Unser Bauchgefühl sagt: “Und wann suchen wir dann mal wieder was für mich, woran ich Freude hätte?”

In beiden Beispielen rebelliert der Bauch jeweils das Ungleichgewicht, immer wieder gegen unsere eigenen Bedürfnisse und Vorlieben zu leben und zu viel zu geben, statt abwechselnd ein Nehmen einzufordern.

IMG_1712

Weh tun Fehlentscheidungen doch besonders dann, wenn wir – sprich unser Bauch – es besser für uns gewusst hätte und wir nicht auf ihn gehört haben.

Vielleicht wenn Monate oder Jahre später die Freundschaft zerbricht und wir doch sooo viel gegeben hatten und immer für den anderen da waren. Und plötzlich lernt die Freundin tatsächlich den Traummann kennen und hat dann keine Zeit mehr für uns. Oder wir lernen endlich wieder auf den Bauch zu hören, pochen auf unsere Bedürfnisse, er rebelliert nicht mehr, dafür unsere “Freunde”, denn so will uns dann keiner mehr, weil wir nicht mehr ausschließlich verwöhnen und geben, so wie es alle von uns gewöhnt waren.

Das alles ist nicht die Schuld unserer (ehemaligen) Freunde. Wir selbst haben schließlich unser Bauchgefühl ignoriert und uns und den anderen damit Dinge erlaubt, die nicht gut und richtig für uns waren.

IMG_2452

Und wenn wir gelernt haben wieder vermehrt darauf zu hören, können wir auch den ein oder anderen Blödsinn wagen ohne tatsächlich in Gefahr zu kommen: Grosses Vertrauen schenken in einer Beziehungsanbahnung, uns auf Menschen einlassen, um den richtigen Job besser pokern.

In Irland bin ich diesen Sommer getramt. Und bitte macht das nicht, denn Trampen ist nicht ungefährlich. Ich war jedoch beide Male mit dem Bus unterwegs und hatte es von der Endhaltestelle noch 10 Km zu dem kleinen Dorf in-the-middle-of-nowhere, wo ich in Irland für drei Wochen wohnte. Jeweils war es nicht mehr lange zum Einbruch der Dämmerung, und ich befand es als gefahrloser im Hellen zu trampen, als im Dunkeln durch die pure Pampa zu laufen.

Die Menschen die angehalten haben um mich mitzunehmen, habe ich mir genau angesehen und bewusst meinen Bauch gefühlt. Ich leistete mir auch den Luxus Mitfahrgelegenheiten auszuschlagen. Die beiden Menschen (einmal eine Frau, das zweite Mal ein Mann) bei denen ich dann jeweils mitgefahren bin, waren ganz wunderbare und bereichernde Gesprächspartner und ich hatte die erwartet sichere Fahrt mir ihnen. Glück? Ja, Glück und Segen, dass nichts passiert ist, aber auch mein Bauchgefühl, denn es waren genau die beiden Typen Mensch, mit denen ich mich tagsüber auf dem Wochenmarkt, in der Stadt oder in einer Bar am liebsten unterhalten hätte. Danke Bauchgefühl!
Mit allen wäre ich nicht gefahren. Und ich trampe auch nicht mehr. Es war ein zweimaliges Urlaubsexperiment.

Wenn wir konstant unser Bauchgefühl ignorieren verleugnen wir uns nicht nur, nein, sondern können uns damit selbst so richtig weh tun.

Unser Bauchgefühl wird über die Zeit auch etwas leiser und wir leben immer mehr das Leben der Freundin, des Partners etc. ohne das bewusst zu realisieren.

Auch wenn wir an einen (noch unbekannten) Menschen geraten, der nichts Gutes mit uns im Sinn hat, der uns zu seinem eigenen Vorteil entsprechend täuscht und uns böse auflaufen lässt oder gar in Gefahr bringt: Das Bauchgefühl ist unser wichtiger Kompass. Es schützt uns. Ein Ratgeber, der den Weg weist, uns ausgeglichen und erfolgreich macht. Bauchgefühl basiert auf unseren bisherigen Erfahrungen, ein Signal unseres Unterbewusstseins, eine wache Intuition die wir fühlen und die der Verstand noch gar nicht kennt, greifen und aussprechen kann.

Woher nämlich “wissen” erfahrene Personaler beim Kennenlern- oder Vorstellungsgefühl, dann, wenn es mehrere ausgezeichnete Bewerber auf eine Stelle gibt, welcher dennoch am besten ist und am besten passt? Woher “weiß” ein guter Türsteher, welche Personen er nicht in den Club lässt, da er mit Ärger rechnet? Woher “weiß” ein langjähriger Polizist beim Streife laufen, welche Personen er kontrollieren muss da er richtiggehend fühlt, dass bei diesen Personen “irgendwas faul ist”.
Deren Antennen sind alle geschärft durch vorhergehende Erfahrungen.

Unser Bauchgefühl ist ein wahrer Seegen. Und gerade wir Herzmenschen müssen uns angewöhnen verstärkt darauf zu hören, bevor es womöglich für uns verstummt.

Verleugne dich nicht. Gib nicht nur Herz, sondern höre auch auf deinen Bauch. Erfahrungen machen und das Bauchgefühl dabei schulen und hören wann immer es, auch noch so sanft anklopft. Wie heisst ein Lied aus dem Jahr 2015 “Herz über Kopf”? Ja, und den Bauch auch dazu bitte.

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤

Rainy days

Außen Elfe – innen Troll.

Wie schön, der Spruch: Unterschätzt mich ruhig!

IMG_2159

Wie oft können wir vom Äußeren eines Menschen eben nicht auf sein Inneres schließen.

Wie oft begegnen wir Menschen, breit wie Bäume, machen einmal “Buh!” und sie zucken hilflos zusammen. Viel hilfloser oft noch, wenn wir uns ihre Hilfe wünschen würden und sie kein Rückgrat haben: sich stattdessen zurückziehen und du niemals mehr wieder von ihnen hörst.

Wie viel Power steckt aber schon in so manchem kleinen Kind.

“Zierlich zerbrechlich” sollte man meinen und doch ist es ganz anders: Ein ordentlich Dickkopf mit frechem Selbstbewusstsein und einem klaren Ziel. Kinder sind offen, unbeirrbar und unbelehrbar in ihren Visionen. Und mutig, so sie aus einem Elternhaus kommen, in dem sie Halt und Sicherheit erfahren, oder aber auch früh bereits gelernt haben, dass sie ihr „eigener Boss“ sein müssen, weil sonst niemand da ist. Sonst sanfter, verspielter, möglicherweise auch ernsthaft “verschreckt”, aber dennoch ein Kind. Und Erwachsene können von Kindern so viel lernen.

Was nämlich, wenn wir uns aus unserer Kinderzeit – unserem damaligen freien Charakter – das beste ins Erwachsenenalter mitnehmen könnten?

Wir können!

Über die Neugier und die Vielseitigkeit habe ich schon oft geschrieben: Sie bewahren uns Offenheit, frei von Vorurteilen zu sein und selbst aus dem Langweiligsten etwas Staunendes, Neues, Spannendes “basteln” zu können. Und Vielseitigkeit schenkt uns ein Leben, das niemals langweilig wird und für immer kunterbunt und damit meist sonnig bleibt.

Düstere Wolken und Wolkenbrüche gab’s natürlich auch im Paradies: Das, weil die Natur, als auch der Mensch, den Regen braucht. Und Regen gab es auch über der Villa Kunterbunt. Davon ging und geht die Welt nicht unter.

Wann hast du zum letzten Mal einen Spaziergang durch den prasselnden Regen in der Natur gemacht?

Es ist fabelhaft wie Bäume und Gras dann riechen. Wunderschön auch, dass wir dabei fast alleine sind und die Natur so mit ganz anderen Sinneseindrücken neu kennenlernen dürfen. – Erneut neu kennenlernen dürfen.

Wann bist du zuletzt in Pfützen gesprungen? Wann hast du zum letzten Mal Regenwürmer beobachtet? Das alles geht an uns vorüber, wenn wir bei Regen nur über das Wetter schimpfen, schnell hindurch hasten oder gleich ganz Zuhause bleiben. Und als Kind war das doch so selbstverständlich, dass wir auch dann unsere Fühler nach der Andersartigkeit des nassen Wetters ausstrecken.

Warum also versagen sich Erwachsene so viel Freude, die wie selbstverständlich aus uns gelockt werden könnte, wenn wir es nur zuließen: Mit den einfachsten Mitteln und kinderleicht?

Es gibt nicht nur Businessdenke, Erwachsenenhaltung, Fleiß, Ziele und Reife.

Es gibt auch den Moment. Und in dem dürfen und sollten wir uns einfach mal erlauben Kind sein zu können und uns mit den einfachsten, unbefangensten, natürlichen Freuden ein großes Strahlen ins Gesicht zaubern zu lassen.

Im Herzen können wir Kind bleiben und dabei einfach mal durch den Regen gehen und das außergewöhnlich Schöne im sonst Verborgenen erkennen.

 

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤